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  1. #1
    Benutzer
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    Standard Bassreflex/Geschlossen in realen Räumen - Erfahrungen

    Vorwort: Ich will tatsächlich keine Grundsatzdiskussion der Vor- und Nachteile der beiden Bauformen lostreten, auch wenn Anmerkungen dazu willkommen sind.

    Hallo,

    nach nunmehr 30 Jahren Lautsprecherbau mal ein „kleines“ Fazit zu meinen Erfahrungen bzgl. geschlossen und bassreflex betriebenen Boxen in meinen Hörräumen.

    Grund dafür ist eine gewisse Frustration, die sich im Laufe der Zeit eingestellt hat. Mein „Output“ liegt bei mind 2-3 LS-Paaren pro Jahr und da muss ich (vorgreifend) feststellen, einfach meist viel zu groß und materialverschwendend gebaut zu haben (nämlich BR) und viel zu viel Berechnungen angestellt zu haben (nämlich BR).

    Hörräume:

    - 23m2 Wohnzimmer, Steinwände, Holzbalkendecke 3,30m hoch (große Lochplatten-Eckabsorber, bis in den Bass wirksam)
    - 22m2 ehem. Kinderzimmer, 2,3m hoch, Gipskartonwände, viel Diffusion + kleinere Absorber (Basotect)
    - 18m2 WZ im Gartenhaus, 2,2m hoch, OSB-Holzwände/Decke
    - 15m2 Küche 3,3m hoch, Steinwände, abgehängte Decke (20cm) + Lochplattenwand (10m2)
    - 23m2 Kellerraum, 2,1m hoch

    Daher stehen meine LS fast immer wandnah (wie vermutlich bei 90% aller Menschen), allerdings auch nie in der Ecke(!).
    Wand hinter dem Kopp ist mMn schlechter als Wand hinter dem LS.

    Lautsprecher:

    Bauvorschläge (CT230 (Edit: nicht CT230 sondern CT225!), LMT101, Hoschibillis 12“ Beyma Koax, TangbandW5-1611SAF, 12“ MonacorKoax Versacube, Menhir S, diverse 17/1 Zweiwege LS, Monacor Wandlautsprecher, Visaton Portrait), etc.

    Eigenentwicklungen (DSP 15/1,4“, div. große Subwoofer, 12x12“/1“PA-Top, alte und neue Breitbänder, HX201, Fostex FE103, RFTs, Visatöner etc.)

    Fazit:

    In großen Räumen (Party, Konzerte, Bekannter mit 70m2 WZ) macht Bassreflex absolut Sinn.
    In allen „normalen“ Wohnräumen klingt geschlossen zu 90% besser.
    Ausnahme sind abfallend abgestimmte PA Tieftöner (ca. SBB4 Alignment, kleines Gehäuse, tiefe Abstimmung).
    Am schlimmsten sind überschwingend berechnete BR Abstimmungen, z. B CT230 (Edit: CT225)

    Letzterer (CT230 (Edit:CT225) ist ein gutes Beispiel. Kann geschlossen eigentlich nicht funktionieren (Celestion TF0510 PA Mitteltöner, 100Hz Reso) klingt aber in meinem WZ mit verstopften Rohren absolut ausreichend bassstark.
    ( https://lautsprecher.online/hifi/ct225.htm )

    Nur mein altes „Kinderzimmer“, das ich manchmal noch als Hörraum nutze, Gipskartonwände, verträgt halbwegs BR, aber auch da stopfe ich meist die Rohre zu.

    Ärgerlich:

    1. Ich vermisse bei geschlossen manchmal die Pegelfestigkeit von BR, damit werden Subwoofer (+ Sat-Hochpass) oder 2,5 Wege Konstrukte sinnvoll

    2. Mir fehlen in den einschlägigen Zeitschriften absolut die (häufigen) Hinweise auf dieses Phänomen! Die Herren hören mMn nicht in normalen Wohnräumen (Redaktion), übertragen ihre Bewertungen aber gern darauf und entwickeln in diese Richtung. Die Mehrzahl der hier anwesenden Hobbyisten dürfte ebenfalls kein >40m2 WZ sein Eigen nennen.

