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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Zermatt
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    Standard AT VM 540 ML oder was anderes?

    Hallo,

    für einen RP-7000 MKII suche ich einen "gut klingenden" MM-Tonabnehmer zum Digitalisieren usw., also kein Scratchen.

    Beim Hören von Klangbeispielen, z.B. youtube, scheint mir der VM 540ML Tonabnehmer besser als der 95ML. VM 95SH ist vielleicht zu empfindlich oder passt nicht zum Tonarm.

    Kann mir jemand was zur Alltagstauglichkeit schreiben? Normalerweise gehe ich mit Dreher, Platten usw. sehr pfleglich um. Dennoch möchte ich kein Sensibelchen, bei dem nach dem ersten raschen Absetzen der Nadel der dünne Aluträger verbeult oder der Diamant fliegen geht. Ein Stanton 750 oder Concorde Vibe usw. muß es aber auch nicht unbedingt werden.

    Viele Grüße

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Zermatt
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    Nun mal etwas zu ersten Erfahrungen mit dem AT VM540 ML am Reloop 7000 MK2:

    Sowohl eine Kabelmessung als auch der Höreindruck deuten darauf hin, dass beim Reloop 7000 MK2 eine für das AT-System recht hohe Kapazität zusammenkommt.

    Das System klingt mit dem eingebauten VV zumindest für mich nicht optimal, und für einen externen VV scheinen, wenn mein einfaches Messgerät richtig läuft, 150pf bereits an den Ausgangs-Steckern des Reloop anzufallen, Kabel kommt dann noch dazu. Bei meinen letzten Digitalisierungen habe ich das Interface mit sehr kurzer Leitung ohne VV, also über Line, an den Reloop angeschlossen. Das stimmt klanglich auch noch nicht ganz , wobei das Interface mit 60kOhm auch nicht perfekt für das System ist.

    Auffällig für mich, dass Korrekturen des Frequenzgangs über die Filter von audacity den Klang verschlechtern. Abgesehen von den möglicherweise falsch gewählten Einstellungen am EQ frage ich mich, ob da irgendwelche Phasenverschiebungen durch das VM540 an hoher Kapzität und den 60 kOhm am Höreindruck beteiligt sein können, während audacity den Frequnzgang wieder zurechtbiegen kann, aber normalerweise dabei nicht die Phase. Ein Höhenanstieg um vielleicht 8-10 k und ein Abfall ab 14-16k ließe sich ja eigentlich per EQ anpassen, das Ergebnis klingt aber bislang nicht brauchbar.

    Also erstes Fazit: Das VM540 ML passt nicht ohne weiteres zum Reloop, ein Ortofon Blue oder auch ein MC könnte da vielleicht hinsichtlich der Kapazität unproblematischer sein.

  3. #3
    I.S.D.N.
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    Schau mal bei Goldring, Nagaoka oder Grado.

    Die bieten Moving-Iron-Systeme an, die wie MM-Systeme angeschlossen werden. Gegenüber MMs ist denen die Kapazität aber ziemlich wurscht.

    Viele Grüße

    Frank

    Edit: Angeblich sollen auch die VM-Serie sowie die 2M-Serie von Ortofon MIs sein und auf dem Patent der alten VMS-Reihe basieren, die in der Tat auf das MI-Prinzip setzt.
    Geändert von zeppi (30.01.2020 um 11:28 Uhr)
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  4. #4
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Zermatt
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    Hallo Frank,


    Zitat Zitat von zeppi Beitrag anzeigen
    Schau mal bei Goldring, Nagaoka oder Grado.

    Die bieten Moving-Iron-Systeme an, die wie MM-Systeme angeschlossen werden. Gegenüber MMs ist denen die Kapazität aber ziemlich wurscht.

