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Thema: Projekt KEFIR

  1. #1
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    Standard Projekt KEFIR

    Liebe DIY-Freunde,

    mit diesem Thread stelle ich mein neues Lautsprecherprojekt vor, das ich auch beim diesjährigen Lautsprecher Contest der Jury zur kritischen Begutachtung zu Ohren bringen werde.

    1. Motivation

    Ich bin ja ein bekennender Koax- Fan und habe mit der Little Joe und der DreiZwoMod zwei schöne Lautsprecher mit dem Omnes Audio Cx3.0 gebaut. Da die Pegelfestigkeit des CX3.0 begrenzt ist, bestand schon seit einiger Zeit der Wunsch, einen Lautsprecher mit einem größeren Koax zu schaffen. Da ergab es sich, dass Hifi-Selbstbau vor einem Jahr die KEF Q100 Box analysiert und durchgemessen hat. Die Q100 ist mit einem 5“ Koax Chassis ausgestattet, Typenbezeichnung: SP1587. Hochtöner und Mitteltieftöner werden mit einer 6dB Weiche getrennt. Die Messwerte sehen gut aus und mit steiler trennenden Aktivweichen sollte ein ansprechend hoher Pegel möglich sein. Der Koax war damit gefunden und brauchte noch einen passenden Partner im Bassbereich. Nicht nur auf Grund seines Aussehens wurde ich mit dem Omnes Audio W8 Alu Black schnell fündig.
    Ein weitere Anforderung an den Lautsprecher sollte die Wohnzimmertauglichkeit sein, so blieb für den Bass nur die Seite übrig. Ein einseitiger Bass hoch angesetzt bringt aber zuviel Unruhe in die Box, sodass ich mich für die impulskompensierte Variante mit zwei Seitenbässen entschieden habe. Zudem die Membranfläche von 2 x 8“ sehr gut mit dem 5“ Mitteltöner harmoniert.
    So entstand mit 184 mm Breite und 1 m Höhe eine relativ schlanke, WAF-freundliche Box.

    Soviel zur Einführung.
    Fortsetzung folgt

    Thomas

  2. #2
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    Hallo Thomas,

    das gefällt mir. Ich habe was ähnliches auf der Arbeit mit den ME25/RL906 5" Quasi-Koaxen vor.

    Ich bin gespannt!

    Viele Grüße,
    Christoph

    EDIT: Die Anordnung der TT bei Nils gefällt mir: http://hannover-hardcore.de/infinity...umentation.pdf
    Geändert von fosti (07.08.2018 um 11:49 Uhr)

  3. #3
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    Moin, moin, weiter geht's.

    2. Auswahl der Chassis

    Wie bereits gesagt stammt der Koax aus der KEF Q100 Regalbox.
    - Koax: MT/HT: 130 mm (5“) / 25 mm (1“). Die Membranen beider Treiber bestehen aus Aluminium. Der HT ist mit einem kleinen Waveguide ausgestattet, in den ein Diffusor mit 9 Streben eingearbeitet ist. Dieser erinnert an eine Zitronenpresse. Der Waveguide des HT findet seine bruchlose Fortsetzung in der Membran des MT, die durch eine geprägte dünne Gummisicke gehalten wird. Ein schwarzer Kunststoffring, der den Korbrand samt Schrauben abdeckt, rundet das Chassis perfekt ab.

    - Tieftöner: Omnes Audio W8 Alu Black. : 200 mm (8“) mit Alu-Membran, Phaseplug und 38 mm Schwingspule. Die Impedanz von 8 Ohm ermöglicht die Parallelschaltung von 2 Chassis, sodass für einen impulskompensierten Bass nur ein Verstärkerkanal benötigt wird.

    Beide Chassis harmonieren optisch sehr schön.

    Anbei einige Fotos.

    IMG_1241a.jpgIMG_1271a.jpgIMG_1273a.jpgIMG_1276a.jpg
    Viele Grüße

    Thomas

  4. #4
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    Ich schaue gespannt zu

    Kommen die TT an die Seite, oder einer vorne und einer hinten, oder gar oben und unten?

