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Thema: Projekt Mango

  1. #1
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    Standard Projekt Mango

    Liebe DIY-Freunde, heute möchte ich mein Projekt vorstellen, mit dem ich mich auch für den Contest beworben habe.


    1. Motivation


    Mango heißt mein neues Lautsprecherprojekt, dessen Name vom Manger Schallwandler abgeleitet ist.

    Selten wurde in der Vergangenheit ein Chassis in den Foren so kontrovers diskutiert wie der Manger Schallwandler, abgekürzt MSW. Als sich Ende letzten Jahres die Chance bot, ein Paar ältere, aber ungebrauchte MSW käuflich zu erwerben, war die Stunde gekommen, mich mit dem MSW auseinander zu setzen. Ich habe die Idee aufgegriffen, den MSW im Bass zu entlasten, damit er freier spielt und habe um ihn herum zwei Omnes Audio W8 Alu Black als TMT in lehrbuchmäßiger D’Appolito Anordnung platziert. Diese Kombination ist in einem Gehäuse zusammengefasst und bildet das Top-Teil.
    Der TMT wird bei 90 Hz aus dem Rennen genommen, darunter sorgt ein Bassabteil für Stimmung. Der Bass ist in einem eigenen Gehäuse untergebracht. Es kommen 2 verschiedene Basskonzepte wahlweise zum Einsatz. Ein Open Baffle mit 2 SEAS L26ROY nach Siegfried Linkwitz oder ein Subwoofer im geschlossenen Gehäuse mit 2 Omnes Audio SW12 HEX in impulskompensierter Anordnung. Letzterer Bass liefert mächtig Schalldruck, während der OB für normale Zimmeranwendungen gedacht ist, bei denen es mehr auf Feinauflösung ankommt. Der Bass ist 60 cm hoch, das Top-Teil 80 cm. Damit betragen die Gesamtabmessungen der Box stattliche 1.400 mm Höhe x 335 mm Breite x 400 mm Tiefe.
    Die Trennung in 2 Gehäuse dämpft natürlich auch die Beeinflussung des MSW durch den Bass, wichtiger ist die Trennung jedoch auf Grund des Gewichts. Der Subwoofer mit dem Omnes Audio wiegt ca. 45 kg, das Topteil 30 kg, zusammen also 75 kg. Dafür bräuchte man 2 Mann zum Tragen.

    2. Das Top-Teil Gehäuse
    Das Gehäuse besteht aus 18 mm Birke Multiplex. Nur die Schallwand weist eine Stärke von 30 mm auf. Diese ist erforderlich, um die OA W8 tief genug versenken zu können, so dass die Sicke bündig mit der Schallwand abschließt. Die Schallwand ist allerdings nur 245 mm breit. Sie erhält beidseits eine Fase aus Eiche massiv von 45 mm Breite mit einer 30° Abschrägung. Optisch wie auch akustisch eine ansprechende Lösung.
    Die Aussenabmessungen betragen: 335 mm Breite, 800 mm Höhe und 400 mm Tiefe.
    Hier ein Foto der bearbeiteten Schallwand.
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    Und der Blick auf die Rückseite mit den Ausfräsungen für größere Atemwege der TMT.
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    Der Ausschnitt für den MSW. Die Bohrungen im inneren Ring sind für die Durchführung der Anschlusslitzen vorgesehen.
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    Dieses Mal habe ich mich beim Lackieren wirklich angestrengt: sauber vorgeschliffen, 2 x Acryl-Vorstrichfarbe aufgetragen und jedes Mal mit 400er Korn feingeschliffen, und danach den Deckanstrich mit Acryl-PU Lack mit einer kleinen Veloursrolle aufgebracht.
    Als nächstes waren die seitlichen Vollholzleisten dran. Diese wurden mit einer großzügigen Fase von 30° Schräge versehen und zwar so weit, dass jeweils 5 mm der beiden beteiligten Seiten stehen blieben. Nach ausgiebigem Schleifen wurden die Leisten 2 x mit OSMO Hartwachsöl behandelt und erhielten so eine schützende seidenmatte Oberfläche, die den Holzcharakter betont.
    Dann mussten die Leisten an die Schallwand geleimt werden. Unter Einsatz vieler Schraub- und sonstiger Zwingen ist dies ebenfalls gut gelungen. Sauberes Arbeiten war die Herausforderung, da die beteiligten Teile ja bereits endbehandelt waren. Es hat geklappt, wie die nachstehenden Bilder zeigen:
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    Die fertige Schallwand
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    Blick auf die Stirnfläche
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    Seit die Schreinerei unserer Firma eine große Präzisions-Format Säge erhalten hat, kann ich jetzt auch saubere Gehrungen dort schneiden lassen. Wie auf den Bildern zu sehen ist, sind 2 Seiten und Deckel, Boden und Verstrebungen verleimt, sodass der "Innenausbau" beginnen kann, in erster Linie die Belegung der Wände mit 2,5 mm Alu Butyl und Verkabelung. Hier ein Foto:
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    Die Verstrebungen haben große Atmungslöcher bekommen.
    Mit sauberen Gehrungsschnitten klappt das passgenaue Verleimen problemlos.

