» über uns

Zeige Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Benutzer
    Registriert seit
    19.03.2009
    Beiträge
    77

    Standard Kleiner Ghettoblaster im 90er Look mit DSP und coolen Features

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	1741795074831-01.jpeg
Hits:	1248
Größe:	266,4 KB
ID:	77150


    Moin! Hier mal ein mehr oder weniger vollständiger Baubericht für eine Boombox mit außergewöhnlichem Design. Die Box ist als Geschenk gedacht und ich wollte ein Design, das es absolut nicht zu kaufen gibt. Von den Maßen her habe ich mich an Lautsprechern wie die Marshall Stanmore orientiert. Also eine Größe, die noch als mobiler Lautsprecher durchgeht, mit dem man aber schon ganz ordentlich Musik hören kann oder mal ne Küchenparty beschallt. Batteriebetrieben sollte das Ganze sein und den Sound sollte man auch anpassen können. Die Wahl der Innereien fiel also relativ leicht. Ein Sure 2x30 Watt DSP Verstärker plus Batterieboard mit 5 18650 Zellen. Damit sollte man schon recht lange steckdosenunabhängig Musik hören können.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	l-1.jpeg
Hits:	868
Größe:	45,1 KB
ID:	77151 Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	l-1.jpeg
Hits:	874
Größe:	49,3 KB
ID:	77152
    Designtechnisch wollte ich es extravagant, möglichst rund und keine langweilige Kiste. Die Beschenkte mag es bunt. Rund und bunt war also die Devise.
    Relativ schnell legte ich mich auf Farbe und Form fest und machte ein paar Zeichnungen. Letztendlich ist dann das dabei herausgekommen:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	speaker_2_way_PR_2025-Mar-14_04-01-46PM-000_CustomizedView18778781890.jpg
Hits:	1183
Größe:	116,5 KB
ID:	77153

    Der Korpus sollte aus einzelnen MPX Segmenten zusammengefügt werden. Front und Rückseite bestehen aus Corian, welches ich gerne verwende.
    Es lässt sich genauso bearbeiten wie Holz, ist sehr fest, sodass man auch Gewinde reinschneiden kann. Durch einfaches Polieren kann leicht ein super Finish erzeigt werden.
    Design und Maße waren in etwa geklärt. Nun ging es ans technische Konzept. Ich wollte es möglichst simpel halten - daher fiel ein 2.1 System aus.
    Es musste also ein Breitbänder gefunden werden, der einen guten Kompromiss zwischen Wirkungsgrad und Tiefgang bietet.
    Die gegebene Gehäusegröße von etwa 4 Litern pro Kammer sind nicht gerade üppig und limitiert die Chassisgröße auf 4 Zoll.
    Ich verbrachte viel Zeit mit Simulationen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden. Letztendlich bin ich beim Tang Band W4-1052SD gelandet, der in Sachen Wirkunsgrad unschlagbar ist.
    Mit etwa 50€ sprengt der jetzt nicht wahnsinnig das Budget.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	w4-1052sd-4.jpg
Hits:	1157
Größe:	10,3 KB
ID:	77154

    Da ich auch einen gescheiten Tiefton haben wollte, fiel ein geschlossenes Gehäuse aus. Ich überlegte mir allerlei unsinnige BR-Konstruktionen, um eine möglichst tiefe untere Grenzfrequenz zu erreichen.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	oben.jpg
Hits:	1160
Größe:	86,3 KB
ID:	77156Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	speaker v431.jpg
Hits:	1152
Größe:	115,9 KB
ID:	77155

    Letztendlich entschied ich mich für eine Passivmembran, die die ganze Konstruktion maßgeblich vereinfachte und die Fläche der Rückseite optimal ausnutzt.
    Die Wahl fiel auf den Peerless SDS-P830880 5,25" Passivradiator, der zu dem Zeitpunkt super günstig zu haben war.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	PR.png
Hits:	1155
Größe:	307,4 KB
ID:	77157

