Hallo und Gruß in die Runde!
Ich bin aus Zufall darauf gestoßen, dass es ja hier doch noch paar HiFi-Elektronik-Bastler gibt! Das ist sehr erfreulich, da ich das einfach schön finde solche Komponenten selbst zu bauen, auch wenn es freilich auch für wenig Geld schon echt brauchbare Komponenten gibt.
Ein Projekt was ansteht ist mal was für meinen Golf 4 bauen, bzw. zur Zeit übelst geknorzte wenigstens etwas zu verschönern. Für das Frontsystem kommt da was lineares dean, dafür die genannte Endstufe.
Es ist von der Sache nichts besonderes, class AB, Bandbreite etwas nach oben erweitert, so an die 200 kHz gehen.
Was ich grundsätzlich mache, ist jeden Kanal als Brückenendstufe auslegen, also sind hier für Stereo im Prinzip vier Endstufen aufgebaut.
Dies hat zwei Gründe:
1. wird das Netzteil immer symmetrisch belastet
2. Viel wichtiger ist dass die SOA der Transistoren bei weniger Uce deutlich mehr Verlustleistung zulässt, also sollte man lineare Endstufen immer mit möglichst geringen Spannungen betreiben. Ansonsten wird es gerade bei komplexen Lasten wie es Lautsprecher sind sehr schnell unschön. Je nach Transistor kann das derartig schon bei 30 % der maximalen Uce beginnen, diese Transistoren hier halten bis über 50 % die 200 W, also wäre es bei meiner Anwendung eigentlich noch egal ob 40 V (+-20) in Brücke oder 80 V (+-40) normal.
Real mit Reserve soll das Ganze dann solide 2 x 100 W an 4 Ohm liefern, was die insgesamt 4 Pärchen nicht wirklich den Puls hochtreibt.
Übrigens wird hier jeder den Grund für meinen Profilnamen finden, es ist das MT-200 Gehäuse, das in meinen Augen schönste Halbleitergehäuse überhaupt.
Deswegen habe ich mir zu dem Zeitpunkt als Sanken diese Halbleiter angekündigt hat nochmal 200 Pärchen bei Mouser gekauft (da weiß ich das es Originale sind, finger Weg von Reichelt empfehle ich, da hatte ich schon völlig funktionslose Plagiate von simplen 7812ern).
Soviel erstmal, es wird mehr folgen falls Interesse besteht…
leider kann ich mich mit dir nicht über das Thema Amp- Elektronik unterhalten.
Mich würde es aber trotzdem interessieren wie ein kompletter Verstärker von dir aussieht? ich meine, das von dir gezeigte Foto ist doch nicht der gesamte Amp, oder?
ich würde mich mit dir gerne drüber unterhalten, aber mehr als ein Bild der Platine brauch es da schon =) Warum hast du die denn selber geätzt?
Und eine Bitte des Forums zuliebe. Lad die Bilder bitte hier hoch. Es kommt oft genug vor, dass solche Hoster verschwinden und dann sind die Themen nicht mehr nachvollziehbar =)
Meine Nachbarn hören auch Metal, ob sie wollen, oder nicht \m/
28.03.2026, 13:33 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.03.2026, 13:34 von MT200.)
Ehrlich gesagt hab ich nicht rausgefunden, wie ich hier Bilder hochlade…
Der Amp ist ja noch nicht fertig, hab im Moment nicht die Zeit dafür da weiterzumachen. Das sind die beiden eigentlichen Endstufen-Platinen, da fehlt natürlich noch alles drum herum. Ich suche mal Bilder von paar alten Projekten zusammen, hab da schon so einiges gebaut.
Ich ätze Platinen selber, weil es einfach viel schneller geht. Ich brauche irgendein kleines Netzteil, geh an dem PC, klicke schnell das Board zusammen, ausdrucken, Ätzen, fertig. Mit HCL/H2O2 braucht es länger zum Belichten (ca. 70 s in meinem Setup mit Bungard) als zum Ätzen.
