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Prioritäten der Einflussgrößen bei der Lautsprecherentwicklung
#41
Damit steht du aber ziemlich alleine dar. Holzplatten klingen natürlich? Natürlich nach Holz...so wie eine Trompete auch nach Holz klingt.

(19.02.2026, 08:17)JFA schrieb: Ja, das gehört zusammen. Aber meines Wissens nach hat das bisher noch nie jemand mit den Frequenzgruppen in Verbindung gebracht. Nach dieser Theorie wären diese Hügel und Täler ja durchaus hörbar, denn sie bilden sich im geglätteten Frequenzgang ab. Aber halt nicht so sehr, wie man bei Ansicht der Originalkurve vermuten würde.

Stand der Wissenschaft ist, dass Plattenresonanzen hörbar sind, wobei mir nicht klar ist, warum die hörbar sind. Richtige Anwendung von Dämmmaterial ist daher auf keinen Fall kontraproduktiv.

Dazu gibt es ja genügend Untersuchen, dass solch schmale Spitzen nicht stören. Zu der Hörbarkeit von Platteresonanzen hatte ich ja Versuche gemacht, Diese strahlen durch die große Fläche laut ab und meistens phasenverschoben (So wie bei Brechung an Gehäusekanten, die auch stören sollen). Das geschieht im Mittelton, wo das Gehör empfidlich ist.

Ich habe eben mal den ersten Test mit dem miesesten Gehäuse, also 16 mm Span, Sonofil-Füllung, keine Verstrebung gemacht, da hört man jedes Wort durch, auch bei Zimmerlautstärke des Chassis![Bild: eek.png] So darf man nicht bauen!

Ich gebe zu, ich war gespannt auf den Hörtest. Denn messbare Unterschiede sind nicht immer auch hörbar.
In diesem Fall ist es hörbar, ...
Es wurde hinter der Weiche durch 2 Vierfachstecker umgeschaltet innerhalb 1/2 sec.
Gehört wurde Klassik, Joe Cocker, Norah Jones, Roger Waters, und diverse Titel auf der Audio-Test-CD.
Der Unterschied ist hörbar bei Gesang, sowohl männlich als auch weiblich und auch gut bei Gitarre in den unteren Tonlagen. Am deutlichsten bei Nora Jones, mit Sandwich klingt sie richtig sexy und authentisch, ohne klingt sie etwas metallisch und hohl, eine Spur quäksig, auch etwas weniger direkt. Bei sonstigen Instrumenten kommt es auf die Tonlage an. Ohne Sandwich ist es dann etwas nerviger, eine Spur heller.

Im Bass und Hochton sind keine Unterschiede hörbar.

Auch bei meinen Testsignalen höre ich den Unterschied bei track 2 und 3, da klingt es ohne Sandwich irgenwie hohl.

Die Unterschiede in der Vibration sind sehr deutlich fühlbar, beim Klopftest liegen Welten dazwischen.

Das alles entspricht den Messungen. Es werden Obertöne zugemischt, die hörbar sind, dies geschieht auch phasenverschoben zum Originalton und erzeugt das weniger direkte Klangbild.

https://forum.visaton.de/forum/messtechn...t=alubutyl
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#42
(19.02.2026, 08:18)walwal schrieb:
(19.02.2026, 08:17)JFA schrieb: Ja, das gehört zusammen. Aber meines Wissens nach hat das bisher noch nie jemand mit den Frequenzgruppen in Verbindung gebracht. Nach dieser Theorie wären diese Hügel und Täler ja durchaus hörbar, denn sie bilden sich im geglätteten Frequenzgang ab. Aber halt nicht so sehr, wie man bei Ansicht der Originalkurve vermuten würde.
Dazu gibt es ja genügend Untersuchen, dass solch schmale Spitzen nicht stören. 

Ja, das ist mir klar. Aber wenn ich mir dann zB diese Studie von Toole/Olive anschaue, dann testen die auf spezifischen Frequenzen, und zwar 200, 500, 1000, 2000, 5000, 10000 Hz. Die sind ohne Berücksichtigung der Frequenzgruppen ausgewählt, manche (200 Hz, 2000 Hz) liegen mitten auf der Grenze zwischen 2 Gruppen, andere dagegen mittendrin (5/10 kHz). Die letzten beiden zeigen dann auch ein auffälliges Ergebnis bei Q=10: während für Q=1 und Q=50 diese beiden Frequenzen ungefähr die gleiche Empfindlichkeit haben wie die anderen Frequenzen, ist die bei Q=10 deutlich erhöht, fast genauso wie für Q=1. 
Hat das was miteinander zu tun? Keine Ahnung. Aber ich finde es verdächtig, und zumindest ist es auch, wenn man sich die frequenzgruppenweise Verarbeitung im Gehirn anschaut, plausibel. Leider ist es in der Audiotechnik sehr häufig so, dass diese weitergehenden Untersuchungen dann nicht mehr gemacht werden. Vielleicht, weil keiner weiter denkt, aber ich befürchte viel mehr mangelnde Ressourcen. 

