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Alt 29.07.2015, 21:04   #1
Yogibär
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Standard Projekt "Duo á la Grimm"

Hallo zusammen,

bevor ich um Contest fahre, möchte ich Euch mein Projekt vorstellen. Die Dokumentation ist ziemlich ausführlich geraten, damit nicht nur die Profis eine Chance haben, die Box nachzubauen. Wem es zu lang wird, einfach überfliegen.
Die gesamte Doku habe ich in mehrere Themen aufgeteilt, die ich nacheinander veröffentlichen werde. Los geht's.

Duo á la Grimm
-der Versuch eines Nachbaus mit DIY-Mitteln-

1. Motivation
Inspiriert durch das ungewöhnliche Design und neugierig geworden durch die überaus positive Berichterstattung hat der Verfasser sich entschlossen, den Grimm LS1 nachzubauen.
An Unterlagen standen das Whitepaper der Entwickler und der Artikel in der Audio 5/13 zur Verfügung. Da nur der Tiefmitteltöner und der Hochtöner dem Original LS1 entsprechen, kann man nicht von einem echten Nachbau sprechen, sondern nur von dem Versuch, ein ungewöhnliches Konzept ausschließlich mit DIY-Mitteln zu verwirklichen. Auch die Elektronik entspricht nicht dem Original und wird auch nicht in die Lautsprecher integriert. Sie stellt eine separate Einheit dar, deren Komponenten jederzeit ausgetauscht werden können und somit Raum für Optimierungen und Experimente bieten.
Zu keinem Zeitpunkt war beabsichtigt, mit diesem Lautsprecher dem Original Wettbewerb zu machen bzw. sich mit dem Original messen zu wollen. Dennoch steht die Qualität dieses Lautsprechers wie erwartet außer Frage.

2. Konzeptioneller Aufbau und Auswahl der Chassis
Größe, Aussehen und Aufbau entsprechen dem Original, wobei die Abmessungen anhand der Fotos aus der Audio bestimmt wurden und daher leicht vom Original abweichen.
Im Gegensatz zum Original wird der Nachbau ausschließlich als 3-Wege Box betrieben, d.h. der abgesetzte Subwoofer ist Bestandteil des Konzepts. Aus diesem Grunde kommt nur die hohe Variante mit H = 1.450 mm in Betracht.
Die Ausführungen der Entwickler, Bruno Putzeys und Eelco Grimm, in ihrem Whitepaper haben mich bewogen, die gleichen Chassis für den TMT und den HT wie beim Original zu wählen.
Es kommt daher
- der SEAS EXCEL W22EX001 als Tiefmitteltöner und
- der SEAS Prestige. 27TBCD/GB-DXT als Hochtöner
zum Einsatz.
Die Bündelung des ,,eigentlich zu großen'' Tiefmitteltöners passt sehr gut zum Abstrahlverhalten der DXT Kalotte und ermöglicht dadurch ein homogenes Rundstrahlverhalten, was mit Hochtönern ohne Waveguide so nicht möglich wäre.
Den Original-Subwoofer mit 10" Chassis in ca. 22 l halte ich für etwas unterdimensioniert und habe mich deshalb für einen 12“ entschieden.
Da der Platz und damit das Volumen begrenzt sind, stehen nicht allzu viele Kandidaten zur Verfügung, die in geringem geschlossenen Volumen guten Tiefbass liefern. Die Wahl fiel schließlich auf
-den Dayton TS320D-4 Titanic Mk IV
Um das Konzept und die folgenden Erläuterungen richtig einordnen zu können, hier die wesentlichen Statements des Whitepapers, frei übersetzt:
·Ein Lautsprecher kann keine exakte Wiedergabe der Aufnahme produzieren. Stereophone Wiedergabe funktioniert ohne Psychoakustik nicht.
·Es gibt kein eindeutiges richtiges Abstrahlverhalten eines Lautsprechers, nur falsches und noch falscheres.
·Das Design startet mit den Dingen, die man vermeiden sollte, und nicht damit, was man erreichen möchte.
·Ein Lautsprecher im Hörraum charakterisiert sich über sein winkelgerichtetes Abstrahlverhalten.
·Die Schallwand ist so groß zu wählen, dass der Baffle Step unterhalb von 300 Hz liegt.
·Kanten sind großzügigst abzurunden.
·Der Subwoofer sollte direkt auf dem Boden liegen.
·Steilflankige linearphasige Filter sind wegen des Pre-Ringing ungeeignet.
·Primär sollte die Entzerrung händisch vorgenommen werden, wobei man wissen sollte, wodurch die Spitze oder Senke verursacht wird und ob sie nicht besser akustisch entzerrt werden kann.
·Linkwitz- Riley Filter 4. Ordnung sind am besten geeignet, um eine saubere Phasenbeziehung im Übergangsbereich der Treiber zu erhalten.

