Es ging hier in der Zwischenzeit durchaus weiter, leider waren die Subwoofer nicht so kooperativ wie erhofft, daher die Verzögerungen.
Ich habe diesmal auf einen Prototypenbau verzichtet und gleich alle 4 Subwoofer zugeschnitten, nur nach Simulation. Nachdem das ja beim letzten mal so hervorragend funktioniert hatte. Naja, als ich den Stapel Zuschnitte so vor mir liegen sah und schon alle Lamellos eingefräst hatte, die Passivmembranen auch schon soweit vorbereitet waren meldeten sich doch Zweifel an der Konstruktion. Also habe ich erst einmal einen Sub verleimt und eine Passivmembran fertig gefrickelt und das ganze ausprobiert. Ich dachte mir so: Vorm verleimen kann man ggf. nötige Änderungen noch einfacher implementieren. Wobei das nach dem Zuschnitt auch nur noch so leidlich geht. Naja. Muss ich jetzt durch. Ein guter Freund sagt immer: Auch Holzwege müssen zu Ende gegangen werden! Also los. Ich baue also einen Sub so fertig wie geplant, inklusive aller dekorativen Features. Da das ganze ja nicht für mich wird, wollte ich mir da an der optischen Front ganz besonders viel Mühe machen, also die Multiplexkanten in der Passivmembran erstmal überfurniert:
Das Furnier da in der Rundung mit dem Bügeleisen sauber fest zu bekommen war so viel gefummel dass es da keine weiteren Bilder von gibt.
Und dann zwischen den beiden Ebenen wieder trennen, damit man die PM auch noch von der Gehäuseseite trennen kann:
Anschließend kann man (Nachdem man das Furnierpapier abgelöst hat und das Furnier fein geschliffen hat) die Sicke in den Montagerahmen kleben:
Diesmal solls ja schön werden, also ohne Tackerklammern. Ich habe die Sicke mit Tesakrepp an der Sollposition fixiert, dann zurückgeklapt, Kleber (UHU MAXrepair) aufgetragen, Sicke in Position geklappt und mit einem weiteren noch nicht aufgeschnittenen Schauch angepresst. Das Verfahren hatte ich ja bei meinem letzten Bau so postuliert, das hat sich in der Praxis auch bewährt.
Anschließend habe ich die PM außen auch überfurniert. Auf der Außenrundung war das sehr viel einfacher und ging so schnell und unspektakulär dass ich da kein Foto von gemacht habe. Auch das verkleben das Sicke ging mit Tesakrepp sehr einfach. Ergebnis:
Und von innen:
(Ja, da sind natürlich noch die Schraubleisten ins Gehäuse gekommen... gibts auch keine Fotos von.)
Von der Anderen Seite sieht der Sub jetzt so aus:
Neben der Passivmembran habe ich ich noch eine Speakonbuchse eingebohrt und ein paar Schrauben um die Seite an den Schraubleisten zu befestigen. Dann noch schnell die Aufhängung mit 3 mm Gummischnur und Messingschraubösen realisieren, dann war ich fertig zum Messen.
So sollte das in der Theorie aussehen, bei 15V Verstärkerausgang. Was ich so als maximum geplant haben, TPA3116@24V
Nahfeldmessung von Treiber und PM:
Das verspricht nicht so viel Tiefbass wie erhofft. Woran könnte es liegen? Ich hab dann in VituixCAD mal die mechanischen Verluste der PM hochgeschraubt bist die Pegel entsprechend klein war... möglich dass hier das Problem liegt. Der Fahrradschlauch ist schon schon ganz schön dick und steif. Vielleicht ist das 3mm Gummi auch einfach zu fett, das ist eh kaum gespannt. Also den Fahradschlauch wieder rausgerissen, den Kleber abgeschliffen, die dabei entstandenen Schäden am Furnier ausgeflickt. Eine weniger verlustbehaftete Sicke muss her. Was macht der Orgelbauer in seiner Not? Guckt in der Restekiste nach und findet da noch 0,7 mm starkes Rindnappaleder
(Ich bitte über das hübsche Furnier auf der Fläche hinwegzusehen, das kommt eigentlich erst später in der Geschichte dran)
Dazu noch 3mm Gummischnur durch 2mm ersetzt. Wieder gemessen, homöopathischer Effekt, wenn überhaupt. Dazu flattert das Leder bei etwas Pegel was ordentlich
irreguläre Verzerrungen produziert. Bei genauerer Betrachtung der Sachlage fällt mir auch noch auf, dass ich mit 20 L simuliert habe, und das Gehäuse auf 20 Liter netto gebaut habe, aber die PM und der Treiber klauen da ja noch deutlich was von weg. Zudem sieht der Einbruch auf Abstimmfrequenz in Membrannahfeldmessung nicht nach zu geringer Güte des Resonators aus. Vielleicht einfach zu tief abgestimmt? Nächster Versuch: PM mit dem 60er Forstnerbohrer um 20% leichter machen. Von 250g auf 200g:
Das verschob dann die Abstimmfrequenz von 30 auf 34 Hz und hob den Pegel der PM um 3 dB gegenüber der Membran bei 100 Hz an... Ok, muss ich wohl mit leben. Mehr Volumen würde da wohl mehr Pegel bringen, aber der Zuschnitt ist halt schon fertig, und ich habe da ein Paket Furnier erworben was ziemlich genau auf die Gehäusemaße passt. Roomgain wirds am Ende schon richten. Das sollten ohne Roomgain dann schon für über 90 dB bei 33 Hz in 1m Entfernung reichen. Und ich baue ja vier davon.
