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Hallo,
Ich würde Euch gerne ein Community-Projekt vorstellen. Ich möchte gleich vorausstellen, dass ich daran nichts verdiene und alle Teile zum Selbstkostenpreis weitergebe.
Dazu eine kurze Vorgeschichte: Im Analog-Forum, Dual-Board, Dampfradioforum und Analog-Forum wurden von mir schon zwei Community-Projekte angestoßen. Den ein oder anderen Benutzernamen hier kenne ich auch aus anderen Foren, vielleicht ist das Projekt auch schon bekannt.
Es nennt sich El Cheapo und basiert auf einer alten Schaltung mit dem 2N3055.
Die Grundlage habe ich seinerzeit hier gefunden:
https://pe2bz.philpem.me.uk/Misc/-%20Audio…o/project12.htm
https://sound-au.com/project12a.htm
Ich möchte hier nicht zu weit ausholen, aber der Verstärker wurde im Rahmen des Projektes weiterentwickelt und verbessert. Letztendlich habe ich die Schaltung erweitert und eine einfache Ruhestromregelung eingebaut. Die Gegenkopplung und damit auch die Empfindlichkeit ist einstellbar. Dadurch entstand da ein sehr wohlklingender Verstärker.
Ein paar kleine Details:
- Aufgebaut mit dem wohl bekanntesten Transistor überhaupt, dem 2N3055.
- Simples Design, nur das Allernötigste an Bauteilen.
- Die Endstufe ist quasikomplimentär aufgebaut, ein fast vergessenes Schaltungsprinzip und ein fast vergessener Klang.
- Die Vorstufe ist ganz klassisch als Emitterfolger aufgebaut, kein Differenzverstärker mit seinen bekannten Problemen.
- Die Endstufentransistoren werden zur Phasenumkehr mit PNP/NPN Treibern gesteuert.
- Es wird nur eine einfache Versorgungsspannung benötigt, daher wird noch ein Ausgangselko verwendet. Auch eine fast vergessene Technik.
Leistungsmäßig sprechen wir von ca. 25 Watt Sinus und ca. 40 Watt Musikleistung ab 4 Ohm, bei 8 Ohm von ca. 18 Watt Sinus und 25 Watt Musikleistung. Erfreulich ist der geringe Stromverbrauch, bei mir trotz überdimensioniertem Netzteil bei Zimmerlautstärke gerade 7 Watt für einen Stereoverstärker
Vor ca. 3 Jahren habe ich dann im Rahmen einer Sammelbestellung eine Platine fertigen lassen und dazu eine Aufbauanleitung verfasst. Die erste Platine beinhaltete nur die Verstärkerschaltung, Netzteil, Einschaltverzögerung mussten extern aufgebaut werden.
Der Verstärker wurd vielfach nachgebaut, nicht nur als Stereo-Hifi-Verstärker, er wurde auch in Jukeboxen, Gitarrenverstärkern und Aktivboxen verwendet.
Er wurde auch noch weiterentwickelt, zu einer sogenannten „hot“ Version, mit erhöhtem Ruhestrom, dazu später mehr.
Letztes Jahr habe ich die letzten Platinen abgegeben und eigentlich habe ich das Ende des Projekts verkündet und alle Daten, auch die Gerber-Dateien weiteregegeben.
Naja, dann kamen wieder Anfragen und warum das Projekt nicht wieder aufleben lassen ….
Also habe ich die Platine umgezeichnet und gleich die Einschaltverzögerung dazugepackt. Außerdem habe ich auf vielfachen Wunsch auch Netzteilplatinen entworfen und fertigen lassen.
Zu guten Letzt gab es dann auch noch eine Platine für die „hot“ Version und eine „compact“ Version, die ich Euch auch noch vorstellen möchte.
Ich würde Euch gerne nun ein Teil nach dem anderen vorstellen, vielleicht hat ja jemand von Euch Lust, auch einen Nachbau des Verstärkers entstehen zu lassen.
