Wie im Matrixgehäusethread angeregt, mach ich hier mal einen neuen Thread auf. Es geht um die Frage, wie man Chassis vom Gehäuse entkoppelt und ob das sinnvoll ist.
So ging es los:
chinakohl schrieb:Ausserdem ist mir aufgefallen, das früher viele Lautsprecherkörbe in Boxen, Tischradio-Gehäusen sowie Musiktruhen oftmals nicht direkt mit der Schallwand verschraubt waren. Die Körbe lagen mit ihrem Filzring dicht auf die Schallwand auf und die Befestigungen hatten so Gummitüllen zwischen Korb, Schallwand und Unterlegscheibe der Verschraubung.
Manchmal waren die Befestigungsbolzen auf der Schallwand zusätzlich auch mit kleinen Klötzen zum Höhenausgleich versehen, damit sich beim anziehen die Befestigungsohren oder der Korb nicht verzieht.
So ist - zumindest früher - die Übertragung von Korb-Resonanzen auf das Gehäuse verhindert worden ...........
Wenn man dort etwas nach unten scrollt, findet man drei Bilder mit unterschiedlichen Chassisbefestigungen. Was mir dabei gar nicht in den Kopf will, ist Befestigungsart C. Das Chassis muss doch trotzdem irgendwie resonieren. So eine Resonanz verschwindet doch nicht komplett, wenn ich die Befestigung am Magneten statt am Korb mache. Oder ist damit nur die Übertragung der Reso auf das Gehäuse gemeint?
Moin,
vor Monaten gab es hier einen Link zu einer schweizer Lautsprechermanufaktur, da wurde der Tieftöner mit einer Gewindestange von der Rückwand definiert gege einen vorderen Gummiring gespannt.
Mal sehen, ob wir den noch finden.
Jrooß Kalle
19.06.2020, 06:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 07:06 von chinakohl.)
Moin,
ob es nun Sinn macht, ein Gehäusevolumen in mehrere zusammenhängende Kammern aufzuteilen, kann ich nicht sagen.
Den - möglicherweise - schweren und großen Magneten eines Basschassis hinten abzustützen, kann je nach Korbkonstruktion durchaus Sinn machen .......... dann hängt das Hauptgewicht nicht am Korb und setzt diesen unter "Vorspannung" .........
Eine String- Aufhängung für Hoch- und Mitteltöner hatte ich auch mal angedacht, jedoch verworfen weil ich das mit der Abdichtung zur Schallwand nicht in den Griff bekommen hab` ......... also bleibt für den Mitteltöner/Breitbänder nur die Entkopplung über Silentgummis bzw. Kabeldurchführungstüllen....... wie ich das mit dem Superhochtöner mache, weiß ich noch nicht.
Evtl. eine Lage Moosgummi zwischen HT und MDF- Topf und von hinten eine dicke Schraube mit flachem Kopf `rein, an dem sich der HT mit der Magnetkraft seines Neodym Magneten "festhält" ?
Kalle schrieb:Moin,
vor Monaten gab es hier einen Link zu einer schweizer Lautsprechermanufaktur, da wurde der Tieftöner mit einer Gewindestange von der Rückwand definiert gege einen vorderen Gummiring gespannt.
Mal sehen, ob wir den noch finden.
Jrooß Kalle
Generell scheint es mir zwei verschiedene Ansätze zu geben:
A) Möglichst harte Befestigung des Chassis, Abstützung zu allen Seiten, definierte Verspannung gegen die Rückwand etc.
B) Entkoppelung/Dämpfung wobei ich da jetzt garantiert schon wieder Dämmung und Dämpfung falsch verwende.
Das einzige Modell das mir nicht in den Kopf will ist es, beispielsweise einen Gummiring zwischen Chassis und Gehäuse zu verwenden aber dann doch das Chassis per Schraube hart am Gehäuse zu befestigen. Wenn schon, dann müsste doch entweder ein Gummiring nicht nur zwischen Chassis und Gehäuse sondern auch außen auf dem Chassis aufliegen und die Schrauben dann mit Abstand durch den Chassisring geführt werden - oder die Schrauben bleiben hart am Chassis angekoppelt und die Entkoppelung findet im Gehäuse statt.
Alternative: Aufgesetzte Hochtönerplatte, Hochtöner ist hart verschraubt aber die ganze Platte ist weich aufgehängt.
Hallo zusammen,
über dieses Thema habe ich Stundenlang mit Pappenheimer diskutiert.