    Der MSW arbeitet so ab 800Hz als reiner Biegewellenwandler. Darunter ist er noch mehr ein Kolbenschwinger allerdings im Bereich ab 400Hz mit sehr geringem Hub.
    Ein Volumen als pneumatische Rückstellfeder wie bei dynamischen Systemen benötigt er nicht. Insofern kann man das Volumen hinter dem MSW klein halten.
    Wichtig ist, dass es nicht zu Schallreflexion aus dem Bereich hinter dem MSW zurück auf die Membrane kommt.
    Daher tut eine Filzmatte hinter dem MSW gut. Manger hat früher empfohlen hinter dem MSW ca. 8 bis 10 cm Luft zu lassen, bevor Dämmmaterial anfängt - das war aber auch noch zu Zeiten, als er bei 150Hz getrennt wurde. Ich habe die Matte aus Bondum 800 in ca. 4 oder 6 cm Abstand angebracht.

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    Und so sieht es von der Rückseite aus. Die Zentrierbohrung für den Fräser wird noch geschlossen. Dafür fehlt noch die Kabeldurchführung.
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    Beim Anpassen der Schallwand stellte sich heraus, dass das Gehäuse nicht winklig zusammengeleimt ist. 2 mm Unterschied zwischen links und rechts oben. Das sah so schlimm aus, dass ich es nicht so lassen konnte. Also den großen Bandschleifer mit 60er Schleifpapier bestückt und kräftig geschliffen. Dabei ging es durch 2 Schichten des Multiplex-Deckels mit der Erkenntnis, dass die bereits fertige Beschichtung mit Hartwachsöl nun auch nicht mehr aussieht.
    Daher habe alle Flächen wieder abgeschliffen, damit die Vorstrichfarbe ordentlich hält. Nach dem Trocknen des Vorstrichs erfolgte der Deckanstrich in Weiß mit Acyrl PU Lack. Nun sieht die Box deutlich edler aus und ich bin froh, dass ich diese Korrektur gemacht habe, auch wenn sie ein paar Tage Zeit gekostet hat.

    Zwischenzeitlich hat auch die vorläufige Bedämpfung Einzug gehalten. Die mittlere Kammer dient als akustischer Sumpf für die beiden TT und ist mit isover Isolierwolle gefüllt. Die Kammer ist zur oberen und unteren Kammer mit Tyrotex Noppenschaum gegen Faserwanderung abgedichtet.
    Die Rückwand der TT Kammern habe ich mit Damping 30 belegt, um Direktreflexionen auf die Membran zu unterdrücken.
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    Das Einsetzen der Manger Schallwandler war etwas knifflig, hat aber letztendlich gut geklappt. Die M4x25 mm Senkkopfschrauben habe ich direkt in vorgebohrte 3 mm Sacklöcher geschraubt. Bei der Gewindelänge halten die Schrauben in Multiplex. Platz für irgendwelche Gegenmuttern oder Einschlagmuttern war nicht vorhanden.