3. Gehäuse

3.1 Das TMT/HT-Gehäuse
Das Gehäuse besteht aus Buche Multiplex 19 mm den Abmessungen:
4 x 520 mm x 380 mm Schall- u. Rückwand
4 x 482 mm x 120 mm rechte und linke Seitenwand
4 x 380 mm x 120 mm Boden u. Deckel
Die Innenmaße betragen 482 mm x 342 mm x 112 mm, das macht ca. 18,5 l Volumen.
Die Wände erhalten einen Sandwich Aufbau mit Bitumex/FG4 (4 mm dick) und 0,8 mm Alu-Blech, auf der Rück- und Vorderwand allerdings nicht eingefräst, sondern nur aufgeklebt.
Die Einfräsung der Seiten und Boden/Deckel ist 4 mm tief mit 20 mm Rand zu allen Klebkanten, d.h. zum Teil auch 40 mm bis zur Kante der Platte.
Die Alu-Bleche aus dem Baumarkt kann man am besten beim Klempner oder Heizungsbauer zuschneiden lassen, die haben Schlagscheren für Bleche.
Benötigt werden folgende Bleche:
4 x 440 mm x 300 mm Schall- u. Rückwand
4 x 440 mm x 80 mm rechte und linke Seitenwand
4 x 300 mm x 80 mm Boden u. Deckel
Die Fräsungen sollten 3 mm zu allen Seiten größer ausfallen, damit die Alu-Bleche später schwimmend gelagert sind und keine feste Verbindung zum Holz haben.
Nach dem Fräsen werden die Bitumex Platten auf Maß geschnitten und mit der Klebseite in die Ausfräsungen eingelegt und angedrückt.
Mit einer Heißluftpistole beginnt dann der Prozess des gleichmäßigen Aufheizens des Bitumens, indem man die Heißluftdüse mäanderförmig langsam über die gesamte Fläche führt, bis das Bitumen breiartig weich geworden ist. Dies kündigt sich an, wenn das Rautenmuster in Orangenhaut übergeht. Mit einem Schraubendreher läßt sich die Konsistenz des Bitumens gut prüfen.
Das Alu-Blech ist so auf das Bitumen zu platzieren, dass zu allen Seiten ein freier Rand zum Holz besteht.
Mit einem Holzklotz oder ähnlichem wird jetzt das Blech in das weiche Bitumen gedrückt, damit eine ganzflächige Verbindung entsteht. Diese ist in der Regel gegeben, wenn unter Druck an allen Seiten des Blechs etwas Bitumen hervorquillt.

100_0460a.jpg

100_0461a.jpg


Nachdem alle Seiten in Sandwich aufgebaut sind, geht es an das Verleimen des Körpers. Auf genaue Ausrichtung der Flächen zueinander ist zu achten.