    3. Die Verschwendung. Wieviele Gehäuse musste ich schon abändern/verkleinern oder habe mich über den Bauaufwand geärgert. Auch die Dämpfung ist bei BR viel diffiziler. Simuliert wie ein Weltmeister und dann doch die teuren Rohre verschlossen.

    Frage:
    Hab ich ein seltsames Gehör oder geht es euch ähnlich? Hört ihr in mittelgroßen Zimmern, mit festen Wänden, Bassreflex (zumindest mit kompensiertem Bafflestep)?

    Grüße
    Steffen

    P.S. Ich habe wirklich nix gegen BR, nutze es bei aktiven Subs z.B. gern. Und mir ist klar, dass mit DSP alles möglich ist. Ich mag allerdings, wie viele, das Gefummel/Verkabelung/Unsicherheit (Hochtöner!, wenn DSP defekt) überhaupt nicht und habe alle DSP Lösungen (trotz tollem Klang) wieder abgebaut.
    Geändert von nähmaschine (21.01.2023 um 17:16 Uhr)

  2. #2
    möchte doch bloß hören... Benutzerbild von kboe
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    Standard

    Zitat Zitat von nähmaschine Beitrag anzeigen

    Ärgerlich:

    1. Ich vermisse bei geschlossen manchmal die Pegelfestigkeit von BR,
    Genau dafür wurde BR "erfunden"
    Aber natürlich gibts im Leben nix geschenkt.

    2. Mir fehlen in den einschlägigen Zeitschriften absolut die (häufigen) Hinweise auf dieses Phänomen! Die Herren hören mMn nicht in normalen Wohnräumen (Redaktion),
    Wollen wir hoffen, dass sich die Zeitschriften ordentliche Räume leisten können, in denen sie wohl nicht nur entwickeln sondern dann selbstverständlich auch hören.
    übertragen ihre Bewertungen aber gern darauf
    Tun sie das?
    und entwickeln in diese Richtung. Die Mehrzahl der hier anwesenden Hobbyisten dürfte ebenfalls kein >40m2 WZ sein Eigen nennen.
    Es ist IMHO für eine Zeitschrift genau so schwierig wie für einen Hersteller, eine Abstimmung zu entwickeln. Keiner kann dir eine für deinen Raum optimierte Box bzw. Bauvorschlag liefern. Das ist schlicht unmöglich. Und genau hier liegt ja der Vorteil von DIY. Du selber kannst das.
    Voraussetzung: Messtechnik vorhanden (kann man kaufen) und Erfahrung in der Interpretation der Ergebnisse ( meiner Erfahrung nach das Wichtigste und glz. am schwersten Erreichbare beim Boxenbau )

    3. Die Verschwendung. Wieviele Gehäuse musste ich schon abändern/verkleinern oder habe mich über den Bauaufwand geärgert. Auch die Dämpfung ist bei BR viel diffiziler. Simuliert wie ein Weltmeister und dann doch die teuren Rohre verschlossen.
    Mit aktueller Simulationssoftware ist sicher viel, aber nicht alles machbar. Und jede Simu ist nur so gut wie ihr Input. Womit wir wieder beim Messen wären....
    man umgebe mich mit Wohlklang!

  3. #3
    Chef Benutzer Benutzerbild von Azrael
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    Standard

    Naja, ich wohne in einem Holzhaus, so schallhart wie Beton oder Mauerwerk bekommt man das wohl nicht hin. Davor eine Wohnung mit ziemlich großem Wohnzimmer mit vor allem gigantischer Deckenhöhe (bis zu über 5 Meter). Davor ein Dachgeschosszimmer, auch nicht eben klein, mit Dachstuhl, der auch alles andere als in jeder Hinsicht schallhart war.

