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TDA2030 Hommage
#1
Hallo,

Vielleicht hat es der ein oder andere von Euch gemerkt, die TDA20xx Serie wird 50 Jahre alt! Es gibt Quellen die nennen 1977 als Erscheinungsjahr, es gibt wohl auch erste Muster aus 1976.

Die Geschichte:
Man sollte sich mal die Geschichte des TDA20xx anschauen. Vor ca. 50 Jahren in Italien entwickelt, in dem genialen Pentawattgehäuse (TO220 – 5). Eigentlich gedacht für Radios oder kleine Compaktanlagen, Autoradios. Wenig externe Bauteile waren notwendig. Man musste nichts „einstellen“, kein Ruhestrom, kein DC-Offset, kein Ub 1/2. Das IC war durchdacht und funktionierte wirklich prima und konnte Leitungen bis zu 10 Watt gut verarbeiten.
Dann kam natürlich dann der Ruf nach immer mehr Leistung und das kleine IC wurde immer mehr ausgequetscht, vornehmlich durch das Hochsetzen der Versorgungsspannung und der internen Strombegrenzung. So schaffte man im 4 Ohm Betrieb Leistungen um die 35 Watt (TDA2060). Dafür war das Ganze eigentlich nie entwickelt, thermisch ist das nur ganz schwer zu handeln, gerade im 4 Ohm Betrieb. Leistungen die eigentlich auch niemand braucht. Wer sie braucht, kauft oder baut kein Gerät mit TDA 20xx.

Wie sieht es heutezutage aus?
Bausätze von diversen chinesischen Anbietern sind fast immer qualitativ und schaltungstechnisch sehr schlecht. Qualitativ minderwertige Platinen und Bauteile, zu kleine Kühlkörper, falsche Bauteilwerte, Einweggleichrichtung. Ganz schlimm ist die Tatsache, dass die Schaltungen bei Versorgung mit +/- Spannung keine Schutzschaltung für den Lausprecher haben. Das macht sie zu einem potentiellen Lausprechergriller. Und dann lässt man das IC am absoluten Limit laufen, … Hauptsache das Teil funktioniert irgendwie.

Die Idee:
Vor ca. 1 Jahr kam ich auf die Idee, dass man mal wieder mit dem TDA2030 experimentieren könnte, eigentlich aus nostalgischen Gründen. Ich habe mir einen Verstärker mit dem TDA2030A aufgebaut und dabei experimentiert, mit unipolarer und +/- Spannung getestet, mit verschiedenen Spannungen, Gegenkopplung usw.
Meinen Ohren nach ist klanglich die Version mit unipolarer Versorgungsspannung (Ausgangselko) klar zu bevorzugen. Es klingt dann insgesamt etwas runder und angenehmer, gerade in den Mitten. Die Version mit +/- Spannung klingt härter und hat so was harsches in den oberen Mitten und Höhen. Was ich auch festgestellt habe ist, dass man die Gegenkopplung durch die Widerstandteiler etwas stärker einstellen sollte, das rundet zusätzlich ab (in beiden Spannungs-Varianten). Ein großer Faktor ist die Betriebsspannung, der TDA2030A darf ja laut Datenblatt bis zu 36 Volt (+/- 18). Man sollte mit der Versorgungsspannung im Bereich von 15-30 Volt bleiben. Unter 15 Volt klingt das Ganze schlapp über 30 Volt kommt man in einen thermisch schon wieder ungünstigen Bereich. Wer tatsächlich 15 Watt Sinus oder mehr dauerhaft braucht, sollte sich nach einem anderen IC umschauen.
Meine Version arbeitet mit rund 19 Volt Betriebsspannung. Das ergibt ca. 6 Watt Sinus an 4 Ohm. Das ist schonmal mehr als z.B. ein EL84 SE liefert. Die Gegenkopplung ist etwas stärker ausgelegt, hochwertige Bauteile, sauber eingemessener Spannungsteiler am Eingang, somit auch eine gleichmäßig einsetzende Verzerrung am Ausgang.
Klanglich bin ich echt überrascht von dem TDA2030A, ich würde den Klang einfach als „rund“, "analog" bezeichnen, das passt einfach immer.

Die Frage:
Jetzt stellt sich die Frage ob hier Interesse an einer „Hommage-Platine“ besteht? Das wird natürlich nicht ganz so günstig wie die China-Bausätze zu diesem Thema, die gibt es für 5 Euro beim China-Online-Handel, aber wer will sowas?
Ich würde da was zeichnen, gleich mit Netzteil und Anti-Plopp-Schaltung mit auf der Platine. So ein Verstärker würde sich auch gut eignen, um Trafos aus der Bastelkiste zu verwerten. Oder noch besser, schaut mal bei Euch zu Hause nach, wieviel alte ungebrauchte Laptopnetzteile findet Ihr? Die haben 19 oder 20 Volt, perfekt für einen 6 Watt Sinus an 4 Ohm Verstärker zu bauen. Ein qualitativ ordentliches Steckernetzteil mit 18 oder 24 Volt und 2 A kostet rund 12 Euro.