    Hier zwei Fotos des fertigen Topteils:
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    3. Das Unterteil, das Gehäuse des Subwoofers
    Der Subwoofer ist ein impulskompensierter Bass im geschlossenen Gehäuse. Die Beschreibung des OB Subwoofers mit den L26ROY folgt noch.
    Das Gehäuse besteht aus Buche Multiplex. Die Front- und Rückseite, die beide das Chassis tragen, sind 30 mm stark, die Seitenwände und Boden/Deckel 20 mm Die Schnittkanten des Multiplex werden mit 20/30 mm breiten Buchenleiste verdeckt.
    Die Außenabmessungen betragen: B= 335 mm, T= 420 mm, H = 600 mm.
    Die Einfräsung der OA SW12 HEX beträgt 20 mm, damit verschwindet die kräftige Sicke komplett in der Einfräsung. Die restliche Dicke der Schallwand von 10 mm ist ausreichend, da die Schrauben der Chassis in durchgehende Buchenrundholz Stäben oder in die Seitenwände gedreht werden.
    Hier zu sehen das Verdecken der Schnittkanten mit Leisten.
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    Die Breite von 335 mm ist knapp bemessen aber reicht:
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    Etwas aufwändiger gestaltete sich das Anleimen der Rundholz Stäbe auf die Rückseite der Schallwand:
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    Ein Blick in das fertig verleimte Gehäuse mit der Aussteifung und den 4 zusätzlichen Flachstäben zur Befestigung der Chassis.
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    Der Raum unterhalb der Verstrebung wird vollständig mit Mineralwolle gefüllt, um die Längsstehwelle zu bedämpfen. Die Rundstäbe nehmen die Kräfte der gegeneinander schwingenden Chassis auf.
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    Das Chassis besitzt einen unschönen breiten Kleberand, der mit Hilfe eines gelaserten Rings aus 3 mm Stahlblech verdeckt wird. Aus optischen und Oberflächenschutzgründen wird der Ring noch schwarz gefärbt.
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    Der fertig bestückte Subwoofer mit 12“ Bass hinten und vorn.
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    4. Aktivierung
    Wer mich kennt, für den dürfte das Ansteuerungskonzept keine Überraschung sein. Für die Trennfrequenzen und Linearisierungen ist wieder das OPENDRC-DA8 zuständig, das zwei Denon AVR-3803 ansteuert. Der AVR liefert mit bis zu 150W pro Kanal genügend Leistung für die Mango, reizt sie aber bei weitem nicht aus.
    Der erste AVR ist der Master, er übernimmt alle 6 Kanäle des OPEN DRC und steuert die Lautstärke. Dieser steuert mit 4 Kanälen die beiden MSW Topteil an. Die Bass.Kanäle werden über die Master-Volume gesteuerten PREOUT Buchsen an den zweiten AVR durchgeschleift und dort auf je 2 Eingänge verteilt. Jeder der beiden OA SW12HEW Bässe pro Box wird mit einem eigenen Leistungskanal versorgt.

    5. Entzerrung

    Nach ersten Messungen ergaben sich als optimale Trennfrequenzen: 90 Hz TT-TMT und 600 Hz TMT-MSW. Alle Chassis wurden bis über 2 Oktaven über den Arbeitsbereich hinaus linearisiert. Die Linearisierung unterhalb des Arbeitsbereichs der TT und der TMT erfolgte mit Linkwitz Transformation ansonsten mit normalen PEQs.
    Der Manger zeigt einen recht unruhigen Frequenzgang, den man nur bedingt linearisieren sollte, um dem Treiber nicht dir Spritzigkeit und Feinzeichnung zu nehmen.
    Wahrscheinlich bedingt durch seine Größe zeigt der Manger ab 2 KHz kein wirkliches Rundstrahlverhalten. Dem sollte man Rechnung tragen und den Lautsprecher möglichst auf Achse hören, d.h. die Box auf den Hörplatz einwinkeln.

    Hier ein entsprechendes Rundstrahldiagramm. Gemessen habe ich in 1m Abstand von 0° bis 90° in 10° Schritten.

