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29.04.2026, 22:06
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.04.2026, 22:08 von wgh52.)
Liebe Freunde,
ich will das Thema hier fortsetzen, der letzte Beitrag ist im Archiv und länger her, aber es geht laaaangsaaaam weiter.
Inzwischen konnte ich alle Bretter beschaffen, das MT Volumen auf eine hinter der Front befestigte Zwischenplatte bauen, das alte Gehäuse passend aussägen und endlich einen ersten Probeaufbau machen, dessen Bild ich mal teile:
Es freut mich besonders, daß ich diese Boxen ins gemeinsame Wohnzimmer stellen darf. Puh, das war nicht unbedingt gesetzt
Es soll jetzt bald an die Elektronik gehen und wenn endlich die Musik spielt soll dann das Gehäusefinishing stattfinden.
Beste Grüße,
Winfried
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Moin,
finde ich mit den schrabbeligen Alu-Dustcaps und eckigen MT/HT Frontplatten natürlich richtig schön klassisch-hässlich
Im alten Thread habe ich das zu den Chassis gefunden:
Zitat:MT ist ein B&M 100mm Kevlar Konus bis ca. 1000...1300 Hz
MHT ist eine B&M 38mm Kalotte von ca. 1000...1300 Hz bis ca. 5kHz
SHT ist ein (ca. 25x25mm) Mundorf 1908C AMT
Ist das noch so? Und was sind die TT?
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Und hast Du vor, die aktiv zu regeln?
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30.04.2026, 09:45
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.04.2026, 09:54 von wgh52.)
OK, Danke für das Interesse!
Vielleicht hatte ich das noch nicht gesagt, weil es ja bisher um das Äussere der Boxen ging:
Ich habe ein Paar Backes & Müller BM-8 VFET quasi ausgeschlachtet um Chassis, Regelelektronik und Endstufen verwenden zu können. Die BM-8en sind optisch und designmäßig für unser WoZi einfach nicht akzeptabel, zu groß und zu klobig...
Mein Konzept ist also eine kleinere, gefälligere Box zu bauen, welche die B&M Aktivtechnologie der Classicserie nutzt, deren Schwächen weitgehend vermeidet oder mindert. Klangmäßig hat mir die BM Classicserie, mit ein paar Anpassungen im HT Bereich, an meinen Raum und Geschmack, immer gut gefallen. Um die Abstimmung mache ich mir also wenig Sorgen.
Die größten Unterschiede gegenüber den käuflichen BM-8 Boxen sind Verwendung zweier 200mm TT (anstatt eines 245mm TT) und Verwendung eines AMT 1908C HT (mit eigener IGK Endstufe) sowie ein schmaleres Gehäuse geringeren Volumens.
Ich habe die Probeaufbauten wie im Bild jetzt ein paar Tage im WoZi aufgestellt gesehen und bin recht angetan, die silbernen DustCaps machen halt das B&M Classic "Flair" aus, stören mich nicht, lockern eher auf. Über Geschmack kann mn halt schlecht diskutieren
Die Bestückung bleibt wie gehabt und im Foto zu sehen:
TT 2x 200mm B&M Chassis mit je eigener VFET Endstufe und induktiver Sensorgegenkopplung bis 150...300 Hz (wird noch entschieden...)
MT 1x 100mm B&M Kevlar Chassis mit eigener VFET Endstufe und induktiver Sensorgegenkopplung bis 1000...1300 Hz (wird noch entschieden...)
MHT 1x 38mm B&M Kalotten Chassis mit eigener VFET Endstufe und kapazitiver Sensorgegenkopplung bis 4000...5000 Hz (wird noch entschieden...)
SHT 1x Mundorf 1908c AMT mit eigener IGK VFET Endstufe
Weiche und Abstimmung sind sozusagen ein eigenes Entwicklungsprojekt auf gegebener Basis der B&M Regelungen, Chassis und Endstufen. Um erstmal überhaupt zum Musikhören zu kommen verwende ich darum eine bereits fertig abgestimmte, analoge 4-Weg Subtraktionsweiche mit 300/1300/3500 Hz Übergängen. Wenn das dann spielt möchte ich digitale 4-Wege-Weichen mit DACs an den Boxen entwickeln, denn meine Kette ist ja (bis auf den Plattenspieler) digital. Dazu dann zu gegebener Zeit mehr
Das soll's für heute sein
Beste Grüße,
Winfried
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Und wo hast du dann die beiden 20er her? Und die zusätzlichen Endstufen? Denn bei der BM 8 komme ich auf 3 Endstufen (du hast 5), und der Mitteltöner sieht auch anders aus.
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Ah wunderschön!
Wer wagt da schrabbelig?? Die Alu Dustcaps sind reinste Augenweide.
Glückwunsch Winfried! Das Design ist dir wirklich gelungen. Es übertrifft sogar die Classic Line der Prozessor Serie.
Hat etwas Monolith Anmutung der eckigen Proz. kombiniert mit der Eleganz der 30/40/10D Reihen der gewinkelten Fronten.