    Nach Klärung der technischen Details ging es auch schon an den Bau. Ich ließ mir eine Frässchablone drucken, um die einzelnen Segmente anfertigen zu können.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	schablone.png
Hits:	1158
Größe:	59,1 KB
ID:	77158Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20240920_151815.jpg
Hits:	1172
Größe:	925,5 KB
ID:	77159
    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20240920_180706.jpg
Hits:	1134
Größe:	940,7 KB
ID:	77160Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241002_180004.jpg
Hits:	1127
Größe:	852,2 KB
ID:	77161


    Spaßig war das überhaupt nicht. Für das nächste Mal lasse ich mir das CNC fräsen. Dann wurden die einzelnen Segmente verschraubt und verklebt und anschließend geschliffen.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241030_141803.jpg
Hits:	1121
Größe:	829,7 KB
ID:	77162Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241030_141913.jpg
Hits:	1147
Größe:	860,4 KB
ID:	77163

    Anschließend wurde der Korpus gebeizt und in mehreren Durchghängben mit Epoxidharz beschichtet und abgedichtet. Danach noch mehrere Schichten Klarlack mit abschließender Politur.
    Zur Beruhigung wurden die Innenseiten mit Alubutyl beklebt.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241113_152532.jpg
Hits:	1121
Größe:	312,9 KB
ID:	77164Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241114_170753.jpg
Hits:	1149
Größe:	524,6 KB
ID:	77165

    Dann mussten Front und Rückseite sowie das Bedienfeld angefertigt werden.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241205_164607.jpg
Hits:	1150
Größe:	748,1 KB
ID:	77166Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241223_165906.jpg
Hits:	1131
Größe:	675,1 KB
ID:	77167

    Weiterhin wurden sämtliche Schalter, Buchsen, Knöpfe, Schrauben und Anbauteile in der passenden RAL Farbe "Erikaviolett" lackiert.
    Das Lackieren war tatsächlich der nervigste Teil des gesamten Baus. Letztendlich waren 2 Spraydosen Farbe und ebensoviel Klarlack nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

    Die Fassungen der Frongitter wurden gezeichnet, gedruckt und ebenfalls lackiert sowie die Gitter selbst.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241223_230439.jpg
Hits:	1145
Größe:	856,3 KB
ID:	77168Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241225_144201.jpg
Hits:	1152
Größe:	954,7 KB
ID:	77169

    Dann konnte alles zusammengebaut werden. Ich habe noch Farblich passendes Gurtband in gelb und rosa zusammengenäht und mit zwei angefertigten Blechen als Griff angebracht.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20250309_184048.jpg
Hits:	1138
Größe:	514,1 KB
ID:	77142Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20250309_184036.jpg
Hits:	1126
Größe:	871,9 KB
ID:	77143

    Das Bedienfeld enthält einen Lautstärkepoti, An/Aus-Schalter, Bluetooth Pairing Taste, 20V Ladebuchse, Druckknopf um den Batteriestand anzuzeigen,
    eine 3,5 mm AUX-in Buchse und die DSP Programmer Schnittstelle als 4-polige miniXLR Buchse.

    Für die LED für Betrieb/BT Verbindung, Ladevorgang und Batteriestand ist mir eine ziemlich elegante Lösung eingefallen.
    Corian ist zwar undurchsichtig, aber bei geringen Wandstärken lichtdurchlässig. Also bohrte ich Sacklöcher in die Rückseite der Front,
    fertigte mir Bleche für die LED, um das Licht von hinten durchscheinen zu lassen. Man könnte sicherlich auf diese Weise auch eine Infrarot Diode
    für die Fernbedienung verstecken.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20250201_154906.jpg
Hits:	1139
Größe:	459,9 KB
ID:	77144Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20241213_160108.jpg
Hits:	1196
Größe:	543,2 KB
ID:	77145

    Am Schluß wurde alles zusammengebaut und das Gehäuse locker mit Sonofil gefüllt.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20250310_194850.jpg
Hits:	1119
Größe:	843,5 KB
ID:	77146Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_20250310_195053.jpg
Hits:	1164
Größe:	724,1 KB
ID:	77147


    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	DSC04606.JPG
Hits:	1166
Größe:	296,7 KB
ID:	77148

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	DSC04607.JPG
Hits:	1138
Größe:	259,6 KB
ID:	77149

    Für einen gescheiten Schutz der Passivmebranen ist mir noch keine Lösung eingefallen. Eine Art Bügel oder Gitter wäre cool.