Also das flatternde Leder wieder raus und den Fahrradschlauch (der die vorherige Demontage tatsächlich überlebt hat) wieder rein. Und wieder 3mm Gummi, das 2mm war schon ziemlich gespannt um auf die passende Abstimmfrequenz zu kommen, das kann für die Langzeitstabilität nicht gut sein. Jetzt bin ich mir auch ausreichend sicher, dass das am Ende schon funktioniert, also Gehäuse auch gleich hübsch machen. Also Furnieren. Ich fand ein schönes Paket Rüster: 24Stk. 69cm x 14,5cm. Damit sollte ich so gerade hinkommen. Einmal mittig gefügt, 29 cm breite, nach Fügen wohl etwas weniger. Meine Gehäuse sind 25 cm tief, da sollte dann auf jeder Seite noch etwas über 15 mm breiter Streifen für die Kanten abfallen. Breite der Gehäuse ist 32 cm, Höhe 36 cm. Da sollte ich also auch eine lange und eine kurze Seite aus jedem Bogen hinbekommen. Also 16 Bögen für einmal um den Korpus herum, bleiben 8 Bögen für die Fronten. Die sind genau 29 cm breit. Aber weil Bündig und lösbar eh nicht geht mache ich da noch eine 3 mm Schattenfuge umlaufend, dann sollte das passen. Und da ich die Kanten vom Korpus schon gemacht haben, brauche ich da auch nur 33 cm Länge, das bekomme ich da auch zwei mal heraus. Raum für Fehler: nicht vorhanden. Dafür auch keine Reste die man irgendwo lagert und eh nie wieder nutzt.
Zunächst ein Paar Furnierblätter mit Tesakrepp zueinander fixieren auf ein Brett legen
Dann mit einem zweiten Brett und Zwingen fixieren und platt drücken. Jetzt kann man die zu fügenden Kanten mit der Raubank abrichten.
So sollte es dann nach dem Fügen aussehen
Jetzt auf der Rückseite mit Tesakrepp zusammenheften
und die auf der Sichtseite mit Furnierpapier verbinden. (Tesa anschließend wieder entfernen!)
Gehäuse aufs Furnier gestellt, wie das Furnier aufgeleimt wird, um die Länge zuzuschneiden.
Schnitt mit Bleistift angezeichnet
Lautsprecher mit langer Seite auf den Rest gelegt
Da ist wirklich nicht viel Luft in der Länge!
Und der seitliche Überstand reicht auch noch für die Kanten!
Hier sind drei Gehäuse fertig furniert und geschliffen, fehlt noch die letzte Ölung. Davon wie ich die Abschnitte zu Kantenumleimern gemacht habe und schön auf Gehrung da drauf gefummelt habe habe ich keine Bilder mehr gemacht, das war auch so schon genug Arbeit. Im Nachhinein betrachtet wäre es wahrscheinlich wenn auch nicht günstiger so zumindest deutlich schneller gewesen, die Gehäuse aus Massivholz zu bauen. Dann hätte man allerdings nie so ein gleichmäßiges Maserungsbild über alle 4 Subs bekommen.
Demnächst (also in 2-3 Monaten) gibt es hoffentlich mehr zu berichten!
wissen ist macht. nicht wissen macht auch nichts.