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  1. #81
    Chef Benutzer Benutzerbild von Christoph Gebhard
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    Hi Sven,

    weiße Beize hatte ich auch schon überlegt. Vorher würde ich aber einen Probeanstrich machen.


    Ich habe die letzten Tage mit viel Probehören verbracht. Zuerst bei mir im Hörkeller (mit all seinen Eigenheiten -> viel Absorption und Diffusion, Grundtonsenke). Das war schon wirklich gut. Wenn ich was zu mäckeln hatte, waren es bei hohen Pegeln leichte Härten zwischen 2 und 8kHz. Die hingen aber stark von der Musik ab und waren nicht auf einen bestimmten Frequenzbereich festzulegen. Manchmal war um 2kHz zu viel, dann wieder eher um 4kHz oder auch mal 5kHz. Deswegen wollte ich breitbandig dort etwas Pegel raus nehmen und habe erstmal die Serienspule von 1mH auf 1,2mH erhöht und auch den Hochtöner entsprechend angepasst.

    Diese Weiche wollte ich dann mal auch außerhalb des Kellers hören und habe alle Komponenten (Verstärker, Netzteil und Passivweiche) auf ein Brett gepackt, um mobiler zu sein. Außerhalb des Kellers war das Klangbild aber etwas zu bauchig und grummelig. Deswegen bin ich in die andere Richtung gegangen und habe die Serienspule auf 0,82mH verringert. Auch die Hochtönerweiche habe ich passend geändert. Zudem bin ich dazu übergegangen, den Frequenzgang - bei Stellung des Höhenreglers auf Minimum - linear und nicht leicht fallend abzustimmen. So gefällt mir der Einfluß des Höhenreglers besser (den ich durchaus öfters mehr oder weniger einsetze).

    Hier ein Bild vom Versuchsaufbau:


    Die Weiche sieht im Moment so aus:


    Zur Erklärung: Rechts oben ist die Kurvenschar aus den Messpunkten 4 bis 13.
    Rechts unten: Der obere Graph zeigt die Summenbildung an Messpunkt 9 mit dem Bassanteil des Mitteltöners (per Nahfeldmessung bestimmt und angefügt).
    Der untere Graph zeigt die Summenbildung im verpolten Zustand im absoluten Fernfeld (weit über 2 Meter Entfernung).
    Links unten ist Impedanz, darüber die elektrische Wirkung der Weiche, links oben das Weichenschaltbild.

    Wie man sehen kann, liegt die akustische Trennung unter 2kHz, was eigentlich etwas zu tief für den Hochtöner ist. (siehe Messungen hier). Man sieht in der Simulation aber auch, dass die Weiche elektrisch bei 2kHz schon fast 15dB Pegel rausgenommen hat. Auch im Hörtest ist mir keine Überforderung des Hochtöners aufgefallen. Umgekehrt hat die tiefe Trennung auch Vorteile wie besseres Abstrahlen und Entlasten des Mitteltöners, dessen Intermodulationsverzerrungen zu hohen Frequenzen ansteigen.

    Um der tiefen Trennung auch messtechnisch nochmal auf den Zahn zu fühlen habe ich heute Klirr und IMD des Versuchsaufbau gemessen:



    Auch hier gibt es grünes Licht für die tiefe Trennung. Klirr und IMD sind im Übertragungsbereich des Hochtöners auf niedrigstem Niveau.
    Die Weiche wird so bleiben und vielleicht nur noch in kleinen Details geändert. Alles weitere folgt demnächst...

    Schönen Gruß, Christoph

  2. #82
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    Hallo Christoph,

    schönes Ding Respekt!
    Und großes Lob für deine vorbildliche Dokumentation. Ist sehr schön nachvollziehbar.
    Aber soll das alles IN die Kiste? Da bleibt ja kein Volumen mehr übrig...

    Gruß Yves

  3. #83
    Chef Benutzer Benutzerbild von Christoph Gebhard
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    Hallo Yves,

    das Netzteil rechts ist nur provisorisch und wird durch die Akkus (ca. 0,12 Liter) ersetzt. Das Verstärkermodul kommt nicht ins Gehäuse, sondern nach oben in die Aussparung. Bleibt also noch die Weiche. Die jetzigen Bauteile sind aus meiner Bastelkiste. Da kann man sicherlich auch noch platzsparendere Alternativen finden. Aber selbst im jetzigen Zustand werden sie kaum Volumen kosten. Der Kondensator hat z.B. etwa 0,05 Liter, die Spulen nicht viel mehr. In Summe wird alles zusammen maximal einen halben Liter "kosten". Und der ist auch eingeplant.

    Mein Bruder hat sich heute übrigens um die Spannungsversorgung gekümmert. Hier ein paar Bilder:




    Gruß, Christoph

  4. #84
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    Hallo Christoph,

    super... Ich wusste, dass du einen Plan hast

    Gruß Yves

  5. #85
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    Hi Christoph,

    sage mal dieses Batteriemodul von das dein Bruder da gebastelt hat...gibt es das auch irgendwo für den interessierten Nachbauer zu erwerben? Das scheint ja auch die Ladeelektronik mit zu enthalten...?!

    Gruß Swany.

  6. #86
    Chef Benutzer Benutzerbild von Christoph Gebhard
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    Moin,

    Zitat Zitat von Lionheart Beitrag anzeigen
    super... Ich wusste, dass du einen Plan hast
    ja, man hangelt sich so von Punkt zu Punkt. Ich biege gerade auf die Zielgreade ein. Ein paar (kleine) Hürden warten aber noch (Ein-/Aus-Schalter, Sicherung)...