    Da war immer selten was mit bassverstärkender Raumakustik.

    Das ist wohl mein Grund, warum ich bis jetzt immer bei BR geblieben bin.

    Was auffällt: PA-Tops, die ja, wenn sie "reinrassig" sind, immer auf die Unterstützung von Subwoofern angewiesen sind, werden auch so gut wie immer in BR ausgelegt, die Tuningfrequenz ist dann halt auch entsprechend hoch.

    Ich habe dann selbst mal so ein 8''/1''er Top entwickelt. TMT war ein Celestion TF0818. Hätte ich das nicht in BR ausgelegt, hätte es nicht tief genug heruntergereicht bzw. wäre der Bereich knapp oberhalb der Trennfrequenz zu den Subwoofern pegeltechnisch als erstes am Ende gewesen. Die Box hat am Ende nicht nur mir gefallen. Und sehr kompakt ist sie auch geworden.

    Hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

    Zitat Zitat von nähmaschine Beitrag anzeigen
    Letzterer (CT230) ist ein gutes Beispiel. Kann geschlossen eigentlich nicht funktionieren (Celestion TF0510 PA Mitteltöner, 100Hz Reso) klingt aber in meinem WZ mit verstopften Rohren absolut ausreichend bassstark.

    Hat der CT230 nicht den Visaton BG20 als TMT?

    Zitat Zitat von nähmaschine Beitrag anzeigen
    3. Die Verschwendung. Wieviele Gehäuse musste ich schon abändern/verkleinern oder habe mich über den Bauaufwand geärgert. Auch die Dämpfung ist bei BR viel diffiziler. Simuliert wie ein Weltmeister und dann doch die teuren Rohre verschlossen.
    Darum baue ich in letzter Zeit immer Prototypen beispielsweise aus billigem OSB, bevor ich das Ganze in schön finishe.

    Viele Grüße,
    Michael
    Geändert von Azrael (21.01.2023 um 16:27 Uhr)

  4. #4
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    Standard

    Hi Michael,

    Zitat Zitat von Azrael Beitrag anzeigen

    Hat der CT230 nicht den Visaton BG20 als TMT?
    Stimmt! Ich hab den CT225 gebaut.

    https://lautsprecher.online/hifi/ct225.htm

    Habs im ersten Beitrag eingefügt.

    Grüße
    Steffen

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von kwesi
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    Von der "Output-Qualität" im Bass ohne größere Vorgaben/Einschränkungen beim Laustprecherkonzept volle Zustimmung von mir.
    Ins Volumen eines BR-Gehäuses passt dann als CB auch noch nen 2ter TT drunter rein um beim Pegel keine Abstriche machen zu müssen...

    Bei Kompaktboxen z.B. schaut's aber anders aus; 1x 5"-TMT mit typischem Parametersatz bringt mir in CB weder ausreichend Pegel noch Tiefgang.
    Und will ich bei gegebener Größe und Bestückung auf Maximalpegel züchten muss auch nen Resonator rein.
    Sehr viele TTs laufen vom Parametersatz auch nicht ausreichend Tief in CB, aktiv ist das halt kein Problem wenn man entzerren kann. Passiv sieht das schon wieder anders aus.

    Kommt halt immer darauf an was man will und welche Vorgaben und Möglichkeiten man hat.
    "Science is about what is, Engineering is about what can be"
    Neil Armstrong

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Darakon
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    Hallo Steffen,

    immer mal wieder interessant das Thema.
    Man muss es ja nicht Grundsatz-Diskussion, sondern Grundsatz-Erfahrungsaustausch nennen. Klingt positiver.

    Grundsätzlich denke ich, dass man mit beiden Konzepten (oder noch ganz anderen) gute Ergebnisse hinbekommen kann.

