Meine Satelliten Lautsprecher haben seit jeher das Problem, dass die mit ihrer 200Hz Trennfrequenz eher schwierig mit einem Subwoofer zu verheiraten sind. Die Cabasse Baltic mit TC21 Treiber wurden seinerzeit mit einem 12" Bandpass vom Hersteller verkauft/angeboten. Da der "Vulcan" Bandpass mit seinem geringen Klirrfaktor wenig Stress mit der hohen Trennfrequenz und der Ortung hatte, passte das alles auch halbwegs....maskierte aber durch die Phasenungenauigkeiten den Mitteltonbereich. Aus diesen Gründen hatte ich den Vulcan gegen einen geschlossenen 300-500er Santorin getauscht. Der 12" Santorin war zwar eindeutiger zu orten, sorgte allerdings für eine präzisere Wiedergabe der Satelliten. Eine Idee für eine günstigere Ortung des Subs war, diesen in Hörplatznähe zu positionieren (die Überlegung dahinter: je kürzer der Vektor, desto ungenauer die Winkelbestimmung). Dies funktionierte erstaunlicherweise gut, allerdings ist die hörplatznahe Aufstellposition des Subwoofers relativ modenschwach, da die Raumlängen der Position etwas über 40% betragen. Der Santorin musste weit aufgedreht werden und hatte nicht die notwendige Leistung, einer Modenreduzierten Raumposition gerecht zu werden bzw neigte zu Verzerrungen. Ein weiteren Grund zum Eigenbausubwoofer lieferte der interne DSP des Santorin. Dieser ist eher langsam, sodass er den Bass akustisch einige Meter hinter die Satelliten setzt.
Zusammenfassend musste der Neubau demnach in Hörplatznähe mit geringer Modenunterstützung spielen. Da die vorhergehenden Subwoofer mit 12" Bässen und bis zu 500W Sinus Verstärker-Leistung nicht in der Lage waren die Aufgabe zu bewerkstelligen, wurde eine classA/B Endstufe mit 700Watt Sinus und ein 18" Focal Treiber organisiert. Als Gehäusematerial kamen zwei Eiche Bohlen mit 440cm Länge und 50cm Breite zum Einsatz. Vor der Bearbeitung wog die Holzmenge ca 170kg, nach der Bearbeitung wog das leere Subwoofergehäuse ca. 45kg. Man macht sich keine Vorstellung, wieviele Müll-Säcke an Staub und Späne ich weg tragen durfte. Die Bohlen wurden zuerst auf 40mm Dicke gehobelt, Nach dem die gehobelt waren, wurden die 4cm dicken Bretter zu Platten verleimt und auf einer kleinen selbstgebauten CNC Fräße zu einem 3cm Gehäuse verarbeitet. Die Schallwand und der Deckel des Subwoofers ist dabei 4cm dick geblieben. Das gesamte Gehäuse ist mit einem stark verdünnten einkomponenten PU Harz getränkt, welcher tief in das Holz eingedrungen ist. Nach dem PU Harz wurde das Gehäuse verschliffen und das Finish mit Hartwachsöl erstellt. Der PU Harz diente der Stabilisierung des Holzes und dichtet das Gehäuse ab. Erfahrung mit der Vorgehensweise konnte ich schon einmal bei einem Kugellautsprecher aus Buche machen, der mittlerweile viele Jahre hält und bei dem nichts gerissen ist. Die Füße des Tischsubs wurden mit einem 3D Gummi (TPU) Druck entkoppelt. Nach einigen Versuchen mit dem Füllgrad der 3D Druckteile, zeigte sich eine effektive Entkopplung des Subs vom Boden.