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Name:	Mango_1m_0°-90°.png
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    Soviel für heute

    Schöne Grüße

    Thomas

  2. #2
    Chef Benutzer Benutzerbild von fosti
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    Moin Thomas,

    bin immer wieder begeistert von Deinen Entwicklungen zu lesen. Sehr, sehr geil!

    Der Manger ist ja nicht so mein Fall, aber schön, dass Du Dich dem mal annimmst.

    Viele Grüße,
    Christoph

  3. #3
    ...braucht Vinyl Benutzerbild von tiefton
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    Hallo Thomas,
    Der Manger ist schon was besonderes. Die starke Bündelung sieht man bei Dir ja auch.
    Wie findest Du es klanglich?
    Toll gemacht!!!
    Viele Grüße, Thomas

  4. #4
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    Hallo Thomas,

    klanglich finde ich den Manger Klasse, sehr dynamisch, spritzig und doch feinauflösend. Hat vor Lautstärke keine Angst.

    Ich habe ihn dabei und bin gerade im Hotel angekommen.

    viele Grüße

    Thomas

  5. #5
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    Klasse, da freue ich mich drauf! Bin ja absoluter Manger Fan.
    ================================================== ========
    Angestellter im Berufsfeld Audio Entwicklung

  6. #6
    Chef Benutzer Benutzerbild von Kleinhorn
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    Leider gestern nur gesehen..fand ich schon Top...gehört hätte ich auch gern...aber ich war zu spät da.

  7. #7
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    Hallo Thomas,

    hast du auch mal Klirr und IMD Messungen gemacht?
    Was mich erstaunt ist, dass viele MSW Begeisterte die Dynamik des Schallwandler hervorheben, aber die Dynamikfähigkeit doch recht eingeschränkt ist - wenn man auftretende harmonische Verzerrungen als begrenzenden Faktor sieht.

    Quelle: https://www.mangeraudio.com/images/c...tereo_1309.pdf
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Name:	manager-s1_HD.jpg
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    Die 10-18% THD bei Schalldrücken um 95-100dB im Bereich 300-800Hz sind für einen Stand-LS heftig. Was dominiert denn, harmloser K2 oder übler K3? War das auch ein Grund die Trennfrequenz auf 600Hz anzuheben?

    Was mir bei deiner Abstimmung im Vergleich zu den Messungen in den Magazinen aufgefallen ist, dass der FG ab 2.5kHz bei dir linear bis leicht fallend abgestimmt ist, die original Manager-S1 liegt ab 2.5kHz im Gegensatz dazu etwa 3dB über dem Mitteltonbereich.

    Gruß Armin

  8. #8
    Moderator
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    Standard

    Ihr wisst aber schon noch, dass es hier eigentlich um Thomas' Projektvorstellung ging, ja?

    Ich räume dann gleich mal auf, weitere OT-Diskussionen dann bitte im neuen Thread: https://www.diy-hifi-forum.eu/forum/...inn-des-Lebens

    Schönen Gruß,
    Lars
    Geändert von MOD LarsNL (11.09.2019 um 14:06 Uhr)

  9. #9
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    Danke

    Gruß

    Thomas

  10. #10
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    Hi Thomas,

    schönes Projekt, auch wenn mir der Manger nicht zusagt (bin auch einer der auf saubere Messwerte wert legt). Aber davon abgesehen: Wie gefällt dir das Konstrukt im Vergleich zu deiner KEF Konstruktion (die ja die gleichen TT hatte)?
    VG Michi

  11. #11
    Chef Benutzer Benutzerbild von a.j.h.
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    Weil's in den Labberthread verschoben ist:

    Probier mal anstelle des fusseligen Polyester hinter dem Manger mal lieber etwas festes wie Schaumstoff oder Basotect.
    Beste Grüße,
    Andreas

    "Don't you think if I were wrong I'd know it" - Dr. Sheldon Lee Cooper

  12. #12
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    Hallo Michi,

    ein Vergleich ist schwierig, da ich beide Boxen bisher nicht im direkten Vergleich gehört habe. Zudem sind die Arbeitsfrequenzbereiche der TMT nicht gleich. Bei der Kefir gibt es keine SUB Unterstützung.
    Sicher ist, dass die Pegelfestigkeit und Dynamik der Mango höher ist als bei der Kefir. Bühne und Ortbarkeit dürften gleich sein. Im Hochton verliert die Kefir nicht an Energie, was zur Zeit bei der Mango der Fall ist.
    Insgesamt schätze ich die Kefir als „sanfter“ ein als die Mango.