Gehäuse3a.jpg

Die mittige Platzierung der Chassis auf der Schallwand ist der Skizze zu entnehmen.
Fräsdaten für Fronteinbau des W22EX001:
Aussendurchmesser: 222 mm
Innnendurchmesser: 188 mm
Frästiefe: 6,5 mm
Fräsdaten für Fronteinbau des 27TBCD/GB-DXT:
Aussendurchmesser: 104 mm
Innnendurchmesser: 86 mm
Frästiefe: 7 mm


Grimm_1.PNG

Schallwand2a.jpg

Der Sandwich Aufbau der Schallwand ist etwas aufwändiger. Zuerst werden 20x20x10 bzw. 25x20x10 mm Holzböckchen für die spätere Aufnahme der Einschlagmuttern auf die Rückseite der Schallwand geklebt. Dann werden die Freiflächen mit 20 mm Abstand zur Seitenwand mit Bitumex belegt. Das Bitumex darf in Stücken aufgebracht werden, nach der Erwärmung verläuft es zu einer Fläche. Die zwei Kreise für das Alu-Blech sägt man am Einfachsten mit einer Laubsäge aus. Durchmesser sind 230 mm und 130 mm. Wichtig ist, dass das Alu-Blech aus einem Stück bestehen bleibt, um die Zugkräfte durchgehend aufnehmen zu können.

Komplettiert ist das Ganze dann wie folgt aus:


Schallwand1a.jpg

Wegen der relativ großen Schall- und Rückwand habe ich die Wände miteinander verstrebt. Die Streben bestehen aus zwei 110 mm langen M8 Gewindestangen, die mittels 2-Komponentenkleber (z.B. Uhu Endfest 300) auf das Alu-Blech geklebt werden. Um die Punktlast zu verringern und damit eine bessere mechanische Kopplung zu erreichen, wird die Kraft über eine dicke Unterlegscheibe von 24 mm Durchmesser in das Blech eingeleitet.

Schallwand3a.jpg

Schallwand4a.jpg


Bevor die Schallwand aufgeleimt wird, ist die Dämmung einzubringen.
Der graue Bereich stellt Tyrotex N30 Noppenschaum dar, der allseits auf jede Fläche geklebt wird. Dargestellt sind hier nur die seitlichen Flächen.
Der beige Bereich ist ein akustischer Sumpf im Bereich des HT, als Material kommt hier Sonofil zum Einsatz.


Dämmung.jpg

Unter Zuhilfenahme der Chassis werden die Bohrungen für die Befestigung des Korbs gesetzt. D= 4,5 mm für den HT und D= 5,5 mm für den TMT. Die Böckchen werden mit einem jeweils 1 mm stärkeren Bohrer aufgebohrt, damit die Einschlagmuttern zwar fest sitzen, aber nicht das Holz sprengen. Wie bereits gesagt sind Rückwand und Seitenwände sowie der untere Teil der Schallwand mit Tyrotec ausgekleidet, auf der Rückwand mit den Pyramidenspitzen zur Wand, um mehr Material im Raum zu haben. Im unteren Teil des Gehäuses blieb nur noch wenig Luft. Hier habe ich eine halbe Matte Sonofil einmal gefaltet eingebaut.
Das Aufleimen der Schallwand gestaltet sich etwas kniffelig wegen der Verstrebungen. Hier ist es notwendig, zuerst im Bereich der Strebe das Tyrotec auf der Rückwand zu entfernen, um später mit der Hand und einem Maulschlüssel an die Mutter heranzukommen. Dann wird die dicke Scheibe ungefähr platziert und die Schallwand aufgelegt und zum Gehäuse ausgerichtet. Dabei muß die Scheibe gegebenenfalls korrigiert werden, damit die Gewindestange nicht darauf drückt. Nach dem vorsichtigen Hochnehmen der Schallwand sollte die Lage der Scheiben mit einem Stift markiert werden. Nun in folgender Reihenfolge kleben: die 2 Scheiben mit 2-Komponentenkleber auf die Aluschicht der Rückwand kleben, dann die Spitze der Gewindestange bei ca 10 mm zurückgeschraubter Mutter mit dem gleichen Kleber reichlich bestreichen. Zuletzt auf die Kanten des Gehäuses rundum eine dicke Raupe Ponal legen.
Nun die Schallwand bereits möglichst genau auflegen und kontrollieren, dass die Gewindestange mit der Bohrung der Scheiben fluchtet, ansonsten die Lage der Scheibe korrigieren. Dann erst alle Leimzwingen setzen und ständig kontrollieren, daß die Schallwand nicht „wegschwimmt“. Danach erst per Hand und dann mit einem 13er Maulschlüssel die Muttern herunterdrehen, bis ein spürbarer Widerstand auftritt.
Nach dem Trocknen wird das Gehäuse erst mit 60er Papier grob geschliffen und dann mit 180er Papier fein geschliffen. Mit einem feuchten Lappen die geschliffenen Flächen (nur Rück- und Schallwand und oberer Deckel) abwischen und nach dem Trocknen die aufgerichteten Holzfasern erneut abschleifen.
Ich behalte das natürliche Aussehen des Buche Multiplex bei und habe die später sichtbaren Flächen zweimal mit Osmo Hartwachs Öl behandelt, d.h. mit einem zum Ballen zusammengefalteten Stoff (alte Unterhemden eignen sich sehr gut) das Öl aufgetragen und gut eingerieben. Nach jeder Trocknung wurden die letzten "Pickel" mit einem Ballen Stahlwolle wegpoliert. Das Absaugen der abgebrochenen Stahlwollefasern ist zwingend erforderlich, da ansonsten die Magneten der Chassis diese anziehen und sie eventuell in den Spaltspalt gelangen.
Damit sind die MT/HT-Gehäuse vorerst fertig und die Montage der Chassis folgt. Schwarze Imbus-Schrauben der Größe M4 x 40 mm für den HT und M5 x 40 mm für den TMT sind optisch und technisch die beste Wahl. Nach ca. 6 Monaten sollten die Schrauben spätestens nachgezogen werden, dass sie sich bzw. das Holz setzen.
Der Anschluß der Chassis erfolgt über 4 mm Einpressbuchsen, die links bzw. rechts unten seitlich am Gehäuse sitzen. Die interne Verdrahtung 2 x 1,5 mm² für den HT , 2 x 2 x 1,5 mm² für den TMT.

