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Thema: ViFAST TQWT

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von DemonCleaner
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    Standard ViFAST TQWT

    Olá,

    ViFAST war vor zig Jahren der erste Lautsprecher, den ich in diesem Forum vorgestellt habe. Seitdem wurde die Regalboxen-Version mehrmals überarbeitet. Zum Pappenbattle habe ich kurzfristig auch eine TQWT-Variante zusammengekleistert. Heute kam ich endlich mal zum messen. Nachfolgend in aller Würze das wichtigste (oder das, was ich bis jetzt beisammen habe).

    Bestückung:

    BB:
    Vifa 9BN118 bzw. TC9FD18-08

    TT:
    Peerless SDS 5-25



    Gehäuse:





    Messungen:









    Wie auf der letzten Messung zu sehen ist, ist die Line auf 35Hz abgestimmt. Das ist sogar noch tiefer als gewollt (daran ist wohlmöglich die zusätzliche Geometrie des verbaute IHA nicht ganz unschuldig) und beschert den kontinuierlichen aber eher langsamen Abfall im Tiefton. Dies wird durch den Downfire-Port etwas kompensiert.


    Demnächst dann mehr zur Line und Bedämpfung (Irgendjemand hatte mich am Samstag diesbezüglich gefragt. Hatte leider etwas Stack-Overflow und weiß nicht mehr wer das war).

    Gruß
    Daniel
    Gruß Daniel

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  2. #2
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von DemonCleaner
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    Tieftongehäuse / Line / Tube

    Die Line der TQWT hat eine Länge von 1,35m bei einem Verhältnis von Anfangs zu Endquerschnitt von 1:2,7. Das ganze sieht von innen folgendermaßen aus:



    Der Port ist hier nach unten ausgerichtet, kann aber generell auch nach hinten geführt werden. Dann sollte das Bassreflexrohr allerdings ein wenig weiter gekürzt werden.

    Das Loch zur oberen Kammer ist ein interner Helmholtz Absorber (IHA), wie man ihn des Öfteren bei BT zu sehen bekommt. Er ist auf 280Hz abgestimmt. Um diese Frequenz zu erzielen ist es zwingend notwendig, die nachfolgend gezeigten Maße der Kammer und der Lochöffnung penibel einzuhalten. Das Loch ist für 16mm Materialstärke ausgelegt und ist mit einem 40mm Forstnerbohrer relativ einfach hergestellt.



    Bedämpft wird der IHA mit Sonofil / Polyesterwatte. Hier ist eher eine lockere Bedämpfung angesagt (siehe Bild). Der IHA wirkt wie ein Filter. Durch die Stärke der Bedämpfung ändert man die Güte des Filters. Je weniger bedämpft, desto höher ist das Q der Bandsperre. Damit geht eine Einschränkung des Wirkbereichs einher. Aber genau den wollen wir in diesem Anwendungsfall erzielen.



    Warum sehen wir in der nachfolgenden Simulation in Leonardo Transmissionline



    Bei 260 Hz erzeugt die Line eine ausgeprägte Resonanz. Die Resonanzen oberhalb davon sind weitestgehend harmlos, weil gut bedämpfbar. Je tiefer man im Spektrum nach unten wandert, je wirkungsloser werden typische Bedämpfungsmaterialien. Aus diesem Grund wird der IHA genau auf die tiefste Resonanz gesetzt.

    Den Erfolg der Maßnahme erkennt man in der Portmessung:



    Die besagte Reso ist fast gänzlich eliminiert.

    Bei einer Einschätzung im Eröffnungspost lag ich allerdings falsch:

    Zitat Zitat von DemonCleaner Beitrag anzeigen

    Wie auf der letzten Messung zu sehen ist, ist die Line auf 35Hz abgestimmt. Das ist sogar noch tiefer als gewollt (daran ist wohlmöglich die zusätzliche Geometrie des verbaute IHA nicht ganz unschuldig) ..
    Wie man beim Vergleich von Simu und Portmessung sieht, ist die Simulation qualitativ äußerst akurat und die Abstimmfrequenz der Line gar nicht abgerutsch. Lediglich die Verluste in Line und Port sind wesentlich größer als vom Simulationsprogramm angenommen.
    (Möglicherweise liegts auch einfach daran, dass die von mir genutzte Methode zur Berücksichtigung der unterschiedlichen Abstrahlflächen von Port und Treiber falsch ist, oder meine Mikrokompensation im Tieftonbereich nicht stimmt).

    Wieauchimmer, habe ich in Reaktion auf die erste gefügte Messung:

    Zitat Zitat von DemonCleaner Beitrag anzeigen



    das BR-Rohr (Intertechnik HP50) von anfangs 11 cm auf nunmehr 6 cm gekürzt und es klingt nun deutlich richtiger/lebendiger/schneller wenn auch weniger tief (o'rly?). Aktualisierte Messungen folgen später.

    Bedämpft wird die Line einfach mit einer in der Mitte halbierten Matte Sonofil mit 60 cm Länge, welche man hälftig über den Teiler legt. den Rest der halbierten Matte stopft man recht komprimiert an den Lineanfang.