Nochmals, ich verdiene nichts daran und gebe alle Teile zum Selbstkostenpreis weiter.
Ich würde dann mit der modifizierten Platine anfangen, ich nenne sie „El Cheapo classic“. Diese ist auch für den noch nicht so ganz erfahrenen Nachbauer geeignet.
Ein Bild der bestückten Platine habe ich leider noch nicht. Damit Ihr Euch ein Bild machen könnt, hätte ich das hier:
Und ein Bild aus KiCad:
Und nun die Aufbauanleitung, aus der Ihr Euch alle erforderlichen Infos holen könnt. Ich weiß, dass sie sehr ausführlich ist und es viel zu lesen gibt.
https://drive.google.com/file/d/1DGEtLKG...drive_link
Preislich sind wir für eine Stereoversion, also zwei Platinen, 2 NTCs und vier Kühlkörper im Bereich von 18-20 Euro.
In den nächsten Beiträgen würde ich Euch dann gerne die Netzteilplatinen und El Cheapo „hot“ und „compact“ vorstellen.
Es gibt auch noch ein weiteres Projekt, einen Phono-Vorverstärker auf Basis des Dual TVV43 (Germanium). Dann ist noch eine TDA2030 Platine in der Planung. Dazu aber später in einem anderen Thread.
Viele Grüße
Frank
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Schönes Projekt!
Danke fürs Teilen.
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Hallo,
als nächstes wollte ich Euch die Netzteilplatinen vorstellen.
Es gibt eine Stereoversion und eine Monoversion. Die Stereoversion dient für klassische Verstärker, die Monoversion kann für Monoblocks, Gitarrenverstärker oder Aktivlautsprecher verwendet werden.
Beide Versionen erzeugen gleich auch die Hilfsspannung für die Einschaltverzögerung.
Das Konzept sieht eine Gleichrichtung mit superschnellen Gleichrichterdioden vor, die auch die im Stromnetz immer weiter zunehmenden HF-Anteile verarbeiten können. Parallel zu jeder Diode ist ein MKP Kondensator geschaltet der die Schaltflanken der Diode entstört. Außerdem ist jeder Elko mit einem MKP-Kondensator geblockt. Die kleinen Widerstände dienen zum Schutz der Dioden, eine Sicherung ist auch gleich mit dabei.
Hier Bilder der Platinen:
Die Aufbauanleitung kann man hier runterladen:
https://drive.google.com/file/d/10JBTt56...drive_link
Der Preis für eine Monoplatine liegt bei ca. 2,50 Euro, für eine Stereoplatine bei ca. 4,50 Euro.
Viele Grüße
Frank
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Mir gefällt das Projekt sehr gut. Was kostet die Bestückung so pi x Daumen?
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16.02.2026, 14:34
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.02.2026, 15:00 von E280F.)
(15.02.2026, 23:06)Dexan schrieb: Mir gefällt das Projekt sehr gut. Was kostet die Bestückung so pi x Daumen?
Das kommt immer darauf an, was für Bauteile Du verwendest. Hast Du vielleicht noch gute Halbleiter (2N3055) in der Bastelkiste?
Das teuerste sind die Endstufentransistoren, ein 2N3055 aus aktueller, hochwertiger Fertigung kostet ca. 5 Euro, einen KD501, 502 oder 503 bekommt man für 2 bis 3 Euro. Billigheimer 2N3055 (nicht empfohlen) kosten 90 Cent.
Der Ausgangselko kostet in hochwertiger Ausführung 2 Euro, man bekommt aber auch welche für 70 Cent. Die Widerstände und die restlichen Elkos sind "Cent-Kram", Das Relais kostet 2 Euro. Ein ordentlicher Eingangskondensator nochmal 1 bis 2 Euro. Die restlichen Halbleiter je nach Qualität nochmal 2 bis 4 Euro.