100_0478a.jpg


Fortsetzung folgt





Geändert von Yogibär (30.07.2015 um 19:10 Uhr).
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Alt 29.07.2015, 21:23   #2
Yogibär
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Die Anhänge sind in der richtigen Reihenfolge, aber wie bekomme ich die Bilder in den Text eingefügt?

Viele Grüße

Yogibär
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Alt 29.07.2015, 21:33   #3
Slaughthammer
Vollaktiv per DSP
 
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Wenn du den Beitrag erstellst und die Bilder hochgeladen hast, hast du da eine Liste der Anhänge (Bilder). Da kannst du einfach den Link des Bildes per Rechtsklick-->Link Adresse kopieren bekommen und ihn dann mit den IMG-Tags in den Text einfügen. Alternativ kannst du uch den "Bild einfügen"-Butten über dem Editor nutzen, kommt am Ende aufs gleiche raus.

Gruß, Onno
__________________
wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.
Slaughthammer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2015, 22:19   #4
Olaf_HH
HSG Bremen-Hamburg
 
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Hi, guter Anfang. Bin mal gespannt wie es weitergeht
Jedenfalls biste auch ein fleißiger Leser bei Hifi-Selbstbau, wenn ich mir den Sandwich Aufbau anschaue
__________________
Gruß Olaf

Nächstes Treffen der HSG Bremen-Hamburg:

Aktuelles Projekt: Noun MK2
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In Planung: wat kleenes mit AMT und scan-speak TT

Olaf_HH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2015, 22:32   #5
Yogibär
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Hi Olaf,

Das stimmt allerdings. Dort habe ich das einmal eins des guten Selbstbaus gelernt.

Viele Grüsse

Thomas
Yogibär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2015, 23:22   #6
elbfisch
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Schönes Projekt und beeindruckende Dokumentation

Der Dayton TS320D-4 Titanic Mk IV sieht sehr interessant aus, das ist der 12er den ich gesucht habe - perfekt in 30l CB.

Importierst du den oder gibt es einen deutschen Vertrieb?


Gruß Adreas

Geändert von elbfisch (30.07.2015 um 08:44 Uhr).
elbfisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 08:53   #7
hoschibill
LAUTsprecher
 
Registriert seit: 19.03.2009
Ort: Bremen
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Hi Thomas
Sehr cooles Projekt. Du treibst da echt Aufwand, Respekt!