    Soweit erstmal für heute. Ich habe eine kleine Anpassung der Weiche geplant, die aufgrund der weniger breiten Schallwand (18 cm gegenüber vormals 20 cm) notwendig geworden ist.
    Gruß Daniel

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  3. #3
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von holly65_MKII
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    Moin Daniel,

    ich fand das Böxlein beim Battle sehr klasse!
    Hatte ich dir erzählt das ich den SDS 5-25 vor Jahren auch mal in TQWT verwurstet habe?


    LG

    Karsten
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  4. #4
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von DemonCleaner
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    hallo Karsten,

    besten Dank, hab dich gar nicht im Hörraum registriert.

    Ne, du hast mir nur von einem eigenen FAST mit dem Vifa 9BN erzählt. Das Foto kommt mir aber bekannt vor. Hab ich doch schon irgendwo mal gesehen... Es ist übrigens ziemlich schwer deine alten Konstrukte ausfindig zu machen.
    Gruß Daniel

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  5. #5
    HSG Franken Benutzerbild von Bizarre
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    Hi Daniel,

    hab die Evolution deiner VIFAST von Anbeginn mitverfolgt. Klasse Doku, da sollte ich mir mal ein Scheibchen von abschneiden.
    Hast du evtl noch ne Impedanzmessung ? , würde mich sehr interessieren

    LG, Manfred

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von holly65_MKII
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    Moin Daniel,

    Ja - die TQWT hatte ich damals auf meinem Blog.....irgendwann habe ich den mangels Resonanz eingestampft.
    Dann ist mir noch meine Mess-Festplatte gestorben........

    Meine Kiste war damals in der ersten Version ebenfalls auf 35Hz getunt.

    Die FAST war mit Miller&Kreisel (Peerless TT mit Gusskorb) 13er in BR.
    Habe von denen tatsächlich noch Bilder gefunden:
    http://www.abload.de/gallery.php?key=sYUeh1df

    LG

    Karsten
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  7. #7
    Stammtischphilosoph Benutzerbild von Tobias
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    Hallo,
    immer wieder verblüffend wie gut so ein IHA funktioniert.
    Ein sehr einfaches konstruktives Detail welches zuverlässig berechenbar ist.
    Dadurch kann man sehr sparsam bedämpfen und der "tolle" Bass bleibt vollständig erhalten.
    Dass es immer noch Leute gibt die das ablehnen
    Tolle Box
    Gruß Tobias
    ________________

  8. #8
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    Zitat Zitat von Bizarre Beitrag anzeigen
    Hi Daniel,

    hab die Evolution deiner VIFAST von Anbeginn mitverfolgt. Klasse Doku, da sollte ich mir mal ein Scheibchen von abschneiden.
    Hast du evtl noch ne Impedanzmessung ? , würde mich sehr interessieren

    LG, Manfred

    voila,
    Impedanzmessung mit auf 6cm gekürztem BR-Rohr:



    Paargleichheit:






    Qualitativ stimmt die Messung wieder relativ gut mit der Simulation der TQWT überein:



    Quantitativ sind die Verluste eben wieder deutlich ausgeprägter als in der Simulation.
    Gruß Daniel

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  9. #9
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Kleinhorn
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    Hi...
    Hab die Lautsprecher ja auf dem Contest hören dürfen...ich fand sie wirklich genial. Da hab ich nichts vermißt..
    Suuper gemacht...

    Gruß
    Pedda

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von DemonCleaner
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    hi Pedda,

    sowas hört man natürlich gern. Vielen Dank.




    Ich habe jetzt nochmal die Weiche modifiziert, sodass sie besser zur neuen Schallwand passt:



    Es musste dazu lediglich die rot markierte Spule verkleinert werden.


    FG aus einem Meter sieht nun so aus (Achtung Tiefton-Part noch mit 11cm BR-Rohr):



    und hier noch die aktuelle (blau) im Vergleich zur Vorgängerversion (rot):

    Gruß Daniel

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  11. #11
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    anbei die noch die Vertikal-Sonogramme zur kleinen ViFAST MK3. Diese sollten für die TQWT weitestgehend identisch sein.


    Sonogramm vertikal 0-180 unnormiert:



    Sonogramm vertikal 0-180 normiert:




    Beachte: Bezugspegel für die unnormierte Messung ist die Resonanzspitze im Superhochtonbereich. Daher verschiebt sich das Farbspektrum von rot hin zu den helleren Farben.

    Der Vollständigkeit halber noch einmal das normierte Horizontal-Diagramm der usprünglichen ViFAST (MK1). Sollte auch weitgehend auf MK3 und die TQWT (hier sind geringe Abweichungen aufgrund der schmaleren Schallwand zu erwarten) übertragbar sein.


    Sonogramm (MK1) horizontal 0-180 normiert:




    Man möge mir nachsehen, dass ich nicht nochmal die horizontalen Sonogramme für MK3 angefertigt habe, aber die zwei Bildchen waren jetzt 2,5h Arbeit... (mimimimimii )
    Gruß Daniel

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  12. #12
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    Zitat Zitat von DemonCleaner Beitrag anzeigen

    Sonogramm vertikal 0-180 normiert:[/I]

    Um einmal den größten prinzipbedingten Vorteil eines tiefer getrennten FAST-Systems darzustellen, anbei nochmals zum Vergleich das normierte Vertikal-Sonogramm eines Zweiwegers mit 1"-Kalotte und 4"-TMT und Trennung bei 2,5 kHz:

    Gruß Daniel

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