Gleiches gilt für die Bestückung des Netzteils, die Dioden und die MKP Kondensatoren kosten für ein Stereonetzteil rund 5 Euro, bei den Elkos kommt es auf die Qualität an.
Beim Trafo auch wieder das gleiche Spiel, liegt was passendes in der Bastelkiste? Ringkern? Normale Bauform? Vielleicht auch was gebrauchtes oder NOS Ware aus Ebay? Ich würde sagen 20 - 50 Euro.
Viele Grüße
Frank
Hallo, nun zum "hot":
Als nächstes möchte ich Euch den EL Cheapo „hot“ vorstellen.
Dazu möchte ich Euch ein Bild zeigen:
Ich habe die El Cheapo Platine so umgebaut, dass die TO-3 Transistoren auf einem Kühlwinkel montiert sind. So kann der Kühlwinkel an einen Kühlkörper oder eine Gehäusewand angeflanscht werden. Denkbar wäre auch ein (Holz)Gehäuse bei dem man außen ein größeren Kühlkörper anschraubt, und dann von innen die Platine anflanscht. Dadurch kann wesentlich mehr Wärme abgeführt werden.
Zusätzlich habe ich noch eine Bootstrapp-Schaltung eingebaut, Platz für einen größeren (möglicherweise qualitativ besseren) Eingangskondensator zu verbauen. Anstatt einem Ausgangselko, sind drei Stück parallel verbaut, das senkt den Innenwiderstand. Außerdem ist die symmetrische Vollaussteuerung einstellbar.
Die „hot“ Version richtet sich an Nachbauer, denen diese Umsetzung und/oder die El Cheapo „heiß“ betreiben möchten, dazu gleich mehr.
Was bedeutet nun „heiß“ oder „kalt“?
"Kalt" bedeutet, dass der El Cheapo "hot" ganz normal mit ca. 50 mA Ruhestrom betrieben wird. Die "hot" Platine bietet zusätzlich die o.a. Vorteile und Zusatzausstattungen.
Was bedeutet nun "heiß"? Dazu ein paar Vorworte:
Seit ich das El Cheapo Projekt gestartet habe sind viele Nachbauten entstanden. Mit vielen der Erbauern stehe ich heute noch in Kontakt.
Die meisten der Nachbauer sind mit El Cheapo klanglich zufrieden. Sehr oft wurde mir zurückgespiegelt, dass El Cheapo immer angenehm, nie aufdringlich, räumlich gut gestaffelt klingt, ein Verstärker für „den ganzen Tag“, der auch nach langem Hören nicht nervt und auch höhere Pegel ohne Änderung des Klangbildes wiedergeben kann.
Es gab auch andere Stimmen, so wurde ihm eine gewisse Schwäche in der Auflösung im oberen Mitten- und Hochtonbereich attestiert. Dieses Verhalten ist aber auch abhängig von den verwendeten Lautsprechern und zeigt sich insbesondere bei hoch audiophilem Musikmaterial. Ich möchte dazu sagen, dass mir diese Schwäche nicht oder nicht in diesem Maße aufgefallen ist. Das hängt wohl auch mit meinem Hör- und Musikgeschmack zusammen. Ein Klangbild ist ja auch immer was Subjektives.
So genug der Vorrede.
Foristen aus dem AAA-Forum hat einen „heißen“ El Cheapo gebaut. Was bedeutet das? Sie haben den Ruhestrom von ca. 40-50 mA auf ca. 200 mA angehoben und El Cheapo mit einem Audio-Analyser bei verschiedenen Gegenkopplungseinstellungen auf das Klirrverhalten untersucht und so eine optimale Einstellung gefunden.
Diese neue Abstimmung von El Cheapo führte zu einem Anstieg der Auflösung im oberen Mitten- und Höhenbereich.