Eine Frage habe ich aber. Was für eine Elektronik findet Verwendung?

LG
Olli
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Scheiss' auf Eitelkeiten. Einfach nur Spaß am Hobby .

Aktuelle Verkäufe
hoschibill ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 09:43   #8
fosti
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Sehr geil

Habe das gleiche vor. Ich habe allerdings den originalen Suboofer-Treiber. Als Elektronik nehme ich meine bewährte Kombi aus Hypex AS2.100 und ICEpower. Sollte alles klappen, nur ob man den invertierten Allpass mit Biquads hinbekommt weiss ich noch nicht (Ist laut dem whitepaper aber nur "the icing of the cake").

Also hau rein!

Viele Grüße,
Christoph
fosti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 09:46   #9
krama1974
Trüffelohr
 
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Spannendes Projekt, stelle meinen Ohrensessel dazu
krama1974 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 09:53   #10
Yogibär
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Hallo Christoph,

die Elektronik kommt im letzten Part in ein paar Tagen.
Nur soviel vorab: mit biquads lässt sich der invertierte Allpass nicht realisieren. Dafür benötigt man ein FIR Filter.
Aber "the icing on the cake" ist gelöst und funktioniert perfekt.

Viele Grüsse

Thomas
Yogibär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 10:43   #11
Olaf_HH
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Hi Thomas
es geht vermutlich eher um die Frage, ist das Selbstbau oder fertige Elektronik.
Bei Selbstbau gibt es einige Regeln zu beachten.

Ich zitiere einen Beitrag aus dem Ikea Battle von Olli (Hoschibilli), wobei der Punkt 1. der wichtige Punkt ist.

Zitat

Moinsen
Wenn aktiv gefahren wird und die Trennung über den PC erfolgen soll ergeben sich ein paar Probleme.


  1. Was für ein Verstärker wird verwendet? Wenn das was selbst gebautes ist, werden wir aus Versicherungsgründen keine Zulassung zum Battle gestatten. Ausnahme wäre ein gekauftes, ausgelagertes Netzteil, Schutzklasse II und der Verstärker läuft mit Kleinspannung bis 24V.

Berücksichtigt das bitte, wenn Ihr aktiv auflauft.


LG
Olli __________________
__________________
Gruß Olaf

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Olaf_HH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 15:29   #12
Yogibär
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Hallo Olaf,

Keine Angst. Ich hatte die Problematik der VDE gerechten Stromversorgung schon im letzten Jahr gelesen und mich daher entschlossen, nur gekaufte und CE gekennzeichnete Elektronik einzusetzen. Keinen PC oder Laptop nutze ich nicht.

Viele Grüsse

Thomas
Yogibär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 17:04   #13
Gabrie
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Hi, -
gefällt mir sehr, sehr gut ! Wobei ich das größte Interesse an der Mittel-Hochton-Einheit habe! Die müßte doch, wie das Original, auch erst mal alleine auskommen Können !?
Herzlichen Gruß Gabriel
__________________
Der Raum und die Aufstellung werden im Allgemeinen unterbewertet!
Gabrie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 17:59   #14
Yogibär
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Hallo Gabriel,

Schön, das Dir das Konzept gefällt. Im Prinzip hast Du recht, Grimm lässt den TMT bis 40 Hz laufen. Das kostet aber Pegelfestigkeit.
Kommst Du zum Contest bzw. Community Treffen?
Ich bereite mal ein alternatives 2-Wegerich Setup vor.

Viele Grüsse

Thomas
Yogibär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 19:02   #15
Yogibär
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Hallo zusammen,

es geht weiter: Teil 2 der Projektvorstellung.

3.2 Das Ständerwerk
Die Maße zur Ständerkonstruktion:
Stützenbretter: 4 x 1415 mm x 150 mm x 16 mm Buche Multiplex
Leisten: 4 x 1399 mm x 50 mm x 20 mm
Querstreben: 2 x 380 mm x 150 mm x 16 mm Buche Multiplex
Abschlusskappen: 4 x Halbkreise mit Durchmesser D = 150 mm, 16 mm Buche Multiplex
Halbzylinder: 2 x 2.000 mm PVC-Rohr DN150
Bodenplatte : 2 x 540 mm x 540 mm x 19 mm Buche Multiplex.