Von den Kosten lohn das definitiv nicht mehr, aber ich bin viel zu ungeduldig um Platinen zu bestellen…
Ob sich die drahtgewickelten Zementwiderstände als Emitterwiderstände so gut mit den sehr schnellen Endstufentransistoren vertragen? Deren Induktivität kann so hoch sein, dass es zu lokalen Schwingungen kommt.
28.03.2026, 20:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.03.2026, 20:55 von MT200.)
Nicht bei solch kleinen Werten, das ist absolut kein Problem. Schnell sind diese Transistoren ja auch wirklich nicht…also jedenfalls für das, was ich üblicherweise so verbaue…
(28.03.2026, 13:33)MT200 schrieb: Ehrlich gesagt hab ich nicht rausgefunden, wie ich hier Bilder hochlade…
Der Amp ist ja noch nicht fertig, hab im Moment nicht die Zeit dafür da weiterzumachen. Das sind die beiden eigentlichen Endstufen-Platinen, da fehlt natürlich noch alles drum herum. Ich suche mal Bilder von paar alten Projekten zusammen, hab da schon so einiges gebaut.
Ich ätze Platinen selber, weil es einfach viel schneller geht. Ich brauche irgendein kleines Netzteil, geh an dem PC, klicke schnell das Board zusammen, ausdrucken, Ätzen, fertig. Mit HCL/H2O2 braucht es länger zum Belichten (ca. 70 s in meinem Setup mit Bungard) als zum Ätzen.
Von den Kosten lohn das definitiv nicht mehr, aber ich bin viel zu ungeduldig um Platinen zu bestellen…
Gerne gebe ich Tipps dazu, falls gewünscht!
Wenn du auf Reply gehst kommt das Detailierte Antwortfeld. Da kannst du unter Attachments bilder einfügen.
Ok Zeit ist n Grund. Ich mach nichts mehr unter 4 lagig, da wird das in Heimarbeit schwer Der Verstärker im angehängten Bild hat z.B 6 Lagen.
Meine Nachbarn hören auch Metal, ob sie wollen, oder nicht \m/
Ui, sehr schön! Ja, das sieht natürlich auch gleich viel professioneller aus. Und bei mehreren Lagen lässt sich schön eskalieren sowie eben auch viele, richtig geile Halbleiter verwenden, die beim selbst Ätzen mangels Durchkontaktieren verwehrt bleiben (jedenfalls nur mit eingeschränkten Parametern wegen mieser Wärmeabfuhr). Habe schon mit dem Gedanken gespielt das ganze richtig zu betreiben und mir einen vernünftigen Reflowofen zuzulegen und Aluplatinen zu ordern für extrem kompakte Sachen. Es gibt halt die richtig dreckigen Halbleiter nur in Gehäusen die anders nicht sinnvoll zu verarbeiten sind.
Von daher ist es absolut richtig, das selbst Ätzen eher in den Bereich Analogfotografie und selbst Entwickeln fällt, zumal der Normalo auch nicht an die Chemie kommt (brauche 35%iges H2O2 damit es vorwärtsgeht, bestell mal HCL, konz. H2O2 und am besten das Aceton zum entfernen des Lacks (nur damit geht es tatsächlich vernünftig) zusammen irgendwo. Ich empfehle einen Bademantel und Kaffe warmstellen für den Besuch der unangekündigt kommt …
Aber Kompliment, das sieht echt richtig gut aus! Cool, dass es noch Analogbasler gibt!
29.03.2026, 18:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.03.2026, 18:41 von 3eepoint.)
(29.03.2026, 17:50)MT200 schrieb: ...die beim selbst Ätzen mangels Durchkontaktieren verwehrt bleiben (jedenfalls nur mit eingeschränkten Parametern wegen mieser Wärmeabfuhr)...
Da kommst du mit der sogenannten Dog Bone Technik villeicht drum herum. Wenn du einen SMD Halbleiter mit Wärmepad hast und die Kontakte es zulassen, kannst du mit Kupferflächen die Wärme zur Seite rausführen und dort einen SMD Kühlkörper platzieren. Klar ersetzt keinen massiven Alublock aber ist durcjaus machbar.