Durch diese Maßnahmen ist ein Verstärker entstanden der im mit AB-Arbeitspunkt läuft und klanglich einem Verstärker mit A-Arbeitspunkt wenig nachsteht. Der Vorteil liegt in dem wesentlich geringeren Stromverbrauch gegenüber einem Verstärker mit A-Arbeitspunkt. Der Kühlungsaufwand ist daher auch um einiges geringer.
Jetzt könnte man sagen ich lasse meinen El Cheapo auf jeden Fall mit dem erhöhten Ruhestrom laufen. Das bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Heutzutage muss man ja auch immer auf den Stromverbrauch eines Gerätes eingehen, der steigt natürlich um ca. 10 Watt pro Kanal an. Der Gesamtstromverbrauch ist jedoch immer noch recht gering und liegt bei 40-50 Watt für einen Stereoverstärker. Das verbraucht auch fast jedes „Fertiggerät“. Sehr weit weg sind wir auch von Class-A Verstärkern, die ja teilweise bis zu 100 Watt pro Kanal in Wärme umsetzen.
Und da sind wir gleich beim nächsten Thema: Beim heißen El Cheapo müssen ca. 4,5 Watt pro Endstufentransistor an Wärme abgeführt werden. Das funktioniert nicht mit den Fingerkühlkörpern. Die El Cheapo hot Platine bietet jetzt die Möglichkeit einen „heißen“ Verstärker ohne zusätzlichen Aufwand zu bauen. Da die beiden Endstufentransistoren ca. 9 Watt Verlustleistung erzeugen, ist ein Kühlkörper mit K/W Wert von weniger als 2 K/W pro Kanal erforderlich. Das kann ein einzelner Kühlkörper sein, aber auch eine entsprechend ausgeformte Gehäusewand oder -boden eines Aluminiumgehäuses.
Abschließend muss ich natürlich auch sagen, dass der Aufwand für den Aufbau höher ist als beim EL Cheapo "classic". Die handwerklichen und technischen Ansprüche sind höher, das möchte ich nicht verschweigen.
Preislich sind wir bei rund 5 Euro pro Platine plus rund 5 Euro für den Kühlwinkel.
Hier findet Ihr die Aufbauanleitung mit weiteren Details:
https://drive.google.com/file/d/1HStJTcM...drive_link
Viele Grüße
Frank
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(16.02.2026, 14:34)E280F schrieb: (15.02.2026, 23:06)Dexan schrieb: Mir gefällt das Projekt sehr gut. Was kostet die Bestückung so pi x Daumen?
Das kommt immer darauf an, was für Bauteile Du verwendest. Hast Du vielleicht noch gute Halbleiter (2N3055) in der Bastelkiste?
Das teuerste sind die Endstufentransistoren, ein 2N3055 aus aktueller, hochwertiger Fertigung kostet ca. 5 Euro, einen KD501, 502 oder 503 bekommt man für 2 bis 3 Euro. Billigheimer 2N3055 (nicht empfohlen) kosten 90 Cent.
Ich habe seit Mitte/Ende der 80er noch 6 oder 8 2N3055 rumliegen. Mir geht es auch nicht um eine genaue Summe, entschuldige meine Faulheit, ich mag nur nicht alle Bauteile jagen um zu sehen in welcher Preisregion sich das bewegt. Ich habe genug Trafos, SMPSs und Gehäuse rumliegen und eine NT Platine brauche ich nicht. Für eine Einschätzung rechne gerne die Transistoren dazu, eine grobe Einschätzung pro Endstufenkanal wäre jedenfalls super, falls ich doch mehr als ein Stereo Set bauen würde (aktiv ist eine Option).
Ich würde gerne einen Verstärker bzw Endstufe bauen, so oder so (wenn nicht zu teuer), wenn ich davon begeistert bin, würde ich vielleicht auch mehrere Verstärker für MT/HT in einem aktiven System ersetzen.
Die Kühlkörper sind für Fullrange vielleicht etwas knapp für die Verlustleistung, wie heiss werden die bei Nennleistung?
