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  1. #1
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    Standard DIRAC Live und andere DRC Lösungen - das tiefere Verständnis

    Hallo Leute,

    ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema DSP und Digital Room Correction. Ich denke hier liegt die Zukunft des Hifis. Bei meinem Recherchen wurde mir DIRAC Live empfohlen, weil es
    A) eine Mehrpunkt Messung und Interpolation beherrscht
    B) relativ Einsteigerfreundlich ist
    C) die Impulsantwort auf magische Art und Weise korrigieren soll.

    Genau diesen letzten Punkt möchte ich genauer verstehen, da konnte ich keine Erklärung zu finden, die mich befriedigt. In verschiedensten Reviews heißt es "Impulskorrektur", "Power response", "Phaenkorrektur" etc.

    Aber was genau heißt das und wie macht die Software das? Ich habe mit Hilfe von DIRAC einen wesentlich strafferen Bass in meinem Raum, aber mir fehlt das Verständnis was physikalisch genau passiert, damit das funktioniert. Eine Korrektur des Frequenzgangs kanns ja nicht nur sein, eine frequenzabhängige Phaenkorrektur kann doch keine Impulsantwort löschen oder? Werden Phasenverschoben Schallwellen abgespielt, die Raummoden auslöschen?

    Kann mir Jemand helfen, diese Vorgänge und Features von DIRAC zu verstehen? Ist das etwas, was auch andere DSPs bzw DRCs auch können? Vielen vielen Dank schonmal! Ich bin sehr gespannt!


    LG

    JazzJack

  2. #2
    Benutzer Benutzerbild von newmir
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    Standard

    Irgendwo gab es ein schönes Interview mit jemandem von der Firma, der technisch ins Detail geht.

    Nachtrag: Hier https://www.youtube.com/watch?v=2zEKoJAKFbM

    Mein Verständnis: Du schaust dir in den Messungen an, wann und wo durch Reflektionen “quasi“ Kopien der Impulsantwort auftreten. Dann spielst Du entsprechend eine gegenläufige Impulssantwort ein was zu einer Auslöschung führt. Das funktioniert aber nur beschränkt.... weil Du es zunächst mal nur für einen Ort präzise machen kannst. Für höhere Töne reichen schon kleine Laufzeitunterschiede und es passt nicht mehr. Ausserdem werden deine Korrektursignale auch wieder reflektiert ......deswegen sagt Dirac selbst, dass sie das auf tiefere Töne beschränken .... was quasi automatisch passiert, wenn Du aus mehrere Positionen einen Mittelwert benutzt.

    Insgesamt glaube ich wird das ein bischen überschätzt. Es ist halt auch eine gute Marketingstory, die der Diracgeschichte ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Rauumkorrektursystemen verschafft.
    Geändert von newmir (23.10.2019 um 11:12 Uhr)
    Herzliche Gruesse
    Michael

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Darakon
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    Standard

    Hallo Jack,

    Über das Dirac-System bin ich auch schon bei miniDSP gestolpert.
    Ich kann das System leider nicht beurteilen, da ich es selbst noch nicht gehört habe.
    Aber vielleicht werde ich es demnächst mal ausprobieren.

    Allerdings habe ich schon viel mit anderen Raumkorrektur Systemen rumprobiert. Sowohl beim AVR (Yamaha, Denon) als auch am PC (REW, IRs,..).
    Die Ergebnisse waren durchwachsen.
    Auch in der Studio und Recording Szene wurde das Thema DSP-Raumkorrektur immer wieder kontrovers diskutiert (z.B. auf recording.de).
    Es klingt einfach zu verlockende die Unzulänglichkeiten von Raumakustik und Lautsprechern einfach mittels einer Software zu eliminieren.
    Allerdings waren die Ergebnisse auch dort laut vielen Forenmitglieder eher ernüchternd. Am Ende hat eine akustische Optimierung des Abhörraums die wesentlich bessere Resultate erzielt. Lediglich das gezielte Fine-Tuning wurde über DSP gemacht (z.B letztes Ausbessern der Raummoden an Abhörposition)