    BR:
    + kann tiefer / mehr Leistung
    + klingt (für mich, wenn gut gemacht) irgendwie 'involvierender', da mehr Luft bewegt wird. Heißt: Man 'spührt' die Musik mehr.
    - kann unsauber klingen
    - Ist schwerer auszulegen*
    - Kann gerade in größeren Räumen die Raummoden stärker anregen (auch auf Grund des Tiefgangs)

    Closed:
    + Einfach auszulegen
    + klingt trockener
    - Es sind sind häufig andere Maßnahmen (auf Kosten der Leistung) notwendig, um den Tiefgang zu erreichen

    * Auslegung BR:
    Ist schwieriger als allgemein angenommen:
    -TSP zu ermitteln scheint allgemein schwierig zu sein. Ich hab noch keine zwei unterschiedlichen Messungen, von zwei unterschiedlichen Personen, gesehn, die tatsächlich identisch wären.
    - Der Endkorrektur-Faktor wird häufig vernachlässigt sowie der Einfluss der Position des BR-Rohrs, was beides einen nicht unerheblichen Einfluss hat.

  7. #7
    Chef Benutzer Benutzerbild von Christoph Gebhard
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    Nabend,

    ich bin zu weiten Teilen der Meinung von Steffen. Es kommt auch nicht so sehr auf BR oder CB an, sondern vor allem auf dem Frequenzgang im Raum. Und da ist CB prinzipbedingt im Vorteil da der Abfall zu tiefen Frequenzen spielgeldbildlich zum Druckkammereffekt verläuft. Sanft und früh abfallende BR-Konstruktionen mit tiefen Abstimmfrequenzen funktionieren sicherlich ähnlich gut (geht am besten mit Niedrig-Q-Treibern) und haben zudem die prinzipbedingten BR-Vorteile wie Wirkungsgrad und Maximalschallpegel.

    Das Problem liegt wirklich daran, dass wir fast alle darauf sozialisiert wurden, dass möglich tief und möglichst linear im Freifeld das anzustrebende Optimum darstellt. Wie oft wird seitenlang über +/- 1dB oder +/- 3 Hz f3 und deren Ursachen und Einflüsse diskutiert, aber am Ende ist das in der Praxis kaum mehr relevant, wenn der Raum erstmal drüber gerollt ist. Und da sind gerade die möglichst tiefen Abstimmungen mit steilem Abfall unter f3 denkbar ungünstig. Auch bei GHP-Lösungen könnte ich mir vorstellen, dass sich viele Abstimmungen ohne Kondensator in der Praxis besser anhören würden, auch wenn sie in der Simulation nicht so tief gehen, welliger laufen und Q-Werte über 1 haben. Trotzdem dürften sie in vielen Fällen besser zum Raumfrequenzgang passen.

    Gruß, Christoph
    Geändert von Christoph Gebhard (21.01.2023 um 20:27 Uhr)

  8. #8
    Vorsicht schräger Humor
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    Hallo Christoph,
    du rennst bei mir eine Drehtür ein🤗. So erlebe ich das auch.
    Noch besser und schneller geht die Bass-Raumabstimmung mit einer Passivmembran.
    Jrooß Kalle

  9. #9
    Erfahrener Benutzer
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    ich möchte mich outen als absoluter BR FAN, ... viele meiner Boxen sind in BR abgestimmt und dann nehme ich die Vorteile von BR mit, mit erheblicher Maxpegelerhöhung wegen Hubreduzierung rings um die Resofrequenz, ... und nun das ganz große ABER, mit Beispiel:
    Im Wohnzimmer, was rund 85 QM groß ist, hat an einer etwas längeren Wand die Seite für das Aufstellen der Hifianlage, die Boxen an dieser Wand stehen eher Wandnah bis sehr wandnah. Immer wieder überteiben meine BRs und ich muss Aktiv runterregeln (übrigens ist deswegen diese Diskussion sehr sinnbefreit, BR und deswegen hubreduziert spielt rund 10 bis 12 dB im Bereich der Resofrequenz lauter und deswegen nutze ich fast immer BR. dann wird aktiv runtergeregelt aber der Maxpegel bleibt)

    mein Entwicklungsziel bei meiner letzten Box war, dass ich ein Boxenpärchen haben wollte was ohne Korrektur in diesem Standplatz klar kommt:
    Die Stella TIW200B100 in CB ist es geworden: einmal eine Nahfeldmessung und eine Messung mit vorgezogener Box von der Wand weggezogen, ... man sieht deutlich dass der Bass deutlich weniger wird, ...

