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FIR Filter
#81
Zitat daraus:

Die Frage, ob sich die Linearisierung des Phasengangs durch eine FIR-Filterung
rentiert, kann nach der die Lautsprecherentwicklung und den Hörtests mit ei-
nem „Jein“ beantwortet werden. So zeigte zwar der AB-Hörversuch, dass es
Klangunterschiede gibt, allerdings wurden diese nur unter aufwendigen Be-
dingungen, wie schnellem Schalten der Stimuli und einer guten Raumakustik,
nachgewiesen. So beeinflusst ein Lautsprecher mit einer linearisierten Phase
durch FIR-Filterung das Ergebnis einer Musikproduktion nur kaum. Allerdings
sollte der Lautsprecher als letztes Glied der Audiosystemkette und Schnittstel-
le zwischen Mensch und Maschine so detailgetreu wie möglich arbeiten. Es ist
zu empfehlen den Vorteil der FIR-Phase in Betracht zu beziehen soweit hohe
Latenzen für bestimmte Anwendungsbereiche z.B. „Musik hören“ oder Maste-
ring akzeptabel sind
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#82
Naja, der Unterschied kann dramatisch sein wenn der Lautsprecher dahingehend entwickelt wurde. FIR kann entscheidende Vorteile bringen, je tiefer es angewendet wird, unso schlechter ist das Ergebnis. Der Lag ist zB bei Stage Monitors oder generell live nicht akzeptabel. Wohlgemerkt bei tiefer frequenz, idR sind IIR Filter + Delay besser.

FIR Filter haben immer lag und haben IMMER pre-ring.
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#83
(Gestern, 10:55)TomBear schrieb: Was man schon hat und wieder vergisst.[Bild: smile.png]

Hatte ich mal gefunden und abgespeichert, aber nie gelesen:

https://www.static.tu.berlin/fileadmin/w...h_MasA.pdf

Ist eine Masterarbeit über einen Monitorlautsprecher mit DSP. FIR kommt da auch drin vor.
Einer der Gutachter ist Anselm Goertz, dürfte also interessant sein.

Viel Spass beim lesen, Tommi

P.s.: Wegen Lipp-Sync. Hab kein AVR.

Danke für den Link

Lehrreicher Stoff  Cool

Grüße Thomas
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#84
Vielleicht eine Anmerkung bezüglich FIR Latenz: Für Musik-Liveauftritte ist das natürlich nix aber für live TV oder Filme von Bluray oder Streaming bedeutet das nicht notwendigerweise Nachteile, da oft das Visuelle durch die Bildverbesserer in den Geräten bereits einige zig Millisekunden verzögert wird.
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#85
Hier noch die Impulzantworten zu den in Beitrag #63 gezeigten Simulationen.

Leider kann ich Impulzantworten nicht gut Interpretieren.
Meine Aussagen unter den Bilder sind von daher mit Vorsicht zu lesen.


Impulse Response (blau) und Step responce (rot)

Für alle gilt
Trennung HT und MT @ 3000 Hz mittel Bessel 24 und Bessel 18

1) IIR Filter ohne Zeitkorrektur
HT inverted
   
Man sieht am ersten Ausschlag nach unten, dass der HT verpolt ist (was hier natürlich so soll). Verpolte HT werden je nach Frequenzweichen-Auslegen häufig eingesetzt und ich konnte bisher keine klanglichen Nachteile feststellen. Auch die Harbeth P3esr hat einen invertierten Hochtöner und der Hochton klingt gut und natürlich.
Der erste Überschwinger kommt wohl, weil nicht HT und MT nicht zeitlich alligned (meine Vermutung)

2) IIR Filter mit Zeitkorrektur HT zu MT
HT inverted
   

Sieht ähnlich aus wie 1) aber ohne Überschwinger

3) FIR-Filter für x-over: linear Phase Filter für x-over HT und MT
HT not inverted
   

Der negative Ausschlag durch den invertieren Hochtöner ist weg (bei linear Phase Bessel Filter keine Invertierung notwendig)
Dafür sieht man jetzt leicht das Pre-Ringing. Es scheint mir allerdings minimal, da die Filter relativ Hochfrequent angesetzt sind.

4)  FIR-Filter für x-over + FIR Bessel Phase linearization Filter 4th order über HT und MT
HT not inverted
   
Gleizeitigeres Ein- und Ausschwingen über einen breiten Frequenzgang. Dafür mehr Pre-Ringing. Nichts ist umsonst.


Ich denke, man sollte nicht versuchen "klanglich" zu viel in die Impulse Response Bilder rein zu interpretieren.
Der größere klangliche Einfluss der verschiedenen Settings ist aus meiner Sicht in den Bilder in Post #63 im Energiefrequenzgang und im Bündelungsverhalten 'sichtbar'.
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#86
Danke. Ist doch aufschlussreich und so, wie es sein sollte bei FIR. Und ja, aus der Sprungantwort kann man keinen Klang interpretieren. Es gibt grauslige Sprungantworten durch einen Filter 4. Ordnung, was aber absolut unhörbar ist. Leider verleitet so eine Messung, da was rein zu interpretieren.
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#87
(06.02.2026, 13:59)walwal schrieb: Latenzen kann doch der AVR ausgleichen mit Lip.Sync, oder reicht das nicht?
Meines Wissens nach dient LipSync dazu, den Ton ans durch diverse Bildverschlimmbesserer eines modernen TVs verzögerte Bild anzupassen. LipSync kann also Audio verzögern, aber nicht das Bild.

Nach ein bisschen KI-Befragung scheint es allerdings z.B. mit VLC möglich zu sein, für den Ton ein negatives Delay für den Ton anzugeben, wobei technisch gesehen dann tatsächlich das Bild verzögert wird.
Viele Grüße
Michael
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#88
(Gestern, 11:36)Dexan schrieb: FIR Filter haben immer lag und haben IMMER pre-ring.

Nein, haben sie nicht. Man kann ein herkömmliches Analog- oder einen IIR-Filter samplen und die daraus gewonnen Taps als FIR Filter verwenden. Kein Lag, kein Pre-Ringing. Erst die Linearphasigkeit bringt das rein,das Lag kann zusätzlich noch durch die Implementierung hinzukommen.
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#89
Gerade entdeckt: https://github.com/VilhoValittu/CamillaFIR ‎<- Schaut ganz nett aus.
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