Das beste beider Welten, und noch modernisiert. Zehn Daumen hoch!!!
Schade dass BM nicht mehr sowas baut.
Grüzi
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30.04.2026, 14:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.04.2026, 15:00 von wgh52.)
OK na dann
@JFA
Ich habe lange, lange danach gesucht, nicht gefunden und dann vier gleiche Chassis von Forumsfreunden erwerben können. Sie scheinen aus BM-20 VFET zu stammen, mir ist aber eigentlich hauptsächlich die induktive Sensorik und wichtig.
Warum ist mir die induktive Sensorik wichtig?
Damit ersetze ich Volumen durch Leistung, kann die untere Boxengrenzfrequenz (natürlich in Grenzen!) selbst bestimmen weil die Regelung den Abfall zu tiefen Frequenzen ausregelt. Ich schätze ich werde 28-30Hz gut wiedergeben können. Dadurch angeregte störende Raummoden werden später mit PEQ "ausgehungert", damit habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht.
Die zusätzlichen VFET Endstufen habe ich einem Satz defekter BM-6en (Wasserschaden) entnommen und auf IGK Betrieb umgerüstet.
Den Kevlar Mitteltöner (Nachfolger des bekannteren B&M Alu MTs) konnte ich vor mehreren Jahren als Ersatzteil von einem B&M Händler kaufen, interessanterweise mit einem Adaptersatz, so daß er in die Montageöffung des Alu MTs einbaubar ist (die ich auch besitze). Die Wechselschallwand habe ich so ausgelegt, daß ich (ggf. mit dem Adapter) beide Versionen einsetzen kann. Die 4,3 Liter MT Nettovolumen entsprechen dem in der BM-8 und das paßt für beide MT Versionen (nicht zuletzt wohl wegen der beschriebenen Regelungstechnik).
@Josh_cpt
Danke für die begeisterten cudos! Deine Beisteuerung ist nicht vergessen!
Ja, die BM-10d brachte mich ursprünglich auf die Designidee. Eigentlich hätte ich mir die gerne hingestellt, aber sie ist halt auch noch zu mächtig und darum mußte ich selber bauen. Die innere Kiste ist ja eine brutal angepaßte B&M Omega Leerbox, weil die Dimensionen für meine Frau noch akzeptabel im WoZi waren (das Aufdoppeln der Wände hat sie irgendwie nicht bemerkt  )
Beste Grüße,
Winfried
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Hallo Winfried,
sehr schönes Design!
Ich verfolge den Thread ja von Anfang an und sehe bei der Ansteuerung nicht durch. Ist es so, dass du als Frequenzweichen ein DSP einsetzt und danach die Regelung der einzelnen Chassis mit analoger Technik von BM erfolgt? Regelst du auch die Kalotten?
Gruß Kalle
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Hallo Winfried,
ein sehr interessantes Projekt.
Gruß
Jesse Good Vibration
Die Realität ist in Wirklichkeit etwas komplizierter.
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13.05.2026, 16:02
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.05.2026, 16:04 von wgh52.)
Hi Kalle und Jesse,
Danke fürs Interesse!
Ein bisschen Erklärung:
Die uralten BM-Lautsprecher (bis Anfang der 2000er gebaut) hatten (neben der bekannten induktiven Sensorik im Tief- und Mitteltönerbereich) im Hochtonbereich eine 38mm Alukalotte im Einsatz. Hinter dieser Kalotte befindet sich ein ebenfalls kalottenförmiges Gitter, das gegenüber der Alukalotte auf ca. 300V aufgeladen ist: es ergibt sich also ein geladener Kondensator. Das NF Signal aus der Frequenzweiche wird dieser Gleichspannung aufmoduliert, die Spannung variiert also. Bewegt sich nun die Membran, ändert sich die Kondensatorkapazität und der Umladestrom wird von einer Elektronik am Hochtöner abgetastet. Die resultierende Spannung enthält also die Summe aus Ansteuersignal und Bewegungssignal, besser gesagt ein Signal, das die "Fehler" in der Membranbewegung invertiert enthält und so den "Fehler" korrigiert.
Ich hab jetzt mal die Mathematik dahinter nicht ausgebreitet, dazu nur so viel: Eigenlich müsste das Abtastsignal differenziert werden um mit dem Signal aus der Frequenzweiche "verglichen" werden zu können. Weil analoge Differenzierung aber rauschanfällig ist griff man zu einem mathematischen Kniff und integriert eben das Weichenausgangssignal bevor es zur Vergleichs-/Regelschaltung weitergeht. Die Regelung funktioniert zu tiefen Frequenzen hin sehr gut, zu hohen Frequenzen nimmt der Regelungseinfluß ab. Das heißt: Beim Hochtöner ist die Regelung bei seiner Resonanz und MT/HT Übergangsfrequenz (je nach Boxentyp 800...1350Hz) sehr effektiv, ab grob 4-5000Hz ist 38er Kalotte ein "normaler" Hochtöner.
