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  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Cool LS mit Herzcharakteristik (Cardioid) a la Kii 3 und Dutch & Dutch 8c die Zukunft?

    Nicht nur bei Gearslutz ist der Monitor Kii Three and nun auch der etwas neuere von Dutch & Dutch 8c extrem positiv angekommen.

    Beide LS legen Wert auf eine optimierte Directivity und beide realisieren eine gerichtete Abstrahlung bis etwa 100 Hz hinunter. Ich hab' die Grimm LS1 noch nicht hören können, aber die scheinen im Bereich der winkelabhängigen Abstrahlung schon sehr gut optimiert zu sein und wurden schon von vielen als "der" LS bezeichnet. Die Kii Three wurde vom gleichen Hypex-Mann Bruno Putzeys mit entwickelt und realisieren über zusätzliche Bass-Chasis auf der Rückseite und DSP-Anpassung eine herzförmige Abstrahlcharakteristik. Die 8c dagegen hat ebenfalls Bass-Chasis auf der Rückseite, aber arbeitet im Unterschied in einem teilgeschlossenen Gehäuse mit Öffnungen an der Seite, um so einen kontrollierten teilweisen akustischen Kurzschluss, und damit die gewünschte Richtwirkung zu realisieren. Wenn ich es richtig verstanden habe, so sind die rückwärtigen Treiber geschlossen und nur der TMT wird "halboffen" betrieben.

    Soweit ich es mitbekommen habe, sind das die ersten beiden LS, die als Gesamtkonzept eine herzförmige Abstrahlung umsetzen (im Gegensatz zu Cardioid Bass-Arrays usw., die schon länger mehr oder weniger verbreitet sind). Toningenieure, die einen der beiden LS nun verwenden, sind der Meinung, dass diese Konstruktionsweise zu einem so großen klanglichen Vorteil beiträgt, dass dies als nächste Evolutionsstufe angesehen wird. Sie erwarten, dass über kurz oder lang alle hochwertigen Monitore mit diesem Konzept umgesetzt werden.

    Ihr könnt selbst mal bei nach Berichten zu den beiden LS schauen, Interessant finde ich z.B. die:

    Dutch & Dutch 8c - Review inkl. Hintergrund zu den Designzielen

    8c - Martijn (von D&D) zum Aufbau

    8c - mit Details zum Design

    Kii Three - Aufbau und Hörbericht (eines Händlers)

    Die 8c scheinen von den meisten sogar noch als ein klein wenig "besser" als die Kii Three empfunden werden. Ich finde das Konzept mit dem kontrollierten akustischen Kurzschluss auch spannend. Für bestes Ergebnis empfiehlt Dutch & Dutch eine Aufstellung der 8c relativ nahe an der Wand (am besten etwa 20 bis 50 cm, noch o.k. von 10 cm bis maximal 80 cm), um den LS an die Wand "anzukoppeln". Anwinkelung auf den Hörer -- im gleichseitigen Dreieck.

    Ich würde gern sowohl die LS1, Kii Three wie auch die 8c sehr gern mal hören. Hatte von euch jemand schon die Gelegenheit die LS zu hören?

    Sind Lautsprecher mit "Herz" die Zukunft? Auch als DIY? Wie seht ihr Linkwitz-Dipole im Vergleich dazu? Na, dann bin ich mal auf Eure Gedanken gespannt!

    P.S.: Im Urlaub kann ich ggf. mal die 8c hören. Die sitzen nur ca. 30 km von mir entfernt.
    Geändert von rpnfan (08.07.2018 um 12:27 Uhr)

  2. #2
    Aktiv-LS-Fan
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    Hallo Peter,

    im Aktives Hören Forum ist über die Kii und die Geithain Bassniere bereits seit Jahren sehr viel zusammengetragen und diskutiert worden, es gibt auch mehere Nutzer, die Auskunft geben. Ich empfehle dort nachzulesen (oder Deine Fragen zu stellen).
    Beste Grüße,
    Winfried

    PS: "Nur die eigene Erfahrung hat den Vorzug völliger Gewissheit" (Arthur Schopenhauer)

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Hallo Winfried,

    danke für den Hinweis. Ich bin "drüben" nicht aktiv, aber es gibt dort in der Tat einen ewig langen Thread zur Kii -- werd' auf meiner Reise nächste Woche wohl etwas Zeit finden in dem Thread zu schmökern. Zur 8c scheint es dort noch keinen einzigen Beitrag zu geben.

    Zum Thema Herz-DIY habe ich noch gar nichts gefunden -- auch nicht im amerikanischen DIY-Forum.