Grundgedanke:
Ein Chassis ist ein schwigendes System. Es schwingen:
1. die Membran inklusiv die Schwingspule, Spinne und Sicke
2. der Korb und der Magnet
Beide Einheiten schwingen je nach Frequenz gleichphasig oder gegenphasig mit unterschiedlicher Amplitude. Diese schauckeln sich entweder auf und/oder löschen sich weitghend aus
Welche Maßnahmen hat (hatte) man getroffen?
1. Die Membran ist über Spinne und Sicke an den Korb angekoppelt
2. Der Magnet ist über Dämmmaterial an den Korb angekoppelt
3. der Korb besitzt ein Antiresonanzring
Bei historischen Chassis , gerade in der Mangelzeit , wurden folgende Maßnahmen getroffen:
1. Korb war leicht gebaut ( u.a. auch montierter Korb zB Isophon)
2. Magnet war leichter Alnico
3. die Ankopplung des Chassis wurde über den Antiresonanzring "weich" mit definierten Drehmoment an die SW geschraubt. ( Gummitülle und Hülse. Keine direkte Verbindung des Korbes mit der SW)
Schwere Chassis wurden auf einem Chassisträger befestigt, der mit dem Korb eine Einheit gebildet hat ( hier waren auch Tragegriffe befestigt!)
Diese Chassis wurden weich vor der SW gesetzt und angekoppelt.
Hierraus haben wir die Idee eines "Masseklops" erdacht, wie sie schon in den alten Kinos der 30 er und 40 er Jahre gebaut wurden.
Beispiele
Meine letzten Konstruktionen, die ich für mich gebaut habe, wurden die Chassis immen weich angekoppelt ( Schrauben handfest angezogen) und der Korb ist nicht direkt mit der SW in Verbindung. Hiermit habe ich mit den von mir "geliebten" Chassis die beste Erfahrung gemacht. Auch habe ich nie schweres Holz genommen, sondern eher recht dünnwandiges und Leichtes Holz ( Kistensperrholz oder OSB).
Experimente mit MDF habe ich auch gemacht, aber über subjektives Empfinden wieder verworfen.
Massereiche Gehäuse und fest angezogene, direktgekoppelte Chassis vermeide ich seit dem.
19.06.2020, 08:22 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 08:33 von chinakohl.)
............. "halbgare" - weil noch nicht kompl. durchdachte - Möglichkeit der Entkopplung eines großen Basschassis:
Schallwand als Sandwich - 19er Span/ 19mm Sand/19mm Span.
Chassis auf einem Ring aus 12mm MDF - Aussendurchmesser ca. 5 - 6cm größer als der Chassis-Aussendurchmesser
Schallwandausschnitt ca.3cm größer als der Chassis-Aussendurchmesser.
Den Ring in definiertem Abstand von 3,5mm zur Schallwand zentriert über dem Ausschnitt einlegen und den Zwischenraum mit Silikon ausspritzen.
Das gleiche nach auflegen der inneren Schallwand.
Nach Aushärten des Silikon den Schallwand-Zwischenraum mit Sand füllen.
Den Lautsprecher auf dem Ring montieren und den Magneten hinten mit einer entsprechend passenden Stütze abfangen/fixieren (auf der Stütze entsprechend passender Abschnitt eines HT-Rohr befestigen/verkleben und Spannband/-Gurt drum herum).
Riesenaufwand, groß, schwer ....... aber da schwingt am Gehäuse so schnell nix mehr
Gruß
Arvid
P.s: Damit Kalle sowas auch bauen kann, könnte man das Silikon vielleicht durch Sicaflex ersetzen?
19.06.2020, 08:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 09:16 von chinakohl.)
Wie? wo? was?
Bei mir sind`s rechnerisch 2,25cm vor dem Chassis - bei Frontmontage ......und 3,45cm nach innen ( Schallwandaufbau im Schnitt: 19mm Span Aussenschallwand - 3,5mm Dichtung - 12mm MDF LSP Montagering - 3,5mm Dichtung - 19mm Span Innenschallwand ).
Wenn das Chassis von innen montiert wird, eben anders herum.
Ob sich dieses Maß bei einem min. 30cm durchmessenden Baßchassis wirklich negativ auf die Belüftung auswirkt ......... und nach vorne gibt`s ja immer noch die Möglichkeit eines "waveguide".
