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  1. #1
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    Standard Lautsprecher-Vergleich der Zukunft - binaurale Aufnahmen

    Hallo,

    hatte hier schon einmal auf das große Potential des Lautsprecher-Vergleich durch binaurale Aufnahmen hingewiesen.

    Nun hat Low-Beats die Entwicklung noch weiter vorangetrieben und stellt in einem Artikel zur High End 2019 ein neues Verfahren vor, um Lautsprecher (und nicht nur diese) noch flexibler über binaurale Aufnahmen vergleichen zu können.

    Das Verfahren ermöglicht es, über nur eine Kunstkopf-Messung des Lautsprechers im Hörraum, später jedes beliebige Musikstück (durch "Faltung" mit der Messung) für den Lautsprecher zu simulieren.

    – unerreichte Flexibilität: Sind die Impulsantworten der Lautsprecherpaare erstmal erstellt, können sie fortan mit jedem beliebigem Musiktitel „gefaltet“, d. h. wiedergegeben werden.
    Denke es gibt kein besseres Mittel um Lautsprecher untereinander zu vergleichen.
    Klar, solange die Profile der Kopfhörer nicht mit ins Signal "gefaltet" werden erhält man nicht den "absoluten Klang" der LS (vielleicht gibt es das in der Zukunft für die gängigsten Modelle), aber für Vergleiche gibt es (imho) nichts besseres.

    Toller Artikel und innovatives Verfahren

    Die jetzt schon große Low-Beats Datenbank von binauralen Aufnahmen findet ihr hier
    https://soundcloud.com/lowbeats-magazine

    Gruß Armin

  2. #2
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    Ich habe mal so eine ZusatzheftCD gekauft und mit diesem Binaural Kram gehört. Muss nicht sein.
    ================================================== ========
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  3. #3
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    Binaurale Kopfhörerwiedergabe ist ja auch nicht "Plug'nPlay", damit sie richtig funktioniert müssen die individuellen Kopf und Körperbezogenen Übetragungsfunktionen jedes Menschen erfasst und ebenfalls durch Faltung in der Wiedergabekette kompensiert werden, aber es gibt dafür immer mehr neue Ansätze und Anbieter, hier paar exemplarisch:
    https://smyth-research.com/
    https://www.tonmeister.de/symposium/2009/np_pdf/A13.pdf
    https://www.genelec.com/aural-id-software
    https://de.creative.com/sxfi/

  4. #4
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    Danke für die Links!
    Die Möglichkeit die klanglichen Unterschiede von LS vergleichen zu können, ist schon mehr Information als ich bei meinem Hifi-Händler Vorort erhalte.
    Dort stehen in einem Hörstudio - großer, hoher, akustisch behandelter Raum - LS an der langen Raumseite verteilt und vermeiden so weitestgehend alle möglichen Verfärbungen durch Seiten- und Deckenreflexionen - alles Informationen die in den binauralen Aufnahmen (hoffentlich) enthalten sind (d.h. der Aufnahmeraum sollte nicht zu sehr akustisch behandelt sein und die Nachhallzeit einem durchschnittlichen Wohnraum entsprechen) .

    Wenn dann im nächsten Schritt die Möglichkeit besteht, über günstige Verfahren eine "Kopfhörer Linearisierung / headphone EQ" durchzuführen, um so an den "absoluten Klang" des LS im Aufnahmeraum zu gelangen - traumhaft. Das in einem der Links beschriebenen Verfahren ist noch recht kompliziert und benötigt eine binaurale Messung (wenn ich das richtig verstanden habe).

    Leider sind gute Kunstköpfe nicht zu einem Schnäppchen zu haben
    https://de-de.neumann.com/ku-100
    https://www.thomann.de/de/neumann_ku100.htm
    Wäre ziemlich cool wenn es von einem "LS-Battle" binaurale Aufnahmen der Lautsprecher geben würde und man so auch online einen Eindruck von den LS erhalten könnte.

    Würde gerne auch binaurale Aufnahmen meiner eigenen Entwicklungen erstellen um sie besser untereinander vergleichen zu können. Aber auch um (nicht ganz saubere, da die Räume unterschiedlich) Vergleiche mit anderen LS zu realisieren.

    Gruß Armin

  5. #5
    Und so beginnt es... Benutzerbild von FoLLgoTT
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    Zitat Zitat von ctrl Beitrag anzeigen
    Würde gerne auch binaurale Aufnahmen meiner eigenen Entwicklungen erstellen um sie besser untereinander vergleichen zu können. Aber auch um (nicht ganz saubere, da die Räume unterschiedlich) Vergleiche mit anderen LS zu realisieren.
    Das hatte ich auch mal versucht. Der Kunstkopf war aber mehr schlecht als recht zusammengebastelt. Das funktionierte zwar erstaunlich gut, aber nicht gut genug, um wirklich die realen Eindrücke zu transportieren. Das klappt ja auch nicht für jeden gleich gut, weil nur eine feste HRTF benutzt wird.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Darakon
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    Hallo Armin,

    in der Theorie ein interessanter Ansatz.

    In der Realität schwierig umsetzbar; Die Einflussgrößen sind einfach zu groß, um am Ende tatsächlich die Lautsprecher vergleichen zu können:

    Raum der Aufnahme: Wie du schon sagtest, müsste es einen genau normieten Raum (größe und akustische Bedämpfung) mit genau normierten Lautsprecher- und Mikrofonpositionierung geben.