    Viele Grüße

    Thomas

  13. #13
    Good Vibrations Benutzerbild von Jesse
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    Würde ich so unterschreiben.

    Man könnte noch hinzunehmen, das die Mango deutlich souveräner spielt, die Kefir dafür aber deutlich ausgereifter.

    Jesse
    Good Vibrations



    "Die Realität ist in Wirklichkeit etwas komplizierter."

  14. #14
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    Hallo Arnim,

    danke für Deinen Beitrag und den Testbericht.
    Ich kannte bis dato keine Teste oder offizielle Messungen.
    Ja, ich habe den Klirr gemessen und dieser war deutlich höher, als in der Stereo angegeben. Aber dort steht leider nicht, bei welchem Pegel gemessen wurde. Ich habe bei höherer Lautstärke gemessen und kam über 10%. Vielleicht ist der Klirr eine der besonderen Eigenschaften des Mangers?
    Aufgrund des hohen Klirrs habe ich mich entschieden, den Manger bei 600 Hz mit einem BW 18dB/Okt HP zu trennen. Das kommt sowohl dem Klirrverhalten wie auch der Pegelfestigkeit zugute.
    Völlig überrascht bin ich über den gemessenen Frequenzgang in der Stereo.
    Ich habe ziemlich das gleiche gemessen, aber den F-Gang weitgehend linearisiert.
    Da sollte die Frage erlaubt sein, warum Manger dies nicht getan hat, zudem es mit der Aktivbox einfach gewesen wäre. Oder verliert der Manger dadurch sein hervorragendes Impulsverhalten?


    beste Grüße

    Thomas

  15. #15
    Vorsicht schräger Humor
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    Zitat Zitat von Yogibär Beitrag anzeigen
    Da sollte die Frage erlaubt sein, warum Manger dies nicht getan hat, zudem es mit der Aktivbox einfach gewesen wäre. Oder verliert der Manger dadurch sein hervorragendes Impulsverhalten?
    Moin Thomas,
    ich betreibe die Manger (seit 97) unkorrigiert analog aktiv mit dem üblichen 6db Hochpass. Ich würde es ohne Frequenzgangkorrektur versuchen, ich habe sie noch nie vermisst. Im Gegenteil, der alte große Studiomonitor hatte analoge Korrekturmöglichkeiten ohne Ende und da hatte ich auch den Eindruck, dass Linearität andere Eigenschaften des MSWs negativ beeinflusst, da gefiel mir im Vergleich die Kombination mit passiver Weiche besser, sie spielte irgendwie offener und freier. Deshalb habe ich auch eine einfach gestrickte Aktivweiche.
    Versuch macht klug, Vielleicht trennst du mal den Bass mir 12 db, den Manger mit 6 db ohne Frequenzgangkorrektur gerne auch bei 600Hz, das ist lebensverlängernd. Kritisch ist die Verklebung des Zentraldämpfers.
    Viel Spaß dabei!
    Jrooß Kalle

  16. #16
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    Hallo Kalle,

    danke für Dein Feedback. Ich werde Deine Empfehlung mal testen und auf die Linearisierung verzichten.
    Die miniDSP Weiche hat ja 4 Settings, die per Druckdruck umschaltbar sind.
    Ich erinnere mich auch wieder daran, dass ich den Lautsprecher ganz zu Anfang ohne jegliche Korrektur d.h. Nur mit Frequenztrennung betrieben habe und dabei begeistert war, weil ich noch nie vorher einen so guten Lautsprecher im „Rohbau“ gehabt habe.
    Heute scheint es so, als dass die Linearisierung kontraproduktiv war.