Damit das ganze unverzögert schnell spielt, fiel die Wahl auf eine SAW30 Weiche von Thel. Die selbst gelötete 2Kanal Monoweiche soll die Kanäle miteinander addieren und so den Pegel im Tiefton erstellen, ohne das es zu einer Zeitverzögerung bei der Signalverarbeitung kommt. Die Weiche wurde zusammen mit einem class A Netzteil in zwei alten Mac Mini Gehäuse verbaut. Das Gehäuse dient dem Netzteil unter anderem als passiv Kühlkörper. Erste Messungen mit REW und einem Reckhorn DSP zeigten, dass der DIY Sub dem Schalldruck der Satelliten gewachsen ist. Ab 17Hz spielt der Tischsubwoofer im REW Protokoll. Dabei erzeugt der Sub einen eher schnellen farbig präzisen Bass, dessen Ortung mir selbst bei 200Hz unmöglich erscheint. Die Satelliten spielen nochmal etwas klarer und sauberer wie mit den 12" Vorgängersubwoofer. Die Musik spielt bis in den tiefen Keller hinab und der Bass ist nicht mehr nur ein Fundament.
Zurzeit versuche ich die Thel Weiche einzusetzen, dafür wird aber eine Anpassung der Flankensteilheit auf 12db benötigt. Sollte der Umbau der Flankensteilheit bei der Weiche nicht gelingen, werde ich den Sub weiterführend mit einem DSP betreiben. Im Thema DSP habe ich wenig Erfahrung. Aktuell läuft der Subwoofer an einem geliehenen Reckhorn DSP, welchen ich nur für die ersten Tests und Versuche nutze. Von daher bin ich über Hinweise und Ratschläge zu einer Lösung mit der ursprünglichen Idee der Thel Weiche oder einem passenden (schnellen) DSP interessiert.
Beste Grüße
Christian
Geändert von Cabrio_User (13.08.2025 um 11:14 Uhr)
deiner Empfehlung folgend, habe ich den Mini DSP2x4HD bestellt und werde den testen.
Zum Thema Subwoofer-Aufwand, muss ich kurz ausholen.
Der eigentliche "Bausatz" kam von der CNC runter und wurde nur verleimt bzw das Finish erzeugt. Der Aufwand war demnach eher die Planung als die Umsetzung. In der Planung habe ich gut 4 Wochen verbracht, in der Umsetzung 3-4 Tage. Wobei die Grundlagenforschung zur Planung schlecht definiert werden kann, aber auf Erfahrungen von einem Jahrzehnt mit dem Trikoax zurück geht. Meine Baltic hatte ich seinerzeit in 2015 gebraucht erworben. Damals wußte ich noch nicht, dass es ein Lautsprecher fürs Leben sein kann. Nach nunmehr 10 Jähriger Nutzung kenne ich den Klang gut und habe selten etwas besseres gehört und noch nie etwas, das mir besser gefallen hat. Der Cabasse Baltic Lautsprecher brauchte eigentlich "nur" einen Bass, der ihm gerecht wird. Man kann sich beim Hersteller orientieren, der bei Adriatis, Atlantis oder ähnlichen Trikoax Konzepten die Baltic idealer mit Bass umgesetzt hat. Die Hürde war, das der Bass in mein 55qm Wohnzimmer passen muss. Ich habe leider keinen Platz eine Atlantis mit über 40% freier Raumlänge zur nächsten Wand aufzustellen und dabei ein Stereodreieck von 3x3m zu verwirklichen. Ein Tisch steht aber so oder so an der modenschwächsten Stelle, an der jetzt der Tischsubwoofer arbeitet.
Hast Du ein Gitter vor dem Chassis?
Ich hätte, da Wohnzimmertisch, immer Angst, dass jemand seine Füße in den unteren Spalt schiebt und dabei das Chassis crasht.
Hast Du über Rollen nachgedacht?
Das Verschieben stelle ich mir schwierig vor.
Sehr schön gemacht 👍
Hast Du ein Gitter vor dem Chassis?....
....Das Verschieben stelle ich mir schwierig vor.
Servus,
danke dir, nein ich habe kein Gitter und keine Rollen in dem Bau vorgesehen. Die mir bekannten Downfire Subwoofer haben keine Chassis Gitter. Letztendlich bekommt man alles kaputt und Vandalismus geschützt sind die wenigsten Hifi Anlage.