Was meint Ihr? Bestände da Interesse?

Viele Grüße
Frank
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#2
Moin Frank,

Interesse an Platinen habe ich zwar nicht - kann andere Mitglieder aber nur ermutigen das mal zu testen. Thumbs_up Smile

Habe vor vielen Jahren einen "Spaß" Amp mit TDA 2003 Bausätzen von Pollin zusammengedengelt...
...komplett doppel Mono mit alten Trafos aus dem Fundus in einem Gehäuse (vormals Gehäuse von einem defekten Tape Deck).
Ich kann Deiner Beschreibung nur zustimmen:
Zitat:Klanglich bin ich echt überrascht von dem TDA2030A, ich würde den Klang einfach als „rund“, "analog" bezeichnen, das passt einfach immer.


.pdf   Bausatz_Pollin Verstärker TDA2003.pdf (Größe: 87,79 KB / Downloads: 7)

Beim "Amp Battle" (Transistoren) damals bei uns im Garten lief der IC außer Konkurrenz...war nicht "schlechter" als die anderen Amps. Cool
https://www.diy-hifi-forum.eu/forumdisplay.php?fid=133
https://www.diy-hifi-forum.eu/showthread...#pid312011
Gruß Karsten

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
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#3
Moin Frank,
ich habe was im Einsatz mit dem TDA2030A. Ist eine Brücken-Endstufe mit zwei TDA´s und jeweils ein BD249 / BD250 dahinter. Hat an +/- 12V (zwei Autobatterien) 80W an 2 Ohm. Die Schaltung / Platine ist aus Elektor 2/86. Ich habe da zwei Bass-Exiter auf Gehwegplatten parallel dran und verscheuche sehr effektiv Wühlmäuse Big Grin .

Kann man mit Sicherheit auch gut Musik damit hören, Elektor meint, in dieser Beschaltung gehen mit +/-18V auch 100W an 4 Ohm.

Frage: Was geht mit dem TDA 2030, was der TDA 7293/94 nicht auch kann?

P.S. Karsten, 2030 nicht 2003, das ist ein anderer (sozusagen der Carsten) ...
Gruß Klaus

Meinen tut der, der zum Wissen zu faul und zum Glauben zu schwach ist (Lisa Eckart)
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#4
Hallo,

Danke für Eure Rückmeldungen.

@ Klaus:
Deine "Boosterschaltung" kenne ich, die gibt es ja auch im Datenblatt des TDA2030A.
Vom TDA7293/94 habe ich schon gelesen, habe ihn aber noch nicht gehört. Soll ja auch gut klingen. Preislich liegt er ja um einiges höher als der TDA2030.
Wahrscheinlich kann der TDA2030 nicht mehr als der TDA7293.

Das Ziel des Projekts soll ein sehr einfach zu realisierender Verstärker sein, den auch der ungeübte Nachbauer umsetzen kann, das Ganze noch recht preisgünstig und mit der Möglichkeit, z.B. ein Laptopnetzteil oder einen vorhandenen Trafo zu recyclen.
Klingen tut es dann auch nocht gut. Und letztendlich noch das Jubeläum.

Vielleicht noch ein Hinweis, ich sehe das wieder als Communityprojekt ohne Gewinnerzielungsabsicht.

Viele Grüße
Frank
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#5
Claus, ich kann lesen - Danke.  Wink
Du hast nicht verstanden was ich mit meinem Post ausdrücken wollte.
Gruß Karsten

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
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#6
Moin, eventuell was für alle, die einen Messverstärker, der nicht BTL ist, brauchen.
Ist bei SE dann mit Koppelkondensator vorm Speaker ?
Gute Idee.
In Hamburg sagt man, Moin , LG Olaf_HH
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#7
Die Dinger gibt es bis zum TDA2060 mit 60 W hoch. Ich hatte mal Verzerrungsmessungen gesehen, die waren für den 2050 bei 1 kHz ziemlich gut, also < - 90 dB bei 1 W. Und der chinesische (edit: taiwanesische) Nachbau war auch ähnlich gut, nur andere Verteilung der Harmonischen.

https://www.youtube.com/watch?v=T5YhE7WKRNw&t=606s
https://www.youtube.com/watch?v=30hwUoZZc1o
https://kit-amp.com/tda2050utc-amplifier-testing
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