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Hallo,
die alten 2N3055 würde ich auf jeden ausmessen (siehe Aufbauanleitung) und verwenden.
Ich habe mal kalkuliert, Bauteilpreise von Reichelt:
Platine inkl. NTC und Kühlkörper, günstige Bauteile (ohne 2N3055), keine Schraubterminals, alles zusammen ca. 18-20 Euro pro Kanal.
Das Gleiche mit hochwertigen Bauteilen, Schraubterminals, ca. 25-28 Euro.
Zur Kühlung mit den Fingerkühlkörpern kann ich leider nur sagen: "Kommt darauf an".
Bei Vollast an 4 Ohm und 35 Volt Versorgungsspannung erzeugt jeder Endstufentransistor gut 4 Watt Wärme. Die Fingerkühlkörper haben laut Datenblatt 6 K/W.
Als ich damals entwickelt habe, wurde der Verstärker (ohne Gehäuse) bei 35 V und 3,5 Ohm Last 15 Minuten mit Vollast Sinus gequält. Da waren die Transistoren 55 - 60 grad warm. Das sind jedoch keine "natürlichen" Betriebsbedingungen. Es gibt Gitarrenverstärker, da wird die Schaltung auch gequält, allerdings in einem Gehäuse ohne Rückwand. Funktioniert mit Fingerkühlkörpern. Bis jetzt hat mich noch keine Nachricht erhalten, dass jemand thermische Probleme hatte. Vorausgesetzt wird jedoch immer eine gute Belüftung.
Ich kann ja nicht sagen, was Fullrange leistungsmäßig bei Dir bedeutet, im Zweifelsfall würde ich auf die El Cheapo "hot" (oder den "compact" den ich noch vorstellen werde) zurückgreifen und einen Kühlkörper anflanschen. Dann kann wirklich nichts schiefgehen.
Viele Grüße
Frank
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Irgendwie werden seit gestern Erinnerungen an meinen schönen alten Elektor Equa wach.
Irgendwie sind BD139/140 und 2N3055 bis heute nicht aus der Mode gekommen.
Gruß
Arnim
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Hallo,
ich möchte Euch noch den dritten El Cheapo vorstellen. Ich nenne ihn El Cheapo „compact“.
Wieso „compact“? Durch die Verwendung von Darlingtontransistoren in der Endstufe konnte die Bauteilzahl verringert werden und die Platine auf 145 x 65 mm, also „Smartphonegröße“ verkleinert werden. Die Endstufendarlingtons sind unterhalb der Platine verbaut, sodass die Platine auf einen Kühlkörper oder an eine Gehäusewand- oder boden „angeflanscht“ werden kann. So können sehr kompakte Verstärker verwirklich werden.
Hier ein Bild:
Technisch ist die Endstufe nun komplimentär aufgebaut, also ein PNP- und ein NPN-Darlington in der Endstufe. Daher unterscheidet sich der Klang auch minimal.
Auch der El Cheapo „compact“ hat die „Zusatzausstattung“, die der EL Cheapo „hot“ schon bekommen hat, also eine Bootstrapp-Schaltung, Platz für einen größeren (möglicherweise qualitativ besseren) Eingangskondensator. Anstatt einem Ausgangselko, sind drei Stück parallel verbaut, das senkt den Innenwiderstand. Außerdem ist die symmetrische Vollaussteuerung einstellbar.
Je nach verwendetem Kühlkörper ist der „compact“ kalt oder heiß umsetzbar, zum Thema „heiß oder kalt“ bitte den Beitrag zum El Chepo „hot“ lesen. Die heiße Variante des „compact“ würde ich dem erfahrenen Bastler empfehlen, die kalte Variante ist unproblematisch.
Auch hier gibt es eine Aufbauanleitung, der Ihr weitere Details entnehmen könnt:
https://drive.google.com/file/d/11n3OXLf...drive_link
Die Platine kostet rund 3,50 Euro, ich habe auch noch ein paar der auf dem Bild gezeigten Kühlkörper vorrätig.