(Fairerweise muss man dazu erwähnen, dass eine in der Studie erwähnte und mit den Ergebnissen verglichene Vorgängerstudie bei den beiden Frequenzen und Q=10 gerade ein umgekehrtes Verhalten zeigt.)
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#43
Ich hab das mal zum Anlass genommen und das mit der 5 kHz Resonanz aus der Studie durchgespielt. Ich habe, wie es in der Studie gemacht wurde, diese Resonanz mit 
oben: Q=10, Pegel auf Hörschwelle
mitte: Q=50, Pegel auf Hörschwelle der Q=10 Resonanz
unten: Q=50, Pegel auf Hörschwelle
einem glatten Frequenzgang hinzugemixt und dann meiner Frequenzgruppenglättung unterworfen. 
Was man sieht: Q=10 (oben) kommt ganz klar heraus, Q=50 mit dem Pegel von Q=10 (mitte) gar nicht, Q=50 mit dem Pegel der ermittelten Hörschwelle kommt ganz klar heraus. Das ist zwar sowas wie ine Korrelation, aber ich würde noch keine klare Aussage darüber treffen wollen. 

   

Edit: die untere Kurve guckt ja deutlicher heraus als die obere, wurde trotzdem in der Studie auch nur als Hörschwelle ermittelt, also gleich "schlimm". Liegt vielleicht daran, dass die unterste Kurve nur eine Frequenzgruppe betrifft, die oberste dagegen 2.
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#44
@walwal: Eine Bitte - falls Du nicht das Urheberrecht an dem Comic in Deinem Beitrag #37 hast muss ich Dich bitten, diesen Inhalt dort zu entfernen. 

Gruß, MOD Gaga
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#45
Ist entfernt.

Forenregeln finde ich dort nicht.
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#46
(19.02.2026, 08:17)JFA schrieb: Stand der Wissenschaft ist, dass Plattenresonanzen hörbar sind, wobei mir nicht klar ist, warum die hörbar sind. Richtige Anwendung von Dämmmaterial ist daher auf keinen Fall kontraproduktiv.

Ja, aber was ist richtig? Ich war ja mal Anhänger der englischen Methode, dünne Platte und Antidröhnmatten drauf. Erspart theoretisch die Arbeit, die eine vernünftige Verstrebung macht, klingt leider scheiße.
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#47
Hallo MMM,

Zitat:
JFA schrieb: schrieb:Stand der Wissenschaft ist, dass Plattenresonanzen hörbar sind, wobei mir nicht klar ist, warum die hörbar sind. Richtige Anwendung von Dämmmaterial ist daher auf keinen Fall kontraproduktiv.

Ja, aber was ist richtig? Ich war ja mal Anhänger der englischen Methode, dünne Platte und Antidröhnmatten drauf. Erspart theoretisch die Arbeit, die eine vernünftige Verstrebung macht, klingt leider scheiße.

Ich vermute Du beziehst Dich in Deiner Aussage auf die frühen BBC-Arbeiten zu Gehäuseresonanzen? Könntest Du bitte etwas differenzierter ausführen, was genau Du gemacht hast (was für eine Platte, wie dünn, welche Antidröhnmatte?) und was genau da 'scheiße' geklunge hat.

So undifferenziert, wie Du das hier raushaust, diskreditiert das jeden Ansatz 'dünnere' Gehäuse mit 'Antidröhnmatten'  (welche?) zu beruhigen.

Was ist denn dann Deiner Ansicht nach der richtige Weg, gut (nicht scheisse) klingede Lautsprechergehäuse zu bauen?

Würde mich freuen, wenn Du das genauer und nachvollziehbar beschreiben könntest.