    viele Grüße

    Thomas

  17. #17
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    Ja, ich habe den Klirr gemessen und dieser war deutlich höher, als in der Stereo angegeben. Aber dort steht leider nicht, bei welchem Pegel gemessen wurde. Ich habe bei höherer Lautstärke gemessen und kam über 10%. Vielleicht ist der Klirr eine der besonderen Eigenschaften des Mangers?
    Weißt du noch wie sich HD verteilte, K2, K3 Anteile am Klirr (im auf der Manager-Seite verlinkten Test der LP_2018-3 ist der Klirr leider nicht beschriftet)?

    War auch mehr als überrascht, dass Manager bei der S1 den MSW bei 330Hz trennt, obwohl THD unter 700Hz praktisch explodiert (im Post#7 verlinkten Diagramm sind die Schalldrücke angegeben, vermute bei 30-50cm gemessen und dann auf 1m umgerechnet). Das sollte schon bei geringem Schalldruck zu sehr hohen MD und IMD führen.
    Wenn man 15dB Dynamik-Spielraum einplant, sind die MSW mit 330Hz Trennfrequenz nur bis 85dB@1m einsetzbar - was aber vielen zum Abhören reichen dürfte.

    Es gibt eine Studie zur Hörbarkeit und Bewertung von Verzerrungen bei Kopfhörern, dort ist es so, dass ein KH mit knapp unter 1% THD, aber bis zu 20% IMD um 3kHz zusammen mit einem KH der insgesamt wenig Verzerrungen zeigte, die Besten Bewertungen erhalten hat. Dort waren IMD und MD keine guten Indikatoren für die Klang-Bewertung.
    Vielleicht überwiegen beim MSW die "guten" Verzerrungen und "beleben" so, für viele Hörer, das Klangbild bei nicht zu hohen Schalldrücken.


    Da sollte die Frage erlaubt sein, warum Manger dies nicht getan hat, zudem es mit der Aktivbox einfach gewesen wäre. Oder verliert der Manger dadurch sein hervorragendes Impulsverhalten?
    Wie definierst du Impulsverhalten?
    Würde dies auf jeden Fall auch mit der Ausschwing-,Abklingzeit verbinden. Hast du das Ausschwingverhalten der MSW gemessen?


    Im Gegenteil, der alte große Studiomonitor hatte analoge Korrekturmöglichkeiten ohne Ende und da hatte ich auch den Eindruck, dass Linearität andere Eigenschaften des MSWs negativ beeinflusst, da gefiel mir im Vergleich die Kombination mit passiver Weiche besser, sie spielte irgendwie offener und freier.
    Yep, würde dies (beim betrachten der Messungen) auch so sehen.
    Beim S1 wird deswegen auch auf Achse ab 2.5kHz im Mittel um etwa 3dB angehoben - dürfte für den "offenen Klang" verantwortlich sein. Die Badewannenabstimmung auf Achse von bis zu -7dB im Bereich 200-3000Hz dürfte sicher als "angenehm" empfunden werden.

    Dadurch dass der Bereich 2-3kHz extrem aufweitet (bleibt bei den Messungen von Thomas unter Winkel quasi "stehen") sollte sich unter Beachtung der Blauertschen Bänder ein "prägnanter" Klang, der bestimmte Instrumente/Stimmen nach "vorne" holt, manifestieren.
    Ich selbst bin in diesem Bereich extrem empfindlich (und versuche Aufweitungen in diesem Bereich zu vermeiden), da die Ohrkanal-Resonanz um 2.7kHz in Ausprägung und Frequenz (in geringem Maße) individuell ist, mag dies auch ein weiterer Faktor für die unterschiedliche Beurteilung des MSW sein.

    Gruß Armin

  18. #18
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    Hallo Thomas

    Wie hast Du denn korrigiert ? Buckel geglättet ? Löcher gestopft ? Beides ? Nur zahm oder ganz ?