    Meiner Meinung nach steckt hinten den ganzen Raumkorrekturen auch immer viel Marketing (sowohl bei den AVRs als auch bei anderen Systemen).
    Häufig wird nach dem Einmessen bei Aktivierung des DSP einfach die Lautstärke im Vergleich zu "pure direct" etwas hoch gesetzt, wodurch man automatisch das Gefühl hat, das es besser klingt (Marketing)
    Eine Zeit lang haben sich die Hersteller mit jeder AVR-Generation mit der Anzahl der Einmesspunkte überboten.
    Aber was bringen 9 verschiedene Einmesspunkte, wenn das Korrektursystem keine Ahnung hat, wo sich diese im Raum tatsächlich befinden?
    Gut, man kann einen Mittelwert bilden, wie es auch der Herr Johansson von Dirac in dem verlinkten Video beschreibt.

    BTW: dem Herrn Johansson in dem Video zuzuhören war echt anstrengend. So viel trockenes, sich wiederholendes Rumgerede ohne viel Inhalt.
    Ich habs mir trotzdem mal gegeben.

    Soweit ich es verstanden habe, macht Dirac folgendes:
    1. Mittelwert von den Frequenzgängen der Messpositionen bilden.
    2. Den Mittelwert über Filter an Zielkurve anpassen.
    3. Die Impulsresponce des Raums so gut wie komplett rausrechnen!
    Beschrieben im Video ab Minute 33:00
    Wie Dirac das genau macht, sagt der Herr Johansson nicht (oder ich war an dieser Stelle kurz weggenickt).
    Ich denke zwar nicht, dass es unmöglich ist, aber es ist tatsächlich fast "magisch"

    Von Energiefrequenzgang wird so gut wie gar nicht gesprochen.

    Und es bleibt für mich grundsätzlich die Frage:
    Ist es überhaupt zielführend den Raum komplett "rausrechnen" zu wollen?
    Wenn das das Ziel sein sollte, gibt es eine einfachere Lösung: Kopfhörer
    Selbst im Studio bevorzugen die meisten Soundengineers allerdings eher Monitore als Kopfhörer zum abmischen.
    Wohl weil es unserem natürlichen Hörgewohnheiten näher kommt.

    Auch Linkwitz hat sich zu dem Thema viele Gedanken gemacht und ist zu dem Entschluss gekommen, das es besser ist, den Raum möglichst sinnvoll akustisch mit einzubeziehen (https://www.linkwitzlab.com/LX521/Description.htm).


    Interessant sind die digitalen Raumkorrekturen allemal.
    An Hörerfahrungen mit Dirac bin ich auch interessiert.

    Meiner Ansicht nach sind die Algorithmen, die ich bisher gehört habe, noch nicht ausgereift.
    Zumindest habe ich noch kein System gehört, dass mich komplett überzeugt hat (JBL soll ein gutes System für die Studio-Serie haben. Hab ich aber noch nicht gehört).
    Und am Ende bleibt die Frage, ob die Zielsetzung (komplettes Rausrechnen des Hörraums) überhaupt sinnvoll ist.
    Geändert von Darakon (24.10.2019 um 07:39 Uhr)

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Uibel
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    Standard

    DIRAC macht im Zweifelsfall im Bass auch ordentlich Mist.

    Ein Nachbauer einer meiner DSP-korrigierten Breitbandkonstrukte (4" Tang Band W4-1879) "beschwerte" sich über hörbare Luftbewegungen aus dem Baßreflexkanal. Nach einigem Mail-hin-und-her schrieb er, daß er die Boxen über DIRAC entzerrt hatte und mailte mir auch seine Messung/Korrekturgraphik. DIRAC hatte eine raumakustisch bedingte Senke von 12 dB @ 70 Hz "aufgefüllt" - big deal! Da der Lautsprecher im Bass sowieso schon am Limit getuned (-3 dB @ 40 Hz bei einem 4-Zöller) ist hat ihm das "den Rest gegeben". Er hat es überlebt, aber gut geklungen hat es halt nicht.