Grüße,
Christoph
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#48
Moin liebe Leute,

ich habe nicht jeden Beitrag und jedes Zitat in diesem thread gelesen, daher bitte ich um Gnade für meine einfache Argumentation.  Nerd
Fakt ist, es darf nichts außer der LS Membran schwingen in einem geschlossenen Gehäuse. Man muß unterscheiden zwischen Luftschalldurchgang und Körperschall. Daher ist der bekannte Klopftest nett , aber eingeschränkt aussagefähig. Jeder, der zuhause einmal versucht hat einen Mauerdurchbruch mit Span, MDF Platten u.ä. zu verschließen , wird festgestellt haben , dass der Schall praktisch ungehindert durchgeht. Bei der massiven Mauer kann man leicht mit einem Hammer die Wand berühren und man hört es auf der anderen Seite deutlich. 
Bei dem LS Gehäuse ist aber der Luftschall deutlich stärker als der Körperschall , der nur durch die Vibration des LS Korbes entstehen kann. Dagegen hilft ein nicht zu weiches Dichtungsband.
Beim Luftschall hilft nur Masse mit möglichst amorpher Struktur. Meiner Erfahrung nach funktioniert eine Aufdoppelung von simpler Spanplatte mit einer MDF Platte (19+19mm) sehr gut. Auch eine Kombi aus Span und Multiplex ist sehr gut und sieht gut aus.
Das habe ich bei dem Bau eines Subs mit einem Monacor Monacor SPH-380TC im geschlossenen Gehäuse gemacht. Nachteil ist natürlich, dass diese Kisten sehr schwer werden. Was m.M.n. als Amateur aber egal sein kann, man muß ja keine Transportkosten berücksichtigen. Bleibt noch der Uraltvorschlag, die Wände zweischalig mit einer inneren Sandfüllung zu bauen. Frank von Franks Werkstatt der LS Technik hat darüber berichtet.
Interessant ist es noch sich zu überlegen, welche Schwingungsmuster in/auf den Wänden stattfinden. Große Biegeschwingungen, deren Frequenz durch die Maße der Einspannung bestimmt werden und (fiese) Längsschwingungen. In beiden Fällen helfen innere Spanten.
Lange Rede kurzer Sinn : je dicker und stabiler desto besser.
Die Güte des Gehäuses ist eine sehr wichtige Einflussgröße in der LS Entwicklung !
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#49
(21.02.2026, 11:36)MetalMachineMusic schrieb: Ja, aber was ist richtig? Ich war ja mal Anhänger der englischen Methode, dünne Platte und Antidröhnmatten drauf. Erspart theoretisch die Arbeit, die eine vernünftige Verstrebung macht, klingt leider scheiße.


Meiner persönlichen Erfahrung nach klingen die meisten dünnwandigen Gehäuse mit BBC-Wurzeln eher überdurchschnittlich gut. Spendor, Harbeth aber auch viele andere LS3/5a Clone habe viele Fans.

Sehe es auch so: wenn du schon zu dem vernichtenden Urteil "leider scheiße" kommst, wären zumindest ein Paar mehr Hintergrundinfos, Erfahrungen, Messungen, Vergleiche,... ganz sinnvoll.
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#50
(21.02.2026, 14:45)Darakon schrieb: Sehe es auch so: wenn du schon zu dem vernichtenden Urteil "leider scheiße" kommst, wären zumindest ein Paar mehr Hintergrundinfos, Erfahrungen, Messungen, Vergleiche,... ganz sinnvoll.

Das wäre lustig hier, wenn man von jedem fordern würde, dass man subjektive Eindrücke nur noch mit "Hintergrundinfos, Erfahrungen, Messungen, Vergleiche[n]" äußern dürfte. 

"I would prefer not to" (Bartleby der Schreiber)

Wer mich kennt weiß, dass ich wahrscheinlich länger ein Faible für klassische englische Lautsprecher habe als die meisten "Fans". Was mich im Unterschied zu "Fans" nicht daran hindert, gewisse Eigenschaften kritisch zu sehen.
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#51
Hallo MMM,

Zitat:Das wäre lustig hier, wenn man von jedem fordern würde, dass man subjektive Eindrücke nur noch mit "Hintergrundinfos, Erfahrungen, Messungen, Vergleiche[n]" äußern dürfte.
Der Punkt ist: Du kannst gerne subjektive Eindrücke äußern. Dann solltest Du das aber auch entsprechend als subjektive Eindrücke formuieren bzw. kennzeichnen. Deine forsche Aussage '...die englischen Methode, dünne Platte und Antidröhnmatten drauf. ... klingt leider scheiße.' ist eine ziemlich starke, generelle Behauptung. Diese sollte dann auch durch Hintergrundinfos, Erfahrungen, Messungen, Vergleiche belegt werden.