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    erste Messung 60 cm von der Wand weg mit Abstand zum Mic mit ungefähr 50 cm, ... Winkelmessung 0 15 30 45 und 60 Grad. dbx Mic
    Deutlich sieht man die bass-schwache Abstimmung.

    zweite Messung im Nahfeld und Standplatz Wandnah so wie auf dem oberen Bild und Micabstand von rund 15 cm, erste Messung der Reihe ungeglättet und die weiteren Messungen mit 1/12 geglättet. 0 20 40 und 60 Grad, wie geschrieben ist die Achsmessung ungeglättet. Abhörwinkel ist ungefähr 20 Grad, deswegen ist eher die zweite Linie im unteren Bild für mich wichtig.

    in diesem Zusammenhang zu erwähnen dass der B100 ein absoluter Ausnahmeschallwandler ist!!!
    im schmalen Gehäuse kommen sehr interessante Winkelmessungen raus, auf jeden Fall: mir gefällt es! ...

    Gruß Timo
    Geändert von timo (21.01.2023 um 20:02 Uhr)

  10. #10
    einfach mal abschalten... Benutzerbild von Olaf_HH
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    Moin
    ich will meinen Vorschreibern zustimmen.
    Ich denke mal das der Raum das entscheidende Kriterium für einen zu entwickelnden Lautsprecher mit sein sollte.
    Natürlich zsind auch andere Parameter zu beachten. Muss ich Wandnah oder in die Ecken, so sollte ich nicht Unbedingt BR und tiefe Abstimmung verwenden, da seehe ich eine sanft abfallende Abstimmung mit CB sinnvoller.
    Warum unbedingt Raummoden stark anregen ?
    Meine M-L-W-R z.B. hat in meinem 3,5 x 3,4 Meter kleinen Hörraum schon fast zu viel Pegel im Tiefton.
    In Hamburg sagt man, Moin

    Olaf_HH

    Meine aktuellen Projekte auf IGDH:
    Kondensatoren, gibt es klangliche Unterschiede ?
    Dyna-Lith OB ; M-L-W-R ; ViBa130/70
    Magnat MA900 Röhrentuning

  11. #11
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    Witzig. Man stellt die Lautsprecher in einen anderen Raum und schon ist der Klang flöten.
    Der Ansatz, den Lautsprecher neutral zu entwickeln und den Rest bzw. Raumeinflüsse per dsp zu machen halte ich da für den flexibleren Ansatz.
    Gruß
    Arnim

    "...und jetzt sitzen wir schon in der ersten Reihe beim Weltuntergang und sind immer noch nicht zufrieden"

  12. #12
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    Frequenzgang am Hörplatz, nicht Freifeld, ist in der Tat mal das wichtigste. Mit passendem bzw. (aktiv) korrigiertem Frequenzgang, und entsprechend Verschiebevolumen, geht punkto Signaltreue dann nichts mehr über CB - in Theorie wie auch Praxis.

    Da (Maximal)Pegel genannt wurde - das Dreieck der Kompromisse beim Basslautsprecher gilt heute noch immer: Tiefgang <-> Boxengröße <-> Effizienz. Pegel bei tiefen Frequenzen, für den man traditionell, also sagen wir bei Produkten bis zur Jahrtausendwende, BR brauchte, geht heute sehr wohl (bei gleichen / ähnlichen Verzerrungsgraden) mit CB aus den gleichen oder kleineren Gehäuseabmessungen. Dafür müssen jedoch massive Abstriche bei der Effizienz in Kauf genommen werden. Auf deutsch, es braucht Langhubdesigns mit dicken Spulen und viel Verstärkerleistung dahinter. Da ist aber auch nichts schlechtes dran - es erfordert nur ein gewisses umdenken.