    Man sollte dann doch nochmals mit Sachverstand über die (DIRAC-) Korrekturen drüberschauen, bevor man diese einsetzt.
    Grüße
    Michael

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Darakon
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    Zitat Zitat von Uibel Beitrag anzeigen
    DIRAC hatte eine raumakustisch bedingte Senke von 12 dB @ 70 Hz "aufgefüllt"
    oh man, das meine ich mit "noch nicht ausgereift".

    Lustigerweise brüstet sich sich Dirac genau mit diesem Beispiel im Video ab Minute 59:00: "We can boost the base a lot!"

    Nicht, dass mich wer falsch versteht:
    ich denke wirklich, dass Dirac und andere Raumkorrekt-DSP unter bestimmten Bedingungen schon etwas bringen können.
    Auch will ich hier Dirac nicht schlecht reden, zumal ich es selbst nicht getestet habe.

    So lange die Sotfware nur "stupide linearisiert", kann das (meiner Ansicht nach) nichts werden.
    Die Sofware "weiß" einfach zu wenig über die Raumbeschaffenheit, Lautsprecherbeschaffenheit und Messsituation.
    Geändert von Darakon (24.10.2019 um 07:40 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Darakon Beitrag anzeigen
    oh man, das meine ich mit "noch nicht ausgereift".

    So lange die Sotfware nur "stupide linearisiert", kann das (meiner Ansicht nach) nichts werden.
    Die Sofware "weiß" einfach zu wenig über die Raumbeschaffenheit, Lautsprecherbeschaffenheit und Messsituation.
    Das Problem sitzt wie so oft vor der Display. Bei Dirac lässt sich ja eine Zielkurve vorgeben. Und wenn der Anwender sagt "mach gerade", dann macht Dirac gerade, ob das sinnvoll ist oder nicht. Wenn nur nicht jeder glauben würde, dass ein DSP ein Kinderspiel ist, sondern auch das mit Sachverstand bedient werden will, würden solchen Fehler nicht auftreten.

    Viele Grüße
    Dieter
    Achenbach Akustik
    www.achenbach-Akustik.de

  7. #7
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    Zitat Zitat von Achenbach Akustik Beitrag anzeigen
    Und wenn der Anwender sagt "mach gerade", dann macht Dirac gerade, ob das sinnvoll ist oder nicht.
    Da würde ich aber erwarten, dass die Software wenigstens eine Warnung ausgibt, so ungefähr wie:

    "Lieber Anwender, Sie versuchen gerade, Ihren Lautsprecher zu zerstören. Sind Sie sicher, das Sie das Richtige tun?"

    Ich mache das eigentlich immer, zumindest dann, wenn der Anwender kein erfahrener Ingenieur ist, was bei Prüf- oder Konfigurationssoftware eigentlich so gut wie immer der Fall ist.

    Automatische Raumeinmessung ist eine trickreiche Angelegenheit. Schon allein, weil es drei akustisch verschiedene Bereiche gibt: den modalen, den diskreten, und den statistischen.

    - Modal: der Frequenzgang wird durch Raummoden, also Resonanzen, geprägt. Er ist stark positionsabhängig.
    - Diskret: der Frequenzgang wird durch diskrete Reflexionen geprägt. Er ist stark positionsabhängig.
    - Statistisch, oder diffus: der Frequenzgang wird von den Abstrahleigenschaften des Lautsprechers bestimmt. Es gibt immer noch Reflexionen, aber die sind so zahlreich dass sich keine einzige mehr sicher bestimmen lässt. Die positionsabhängigkeit lässt deutlich nach.

    Jeder einzelne Bereich benötigt seine eigene Behandlung, wobei der letzte, der statistische Bereich, noch am einfachsten ist: glätten, mit moderaten Filtern, nach Gehör nachoptimieren. Die anderen beiden sind deutlich komplexer, und mir heute morgen zu lang zum beschreiben. Vielleicht ein anderes mal.