Zitat:Wer mich kennt weiß, dass ich wahrscheinlich länger ein Faible für klassische englische Lautsprecher habe als die meisten "Fans". Was mich im Unterschied zu "Fans" nicht daran hindert, gewisse Eigenschaften kritisch zu sehen.
Ich vermute, dass Dich hier im Forum kaum jemand kennt. Es ist auch eine lustige, total aus der Luft gegriffenne Behauptung wenn Du schreibst, dass Du wahrsheinlich länger ein Faible für klassische englische Lautsprecher hast, als die meisten 'Fans'. Welche Fans meinst Du und woher willst Du wissen, dass diese 'Fans' kürzer ein Faible für englische Lautsprecher haben als Du? Und woher nimmst Du die freche Behauptung, diese 'Fans' könnten - im Gegensatz zu Dir - gewisse Eigenschaften (welche denn?) nicht kritisch sehen.

Es ist einfach ein komplett inhaltsloses Geschreibsel mit der einzigen Aussage, erfundene, sog. 'Fans' zu diskreditieren (oder meinst Du konkret Darakon? Dann benenne es bitte auch so) und Dich damit zu überhöhen.

Analog könnte ich schreiben 'wer mich kennt weiß, dass ich schon länger als (irgendwelche Fans?) ein Faible für Papiermembranen habe. Leider klingen die scheisse.'

Das wäre ebenfalls Dampfplauderei auf niedrigem Stammtischiveau. Und das hilft dem Forum und irgendeinem Erkenntnisgewinn in keiner Weise. Und auch nicht dem Thema des Threads.

Daher nochmal die Bitte, subjektive Beiträge klar als solche zu formulieren, oder generelle Behauptungen durch Hintergrundinfos, Quellen, Daten, Messungen etc. zu begründen.

Gruß,
Christoph
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#52
Ich verweise dann mal auf den LS3/5 Battle, der alle Aussagen bzgl. dünner Gehäuse mit Messungen wiederlegt.
Gruß
Arnim

Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding. Erwin Schrödinger.
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#53
Hallo Arnim,

wie meinst du das?
Alle positiven oder negativen Aussagen bzgl dünner Gehäusewände widerlegt ?
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#54
Betreff : scheppernde Gehäusewände  Rolleyes

In einer Funkschau ( mindestens 30 Jahre her , also nur etwas für alte Säcke  Shy ) hat man ein Experiment zur Hörbarkeit von Gehäuseschwingungen gemacht. Lange vor Simmulatiossoftware , Vibrationsaufnehmern und Laserscannern ! Es wurde damals ein geschlossenes Gehäuse bündig und dicht in eine Mauerwerksöffnung eingepasst. Das LS Chassis zeigte nach außen und das Gehäuse nach innen. Man hat dann verschiedenes Programm ( Sinus , weißes Rauschen , Musik ) über den eingemauerten LS laufen lassen und gehäuseseitig die Ohren aufgemacht.

 Es war deutlich zuhören !

Ich glaube, es war damals sogar Karl Heinz Fink daran beteiligt .
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#55
Spanplatten mit einer Flächendichte von 15 bis 20 kg/m² erreichen eine Schalldämmung von 24 bis 26 dB.
Viele Hersteller verwenden seid einniger deswegen Sandwichgehäuse mit einer viscoelastischen Zwischenlage. (Constraint Layer Damping).

Laut meinen Untersuchungen wirken 2 Lagen Alubutyl auf der Innenseite des Gehäuses am besten. 

"....Die Schallwand ist bei diesen Messungen mit Silicon abgedichtet und strahlt in einen Abwasserschacht im Zementboden des Kellers. Sie wurde mit hohem Anpressdruck perfekt abgedichtet. Gemessen wurde mit einem Mikro statt des Messchassis, da die Empfindlichkeit ausreicht, wenn man es laut genug macht. Zur Veranschaulichung: Es tut im Keller weh in den Ohren, wenn die Box nicht in den Schacht strahlt. Obwohl die Dämmwerte hoch wirken, höre ich die ersten 4 Testfrequenzen noch im Wohnzimmer im Erdgeschoss durch das Gehäuse! ..."

https://forum.visaton.de/filedata/fetch?id=609411


Alles hier nachzulesen:
Messungen der Dämmung von Gehäusewänden - Visaton Diskussionsforum
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#56
Moin. Dünne Wände müssen nicht schlechter sein als ein schlechtes aus dickem Material. Jedenfalls nicht bei Gehäusen die in eine Hosentasche passen. Mann muss vor und Nachteile gegeneinander abwägen.
Gruß
Arnim

Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding. Erwin Schrödinger.
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#57
ES kommt immer darauf an, wie groß und welche Frequenzen. Kritisch ist unterer Mittelton. Aber es gibt wichtigere Kriterien.
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#58
Moin,

(21.02.2026, 14:20)Kasimir schrieb: Bei dem LS Gehäuse ist aber der Luftschall deutlich stärker als der Körperschall , der nur durch die Vibration des LS Korbes entstehen kann.

wenn du mit "Luftschall" die Auswirkungen der im Gehäuse komprimierten Luft meinst: die ist proportional zur Auslenkung der Membran, während der "Körperschall" ausgelöst durch die Vibration des Korbes (besser: der Korb und mit ihm das Gehäuse ist der Abstützpunkt für die angreifende Kraft) proportional zur Geschwindigkeit der Membran ist. Das heißt, unterhalb der Resonanzfrequenz (bei entzerrten Gehäusen: der unteren Grenzfrequenz) ist der "Luftschall" stärker, oberhalb der "Körperschall". Ausnahme sind die Hohlraumresonanzen, aber die will man ja eh im Zaun halten.

Und deswegen will man die Gehäusewände eigentlich schwer, weich und stark dämpfend haben. Ein Gehäuse aus Blei wäre ziemlich gut, aber das geht nicht wegen RoHS Big Grin
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#59
Fink sagt:

https://idc-klaassen.com/wp-content/uplo...gehifi.pdf


Während Lautspre-cher-Treiber mit ihren geringen Klirrfaktoren oder Frequenzwei-
chen heute deutlich weniger Verzerrungen verursachen und als
Fehlerquellen keine große Rolle mehr spielen, jedenfalls dann
nicht, wenn ein Entwickler sein Handwerk versteht und über ge-
eignete Messinstrumente und Simulationsprogramme verfügt,
wenden wir uns mit den Gehäusen dem nächsten Problem zu. Die
verfärben den Klang nämlich mittlerweile stärker als die Treiber
selbst. Ich glaube, früher fiel das einfach weniger ins Gewicht, da
maskierten die Intermodulationen und Verzerrungen der Treiber
quasi den Gehäuseklang, und mitschwingende Seitenwände sorg-
ten akustisch sogar für eine schöne breite Bühne. Aber wenn Sie
sich wirkliche High-End-Lautsprecher der letzten Jahre ansehen,
geht es immer darum, das Kabinett ruhig zu stellen, mit einem
zum Teil immensen konstruktiven Aufwand, zum Beispiel bei Ma-
gico, oder mit einem Materialeinsatz ohne Ende und dem entspre-
chend schweren Gehäusen......Wir bauen das Gehäuse aus drei Schich-
ten MDF auf, zwischen denen sich jeweils eine Schicht nicht aus-
härtenden Gels befindet. Höherfrequente Gehäuseresonanzen
werden mit dieser Dual-Gelcore-Technologie sehr effizient elimi-
niert, die niederfrequenten Gehäusevibrationen reduzieren wir zu-
sätzlich mithilfe von Punkt-zu-Punkt-Versteifungen.....Helmholtz Druck Equalizer“…
Karl-Heinz Fink: Das ist unsere Maßnahme zum Ausgleich von
Druckunterschieden innerhalb des Gehäuses. Schlanke Stand-
lautsprecher neigen ja besonders stark dazu, stehende Wellen zu
produzieren. Man kann das leicht in jedem Impedanzverlauf
eines Lautsprechers sehen. Die HPE-Röhren sind auf solche kri-
tischen Frequenzbereiche abgestimmt und gleichen den Druck
aus. Das linearisiert die Bass-Wiedergabe ohne großen Einsatz
von Dämmmaterial, das nicht nur bei der kritischen Frequenz,
sondern auch im gesamten Bassbereich den Pegel reduziert......
Wir fixieren die Chassis mit federge-
spannten Bolzen von hinten in der Schallwand. Das schaut nicht
nur gut aus, weil man von vorne keine Schrauben sieht, sondern
ist auch eine langzeitstabile Lösung. Bei „einfach so“ in die
Schallwand gesetzten Treibern müssen Sie eigentlich alle paar
Wochen die Schrauben nachziehen, und irgendwann geht’s nicht
mehr... Dabei ist eine feste Verbindung zwischen Chassis und
Schallwand essenziell. Der Klang soll sich ja allein aus den Be-
wegungen der Membranfläche ergeben – nicht aus Membranbe-
wegung plus Wackeln. Der Hochtöner ist übrigens aus ähnlichen
Gründen mithilfe einer Gummidichtung mechanisch vom Gehäuse
entkoppelt. .....