Der Gedanke war, den bei einer Sandwich-Schallwand notwendigen Montagering für den LSP zusätzlich noch schwingungsdämpfend zwischen den beiden Holzplatten zu lagern .........und ein schweres Chassis an seiner massereichsten Stelle (Magnetsystem) zu befestigen, statt diese frei schwingen zu lassen .......
Da ich sowieso noch die beiden 100L BR- Gehäuse bauen will .........
19.06.2020, 09:26 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 09:41 von a.j.h..)
Bestimmt schon irgendwo geschrieben,... egal.
Entkopplung von Chassis zu Gehäuse.
Man muss zunächst fragen, was man erreichen möchte, bzw. welche "Richtung" die Entkopplung arbeiten soll.
Entkopplung ist richtig/falsch.... ist nicht allgemeingültig mit "Ja oder Nein" zu beantworten.
Mal den folgenden Fall: Zweiwege-Box, meinetwegen 17-25 - also gängig.
- steifes Gehäuse (Matrix - ist gut), damit der Bass schön knackig tönt
Dadurch ergibt sich ein relativ hochfrequent schwingendes Gehäuse (Wände). Ist für den TMT 'ne gute Lösung
- Jetzt hat man es relativ leicht, den Hochtöner zu entkoppeln. Die Aufhängung muss nicht extrem weich sein, da das mechanische Tiefpassfilter nicht allzu tief liegen muss.
Man "schützt" den Hochtöner vor den Gehäuseschwingungen, da sie im Übertragungsbereich des Hochtöners liegen.
Aber: Die Entkopplung muss eben auch eine Entkopplung sein. D.h., es muss tatsächlich der stramme Formschluss zum Gehäuse vermieden werden. Schraubverbindungen - auch mit Zwischenlagen aus Schaumstoffen etc. - machen die Entkopplung unwirksam.
Und anderseits mal ein dieses Beispiel: Tieftöner im Bassgehäuse. meinetwegen Subwoofer...
Eine Entkopplung des Tieftöners zum Gehäuse macht kein Sinn. Das relativ steife Gehäuse schwingt weit oberhalb des Übertragungsbereich vom Treiber,... Weder das Gehäuse muss vor'm TT geschützt werden (das Gehäuse kann vom tieffrequenten Schwingen des TT gar nicht angeregt werden - es gibt keine Erregerfrequenz), noch muss der Tieftöner vor der hochfrequenten Wandschwingung geschützt werden, da er in dem Bereich gar nicht arbeitet bzw. das Gehäuse da oben nicht schwingt, da es nicht angeregt wurde.
Im Prinzip muss man betrachten, wo die Wände arbeiten und wo der Treiber arbeitet. Und, ob man dann eine Trennung sinnvoll setzen sollte oder setzen kann.
Eine Pauschalaussage zugunsten einer elastischen Entkopplung des Chassis zu Gehäuse ist quatsch.
Aber - um Kays Sprecher in die Diskussion zu nehmen - Die alten Breitbänder wurden gerne in relativ weiche Gehäuse eingebaut (dünnes Sperrholz). Die Wandschwingung dürfte da gerne mal im empfindlichen Hörbereich (0,5-5kHz) liegen. Eine Entkopplung kann hier helfen, dass die Wände in diesem Bereich nicht angeregt werden. Der Breiti spielt i.d.R. bei solchen Konstruktion bis weit in den Hochton.
Ich habe bei solchen Konstruktionen die besten Erfahrungen gemacht, wenn man die dünnen Wände mit elatoviskosem Zeug beklebt (Bitumen, Gummimatten,...). Versteifen ist da eher kontraproduktiv.
So haben's die Urväter bei den Blechhörnern von WE ja auch gemacht: Weiche Gehäusewände mit irgendwas elastoviskosem bekleistert.
Beste Grüße,
Andreas
"Don't you think if I were wrong I'd know it" - Dr. Sheldon Lee Cooper
19.06.2020, 09:35 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 09:51 von chinakohl.)
.......... logisch nachvollziehbar .......
Also "Gewicht" für`s Bassgehäuse......
Die Entkoppelung des Breitis ( ab180 Hz. - 18Khz) von der Schallwand sollte aber durchaus sinnvoll - oder zumindest nicht völlig sinnlos - sein?
Die koaxial angeordneten Superhochtöner sind ja nur durch eine Lage Moosgummi rundum von ihren "phase-plug Bechern" entkoppelt .....
Bei mir sind`s rechnerisch 2,25cm vor dem Chassis - bei Frontmontage ......und 3,45cm nach innen ( Schallwandaufbau im Schnitt: 19mm Span Aussenschallwand - 3,5mm Dichtung - 12mm MDF LSP Montagering - 3,5mm Dichtung - 19mm Span Innenschallwand ).