(29.03.2026, 17:50)MT200 schrieb: Habe schon mit dem Gedanken gespielt das ganze richtig zu betreiben und mir einen vernünftigen Reflowofen zuzulegen und Aluplatinen zu ordern für extrem kompakte Sachen.
Von Alu PCB würd ich dir abraten sofern du nicht ziemlich genau weißt was du tust. Auf der Arbeit haben wir UV Lampen auf Alukern PCB und die fallen regelmäßig aus, weil die thermischen Zyklen so viel mechanischen Stress verursachen, dass das die Bauteile nicht aushalten. Wenn du viel Wärme durch ein PCB kriegen musst, so viele Vias wie gehen ohne das du die Design Rules bzw. die Möglichkeiten des Herstellers ausreizt und aufpassen, dass das Lötzinn nicht durchfließt. Also dann Plugged and Covered.
Meist reichen aber die kleine Kühlkörper für oben drauf sofern du jetzt nicht versuchst, sehr kompakte DC-DC Wandler auf zu bauen.
(29.03.2026, 17:50)MT200 schrieb: Habe schon mit dem Gedanken gespielt das ganze richtig zu betreiben und mir einen vernünftigen Reflowofen zuzulegen
Je nachdem wie groß es werden soll oder ob beidseitig bestückt wird kannst du auch erstmal über eine Hot Plate nachdenken. Funktioniert auch super und kostet nciht die Welt an Euros und Platz
@Köter
Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht :C
Aber danke für die Komplimente!
Meine Nachbarn hören auch Metal, ob sie wollen, oder nicht \m/
Danke für die Tipps!
Ich habe tatsächlich die Mosfet im Kopf, um damit exakt das zu tun, DC/DC bzw. DC/AC Wandler höchster Leistungsdichte bauen. Auch eben um wenig Streuinduktivität zu haben um deutlich über 1 MHz zu gehen.
Das mit den Aluboards ist ein guter Hinweis, ich dachte auch schon daran einfach 0,4mm Platinen zu nehmen. Die klassischen Highpower LEDs auf den Aluplatinen laufen ja sehr zuverlässig, das brachte mich darauf. Hab schon überlegt, diese Mosfet auf zugefräste Kupferstücke (also natürlich sehr kleine) mit Wasserkanal zu löten, diese dann aufs PCB zum kontaktieren. Das ist natürlich richtig hart geknorzt
(29.03.2026, 18:57)MT200 schrieb: Danke für die Tipps!
Ich habe tatsächlich die Mosfet im Kopf, um damit exakt das zu tun, DC/DC bzw. DC/AC Wandler höchster Leistungsdichte bauen. Auch eben um wenig Streuinduktivität zu haben um deutlich über 1 MHz zu gehen.
Das mit den Aluboards ist ein guter Hinweis, ich dachte auch schon daran einfach 0,4mm Platinen zu nehmen. Die klassischen Highpower LEDs auf den Aluplatinen laufen ja sehr zuverlässig, das brachte mich darauf. Hab schon überlegt, diese Mosfet auf zugefräste Kupferstücke (also natürlich sehr kleine) mit Wasserkanal zu löten, diese dann aufs PCB zum kontaktieren. Das ist natürlich richtig hart geknorzt
Dafür nicht =)
Was für Wandler willst du denn bauen? Hast du Erfahrung mit sowas?
Sonst schau dir mal Heat Pipes an dann spaarst du dir das klämpnern
Meine Nachbarn hören auch Metal, ob sie wollen, oder nicht \m/
Einerseits für meine Lampen-Basteleien, aber auch für alle möglichen Netzteile (z.B. auch für Authifi) und natürlich Class D Endstufen. Dazu kommt dass ich an der Uni in der Forschung tätig bin (Hochspannungstechnik) und da auch sehr viele solche Schaltungen baue um aus Volt viele Kilovolt zu machen
(29.03.2026, 16:41)3eepoint schrieb: Ok Zeit ist n Grund. Ich mach nichts mehr unter 4 lagig, da wird das in Heimarbeit schwer Der Verstärker im angehängten Bild hat z.B 6 Lagen.