Mein Fazit daraus:
Chassis FEST mit Gehäuse verbinden, nicht elastisch lagern
Gehäuse als Sandwich mit viscoelastischer Schicht (Das dämpft auch den Körperschall) und versteifen.
Hohlraumresonanzen verringern (wie auch immer)
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#60
Hallo walwal,

Zitat:Chassis FEST mit Gehäuse verbinden, nicht elastisch lagern
Wie kommst Du zu der Aussage? 

Herr Fink sagt in dem von zitierten Text:
Zitat:Wir fixieren die Chassis mit federge-
spannten Bolzen von hinten in der Schallwand. Das schaut nicht
nur gut aus, weil man von vorne keine Schrauben sieht, sondern
ist auch eine langzeitstabile Lösung. Bei „einfach so“ in die
Schallwand gesetzten Treibern müssen Sie eigentlich alle paar
Wochen die Schrauben nachziehen, und irgendwann geht’s nicht
mehr... Dabei ist eine feste Verbindung zwischen Chassis und
Schallwand essenziell. Der Klang soll sich ja allein aus den Be-
wegungen der Membranfläche ergeben – nicht aus Membranbe-
wegung plus Wackeln. Der Hochtöner ist übrigens aus ähnlichen
Gründen mithilfe einer Gummidichtung mechanisch vom Gehäuse
entkoppelt. .....
Daraus lese ich, dass es schlecht ist, wenn Chassis so schlecht in der Schallwand befestigt sind, dass sie wackeln. Das ist für mich nachvollziehbar. Ich lese jedoch nicht, dass man aus diesem Grund Chassis (hier explizit Hochtöner) nicht '...mit Hilfe einer Gummidichtung mechanich vom Gehäuse entkoppeln...', d.h. elastisch lagern sollte.

Ich erinnere mich auch an den Thread 'Vier Wege führen nach Romvon Christoph Gebhard, in dem er die Entkopplung von Mittel- und Hochtöner von der Schallwand mechanisch beschrieben und auch messtechnische Unterschiede gefunden hat (ab Beitrag #65).

Leider sind die entsprechenden Abbildungen der Messungen im Archiv nicht mehr sichtbar, aber das Fazit von Christoph war:
Zitat:Grundsätzlich als Erklärung zu allen vier Diagrammen: Die Berge in den ersten 50ms entstehen vor allem durch den Direktschall, der sich um das Gehäuse herum beugt bzw. vom Raum reflektiert und so zum Mikro geleitet wird. Hier konnte ich mit meiner Sitzposition schon leichte Unterschiede provozieren.

Wirklich spannend sind aber die Resonanzen um 562 Hz, 897 Hz und 1389 Hz. Sie sind zwar zwischen 20 und 30dB leiser als der Nutzschall (wohlgemerkt direkt vor der Rückwand gemessen), aber schwingen extrem lange (fast eine Sekunde) nach. Wenn man diese Frequenzen als Sinustöne auf das Chassis gibt und dann abrupt abschaltet, hört man diese Frequenzen auch in großem Hörabstand glockenartig nachschwingen. Ich könnte mir also sehr gut vorstellen, dass man sie im ungünstigsten Fall auch bei Musik wahrnehmen kann.

Wirklich erfreulich ist natürlich die Tatsache, dass bei der Montage mit Gummipuffer die Resonanzen deutlich reduziert bzw. gar nicht mehr erkennbar sind. Auch das konnte ich mit sinusförmigen Signalen per Ohr problemlos nachvollziehen.

Fazit: Der Gummipuffer-Trick bzw. die Entkopplung des Chassis vom Gehäuse funktioniert sowohl mess- als auch gehörtechnisch zweifelsfrei. Danke an JFA für den Tip! Für kompromisslose Projekte würde ich diese Montage bei Hoch- und Mitteltönern immer empfehlen, zumal ich keine Nachteile feststellen konnte.

Also wäre mein Fazit: Chassis sollen nicht wackelig im Lautsprechergehäuse befestigt werden. Eine Entkopplung von Hoch- und Mitteltöner kann mess- als auch gehörtechnisch Vorteile bringen.

Darüber hinaus siehe auch Linkwitz 'Mounting a driver to a baffle'.

Grüße,
Christoph
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