Eine simple und preiswerte Lösung für den halbrunden Ständer ist die Nutzung eines DN150 Abflussrohres. Dieses gibt es in 2 m Länge.
Die Halbzylinder habe ich mit einer Handsäge aus dem Vollrohr geschnitten. Zum Anzeichnen der Schnittlinien eignet sich ein Stahlbandmaß recht gut. Die 2. Schnittlinie nach 180° läßt sich am einfachsten bestimmen, indem man Tesafilm um das Rohr klebt und den Umfang genau markiert. Nach dem Abziehen ist dann die Mitte zwischen beiden Markierungen auszumessen und zu markieren. Der Umfang beträgt = 502 mm, Mitte also bei 251 mm. Nach dem Wiederaufkleben des Tesastreifens an beiden Enden des Rohrs hat man die Anreißpunkte für die Schnittlinie. Da das Rohr unter internen Spannungen steht, muß der Schnittspalt mit Hilfe eines Schraubendrehers leicht geweitet werden. Dann läuft die Handsäge leicht und folgt dem Strich. Anschließend werden die Halbrohre auf 1.431 mm und 380 mm abgelängt.
Nach dem Bearbeiten der Schnittkanten mit Feile und Schleifpapier erfolgt die Lackierung der Halbzylinder am besten bei einem Kfz-Lackierer.
Für die untere Abrundung des Gehäuses wird das 380 mm lange Halbrohr über die Querstrebe mit 6° Gehrung zur Anpassung an den Kreisbogen geschoben und mit dem Brett verleimt, das nachschließlich mit dem Gehäuse verleimt wird.
100_0508a.jpg

Der Hohltraum wird vorsichtig mit Montageschaum ausgeschäumt. Weniger ist besser, damit der Schaum an den Seiten nicht herausquillt.

Der Ständer besteht aus zwei langen Multiplex-Brettern mit 6° Anfasung, die unten und oben je eine halbkreisförmige Abschlusskappe erhalten. Zur Erhöhung der Steifigkeit der Bretter wird eine Leiste 50 mm x 20 mm mittig aufgeleimt.

100_0511a.jpg


Die Leiste ist hier unterbrochen, da ich zuerst das falsche Höhenmaß hatte und nicht alles noch einmal bauen wollte. Die Stützen werden, ebenso wie die Querstrebe, mit PVC-Halbrohr verkleidet. Die Stützen einschließlich der oberen Abschlußkappe werden schwarz gebeizt bzw. lackiert. Zum Schluss wird die Bodenplatte ausgefräst, auf die die Stützen geschraubt werden. Zwischen den Stützen kommt der Upfire Subwoofer zu stehen.


100_0514a.jpg


Da das Stützenbrett auf dem Boden steht und die untere Abschlußkappe vor das Brett geleimt wird, muß ein Streifen von 16 mm von dem Halbkreis abgesägt werden, so daß ein Kreissegment mit der Höhe H = 59 mm entsteht.
Die obere Abschlußkappe wird auf das Stützbrett geleimt und schließt bündig mit dem TMT/HT -Gehäuse ab.
Die Bodenplatte wird zu einem runden Teller mit einem Durchmesser von D = 410 mm und 2 gegenüberliegenden Aufnahmen für die Ständer mit einem Durchmesser von D = 160 mm endbearbeitet und schwarz gebeizt. Dazu zeichnet man die Kreise mit einem Zirkel auf und fräst bis zu den Schnittpunkten aus.
Die Halbrohre haben sich durch das einseitige Lackieren und Trocknen weiter zusammengezogen, so dass sie sich nur mit Mühe auf das Ständerbrett klemmen lassen.

Sie sitzen so stramm, dass eine weitere Verklebung nicht erforderlich ist. Der Hohlraum ist nicht mit Füllmaterial versehen, sondern bleibt völlig unbedämpft.
Vor dem Aufklemmen der Halbrohre sind die Anschlußkabel zu verlegen und an die Einpressbuchsen am Fuß der Halbrohre zu löten.
Hier ein Foto der fertigen Box noch ohne Subwoofer:

100_0542a.jpg

Um die rechte bzw. linke Box nicht zu verwechseln, habe ich die Anschlußbuchsen unten im Ständer auf der Seite, die zur Mitte zeigt, eingebaut.