Ich könnte dir meine Kontonummer geben, wenn du zu viel Geld über hast
In dem Fall, weil der Amp beidseitig bestückt ist* und die hin und Rückpfade für das floatende Netzteil der Endstufe so schön übereinander liegen. Und von 6 auf 4 Lagen hat bei 5stk nur einen Unterschied von 12$ gemacht, also was solls. Und 4 Lagig passt mit Planes** für +-GND und dann eine Lage für Signal ganz gut.
*Oder eher war. in der nächsten Version hat sich das geändert/Wird sich ändern.
**Wofür du mich wahrscheinlich zumindest für die Power Planes steinigen wirst, wenn ich mich an einige deiner alten Posts erinnere.
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30.03.2026, 16:05 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.03.2026, 16:05 von MT200.)
Letzten Endes sind die Kosten für die Hardware verglichen mit der investierten Zeit ziemlich egal. Und ich sehe halt schon, dass es beim Design weitaus aufwändiger ist mit wenig Lagen zurecht zu kommen. Für viele Sachen brauche ich Masseflächen, habe also effektiv nur noch eine Lage, da sind 0 Ohm Widerstände sehr hilfreich…
(30.03.2026, 15:29)3eepoint schrieb: **Wofür du mich wahrscheinlich zumindest für die Power Planes steinigen wirst, wenn ich mich an einige deiner alten Posts erinnere.
Richtig
Gerade heute noch mit einem Ex-Kollegen drüber gesprochen (Nicht-Audio-Thema). Kämpft bei seiner jetzigen Bude auch dagegen an. In vielen Fällen, auch seinen (Ventilsteuerungen), ist es kein Drama, und bei analog erst recht nicht, aber sobald da irgendwelche Leistungen geschaltet oder schnelle Prozessoren benutzt werden kann es kritisch werden.
Und deswegen besser gleich abgewöhnen, hat sich bei uns inzwischen etabliert.
Return Path ist eine Sache, weil du mit mehr Massefläche mehr niederimpedante Wege zur Verfügung stellst. Aber der eigentliche Knackpunkt ist, dass die einzelnen Spannungen gegenüber Masse variabel sind, schon allein durch deren Quellwiderstände. Und dann hat eine große Power Plane gegenüber Masse eine Kapazität die sich nicht nur über die Abblockkondensatoren sondern auch über die Kopplung über die Luftschnittstelle. Und das ist der Teil, der dann überall einstreut und auch abgestrahlt werden kann. Bei hohen Frequenzen können dann sogar stehende Wellen zwischen den Lagen auftreten. Dann hat man sich eine Patch-Antenne gebaut.
Das mit der Luftschnittstelle ist kein Hirngespinst. Ich hatte mal ein Gerät vor mir, welches zu viel leitungsgebundene Störaussendungen produzierte. Das lag ursächlich daran, dass irgendjemand vergessen hatte, dem isolierten DCDC Wandler einen Y-Kondensator zu verpassen. Das war aber urspünglich kein großes Problem, bis dann aus dem Gerät ein kabelloses wurde (mit Backupkabel, Wandler blieb also) und die Antenne per Adaperkabel von uFl auf SMA angeschlossen wurde, wobei die SMA-Buchse in einen internen Verstärkungsrahmen aus Metall (das Gerät selber hatte ein Plastikgehäuse außen rum) geschraubt wurde. Der war vorher isoliert, jetzt nicht mehr, und hatte dann schön viel Koppelkapazität zur Primärseite, wodurch sich halt ein schöner Störstrom darüber schloss. Mit einem Y-Kondensator war das dann erledigt.
In dem Fall war es zwar die Schaltungsmasse, aber das Prinzip ist das gleiche.