Die Satelliten Lautsprecher haben einen 8cm dicken Granitsockel, der von unten mit Flies belegt ist. Auf die Weise lassen sich die Lautsprecher einfach positionieren. Deswegen passiert eine Positionsveränderung manchmal unbewußt und alle paar Monate messe ich mein Stereodreieck neu ein. Hatte mir schon überlegt Krepp-Klebestreifen rund um den Sockel auf den Boden zu machen. Mit dem 17kg Treiber im Tischubwoofer, dem Terminal, der Dämmung und Verkabelung hat der Subwoofer ca 60kg. Auf dem Teppich wo er steht, hat den jetzt mein Neffe mit 7 Jahren vor die Couch gerückt um drauf zu spielen. eigentlich ist eine einfache Subwoofer Positionsveränderung nicht wirklich gewollt. Ich überlege eher noch etwas unter die Füße zu kleben, damit man den Tisch bewußt anheben muss, um dessen Position zu verändern.
Moin
sehr schönes Projekt und auch Baubericht.
Ich habe für meine 18 Zoll Sica einfache Metallgitter aus einem Online Shop verwendet. Kosten waren unter 20€ / Stück. plus Halterungen.
Kann ich nur Empfehlen, mir wäre das die Sicherheit wert, nicht doch ausversehen die Membran zu Beschädigen.
Hat der Focal 4 Schwingspulen ? oder seh ich das auf dem Bild falsch ?
Der Focal Treiber ist ein 46KX4. Dieser hat 4 Spulen a 1 Ohm und lässt sich nach dem Schaltbild als 4 Ohm wie auch als 2 oder 1 Ohm Treiber verschalten. Angetrieben wird er von einer Usher Reference 1.5 Endstufe, welche angeblich älteren Bauformen von Nelson Pass Threshold Endstufen ähnlich sein soll. Der Treiber wird im Tischsub als 2x 2 Ohm genutzt. Die Endstufe liefert bei tiefen Frequenzen unter 50Hz bis zu 330Watt (165W pro Kanal), während oberhalb 80Hz lediglich noch 30Watt gefordert sind um den Kugellautsprechern gerecht zu werden. Die Leistung der Usher Endstufe ist wie folgt angegeben.
Sinus-Leistung: 2 x 150 Watt – 8 Ohm 2 x 260 Watt – 4 Ohm 2 x 350 Watt – 2 Ohm
Grundsätzlich rate ich von Reckhorn ab, wenn es um DSPs geht.
Ludger
Hallo Ludger,
heute kam der Reckhorn DSP weg und wurde von dem Mini DSP 2x4 HD ersetzt. Der Reckhorn ist im Vergleich sehr schlecht. Einen so großen Unterschied hatte ich nicht erwartet. Das Chassis bewegt sich deutlich weniger, dafür kommt aber viel mehr raus. Wo es zuvor nur klar war, ist es jetzt klar und raumfüllend. Viele kleine Details oder ein schwacher Hall in der Aufnahme, waren bisher im Bassbereich nicht zu hören und sind jetzt unüberhörbar. Die Verstärkung im Tiefbassbereich wurde um 5db zurück genommen und trotzdem ist die REW Messkurve ähnlich dem Reckhorn. Die Leistung vom AMP bzw dessen Wärmeentwicklung ist deutlich zurück gegangen. Inhalte wie ein schmunzeln einer Männerstimme sind so present, dass man sich fragt wie man das zuvor überhören konnte.
Meiner Erfahrung nach, kann ich ebenfalls nur noch vom Reckhorn abraten.
Hat jemand eine Ahnung wie man zb eine kleine Apple Fernbedienung an den Mini DSP angelernt bekommt? Soweit ich das aus Youtube und Bildern gesehen habe, gibt es im Einstellungsreiter eine Option bei der man die Funktionen mit einer X-Beliebigen Fernbedienung anlernen kann. Das scheint in der aktuellen Software zum Mini DSP nicht mehr zu existieren. Ich vermute man möchte lieber die eigene Fernbedienung verkaufen, anstatt Fremdfabrikate zu unterstützen. Gibt es zu der alten Software noch irgendwo einen Downloadlink? Kennt sich jemand damit aus und kann sagen bis zu welcher Version die Fremd FB unterstützt werden? Oder geht das heute immer noch und man hat nur die Funktion besser versteckt?
Ich besitze halt solche kleinen Apple Fernbedienungen und würde die gern zu dem Zweck von Presets Umschaltungen nutzen.