Ich benutze die originalen Regelschaltungen aus der BM-8 (ausgesägt aus der großen Steuerplatine  ) und auch die originalen VFET Endstufenplatinen, alles mit ggf. revidierten Komponenten.
Als Weiche benutze ich eine analoge (von einem extrem findigen Elektroniker gebaute), auf die alten BM-Boxen abgestimmte, LR4 Subtraktionsweiche, die ich (durch Brücken umlöten) als 3-Wege oder 4-Wege Weiche benutzen kann. Damit möchte ich erstmal zum Musikhören kommen und die Boxen im WoZi betreiben.
Als Weiterentwicklung sind zwei 4-Weg (2x mono betriebene openDRC DI) DSP Weichen in Vorbereitung, die zusammen mit je 2 Stereo DACs (Khadas Tone Boards) an den Boxen montiert sind.
Soweit mal für heute
Beste Grüße,
Winfried
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Moin Winfried,
während ich vor fast 30 Jahren meine Manger MSW aufbaute kam mein Schwiegervater auch Appetit auf eine neue Stereoanlage. Wir sind durchaus Land gereist und er hat schließlich die BM10 für sich entdeckt. Mit der sehr analytischen. 2000 Serie von T+A als Quellen hörte man super detailliert alles, nur wurde nach meinem Geschmack das Ganze nicht mehr recht zu Musik zusammengesetzt  , was soll's, als Elektroingenieur i.R. müsste es was geregeltes sein und er war zufrieden. Letztendlich hat mein Schwager sie geerbt. Ich habe ihm eine werksüberholte Restek V3 mitgegeben. Durch den Einsatz von BB ICs statt der Philips war mir das Teil danach zu weich gespült  . Doch in der Kombination V3 mit der BM 10 rastete der Klang dann plötzlich ein.
Hast du äh liche Erfahrungen gemacht?
Gruß Kalle
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Hi Kalle,
"analytisch" wird mbMn zu oft als negatives Attribut verwendet, darum vermeide ich das Wort...
Als ElektronikWiIng. i.R. bin auch ich seit 1983 von Regelungstechnik fasziniert und infiziert, hatte 20 Jahre die BM-3 im WoZi und diese elektronisch modifiziert. Obwohl ich sie so lange betrieb störte mich eigentlich immer die schlechte Raumabbildung und fehlende räumliche Tiefe. Erst später kam mir der Gedanke, daß das an den quasi-d'Appolito angeordneten 195mm TT gelegen haben muß, mir fehlte einfach ein dedizierter Mitteltöner wie in der BM-6/8. Sie gingen dann irgendwann (als PC Lautsprecher meiner Söhne) in die ewigen Jagdgründe, ich war schon auf auf Nautilus 804 (extrem hoher WAF) umgestiegen, die ich dann mit DEQX PDC und SP-996 vollaktivierte, um sie klanglich an meinen Raum und Geschmack anzupassen. Mir fehlte aber auf Dauer der Tiefbass etwas und so kaufte ich gebrauchte BM-8, deren Elektronik auch revidiert wurde. Den immer wieder mal als etwas "vorlaut" oder "hart" klingend gescholtenen, geregelten 38mm Hochtöner konnte ich (in seinem ungeregelten Frequenzbereich  , also über ca. 4kHz, siehe oben) mit dem DEQX PDC sehr schön "beschwichtigen". Dies durch PEQ Bedämpfung der Höhenmembranresonanz, einen, mir zusagenden, ca. -6dB Höhenabfall von 700 bis 20000Hz, zusätzlich setzte ich noch PEQs auf die gröbsten Raummoden. Damit hätte die Käse gebissen sein können, Tonalität und Bühnendarstellung waren am Sweetspot sehr schön, auch im restlichen Raum war "schönes Musikhören". Aaaaaber: Nun kam WAF Entzug für die "monströsen Särge" im WoZi" ins Spiel und das Resultat ist dieses Projekt
Beste Grüße,
Winfried
PS: "Nur die eigene Erfahrung hat den Vorzug völliger Gewissheit" (Arthur Schopenhauer)
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Registriert seit: 01.12.2016
(14.05.2026, 09:17)wgh52 schrieb: Hi Kalle,
"analytisch" wird mbMn zu oft als negatives Attribut verwendet, darum vermeide ich das Wort...  Hmm, ich habe mich auch gescheut das deswegen su zu schreiben ... ich mag meine analytische Kette.
Ich hätte "sezierend" nehmen sollen.
Gruß Kalle
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14.05.2026, 14:42
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.05.2026, 14:43 von wgh52.)
Mir fiel jetzt gerade wieder ein, daß ich meine schönen neuen Gehäuse ja mehr oder weniger "nach Gusto" designed hab. Nun habe ich noch keine Messungen der Chassis und weis darum nicht ob oder wie ich vielleicht in VirtuixCAD (das ich zwar habe aber nicht wirklich bedienen kann  ) eine Gehäusesimulation machen könnte.
Falls jemand bereit wäre mir da gegebenenfalls Starthilfe zu geben wäre ich sehr dankbar. Gerne auch per PN. Danke schonmal.
Beste Grüße,
Winfried
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