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von AR
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    Standard Strategie DIY vs. Fertigboxen

    Hi,
    ich kann Dieter Achenbach nur zustimmen; im DIY-Segment sollte man voraussetzen können, dass der Anwender seine Lautsprecher kennen sollte und ungefähr abschätzen kann, was sie mitmachen können. Nur er weiß ja auch, mit welcher Lautstärke er hört, was auch zu berücksichtigen ist. Ist diese sehr gering, kann man dem Bass auch in Maßen auf die Sprünge helfen.
    Bei etwas unbedarfteren Fertigboxenkäufern sieht es vielleicht anders auch.
    Für mich sind diese DSP-Einmesstools ein Segen. Ich benutze AcourateDRC; REW und Audyssey MultiEQ XT32 zur vollster Zufriedenheit.
    Das Problem mit diesen DSP-Lösungen liegt eindeutig in der richtigen Anwendung - hier ist einfach die Beschäftigung mit den Möglichkeiten unabdingbar. Und letzte Optimierungen bei LS-Eigenkonstruktionen werden auch noch möglich. Das größte Rätsel bleibt die Zielkurve (Target Response), aber da habe ich mit der von Harman vorgeschlagenen gute Ergebnisse erzielt.
    Nur meine Meinung!
    Gruß
    AR

    Geändert von AR (24.10.2019 um 14:30 Uhr)

  9. #9
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    Liebe DSPler,

    ich setze seit >10 Jahren DSPs für Lautsprecherweichen und -abstimmung sowie zur Modenminderanregung (mit wenigen DSP-PEQs im Bereich unter ca. 400Hz) ein und mache damit nach wie vor gute Erfahrungen. Dies geht in meinem Fall in zwei Schritten:
    1. Quasi-reflektionsarme Linearisierung des Pegel- und Phasenverhaltens auf Achse ab 400 Hz (relativ starke Gälttung einer entsprechend gefensterten Messung).
    2. Einige...mehrere Messungen im Hörplätzebereich auf Hörhöhe. Diese werden gemeinsam dargestellt und nach gemeinsamen Überhöhungen durchsucht, die dann (gemittelt) mit (schmalbandigen) PEQs nivelliert werden. Dadurch, dass ich vier Gesamtabstimmungen abspeichern kann, ergibt sich die Möglichkeit verschiedene "Glättungen" zu vorzunehmen, also z.B. auch eine genau für den Haupthörplatz erstellte. Zusätzlich stimme ich in diesem Schritt auch die Gesamttonalität (mit wenigen, sehr breiten PEQs) auf meine Hörpräferenz (sozusagen meine Zielkurve) ab.

    Was mMn per DSP nicht oder nur sehr begrenzt geht ist die Behandlung von Boden-, Seiten- und Deckenreflektionen. Dazu braucht es meines Erachtens nach (zwingend) die Optimierung der Lautsprecher- und Hörplatz-Platzierung und (falls/wo nötig) möglichst den Einsatz von Akustikelementen (Dämpfer, Diffusoren,...). Diese Platzierungsphase gehört sinnvollerweise zwischen die Phasen 1 und 2 oben

    Mein Fazit: Vollautomatismen sind fragwürdig und manche der Implementierungen versprechen zu viel! Einigermaßen fachkundiger Eingriff scheint mir unabdingbar. Soweit meine Erfahrungen und Einschätzungen.
    Beste Grüße,
    Winfried

    PS: "Nur die eigene Erfahrung hat den Vorzug völliger Gewissheit" (Arthur Schopenhauer)