  13. #13
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    Japp, ich denke auch das akustische Aufhängung die präzisere Abbildung ermöglicht. Heutzutage ist ja Leistung auch kein Thema mehr. Und die Chassis werden auch immer leistungsfähiger.
    Edit: Wobei es klassische Studiobässe immer weniger gibt. Schade eigentlich.
    Gruß
    Arnim

    "...und jetzt sitzen wir schon in der ersten Reihe beim Weltuntergang und sind immer noch nicht zufrieden"

  14. #14
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    Zitat Zitat von ArLo62 Beitrag anzeigen
    ich denke auch das akustische Aufhängung die präzisere Abbildung ermöglicht.
    Erstmal Phase / Gruppenlaufzeit. BR ist essentiell CB plus Resonator, und der Resonator hat die Übertragungsfunktion eines PEQs. Wende digital / aktiv einen PEQ auf eine CB an, und du kannst gut nachbilden, was messbar und hörbar passiert.

    Zweitens, keine Porteigenresonanzen, kein Mitteltonmüll aus dem dem Resonator. Die Eigenresonanzen kann man noch Absorbern o.ä. "absaugen", aber die Dokumentation diverser Umsetzungen davon zeigt, dass trotzdem noch genug nicht erwünschter Schall aus dem Resonator austritt.

    Drittens, Portkompression und/oder Portnoise bei Großsignal. Wenn man nie laut hört kein Thema, aber wenn doch, muss man sich mit diesen leidigen Themen herumschlagen - ganz kompressions- und noise-frei ist kein Port, egal wie groß und strömungsoptimiert.


    Merke: alles Kritik auf hohem Niveau. Ich habe an gut gemachten BRs sehr wenig auszusetzen. Sowohl meine HiFi als auch unsere PA setzt nach wie vor im untersten Weg auf den guten alten Helmholtz-Resonator. Also nicht dass das geschriebene wem sauer aufstößt und er es als BR-Bashing interpretiert. Wer das letzte bisl rausholen will muss halt irgendwann zwangsweise Richtung CB, mit, eh schon erwähnt, entsprechend viel Verschiebevolumen, gehn.

  15. #15
    Erfahrener Benutzer
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    Hallo,

    für die wandnahe Aufstellung gibt es im Bass mehr Pegel dazu. Wenn man z. B. die Boxen direkt an die Wand stellt, sind es, glaube ich 6 dB mehr, dann würde ich auch CB vorziehen. In meinen Raum 30 m² stehen die Lautsprecher ca. 80-100 cm von der Wand weg, da habe ich mit den meisten geschlossenen Lautsprecher zu wenig Bass, nur mit den SB17NRX35-8, den ich in 18 Liter BR betreibe, merke ich, wenn ich das Rohr verschließe, komischerweise kaum einen Unterschied. Es gibt auch Chassis, die in CB sehr gut gehen.

    Hubstarke Chassis in CB und mit DSP entzerren, dann ist alles möglich, aber DSP möchte der TE ja nicht.

    Gruß
    Werner

    Geändert von Pollton (22.01.2023 um 00:41 Uhr)

  16. #16
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    Zitat Zitat von Pollton Beitrag anzeigen
    Hallo,

    für die wandnahe Aufstellung gibt es im Bass mehr Pegel dazu. Wenn man z. B. die Boxen direkt an die Wand stellt, sind es, glaube ich 6 dB mehr, dann würde ich auch CB vorziehen. In meinen Raum 30 m² stehen die Lautsprecher ca. 80-100 cm von der Wand weg, da habe ich mit den meisten geschlossenen Lautsprecher zu wenig Bass, nur mit den SB17NRX35-8, den ich in 18 Liter BR betreibe, merke ich, wenn ich das Rohr verschließe, komischerweise kaum einen Unterschied. Es gibt auch Chassis, die in CB sehr gut gehen.