    Jetzt folgt erstmal ausgiebiges Hören. Die Kiste läuft seit 3 Tagen für etwa jeweils 6 Stunden nicht gerade leise gurchgängig und die Batterien sind bisher halbleer.
    Hier ist eine kombinierte Nahfeldmessung von Breitbänder und unbeschwerter Passivmembran. Das Membrangewicht laut Datenblatt passt schon so sehr gut, in der Simulation
    brachte zusätzliches Gewicht keine besseren Ergebnisse.
    Ich habe noch weitere Messungen im Raum durchgeführt, die aber nicht sonderlich aussagekräftig sind. Allein vom Höreindruck klingt die Kiste deutlich besser als mir bekannte Fertiglautsprecher
    selber Größe. Man kann damit schon ziemlich ernsthaft Musik hören. Der Bass ist angenehm straff und fühlt sich mit einer Wand im Rücken oder klassisch auf dem Fensterbrett so richtig wohl.


    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	measurenear.png
Hits:	1140
Größe:	67,9 KB
ID:	77170
    Geändert von Malik (14.03.2025 um 21:24 Uhr)

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    21.07.2015
    Ort
    Beckum
    Beiträge
    1.006

    Standard

    Tolle Idee und super umgesetzt. Echt Klasse, ich werde richtig neidisch.

    viele Grüße

    Thomas

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    03.12.2008
    Ort
    Nordöstliches Südwestfalen
    Beiträge
    653

    Standard

    Sehr sehr schön!!

    Da fällt mir ein, das ich so ein Projekt auch noch vor der Brust habe.

    Gruß
    Thomas


  4. #4
    Chef Benutzer Benutzerbild von SNT
    Registriert seit
    06.01.2009
    Ort
    Regensburg
    Beiträge
    4.304

    Standard

    Sehr sehr schön entwickelt und extrem sauber umgesetzt!

    LG Sven
    Alle meine Beiträge bezüglich elektrischer Sicherheit haben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

  5. #5
    einfach mal abschalten... Benutzerbild von Olaf_HH
    Registriert seit
    19.11.2012
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    6.047

    Standard

    Moin, schöne Doku, Interessantes Projekt.
    Vielen Dank für das Vorstellen.
    In Hamburg sagt man, Moin , LG Olaf_HH
    Meine aktuellen Projekte auf IGDH:
    Kondensatoren, gibt es klangliche Unterschiede ? - M-L-W-R --Sherwood PM9800 --
    Magnat MA900 Röhrentuning -- DynaLigth-MK2


  6. #6
    Benutzer
    Registriert seit
    19.03.2009
    Beiträge
    77

    Standard

    Danke, Leute!

    Zitat Zitat von ThomasF Beitrag anzeigen
    Sehr sehr schön!!

    Da fällt mir ein, das ich so ein Projekt auch noch vor der Brust habe.
    Ich kann alle relevanten Daten zur Verfügung stellen, sodass das Ding easy nachgebaut werden kann inklusive sämtlicher Druckdaten für Frässchablone und Co.
    Durch den modularen Aufbau ist man bei der Materialwahl absolut frei.
    Eine MK2 Version mit Coax Treibern (SB Acoustics SB12PFCR25-4-COAX) ist auch schon in der Planung.

  7. #7
    Dilletant
    Registriert seit
    06.12.2015
    Ort
    Lindau (Bodensee)
    Beiträge
    284

    Standard Hoch leben die Achtziger/Neunziger

    Cooles Teil! Das erinnert voll an die quietschbunten Philips-Brüllradios. So eins hab ich noch im Original, steht immer noch im Schrank:
    https://www.datistics.de/philips-mov...ller-der-80er/
    It's only Rock'n'Roll but I like it

  8. #8
    Benutzer
    Registriert seit
    19.03.2009
    Beiträge
    77

    Standard

    Jep, oder diese Sony Sports Walkman Serie

Forumregeln

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
  •  
Powered by vBadvanced CMPS v4.3.0