100_0544a.jpg

Soviel für heute

Viele Grüße

Thomas

Yogibär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 20:21   #16
Yogibär
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hier nun Teil 3 der Projektvorstellung.

3.3 Das SW-Gehäuse

Der Subwoofer wird wie im Original zwischen die Stützen gesetzt und strahlt als Upfire nach oben. Aus optischen Gründen quadratisch gehalten, hat er damit ein Außenmaß von 380 mm x 380 mm bei 450 mm Höhe. Das Gehäuse besteht aus Buche Multiplex 19 mm.
An Holz wird benötigt für 2 Subwoofer:
4 x 450 mm x 380 mm Vorder-/Rückseite
4 x 450 mm x 342 mm Seitenwände
2 x 342 mm x 342 mm Boden
2 x 342 mm x 342 mm x 15 mm Deckel
2 x 342 mm x 342 mm x 27 mm Deckel
2 x 342 mm x 300 mm Aussteifung
4 x 160 mm x 300 mm Aussteifung
Zuerst wird die Aussteifung gebaut, deren Löcher mit einem 75 mm Kreisschneider ausgeschnitten und deren mittige Vertiefung von 100 mm mit einer Hand- und Dekupiersäge herausgearbeitet wird. Anschließend werden die Teile zusammengeleimt.
100_0589a.jpg
Danach werden der Boden und 2 Seitenwände zusammengeleimt. Auf präzise rechte Winkel ist unbedingt zu achten. Anschließend findet der Aussteifungskörper seinen Platz.
100_0591a.jpg
Nun kommt der Deckel dran, der die Schallwand bildet. Als Steifigkeitsgründen werden eine 27 mm und eine 15 mm Platte aufeinander geleimt. Bevor dies geschieht, ist in die 27 mm Platte der 280 mm Einbaukreis des Chassis ca. 18 mm tief einzufräsen, da die meisten Oberfräsen kaum 40 mm Frästiefe schaffen.
Dann werden die Platten mit der Fräsung nach innen aufeinander geleimt. So kann man in Ruhe die Versenkung des Chassiskorb mit 320 mm Durchmesser und 17 mm Tiefe in die 15 mm Platte (!!) einfräsen und sukzessive Kreis für Kreis fräsen, bis der innere Rand bei ca. 275 mm Durchmesser angekommen ist. Dabei legt man die frühere Fräsung der dicken Platte frei. Nun wird die Platte gewendet und eine weitere Fräsung mit 280 mm Durchmesser und ca. 10 mm gefahren. Dadurch wird der innere Teller komplett herausgetrennt. Die Schallwand erhält 8 Stück 6 mm Bohrungen zur Befestigung des Korbs. Zwischen den Bohrungen wird die Kante mit einem Radiusfräser abgetragen, damit das Chassis kräftig atmen kann. M6 Einschlagmuttern werden mit etwas Pattex auf der Rückseite eingeschlagen und die Gewindegängigkeit abschließend überprüft.
100_0592a.jpg
Als nächstes Teil findet die schmale Seitenwand ihren Platz und wird unter Einsatz vieler Zwingen verleimt. Die Innenwände erhalten eine Grundierung, damit die spätere Klebung der Spaltplatten sicher hält.
100_0594a.jpg
Vor dem Schließen der letzten Seitenwand werden alle Seiten mit Spaltplatten beschwert. Mit Fliesenkleber großflächig eingestrichen sollen sie dauerhaft auf den mit Haftgrund behandelten Multiplexbrettern haften. Danach werden alle umlaufenden Kanten bis auf die Sockelkante mit einem Radiusfräser abgerundet (slime line). Anschließend wird das gesamte Gehäuse geschliffen, zuletzt mit 240er Körnung. Da die Subwoofer in schwarz gehalten sein sollen, ist das Holz zweimal zu beizen. Die Kanten ruhig mehrfach mit Beize einstreichen, da sie sehr saugfähig sind. Anschließend habe ich die Flächen mit Osmo Hartwachsöl zweimal im Abstand von 2 Tagen mit einem Stoffballen eingerieben. Eine etwas schmierige Arbeit, aber die Qualität der Oberfläche dankt es.
100_0609a.jpg
Jetzt noch die Anschlußterminals setzen und dann kann das Gehäuse geschlossen werden.
Die Dämmung durch massiven Aufbau und Einbringung von Spaltspalten ist definitiv ausreichend. Was noch erforderlich ist, ist die Dämpfung, sprich Absorption von vagabundierendem Schall, auch wenn bei Gehäuseabmessungen von 340mm eine stehenden Welle erst bei 170/0,34 = 500 Hz, also weit oberhalb des Einsatzbereiches zu erwarten ist. Daher werden die unteren 4 Fächer bis Oberkante Versteifung mit Glaswolle ausgefüllt und das Ganze mit einer Lage Noppenschaum abgedeckt.
Für die Mineralwolle habe ich ein Paket mit 100 mm dicken Platten genommen und insgesamt 8 Stücke von 16 cm x 15 cm zurecht geschnitten. Je 2 Stück passen sauber in ein unteres Fach, ohne die Wolle zu sehr zu komprimieren. Dann wird alles mit Noppenschaum, der etwas zu groß zugeschnitten wird, klemmend abgedeckt und auf den oberen Teil der Seitenwände ebenfalls Noppenschaum mit Heißkleber geklebt.