    Hubstarke Chassis in CB und mit DSP entzerren, dann ist alles möglich, aber DSP möchte der TE ja nicht.

    Gruß
    Werner


    ich habe Messungen eingestellt, zwischen 10 cm und 60 cm Abstand zur Wand sind es bei mir 2-3 dB Unterschied, Messungen liegen im Post von gestern.

    Gruß Timo

  17. #17
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    Hallo Timo,

    deine Messungen habe ich gesehen, nur habe ich mich gefragt, wie viel Abstand ist noch wandnah? Dass es bei dir 10 cm waren, hattest du nicht geschrieben Geht man eigentlich von der Rückwand oder von der Schallwand aus? Okay, wenn die Rückwand 10 - 20 cm vor Wand steht, kann man von 2-3 dB mehr Pegel im Bass ausgehen. Man kann auch sagen, je näher sich die Schallwand in Richtung Wand befindet, um so mehr Pegel bringt es im Bass. Von Wandlautsprecher, die in der Wand eingelassen sind, hört man immer, dass es 6 dB sind.

    Gruß
    Werner

  18. #18
    Erfahrener Benutzer
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    Im Raum ist es schwer, sowas isoliert von Raummoden / Reflexionen zu ermitteln. Im originalen Paper zur GPM (Gander, AES) gibt's einen Freifeld-Messvergleich von GPM, 4pi, und Halbraum (infinite baffle). Da sieht man ganz schön, was ein zusätzlicher Raumwinkel bringt. Die 3 dB untenrum kommen ca. hin. Das ist zwar mit Lautsprecher im Boden versenkt, was, um 90° versetzt, einem Wandeinbau entspricht - im Bass (und nur im Bass) sind die Wellenlängen aber wieder so groß, dass Aufstellung knapp vor der Wand nicht viel Phasendifferenz zur Reflexion verursacht, und daher Wandaufstellung sich nicht viel von Wandeinbau unterscheidet - somit gut übertragbar.

  19. #19
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    Danke für eure Beiträge und Erklärungen!

    Insbesondere Christophs Ausführungen haben für mich auf den Punkt getroffen.
    Timo, danke für die Messungen!

    Grundsätzlich sind mir die Zusammenhänge ja schon seit vielen Jahren klar. Dass die Auswirkungen von Wandabstand, festen Wänden, ja Grenzflächen überhaupt, aber so dramatisch sind überrascht mich eben immer wieder.

    Und das trotz teilweise aufwändigen und durchaus wirksamen raumakustischen Maßnahmen.

    Mich erstaunt nach so vielen Jahren auch, dass der Bassbereich sich bei mir als DAS Sorgenkind des Lautsprecherbaus herauskristallisiert hat. Alles andere ist in den Griff zu bekommen oder einfacher zu tolerieren.
    Bass kann Informationen verdecken oder den Raum öffnen, kann nerven oder zutiefst befriedigen, trägt oder erschlägt die Musik. Dort zu investieren (Hirnschmalz) lohnt sich.

    Wird bei mir wohl weiterhin auf
    a) kleine, tief abgestimmte BR-Konstrukte (mit optional verschlossenen Rohren) oder
    b) aktive Subwoofer/Tieftöner
    hinauslaufen, um nicht zu eng auf bestimmte Aufstellorte angewiesen zu sein.

    Starke TT- Antriebe (a) oder höherer Verkabelungs-/Einstellaufwand (b) sind dann eben zu akzeptieren.

    Danke nochmals für eure Diskussionsfreudigkeit, ich lerne immer wieder dazu.
    Grüße
    Steffen

  20. #20
    Erfahrener Benutzer
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    Standard

    Hubstarke Chassis in CB und mit DSP entzerren, dann ist alles möglich, aber DSP möchte der TE ja nicht.
    Das ginge selbstverständlich auch analog.

    Gruss

    Charles

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