  10. #10
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    Ich denke JFA weisst schon in die richtige Richtung (die Unterscheidung in Modal, diskret und diffus). Deswegen geht es auch genau nicht um die optimale "Zielkurve". Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass der Lautsprecher für sich auf direktem Weg erstmal halbwegs linear abstrahlen muss .... zumindestens in den mittleren und hohen Tönen. Alles andere hört sich nach meinen Erfahrungen nach "klingt irgendwie verfärbt" an. Eine Zielkurve im Raum einfach gerade zu biegen heisst ja im Umkehrschluss ...es ist völlig egal wie der Frequenzgang der direkten Abstrahlung aussieht .....solange ich damit Löcher und Berge weghobel, die durch irgendwelche Effekte der Abstrahlung und des Raumes entstehen. An der Stelle finde ich den Ansatz von Dirac ja schon mal richtig und logisch sich auch die Zeitachse anzusehen. Die Zeitachse ist ja letztlich nichts anderes als eine Vermessung des Raumes .... da taucht alles auf, was den Raum akustisch ausmacht und was der Lautsprecher auf nicht direktem Weg in den Raum abgibt. Vermessen kann man das eigentlich ganz gut. Letztlich machen die meisten Raumkorrektursystem aber eben genau nur dass eine .....sie hobeln über alles drüber ....am Ende klingt das meistens auch besser, weil sie eben auch alle Fehler des Lautsprechers glatt hobeln. Aber für mich bleibt da einen Menge Verbesserungspotential liegen. Alles was aus dem Raum an Fehlern kommt passiert ja auf der Zeitachse später als das eigentliche Ereigniss. Eigentlich darf man nur da ("später") korrigieren. Nur das kann man leider nicht so einfach trennen. Ich glaube aber auch unsere Ohren sind für die Raumeffekte nicht so empfindlich, wie für die Analyse des eigentlichen Ereignisses. Deswegen können wir Musik in verschiedenen Räumen geniessen aber ein schlechter Lautsprecher klingt "fast" immer schlecht (Das schliesst nicht aus, dass er in bestimmten Räumen zufällig ein guter Kompromiss ist).

    Jetzt fällt mir die Diskussion wieder ein .... https://www.diy-hifi-forum.eu/forum/...ertsaalakustik

    Der Raum macht schon auch die Musik ......... .

    Heisst für mich übrigens man muss den Lautsprecher, den man direkt hört von der Abstrahlung in den Raum trennen. Ja, ich spreche von einem zweiten Lautsprecher. Der erste strahlt möglichst direkt und präzise und erzeugt möglichst wenig Reflektionen. Der zweite sorgt für den Raum .......upppssss jetzt sind wir aber bei direkt/indirekten strahlenden Lautsprechern ...... Teufelszeug ....Bose. ..... ....ich bin jetzt still.
    Herzliche Gruesse
    Michael

  11. #11
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    Zitat Zitat von wgh52 Beitrag anzeigen

    Mein Fazit: Vollautomatismen sind fragwürdig und manche der Implementierungen versprechen zu viel! Einigermaßen fachkundiger Eingriff scheint mir unabdingbar. Soweit meine Erfahrungen und Einschätzungen.
    Sehe ich auch so.

    DSP zur Raumklanganpassung können (richtig genutzt) schon sinnvoll sein. Aber die voll-automatische Korrektur, die häufig suggeriert wird, funktioniert so nicht immer.

    @ Dieter:
    Klar. Einen kleinen 5-Zoll Woofer bis 40 Hz runter zu linearisieren (mit +20dB @ 40 Hz !) ist nicht unbedingt sinnvoll.
    Und jetzt schau mal bitte, was der CEO von Dirac in dem Video ab Minute 59:00 so macht:
    https://www.youtube.com/watch?v=2zEKoJAKFbM
    Sinngemäß: "Mit Dirac lässt sich aus einem billig 3-Zoll Breitband ein absoluter High-End-Full-Range Lautsprecher machen, der auch noch die Vorteil einer Quasi-Punktschallquelle bietet".
    Seine Glaubwürdigkeit fördert er damit nicht gerade.
    Geändert von Darakon (24.10.2019 um 19:57 Uhr)