Wenn das Chassis von innen montiert wird, eben anders herum.
Ob sich dieses Maß bei einem min. 30cm durchmessenden Baßchassis wirklich negativ auf die Belüftung auswirkt ......... und nach vorne gibt`s ja immer noch die Möglichkeit eines "waveguide".
Der Gedanke war, den bei einer Sandwich-Schallwand notwendigen Montagering für den LSP zusätzlich noch schwingungsdämpfend zwischen den beiden Holzplatten zu lagern .........und ein schweres Chassis an seiner massereichsten Stelle (Magnetsystem) zu befestigen, statt diese frei schwingen zu lassen .......
Da ich sowieso noch die beiden 100L BR- Gehäuse bauen will .........
Gruß
Arvid
Ähh - ....
a.j.h. schrieb:...
Und anderseits mal ein dieses Beispiel: Tieftöner im Bassgehäuse. meinetwegen Subwoofer...
Eine Entkopplung des Tieftöners zum Gehäuse macht kein Sinn. Das relativ steife Gehäuse schwingt weit oberhalb des Übertragungsbereich vom Treiber,... Weder das Gehäuse muss vor'm TT geschützt werden (das Gehäuse kann vom tieffrequenten Schwingen des TT gar nicht angeregt werden - es gibt keine Erregerfrequenz), noch muss der Tieftöner vor der hochfrequenten Wandschwingung geschützt werden, da er in dem Bereich gar nicht arbeitet bzw. das Gehäuse da oben nicht schwingt, da es nicht angeregt wurde.
Im Prinzip muss man betrachten, wo die Wände arbeiten und wo der Treiber arbeitet. Und, ob man dann eine Trennung sinnvoll setzen sollte oder setzen kann.
Eine Pauschalaussage zugunsten einer elastischen Entkopplung des Chassis zu Gehäuse ist quatsch.
...
Beste Grüße,
Andreas
"Don't you think if I were wrong I'd know it" - Dr. Sheldon Lee Cooper
19.06.2020, 09:53 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 09:59 von chinakohl.)
........ joup - hat sich durch die Edith wohl überschnitten ......oder so
Abgesehen davon war`s ja auch nur als Möglichkeit zur handwerklichen Ausführung gedacht - so zum weiterentwickeln ..........
Über sinnvoll oder gar notwendig habe ich dabei nicht nachgedacht.
[URL="https://www.lowbeats.de/monitor-audio-silver-6g-alle-5-modelle-im-familientest/"] Die Frage ist, hört man den Unterschied zwischen Entkoppelt/starr?
[/URL]Hier wird deutlich, wie bei Monitor Audio Silver 6G die Treiber auf der Schallwand gehalten werden: Über Gewindestangen werden sie nach hinten gezogen und so gegen die Front gepresst. (Rendering: Monitor Audio)
Ich könnte mir durchaus vorstellen, wie bei einer Waschmaschine das schwingende Element mit Beton zu beschweren um auch ganz andere Möglichkeiten zur Schwingungsabsorption zu haben.
19.06.2020, 10:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 10:25 von chinakohl.)
Um bei meinen momentan gerade im Bau befindlichen Breitband-Modulen auch gerade "gelerntes" sinnvoll umsetzen zu können, sollte ich demnach die Wigos mit ihrem Filzring auf den Schallwandausschnitt legen und von hinten über eine Spannschraube/Gewindestange zwischen der Rückwand und dem Magneten fixieren? .......... Montage von innen wohlgemerkt.
chinakohl schrieb:...... und die d.i.y. - Möglichkeit davon?
Du baust dir aus Styrodur, Presspappe oder Spanplatte ne Form und nimmst Bodenausgleichsmasse aus dem Baumarkt. Wennst willst kannst du noch mit Kaninchendraht armieren.
Fähtisch
Hi walwal,
ich denke eher nicht. Um einen Unterschied hören zu können bräuchtest Du einen Vergleich.
Und selbst, wenn Du diesen hast, musst Du entscheiden, was für Dich besser klingt.
Hier hilft eher eine Mischung aus Bauchgefühl, Erfahrung, gemischt mit physikalischen Erklärungen ( JFA und A.J.H) und gewürzt mit viel Wunschdenken
Man hat doch die Möglichkeit, seinen eigenen Weg im Dschungel der Möglichkeiten zu schlagen