    VG Michi
    Geändert von EMP (10.08.2018 um 13:30 Uhr)
    VG Michi

  5. #5
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    Hi Michi,

    an beide Seiten.

    Gruss

    Thomas

  6. #6
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    Da bin ich echt gespannt, wie das aussieht

    Der Phaseplug ist Alufarben?
    Geändert von EMP (10.08.2018 um 14:57 Uhr)
    VG Michi

  7. #7
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    Hi Michi,

    die Membran des W8 ist Alu schwarzeloxiert. Der oder das Phaseplug ist aus dem Vollen gedreht, poliert und in Alu natur (silber) belassen. Wegen des Phaseplug gibt es keine Polkernbohrung, daher können die beiden Bässe sehr eng Rücken an Rücken eingebaut werden, was der Schlankheit des Gehäuses zugute kommt.

    Viele Grüsse

    Thomas

  8. #8
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    Aber ist hier nicht eine Polkernbohrung zu sehen: https://www.oaudio.de/Lautsprecher-S...lu-Black.html?

    Ich dachte der Phaseplug ersetzt bloß die Dustcap (wegen einer besseren Abstrahlung hoher Frequenzen) und hat mir der Polkernbohrung gar nichts zu tun?

    Planst du eine Fase ein?
    VG Michi

  9. #9
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    Zitat Zitat von EMP Beitrag anzeigen

    Ich dachte der Phaseplug ersetzt bloß die Dustcap (wegen einer besseren Abstrahlung hoher Frequenzen) und hat mir der Polkernbohrung gar nichts zu tun?
    Doch, ein Phaseplug aus Metall kann oder soll meines Wissen auch Wärme ableiten.

  10. #10
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    ...und er biete quasi eine Polkernbohrung nach vorn, weil es ja einen Spalt zwischen der Plug und der Schwingspule gibt.

  11. #11
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    So ist es....

    Das Loch, bzw. die Vertiefung, die man auf dem Foto sieht, ist die Bohrung, in die der Zapfen des Polkerns eingepresst wurde. Das Loch ist verschlossen.

    Gruss

    Thomas

  12. #12
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    Ich stelle mir grade die Frage, was mit der Stärke der Magnetfelder passiert, wenn ich die Bässe Rücken an Rücken eng montiere?

    Der magnetische Fluss geht hauptsächlich durch die hintere Polkappe. Trotzdem sollte nach meinem Verständnis die Feldstärke im Spalt der Luftspule etwas schwächer werden.

    Interessantes Projekt... ich bleibe hier am Ball

  13. #13
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    Zitat Zitat von Space Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir grade die Frage, was mit der Stärke der Magnetfelder passiert, wenn ich die Bässe Rücken an Rücken eng montiere?
    Tendenziell stärker, da gleiche Polung..... Praktisch kaum relevant...

    LG, Manfred

  14. #14
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    Ich stimme Manfred zu.
    Der Luftspalt im Innern wird überhaupt nicht beeinflußt, da er durch den Magneten und die Polplatten abgeschirmt ist.
    Die Polplatten konzentrieren die magnetischen Feldlinien und verringern deren Streuung. Bei gleichgepolter Feldlinienstruktur werden die Feldlinien noch stärker konzentiert, da Abstossung bei der Rücken an Rücken Anordnung eintritt.
    Zwischen beiden TT sind auch noch ca. 10 mm Luft.