  12. #12
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    Hallo Michael,

    bei der von mir vorgestellten Methode wird in Schritt 1 Frequenzgang und Zeitverhalten (echoarm und ab ca. 400Hz und nicht zu agressiv) linearisiert, von daher sind wir da beieinander. Dann im Raum (gerne auch subjektiv) auf eine persönliche Präferenz abzustimmen halte ich für legitim, denn man geht in Schritt 2 von optimaler Aufstellung und linearisiertem LS Verhalten aus. Auch von daher sehe ich uns d'accord. Das Zeitverhalten inklusive Reflektionen in das DSPing (speziell das automsatisierte) einzubeziehen halte ich für problematisch.
    Geändert von wgh52 (24.10.2019 um 20:46 Uhr) Grund: Tippfehler
    Beste Grüße,
    Winfried

    PS: "Nur die eigene Erfahrung hat den Vorzug völliger Gewissheit" (Arthur Schopenhauer)

  13. #13
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    Zitat Zitat von Darakon Beitrag anzeigen



    Klar. Einen kleinen 5-Zoll Woofer bis 40 Hz runter zu linearisieren (mit +20dB @ 40 Hz !) ist nicht unbedingt sinnvoll.
    Und jetzt schau mal bitte, was der CEO von Dirac in dem Video ab Minute 59:00 so macht:
    https://www.youtube.com/watch?v=2zEKoJAKFbM
    Sinngemäß: "Mit Dirac lässt sich aus einem billig 3-Zoll Breitband ein absoluter High-End-Full-Range Lautsprecher machen, der auch noch die Vorteil einer Quasi-Punktschallquelle bietet".
    Seine Glaubwürdigkeit fördert er damit nicht gerade.

    Das kann man doch sehr wohl machen; wenn man nämlich die Boxen dann nur zur Einschlaf-Unterstützung benutz....
    Wenn man damit dann natürlich eine Disco beschallen möchte, macht man was falsch...
    Liebe Grüße Willi

  14. #14
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    Also ich nutze in meinem Wohnzimmer Dirac Live, auch weil meine Frau Raumoptimierungen jeglicher Art ablehnt. Natürlich muss man seine Boxen und ihre Leistungsfähigkeit kennen und bedenken, dass auch mit Mondstaub beperlte Software aus Scheiße kein Gold macht, sprich: Wenn ich ein schlechtes Ensemble im Raum aufstelle, dann wird das nicht zum High-End...
    In meinem konkreten Fall bilde ich mir ein, dass Dirac die Boxen sauber aufeinander einpegelt, ein wenig Nachhall verringert (gefühlt, das müsste ich erst messen) und die Stimmen wesentlich klarer oder "präsenter" durchkommen. Viel mehr möchte ich da lieber gar nicht reindichten. Notwendig wäre eine Vorher-Nachher-Messung, zu der ich aber zu wenig Zeit habe.

    Unterm Strich: Ich würde es wieder nehmen. Ich bilde mir ein, dadurch eine Verbesserung für meine Situation erzielt zu haben. Aber das ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Und manchmal hilft auch ein wenig Placebo-Denken
    Grüßle Sven
    Hört "And I raise my head and stare into the eyes of a stranger" mit seinen DOBs

  15. #15
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    Zitat Zitat von wgh52 Beitrag anzeigen
    Auch von daher sehe ich uns d'accord. Das Zeitverhalten inklusive Reflektionen in das DSPing (speziell das automsatisierte) einzubeziehen halte ich für problematisch.
    Ich wollte Dir auch garnicht wiedersprechen .... Das Zeitverhalten einzubeziehen ist sicherlich schwieriger ..... aber das andere kann ja mitterweile auch fast jeder . Unter dem Stichwort Virtual Dual Bass Area gibt es da aber Versuche im Bassbereich. Damit habe ich auch schon ein paar Versuche unternommen, bin aber damals noch an der Phasendrehung durch die IRR-Filter gescheitert .....da stimmt dann am Ende das Timming nicht mehr. Grundsätzlich finde ich das vielversprechender als reine Manipulation des Frequenzgangs. Insbesondere denke ich, dass man damit die durch Moden hervorgerufenen starken Schwankung im Raum besser in den Griff bekommt.
    Herzliche Gruesse
    Michael