    Angeblich sollen auch die VM-Serie sowie die 2M-Serie von Ortofon MIs sein und auf dem Patent der alten VMS-Reihe basieren, die in der Tat auf das MI-Prinzip setzt.
    Zu Moving-Iron hab ich erstmal wenig gefunden, aber beim Orftofon 2M Blue sind ja 150-300 pF angegeben, das könnte eigentlich besser passen. Ansonsten hatte auch schon jemand gepostet, dass Audio Technica mit einer Impedanz um die 30kOhm gut laufen würden. Es gibt, wenn ich es recht erinnere, ein Interface von Steinberg mit der Eingangsimpedanz. Vielleicht könnte ich auch erstmal über einen y-Adapter 68 kOhm parallel zum vorhandenen anschliessen.

    Ich hab auch noch ein altes Ortofon MC 10, was mir aber in den 80ern an einem Dual nicht so gut gefallen hat.

    Vielleicht könnte ich auch das Tonarmkabel im Plattenspieler umlöten, allerdings ist mir nicht ganz klar wie das Teil an die hohe Kapazität kommt. Schaltpläne zum Reloop 6000 zeigen einen VV, dessen Kondensatoren (wohl 100 pF) per Line-Umschalter zugleich mit dem internen VV getrennt werden. Beim Reloop 7000 MK2 vermute ich eigentlich den gleichen Aufbau, da müßte aber das Tonarmkabel selbst fast 150 pF aufweisen, um den Wert am Phono-Ausgang ohne VV zu messen? Vielleicht sollte ich das Ding doch mal aufschrauben.

    LG

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Zermatt
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    Zitat Zitat von zeppi Beitrag anzeigen
    Schau mal bei Goldring, Nagaoka oder Grado.
    Nochmal etwas konkreter zur Verbindung mit dem Reloop 7000 MK2:

    Bei Goldring und Nagaoka wird offenbar trotz MI-Technik 200 pF als maximale Kapazität angegeben, das könnte wie am AT etwas eng werden wenn die 150-200 pF Empfehlungen fundiert sind, und ich in meinem Fall wegen der 60 kOhm Eingansimpedanz noch vorsichtiger sein muß.

    Zum Grado finden sich per Google Beiträge in diversen Foren, dass es unempfindlich bei Kapazitäten sei, aber da findet sich z.B. auch noch "anfaellig fuer aeussere Einstrahlungen und somit Brummempfindlich".

    Offenbar wird bei meiner Kombination Netzbrumm in das AT VM 540ML eingestrahlt. Da der Brumm zur Plattenmitte zunimmt, vermute ich die Ursache überwiegend beim Netztrafo. Durch Ausrichten des Drehers im Raum und eine 25 cm neben dem Plattenspieler positionierte Spule mit einem Gegenfeld konnte ich das Netzbrummen reduzieren - vielleicht würde ja das Gegenfeld bei Grado ebenfalls helfen, aber mir kommt es erstmal etwas unsicher vor.

    LG

  6. #6
    I.S.D.N.
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    Ich frage mich gerade, ob Du Dein Pferd evtl. vom hinten aufzäumst.

    Wie ist denn die Kapazität Deines Phono VV?
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  7. #7
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    Zitat Zitat von zeppi Beitrag anzeigen
    Ich frage mich gerade, ob Du Dein Pferd evtl. vom hinten aufzäumst.

    Wie ist denn die Kapazität Deines Phono VV?
    Ich gehe in ein Focusrite Scarlett 2i2 3rd Gen und entzerre digital. Die Eingangskapazität habe ich erstmal vernachlässigt, da der Frequenzgang weiter hochzugehen scheint als beim eingebauten VV und ich nicht sicher war ob eine Messung da irgendwie riskant sein könnte - wohl eher nicht. Von Focusrite sind mir keine Angaben zu Eingangskapazitäten am Lineeingang bekannt.
    Der Reloop hat, ohne System gemessen, um die 150 pF am Phonoausgang, das kurze Kabel zum 2i2 Interface 20 pF, also vmtl. 170 pF und 60 kOhm insgesamt.