    Zitat Zitat von Swansteini Beitrag anzeigen
    sage mal dieses Batteriemodul von das dein Bruder da gebastelt hat...gibt es das auch irgendwo für den interessierten Nachbauer zu erwerben? Das scheint ja auch die Ladeelektronik mit zu enthalten...?!
    Ladeelektronik ist übertrieben. Batteriemanagementsystem, kurz BMS, nennt sich das wohl. Das Board überwacht die Spannungen der einzelnen Zellen, weil bei Reihenschaltung die Gefahr besteht, dass die einzelnen Zellen ungleichmäßig be- und entladen werden. Zudem schützt es vor Tiefentladung und vor Überladung. Ein Ladegerät braucht man trotzdem noch (siehe oben im mittleren Bild rechts). Der Lader, das BMS-Board und die Kapazitätsanzeige (übrigens programmierbar, siehe z.B. hier) sind direkt aus Asien. Kostet alles nicht die Welt, außer ein bisschen Lieferzeit. Basteln muss man dann auch noch ein wenig...

    Am Ende des Projekts wollte ich alle Komponenten auflisten.

    Gruß, Christoph

  7. #87
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    Schon 1 Monat nix mehr gelesen, ist es bei dem guten Stück schon vorangegangen??

  8. #88
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    Moin,

    ich bin so gut wie fertig. Ich denke, nächste Woche kommen ein paar Bilder und dann auch ein Klangvideo (allerdings nur in Mono).

    Schönen Gruß

  9. #89
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    Hallo Christoph,
    ein Klangvideo cool. Mach doch auch mal eine Scene wo der Fernseher (mit auf dem Bild und direkt nebeneinander) auf Zimmerlautstärke läuft und der Ghettoblaster langsam lauter bis Anschlag gemacht wird, wenn sich das ohne Verzerrungen aufnehmen lässt. Vielleicht kann man dann als Zuschauer abschätzen wie laut das Ding kann.
    Gruß Tommes

  10. #90
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    Moin,

    ich bin fertig

    Zum Finish: Weiße Beize habe ich ausprobiert. Aber das hat mir nicht zu gesagt. Zum einen verlief die Beize bzw. saugte das Holz nicht gleichmäßig, zum anderen ging der Kontrast des Holzes zu stark verloren. Sah aus wie billig angepinselt. Also habe ich alles abgeschliffen und nur Hartwachsöl als Finish genommen. Einfache Verarbeitung, fühlt sich gut an und schützt das Holz.

    Der Akkublock passte in der 3x2-Anordnung nicht ins Gehäuse, weswegen ich die Akkus anders stapeln bzw. anordnen musste:


    Nächstes Problem. Der Einschaltstrom des Verstärkers (vermutlich wegen des Pufferkondensators) ist so groß, dass das BMS-Bord sofort zumacht und abschaltet. Also habe ich den Verstärker direkt an die Batterieklemmen (oben im Bild auf der Platine mit B+ und B- gekennzeichnet) angeschlossen, aber mit einer internen Sicherung geschützt (Bild folgt unten). Das BMS-Board ist nur bei der Ladung im Stromkreis (Klemmen P+ und P-).

    Hier ein Bild vor dem Zusammenbau:


    Bei der Weiche habe ich auf möglichst leichte und volumensparende Bauteile geachtet. Die Kosten lagen in Summe bei 30€ für beide Kanäle:




    Die Weiche ist im Gehäuse des Mitteltöners untergebracht. Hinter der Weiche sieht man auch den Stecker für das Ladegerät. Der Stecker ist von innen mit 2K-Kleber fixiert und dann mit Heißkleber zusätzlich verklebt. In der Rückwand ist einfach ein Loch so dick wie der Stecker des Laders gebohrt.

    Weitere Bilder vom Zusammenbau:


    Sicherung:


    Auf der Unterseite sind vier Füße verschraubt. Da sie mir mit 10mm zu dick auftrugen, habe ich sie ca. 5mm tief eingefräst. So "schwebt" der Speaker knapp über dem Untergrund:


    Den Verstärker habe ich mit einer getönten Plexiglasscheibe abgedeckt:



    Die Ladeanzeige sitzt asymmetrisch, weil ich an der Seite eigentlich noch was für den Klinkeneingang bauen wollte (der sitzt links hinten auf dem Board). Den Klinkenstecker habe ich jetzt aber mit Kabeln verlängert und auf die Blende neben die Regler gesetzt.





    Der Ein- und Ausschalter ist ein Industrieschalter mit interner Beleuchtung.

    Das Holz wiegt etwa 3,3kg, das Gesamtgewicht liegt bei 7,5kg:


    Ein Griff kommt auch noch drauf. Das Klangvideo folgt in den nächsten Tagen.

    Schönen Gruß, Christoph

  11. #91
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    Irgendwie ist das Ding herrlich bekloppt
    A....ber: Super-Ausführung, Glückwunsch. Wenn' sjetzt noch so klingt wie ea aussieht, nochmal super
    Viele Grüße
    Bernhard aka Tiff

    Schreibfehler liegen in der Natur der Sache und werden grundsätzlich nicht korrigiert.

  12. #92
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    Große Klasse - Hut ab!!! Total chick geworden...

    Gruß,
    Christoph

  13. #93
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    Glückwunsch Christoph!

    Kompromisslos gut! Die Kiste würde ich echt gern mal Probehören!
    Hast du deine Box mal im Vergleich mit aktuellen BT-Lautsprechern hören können?

    Ich hatte die Tage einen Raumfeld One M offen. Ist schon Irre wie viel Technik in den aktuellen Streaming Kisten steckt...

    Grüße,
    Köter

  14. #94
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    Herrlich! Beeindruckend, was da alles an Detaillösungen drin steckt.

    Und das Finish ist schön geworden. Welches Hartwachsöl ist das?

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