  16. #16
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    Standard Target Response

    Hi,
    zur Zielkurve gibt es hier wohl Missverständnisse. Die Zielkurve soll das korrigieren, was der Raum aus einem im Nahfeld linearen Lautsprecher macht. Ein Lautsprecher, der am Hörplatz auf linear getrimmt wird, klingt dünn und hell. Leider macht da jeder Raum etwas anderes. Aber dass ein Raum einen zu den Höhen abfallenden Frequenzgang produziert, ist allgemeiner Konsenz, der Verlauf aber von Raum zu Raum unterschiedlich. Bitte mal bei Hifi-Selbstbau oder Anselm Görtz nachlesen. Und deshalb bieten z.B. Acourate, REW und Dirac die Möglichkeit, auf eine Zielkurve hin zu optimieren. Alles andere macht keinen Sinn, außer im sehr direkten Nahfeld.
    Gruß
    AR

  17. #17
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    Hallo „AR“,

    jetzt bin bin ich etwas verwirrt... ZIELkurve meint doch was man erreichen will und nicht die dazu nötige Korrektur! Oder was missverstehe ich jetzt?
    Beste Grüße,
    Winfried

    PS: "Nur die eigene Erfahrung hat den Vorzug völliger Gewissheit" (Arthur Schopenhauer)

  18. #18
    Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von wgh52 Beitrag anzeigen
    Das Zeitverhalten inklusive Reflektionen in das DSPing (speziell das automsatisierte) einzubeziehen halte ich für problematisch.
    Nein, ein "Problem" ist das nicht, aber halt auch nicht trivial. Die Reflexionen auszulöschen ist zwar durchaus möglich, aber nicht sinnvoll. Trotzdem betrachtet und bewertet man die.


    Hier wird ein Ansatz beschrieben, wobei der Lösung dann sehr brutalisitsch daherkommt. Das geht auch cleverer, wobei man dann natürlich mehr Gehirnschmalz einsetzen und mehr Programmieraufwand leisten muss.

  19. #19
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    Wie schon mehrfach geschrieben korrigiert man im oberen Frequenzbereich hauptsächlich den Lautsprecher was man anhand von anechoischen Messungen besser machen würde und bei guten Lautsprechern auch kaum nötig ist http://www.aes.org/e-lib/download.cf...9.pdf?ID=17839
    Auch sollte man immer nachmessen da z.B. FIR Lösungen bei Raumunsymmetrien in der L+R Basssumme oft neue Dips generieren.
    Persönlich bin ich auch von FIR Korrekturen wieder weg und beschränke mich auf IIR Filter im unteren Frequenzbereich, dadrüber ergeben meine Lautsprecher automatisch ohne Korrektur die Harman Zielkurve wie bei Mitchco die D&D 8c oder KEF LS50.
    https://audiophilestyle.com/ca/revie...r-review-r739/
    https://audiophilestyle.com/ca/revie...cordings-r768/

  20. #20
    Chef Benutzer Benutzerbild von fosti
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    Moin,

    ich sehe und mache das so wie von wgh52 in #9 und roomcurve beschrieben. Ich habe zwar in meinem AVR ein Audyssey System, das wird wohl von mir nie benutzt werden. Wie weiter oben schon gesagt wurde, weil eh' mit einer Messung das Ganze überprüft werden muss, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Dann kann ich es auch gleich selber machen und da bieten mir Tools wie der Hypex Filter Designer, miniDSP und SigmaStudio alle IIR-(!)-Werkzeuge, welche ich brauche. Bei automatischen Einmessystemen muss(!) man LS einsetzen, die von Haus aus oberhalb der Schröderfrequenz sich nichts groß im Freifeld zu schulden kommen lassen. Das Abstrahlverhalten außen vor. So etwas lässt sich nicht per DSP beheben (z.T. wenn man EInfluss mit dem DSP auf die Trennfrequenzen hat).


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