    Beim zuschaltbaren internen VV des Reloop 7000 MK2 habe ich zunächst einen ähnlichen Aufbau wie bei diesem Teil http://fs5.directupload.net/images/user/150927/f9np2tbn.jpg vermutet. Wenn ich die Schaltung richtig verstehe, dann hätte der interne VV nach Tonarmkabel noch einem Vorwiderstand von 470 Ohm und dann 68 kOhm und 100 pF? Das Tonarmkabel müßte dann mit den gemessenen 150 pF dazu kommen, kommt mir für das Kabel sehr viel vor, aber interener VV + Kabel insgesamt 250 pF wäre für DJ-Systeme sogar passend.

  8. #8
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    Hallo ,

    vielleicht nochmal hier https://www.lowbeats.de/lowbeats-kla...l-tonabnehmer/ reinhören (etwas runterscrollen), die Anschlusswerte sollten hier ja stimmen.
    Bei der Violine am Beginn finde ich das AT schon ziemlich grenzwertig und für meinen Geschmack insgesamt zu hell...
    Das klingt mit einem VM Red deutlich angenehmer, wenngleich die Ortofons ein wenig "deckeln".
    "Offener" (aber immernoch angenehm) dann die Goldring. Letztendlich also nicht nur eine Frage der Anschlusswerte...

    Gruß Micha

  9. #9
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    Hallo Micha,
    Zitat Zitat von miwa Beitrag anzeigen
    Bei der Violine am Beginn finde ich das AT schon ziemlich grenzwertig und für meinen Geschmack insgesamt zu hell...
    Inzwischen habe ich etwas den Eindruck, dass das AT überbewertet sein könnte.

    Merkwürdig finde ich, dass Lowbeats das Teil mit einer Überhöhung bei 10-20kHz gemessen hat, während ich deutlichen Abfall ab 10 oder 12 kHz habe, und die Überhöhung darunter, und dass trotz des offenbar anderen Frequenzganges das Klangbeispiel von LowBeats ähnlich "scheppert", wie ich es bei mir beobachte. Der VV dort soll ein Trichord Dino sein, also nur 100 pF plus Kabel.

    Zum Vergleich mal einen anderer Frequenzgang (runterscrollen zum 'frequnecy response') in diesem Artikel: https://hometheaterhifi.com/reviews/...tridge-review/ . Wobei mir in dem Text aber nicht ganz klar ist, wann es um das 440 und wann um das 540 geht. Mit dem erwähnten Emotiva Pre xps-1 dürfte die Kapazität bei hometheaterhifi eher höher sein, auch der Abfall ab 10 KHz mag dazu passen.

    Ich habe bei mir noch keine wirklich gute Einstellung am Equalizer (audacity) hinbekommen, um alles zurechtzubiegen.
    Ob es bei 1-2 kHz zuviel ist oder weiter oben, oder irgendwo im (Super?-) Hochton ; dazu scheint das Teil auch etwas zu klirren. Der Bass scheint mir, entgegen LowBeats-Urteil, auch recht undefiniert. Ein Versuch am Equalizer, der aber nur für eine bestimmte Platte tendenziell gepasst hat: 40 Hz +1, 80 Hz + 1dB; 3k bis 6k + 1dB; 16k + 2dB, 20 k + 4 dB.

    Bei den Beispielen von LowBeats hab ich mir auf die Schnelle ein paar Sekunden ab ca 5:05 angehört:

    Das AT 540 finde ich scheppernd. Dann das Ortofon 2M Bronce einiges ehrlicher aber eine Spur langweilig. Und angenehmer, wenn auch noch nicht gelassen genug, das TAD Excalibur Blue. Dann noch das Goldring 2200, was ich irgendwie als etwas gepresst empfunden habe. Meine Wahl wäre da zunächst das leider etwas teurere Excalibur Blue.

    LG

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