    Meine Manger sind seit einem Jahr praktisch unbenutzt. Ich werde ihnen im Winter aber wahrscheinlich neue Gehäuse spenden und eine Aktivweiche. Ich hatte vor zwölf Jahren schon einmal mit einer Zeitrichtigen Aktivweiche experimentiert und war vom Resultat begeistert, vor allem im Nahfeld.
    Meine Trennfrequenz war allerdings nur 300 Hz, was aber vollauf genügte, da die Tieftonunterstützung nur ein einzelner 8er war und der MSW selber deshalb auch nicht speziell viel Pegel können musste. Der MSW wurde mit 12 dB/Oktave (akustisch) getrennt und der TT näherungsweise mit 6 dB/Oktave. Interessant war, dass man auch in nächster Nähe nicht hören konnte, dass da zwei Chassis am Werkeln sind.

    Eigentlich wollte ich das gleiche Weichenprinzip schon lange einmal mit einer viel billigeren Woofer/Breitband Kombination einmal ausprobieren, da so etwas eventuell für eine grössere Anzahl Leute interessant sein könnte als eine Kombi mit dem doch recht teuren und mittlerweile schwer erhältlichen Manger.

    Gruss

    Charles

  19. #19
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    Hallo Charles,

    anbei findest Du das Diagramm, wie ich den MSW linearisiert habe. Ob dies sanft oder heftig ist, kann ich schlecht sagen. Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

    @Arnim: Mit dem Impulsverhalten beziehe ich mich auf die Stereo, die eine saubere Sprungantwort dargestellt und diese auch im Text erwähnt hat.

    Die Klirnmessung hatte ich dokumentiert, leider aber nicht den Pegel. Ich erinnere mich nur, dass der sehr hoch war. Auf Grund des Klirrverlaufs habe ich mich entschiden die Trennfrequenz auf 600 Hz zu legen. Wegen der klassischen D'Apo Anordnung erfolgt die Trennung mit einem 18 dB/Okt BW Filter .

    Viele Grüße

    Thomas
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  20. #20
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    @Arnim: Mit dem Impulsverhalten beziehe ich mich auf die Stereo, die eine saubere Sprungantwort dargestellt und diese auch im Text erwähnt hat.
    Jetzt sehe ich es auch. Hatte den falschen Link in Post#7 verlinkt, "Stereo" statt "Stereoplay"
    Die Sprungantwort sieht sauber aus, aber ich kann damit, ehrlich gesagt, bei keinem LS viel damit anfangen.

    Die FG-Messungen zeigen zwischen 300-2000Hz einen unruhigen Verlauf, man könnte auch sagen, ein paar relativ unproblematische Senken. Sind es harmlose FG-Schwankungen oder eventuell doch Resonanzen die entsprechend langsam ausschwingen?

    Die Quelle für Post#7 lautet:
    https://www.mangeraudio.com/images/c...y_1203_web.pdf

    Die Klirnmessung hatte ich dokumentiert, leider aber nicht den Pegel. Ich erinnere mich nur, dass der sehr hoch war. Auf Grund des Klirrverlaufs habe ich mich entschiden die Trennfrequenz auf 600 Hz zu legen. Wegen der klassischen D'Apo Anordnung erfolgt die Trennung mit einem 18 dB/Okt BW Filter .
    Danke dafür, hab ich irgendwie übersehen.
    Damit wird auch die Entwicklerstrategie hinter der S1 etwas klarer, da bei deiner Klirr-Messung des MSW, ziemlich genau ab 330Hz K2 über K3 liegt und genau dort wurde die Trennfrequenz bei der S1 gesetzt. Es wird wohl hoher THD in Kauf genommen, da K2 über den gesamten Bereich dominant ist - das ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz.
    BT spricht in der HH auch regelmäßig von gehör-physiologisch vorteilhaft gestaffeltem Klirr, wenn K2 über K3 liegt. Wer dazu näheres weiß oder ein entsprechendes Paper kennt, her damit

    Ins Extrem getrieben kenne ich das von vielen(?) der teuren ScanSpeak Chassis, wo K3 und K5 oft extrem niedrig ist, aber K2 bei 90dB regelmäßig die 1% Marke überschreitet.

    Gruß Armin

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