100_0610a.jpg
100_0612a.jpg

Zum Schluß wird das Chassis eingesetzt. Der Anschluß des Kabels erfolgte mit den Druckfederklemmen des Chassis, also weder über Stecker noch per Lötanschluß. Beim Montieren der M5 x 40 mm Inbusschrauben sollte man mit Gefühl zu Werke gehen, damit man nicht die Einschlagmuttern aus Versehen herausdrückt.

100_0613a.jpg

Hier nun die fertigen Lautsprecher:
100_0615a.jpg


Damit ist der Gehäuseteil abgeschlossen. Elektronik folgt in Kürze.

Viele Grüße

Thomas
Yogibär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 20:33   #17
Olaf_HH
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Hi, wie schon im anderen Threat gesagt, es wird ein Interessantes Wochenende
__________________
Gruß Olaf

Nächstes Treffen der HSG Bremen-Hamburg:

Aktuelles Projekt: Noun MK2
EL12n PPP Endstufe
In Planung: wat kleenes mit AMT und scan-speak TT

Olaf_HH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 21:07   #18
fosti
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Hey Thomas,

das sieht alles sehr geil aus!

Auf das "icing of the cake" ohne PC Lösung bin ich sehr gespannt.

Viele Grüße,
Christoph
fosti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 21:20   #19
Gabrie
HSG Köln/Bonn und Bergisches Land
 
Registriert seit: 07.01.2011
Ort: KÖLN ( Altstadt )
Beiträge: 1.966
Standard

Zitat:
Yogibär
Hallo Gabriel,
Schön, das Dir das Konzept gefällt. Im Prinzip hast Du recht, Grimm lässt den TMT bis 40 Hz laufen. Das kostet aber Pegelfestigkeit.
Kommst Du zum Contest bzw. Community Treffen?
Ich bereite mal ein alternatives 2-Wegerich Setup vor.

Viele Grüsse

Thomas
Hi, ich komme an 2 Tagen. Muss ich mir unbedingt an hören!
Herzlichen Dank und Gruß Gabriel
__________________
Der Raum und die Aufstellung werden im Allgemeinen unterbewertet!
Gabrie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2015, 21:29   #20
hoschibill
LAUTsprecher
 
Registriert seit: 19.03.2009
Ort: Bremen
Beiträge: 5.759
Standard

Wow. Ich bin zutiefst beeindruckt. Ganz großes Kino .
__________________

Scheiss' auf Eitelkeiten. Einfach nur Spaß am Hobby .

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hoschibill ist offline   Mit Zitat antworten
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