    Die Aufnahmekette: Auch Mikrofone färben und besitzen unterschiedliche Dynamik. Gut, die Anzahl an Anbietern für Mikrofon-Kunstkopf-Systeme ist überschaubar. Auch der Rest der Aufnahmekette (Interface, DAW,...) kann einen kleinen Unterschied machen.

    Der Kopfhörer: Verfälscht auch den Klang. Die Wiedergabe kann nicht besser sein als die akustischen Eigenschaften des Kopfhörers. Eine Frequenzentzerrung ist da noch das kleinste Problem.

    Die Geometrie des Kopfes des Hörers: Stimmt wahrscheinlich nicht mit der Geometrie des Kunstkopfes überein.
    Also müssten hier wieder Algoythmen ran, die auch noch mal verfälschen.

    Bewegungen des Kopfes während des Hörens: Einen teil der räumlichen Wahrnehmung geht auf kleine Bewegungen des Kopfes während des Hörens zurück. Diesen Effekt kann ein Kopfhörer (noch) nicht darstellen. Auch wie groß der "Sweetspot" ist, lässt sich über Kopfhörer nicht beurteilen.

    Das Verfahren gibt sicherlich einen guten Eindruck, wie ein Lautsprecher klingen "könnte". Ein Vergleich ist evt. bedingt aussagefähig, wenn alle Lautsprecher unter den selben Bedingungen aufgenommen worden sind.

    Allerdings:
    Die Technik entwickelt sich rasant weiter.
    Vielleicht ist es in ein paar Jahren möglich in der virtuellen Reality einfach zwischen seinen Lieblinglautsprechern (Harbeth, Grimm Audio,...) zu wechseln oder vielleicht sogar für jeden Song, seinen Lieblingslautersprecher auszuwählen.

    Eine ähnliche Entwicklung hat bereits bei dem teuren vintage Aufnahmeequipment statt gefunden:
    Egal ob analoge Hallmaschinen aus den 70gern und der Klang der alten SSL-Konsolen. Alles lässt sich mit IR einfangen und mittels software emulieren. Dort funktioniert es einfacher, da das Signal "einfach" nur vorher und nachher abgegriffen wird.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer
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    Bewegungen des Kopfes während des Hörens: Einen teil der räumlichen Wahrnehmung geht auf kleine Bewegungen des Kopfes während des Hörens zurück. Diesen Effekt kann ein Kopfhörer (noch) nicht darstellen.
    Doch, die guten/aufwendigen Systeme wie Smyths Realizer erfassen auch die Kopfbewegung und passen in Echtzeit die Übertragungsfunktionen an. Solche Systeme aufwändig eingemessen können schon extrem gut die Illusion eines beliebigen Mehrkanal oder Stereosystems wiedergeben, aber das ganze ist halt (noch) mit hohem Aufwand und Kosten verbunden.

    Eher sehe ich das Problem der präsentierten Lowbeats Impulsmethode dass z.B. dynamische nichtlineare Verzerrungen wie IMD nicht dabei erfasst werden.

  8. #8
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    Den Thread hab ich damals vollkommen übersehen. Wie "kalibriert" man einen DIY-Kunstkopf? Würde es ausreichen sich eine Kalibierungsdatei in Bezug auf einen Referenz-Kunstkopf zu erstellen?
    Die Links muss ich mir mal in Ruhe ansehen...

    Raum der Aufnahme: Wie du schon sagtest, müsste es einen genau normieten Raum (größe und akustische Bedämpfung) mit genau normierten Lautsprecher- und Mikrofonpositionierung geben.
    Bisher hat Low-Beats, soweit mir bekannt, binaurale Aufnahmen im Referenz-Studio Raum und im eigenen Hörraum angefertigt. Wenn ich es im Artikel richtig verstanden habe, soll es in Zukunft immer unter exakt identischen Bedingungen erfolgen.

    Das Verfahren gibt sicherlich einen guten Eindruck, wie ein Lautsprecher klingen "könnte". Ein Vergleich ist evt. bedingt aussagefähig, wenn alle Lautsprecher unter den selben Bedingungen aufgenommen worden sind.
    Genau! Ich erwarte nicht eine akkurate räumliche Wiedergabe des aufgenommenen LS. Für mich ist es schon aufschlussreich nur die unterschiedlichen Klang-Charakteristika der LS vergleichen zu können.
    Muss mich mal mit dem Thema headphone equalizing beschäftigen. Wenn das für meine Kopfhörer halbwegs realisierbar wäre, stiege die Aussagekraft der binauralen Aufnahmen nochmal erheblich an, da dann die Klangcharakteristik der Lautsprecher halbwegs zutreffend wiedergegeben würde.

    Gruß Armin

  9. #9
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    Tonal kriegt man Kopfhörer relativ leicht entzerrt, wobei dort die Frage der Zielkurve noch offen ist.
    Bisschen Lesematerial und fertige Entzerrungen:
    https://www.innerfidelity.com/conten...r-target-curve
    https://www.innerfidelity.com/conten...arget-response
    http://www.juloaudio.sk/Umiestnenie_...et%20Curve.pdf
    https://www.sonarworks.com/

  10. #10
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    An sich finde ich den Ansatz hochinteressant. Aber wenn ich Lautsprecher probehöre ist für mich extrem wichtig wie sich der Klang ändert wenn ich mich horizontal und vertikal bewege, sitze, aufstehe, im Raum rumlaufe einfach weil ich lebe während ich Musik höre. Wie ich den Bass höre und spüre wenn ich neben und hinter der Box stehe.

    Ich wüsste nicht, wie man das simulieren sollte.

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