Viele Grüße
Frank
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Hallo Frank,
welche klanglichen Eigenschaften hat denn dieser Flashback in die 60er Jahre denn klanglich? Ich habe aus dieser Zeit klanglich die grauenhaftesten Erinnerungen, gerade auch an die Elektronik von DUAL.
Anderseits ist der Gebrauch von wenigen Bauteilen interessant, aber da gibt es ja auch die First Watt von Pass oder den Klasse A von Hiraga.
Ein Elko im Ausgang reduziert den Dämpfungsfaktor, und das ist ja nicht generell empfehlenswert.
Ich möchte mit meinen Fragen das Thema nicht sprengen. Es wäre nett, wenn du den Einsatzbereich der kleinen Verstärker beschreiben könntest.
Gruß Kalle
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17.02.2026, 13:48
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.02.2026, 13:53 von ArLo62.)
Moin Kalle!
So früh noch wach? Wir haben Ende der 70er den Equa auf 100 Wattt aufgeblasen. Der hatte immer noch die 2200u im Ausgang. Ich schwöre, dass der auch heute noch den meisten verkauften Mist "an die Wand spielt". Der Vorteil ist außerdem, selbst größere Fehler gehen ohne abgefackrlte Schwingspulen durch. Gut früher hatten wir keine Hochwirkungsgradlautsprecher weiß nicht wie der Equa sich Daten macht würde. Ich habe nur keine Lust noch mal so ein Ding aufzubauen.
Edit: Ah ja, und gemessen haben wir damals auch schon.
Und echte 25 Watt sind fürs Wohnzimmer auch in der Regel genug.
Gruß
Arnim
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(17.02.2026, 13:11)Kalle schrieb: Hallo Frank,
welche klanglichen Eigenschaften hat denn dieser Flashback in die 60er Jahre denn klanglich? Ich habe aus dieser Zeit klanglich die grauenhaftesten Erinnerungen, gerade auch an die Elektronik von DUAL.
Anderseits ist der Gebrauch von wenigen Bauteilen interessant, aber da gibt es ja auch die First Watt von Pass oder den Klasse A von Hiraga.
Ein Elko im Ausgang reduziert den Dämpfungsfaktor, und das ist ja nicht generell empfehlenswert.
Ich möchte mit meinen Fragen das Thema nicht sprengen. Es wäre nett, wenn du den Einsatzbereich der kleinen Verstärker beschreiben könntest.
Gruß Kalle
Hallo Kalle,
ich kann Deine Bedenken verstehen und nachvollziehen, wie jedoch EL Cheapo zeigt lag der grauenhafte 60er Klang nicht an den Schaltungstechnik sondern an den gruseligen Klangregelnetzwerken und den zu klein dimensionierten Kondensatoren und Elkos und der damit verbundenen hohen unteren Grenzfrequenz (Bassschwäche).
Ich hole mal wieder etwas aus, auch mit der Gefahr, dass das jetzt wie eine Selbstbeweihräucherung klingt.
Als ich El Cheapo fertig „auf dem Brettchen“ aufgebaut hatte und am Oszi abgeglichen hatte durfte er natürlich an die Lautsprecher. Ich war echt überrascht, das war da geboten war hatte ich nicht erwartet. Also bin ich ein paar Tage später zu meinem Kumpel gefahren, ein sehr erfahrener „Verstärker-DIYer“, der aber hauptsächlich mit Röhren arbeitet. Als die Kiste dann etwas warmgelaufen war meinte er nur: “Man kann kaum glauben, dass das eine Transe ist“. Wir „bastelten“ noch ein wenig an der Schaltung rum, anderer Eingangskondensator, ein leicht angepasster Arbeitspunkt am Vorstufentransistor.