    Viele Grüsse

    Thomas

  15. #15
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    Es geht weiter:

    3. Gehäuse

    Das Gehäuse besteht aus 19 mm MDF. Nur die Schallwand weist eine Stärke von 30 mm auf. Diese ist erforderlich, um den Koax tief genug versenken zu können, so dass der Abdeckring bündig mit der Schallwand abschließt. Das Gehäuse hat Herr Karwowski von PEAK LVS nach meinen Zeichnungen gefräst.
    Die Aussenabmessungen betragen: 184 mm Breite, 1000 mm Höhe und 400 mm Tiefe.
    Wie auf dem Foto zu sehen ist, erhält der MT ein eigenes konisch zulaufendes Abteil von ca. 4 Liter Volumen. Der HT besitzt bereits ein geschlossenes Volumen. Die beiden TT arbeiten auf ein gemeinsames geschlossenes Volumen von ca. 42 Liter.
    Der Zusammenbau gestaltet sich dank der Lamellos einfach und genau. Doch zuvor werden alle Wände mit 2,5 mm Alubutyl belegt, um Gehäuseschwingungen zu reduzieren.
    Aufgrund der Höhe des Gehäuses besteht die Gefahr, dass sich Stehwellen ausbilden, wenn man nichts dagegen unternimmt. Versuche mit einem IRR brachten zufällige gute Ergebnisse. Ich konnte aber keine wirklich funktionierende Auslegungsregel ermitteln, so dass ich final wieder auf den bewährten Akustiksumpf im unteren Teil der Box zurückgekommen bin, der mit Mineralwolle locker gefüllt wird.

    3.1 Position und Einbau der TT

    Um die TT so nah wie möglich an den Koax zu platzieren, befinden sich diese so weit wie möglich im oberen Teil der Box, unmittelbar unterhalb des MT-Abteils. Da ich große Zweifel hege, in MDF eine belastbare Befestigung der Chassis schaffen zu können, habe ich einen Ring aus 19 mm Multiplex gefräst und von innen passend auf die Öffnung geleimt. Der Ring erhielt M5 Einschlagmuttern zur Befestigung des Chassis und verstärkt das MDF im Bereich des Ausschnitts erheblich. Um nun die Vorteile des impulskompensierten Bass vollständig auszuschöpfen, habe ich M5 Gewindestangen von 192 mm Länge (184 +4+4) quer durch beide Befestigungsringe geschraubt und beidseits 4 mm überstehen lassen. Eventuelle Schwingungen der Stangen werden durch Alubutyl unterdrückt, wobei ich zugebe, dass ich mich hier bereits im Reich des Voodoo bewege. Sei es drum. Die Chassis werden dann mit schwarzen Edelstahl Hutmuttern befestigt. Sie sind fest gegen das Gehäuse verspannt und mittels der Gewindestangen stützen sie sich auch gegenseitig ab. Eine Impulseinleitung in das Gehäuse sollte damit weitestgehend unterbunden sein.

    IMG_1246a.jpgIMG_1247a.jpgIMG_1249a.jpgIMG_1250a.jpgIMG_1256a.jpgIMG_1258a.jpgIMG_1259a.jpgIMG_1262a.jpg


    Soviel für heute

    Viele Grüße

    Thomas

  16. #16
    Spaßhaber
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    Hei Thomas, zu welchem nächsten Treffen (in Norddeutschland ) wolltest Du die "Kefir" gleich nochmal mitbringen ?
    In der Annahme, dass die noch (deutlich) besser als Deine aktivierte 3ZwoMod wird, fang' ich irgendwie gerade an, etwas zu Schwitzen ...

    Bin suuuuper gespannt, Klappstuhl nebst Gästebett steht ebenso, wie meine Meldung als "Testhörer" !

    Edit: ist es forenregelkonform Beschreibbar, wie Du an die KEF-Coaxe kamst ???
    Wohlklingende Grüße,
    Matthias

  17. #17
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    Hi Matthias,

    1 Paar KEF Q100 auf ebay preiswert geschossen und ausgeschlachtet.
    Kann jeder wer will.

    Gruss

    Thomas

  18. #18
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    Und weiter geht es:

    3.2 Position und Einbau des Koax

    Als einziges Chassis sitzt der Koax auf der 30 mm dicken Schallwand, die oben und an beiden Seiten eine 30° Fase erhalten hat. Der Ausschnitt von 151 mm Durchmesser für den Koax befindet sich mittig oben auf der Schallwand und hat zu allen drei Seiten den gleichen Abstand. Für den bündigen Einbau des Chassis ist eine Einfräsung von 17 mm erforderlich, so dass noch 13 mm für die Befestigung zur Verfügung stehen. Das sollte für Holzschrauben genügen. Der Korbrand besitzt 6 Bohrungen zur Befestigung des Chassis und weist um 30° versetzt 6 Aussparungen für die runden Stifte des Abdeckrings auf. Diese Stifte sind ca. 4 mm dick und finden bei KEF eine elastische Kunststoffbuchse, die in die Schallwand eingepresst ist. Da mir der Abdeckring sehr gut gefällt, wollte ich nicht auf ihn verzichten und habe nach einer Lösung zur Fixierung der Stege gesucht. Nach einigen Versuchen habe ich dann das Richtige gefunden: Kabeldurchführungen aus Gummi mit einem Aussendurchmesser von 9 mm und einem Innendurchmesser von 4 mm bei 5 mm Höhe. Diese passen perfekt auf die Stifte und sitzen ziemlich fest. Für die Gummilager habe ich 6 mm tiefe Bohrungen mit 9 mm Durchmesser in die Schallwand gebohrt, nämlich dort wo sich die Aussparungen des Korbrands befinden. Mit etwas Pattex bleiben die Gummilager dauerhaft in ihren Aufnahmen sitzen. Nach dem Einbau des Chassis wird der Abdeckring vorsichtig und mit gleichmäßigem Druck solange in die Gummibuchsen gedrückt, bis der Ring bündig mit der Schallwand abschließt.
    Hier einige Fotos dazu:

    IMG_1279a.jpgIMG_1278a.jpgIMG_1283a.jpgIMG_1284a.jpgIMG_1287a.jpgIMG_1288a.jpg


    Viele Grüsse

    Thomas

  19. #19
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    Weiter geht es:

    3.3. Bedämpfung im Gehäuse (Schallabsorption)

    Zur Bedämpfung der stehenden Welle von ca. 217 Hz (die senkrechte Stehwelle) dient ein akustischer Sumpf bestehend aus Mineralwolle, der den Bereich unterhalb der Verstrebung komplett ausfüllt. Damit sich die Fasern nicht im Gehäuse verteilen, wird die Verstrebung mit 30 mm Tyrotex Noppenschaum abgedeckt und mit Heißkleber gesichert. Die Stehwelle in der Tiefe von ca. 475 Hz liegt zwar schon außerhalb des Arbeitsbereichs der TT, sollte aber dennoch bedämpft werden. Dies geschieht durch die Belegung der schmalen Wände (Schallwand und Rückwand) wiederum mit 30 mm Tyrotex Noppenschaum. Ansonsten habe ich kein weiteres Dämpfungsmaterial im TT Volumen verbaut.
    Das MT Abteil erhält 3-seitig eine in der Schichtdicke halbierte Sonofilmatte zur Bedämpfung der 860 Hz Stehwelle (hoch wie quer). Die Rückwand stellt mit zwei gegeneinander zusammengefügten Tyrotex Noppenschaumstücken und einer zusätzlichen Sonofilmatte einen akustischen Sumpf für die im Arbeitsbereich des MT liegende 475 Hz Stehwelle. Die Wirksamkeit der Massnahmen sieht man sehr schön auf den beiden beigefügten Impedanzschrieben des MT.

    IMG_1293a.jpgKEFIR_MT_ohne.PNGKEFIR_MT_fertig.PNG


    Soviel für heute

    einen schönen Abend

    Thomas

  20. #20
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    Hallo Thomas,

    freue mich, wie detailiert Du den Gehäuseaufbau dokumentierst. Vielen Dank!

    Ein paar Fragen habe ich:
    (1) was war deine Überlegung bei der dreiseitigen Bedämpfung der MT-Kammer?
    (2) Du hast im MT-Abteil einigen Abstand zwischen Matten und Treiber gelassen - was ist da der Gedanke?
    (Bonus) die eine Matte ist Bondum800, oder?

    VG, Matthias

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