Zu Hause ersetzte ich die 3DD15D Chinaknaller in der Endstufe durch KD501 von Tesla, was nochmals eine Verbesserung brachte.
Ich versuche den Klang mal zu beschreiben: El Cheapo bietet einen tiefgehenden, kontrollierten und sauberen Bass. Der Elko im Ausgang hat da meines Erachtens keinen negativen Einfluss. Moderne LOW ESR Elkos haben da schon sehr gute Werte. Die Mitten klingen sehr neutral, egal was für ein Musikmaterial da spielt, immer passend. Das gilt auch für oberen Mitten und Höhen, immer sauber und mit einer gewissen Wärme nie scharf und das ohne muffig o.ä. zu sein. Das Ganze ist sehr sauber gestaffelt und gut ortbar, nie verschwommen bei entsprechendem Musikmaterial fast dreidimensional.
Wenige Hörer unterstellen EL Cheapo ein leichte Auflösungsschwäche im oberen Mitten und Höhenbereich, die jedoch auch ein wenig von den Lautsprechern und dem Musikmaterial abhängt. Diese „Schwäche“ fällt jedoch mit Erhöhung des Ruhestroms ("hot"-Version") komplett weg.
Der Klang hängt auch mit der guten Verteilung des Klirrs zusammen, der sehr in Richtung Röhre geht. Dazu empfehle ich die Aufbauanleitung vom El Cheapo „hot“ da findet man auch Messchriebe dazu.
Daher wurde mir oft zurückgespiegelt, dass der Klang in Richtung Triode geht. Ein Nachbauer vergleicht ihn sogar mit seinem 300B Verstärker.
Letztendlich ein Verstärker für den ganzen Tag der nie nervt und auch für intensivere Hörsessions geeignet ist und auch bei höheren Lautstärken sein angenehmes Klangbild nie verliert.
Einsatzbereich? Eigentlich alles für das 25 Watt Sinus an 4 Ohm reicht. Ich hatte ja oben geschrieben, neben dem klassischen „Hifi-Verstärker“ wurde er schon in Aktiv-Lautsprechern, Jukeboxen, Gitarrenverstärkern eingesetzt.
An Lautsprechern hat er auch schon alles gesehen, Breitbänder, Mehrwege, Hörner, „schwierige“ Elektrostaten. 4, 6, 8 und auch 16 Ohm Lautsprecher. Alles hat er ohne zu murren angetrieben. Wobei bei 16 Ohm die Leistung doch etwas zurückgeht.
25 Watt Sinus an 4 Ohm sind schon ordentlich. Man braucht keine hochempfindlichen Lautsprecher. Natürlich wird es bei irgendwann etwas knapp, 83 dB Lautsprecher, 8 Ohm in einem 80 qm Hörraum kann er nicht mit Discolautstärke beschallen.
Anzumerken ist auch der geringe Stromverbrauch, selbst in der "hot" Version.
Viele Grüße
Frank
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Hallo Frank,
vielen Dank für deinen Bericht.
Ich habe da noch eine Frage, ich würde den Amp zum Direktantrieb eines Horntreibers benutzen, wie sieht es mit dem Rauschen bzw. SNT aus, da haben schon manche Verstärker vom kleinen Klasse A bis zu großen Boliden versagt?
Gruß Kalle
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Hallo Kalle,
El Cheapo wurde schon mit einem Hornlautsprecher betrieben, das war ein Horn für den Bassbereich kombiniert mit einem Mittel-/Hochtöner.
Wie es in Deinem speziellen Fall aussieht kann ich natürlich nicht voraussagen. Das Rauschen von EL Cheapo ist sehr niedrig.
SNT ist halt so eine Sache, die erzeugen auch jede Menge an "HF-Schrott", ich habe auch (in anderem Zusammenhang) schon von "pumpenden" SNTs gehört. Es gibt einen Nachbau mit SNT der auch funktioniert, ich kann da aber keine generelle Aussage machen.
Viele Grüße
Frank
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