    Groetjes,
    Peter

  4. #4
    Und so beginnt es... Benutzerbild von FoLLgoTT
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    Zitat Zitat von rpnfan Beitrag anzeigen
    Zum Thema Herz-DIY habe ich noch gar nichts gefunden -- auch nicht im amerikanischen DIY-Forum.
    Doch, zu Kardioiden gibt es immer wieder etwas. Ein Vorläufer der Dutch & Dutch 8c ist z.B. im DIYAUDIO-Forum dokumentiert. Oder hier gibt es diverse Kardioide. Allerdings nur passiv mit Fließwiderstand. Aktive Kardioidlösungen findet man im Selbstbau tatsächlich eher wenig. Wahrscheinlich wegen der höheren Kosten.

  5. #5
    Rez tu neb Benutzerbild von スピーカ
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    Zitat Zitat von rpnfan Beitrag anzeigen
    Hallo Winfried,

    danke für den Hinweis. Ich bin "drüben" nicht aktiv, aber es gibt dort in der Tat einen ewig langen Thread zur Kii -- werd' auf meiner Reise nächste Woche wohl etwas Zeit finden in dem Thread zu schmökern. Zur 8c scheint es dort noch keinen einzigen Beitrag zu geben.

    Zum Thema Herz-DIY habe ich noch gar nichts gefunden -- auch nicht im amerikanischen DIY-Forum.

    Groetjes,
    Peter
    Das aktives-hören-Forum hat einige kluge Köpfe, die aber leider auch oft mit kommerzieller Ausrichtung zu fragwürdigen Produkten wie z. B. High-End-USB-Kabel für über 100€ auffallen. Wer das trennen kann, findet dort einiges an Hintergrundwissen.

    Zum Thema ami-Foren:
    http://www.diyaudio.com/forums/searc...rchid=18407351
    スピーカ ist japanisch und heißt Lautsprecher

  6. #6
    Chef Benutzer Benutzerbild von Gaga
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    Hallo rpnfan,

    im DIY Hifi Forum gibt's noch den KII Three Nachbauthread.

    Gruß,
    Christoph

  7. #7
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    Ah, danke. Da hatte ich doch im amerikanischen DIY-Forum die Posts übersehen... Ich hatte bisher nur die Subwoofer-Posts gesehen. Für Fullrange ist's in der Tat deutlich weniger. Scheint (noch!?) nicht sooo ein verbreitetes Thema zu sein.

    Ah, und der Kii Three Nachbauthread ist auch sehr interessant! Danke :-)

  8. #8
    Chef Benutzer Benutzerbild von Gaga
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    ...Messungen und ein Vergleich der 8c mit der Kii3:
    Dutch & Durch 8c Measurements!
    Measurements pdf
    Vergleich Kii3 und 8c



    Gruß,
    Christoph

  9. #9
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    Sonst noch Messungen der MEG 804K von HSB https://www.lautsprecherbau.de/magaz...36,de,90897,74
    Die K+H 092 hatte auch schon sowas http://file1.npage.de/003040/19/bilder/k-o92a.jpg und ein Bündelungsmaß von 6dB bei 100 Hz http://www.neumann-kh-line.com/neuma...o-products_O92

  10. #10
    Nachwuchs Benutzerbild von Spatz
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    Ich habe auch noch eine Methode gefunden, kardioide Abstrahlung im kompletten Bassbereich ohne Fließwiderstand mit zwei quasi baugleichen TMT auf Front und Rückwand zu realisieren, simpel, reproduzierbar und ohne aufwändige passive Beschaltung. Leider habe ich langsam das Gefühl, dass das Thema ein "Threadkiller" ist. Sobald ich was davon schreibe, ist der jeweilige Thread tot. Letztes Beispiel hier: https://www.diy-hifi-forum.eu/forum/...s-SB17NBAC35-8

    Wenn jemand ernsthaftes Interesse hat, klöppel ich ihm gerne seinen Wunsch-TMT in Boxsim... dann kann man sich selbst von der Funktionsweise überzeugen.

  11. #11
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Lauscher
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    Hallo Spatz,

    ja machmal ist das so - das kenne ich auch


    Ich würde Dein Angebot gerne annehmen

    Ich habe noch ein Paar Wavecor WF182CU13 für einen Versuch zur Hand und bin neugierig.

    Hier kommt das Datenblatt zu den Chassis:
    https://www.lautsprechershop.de/pdf/..._wf182cu13.pdf

    Ich bin gespannt

    viele Grüße
    Jens

  12. #12
    Weil ich Bock d'rauf hab' Benutzerbild von hoschibill
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    Moinsen
    Zitat Zitat von Gaga Beitrag anzeigen
    Hallo rpnfan,

    im DIY Hifi Forum gibt's noch den KII Three Nachbauthread.

    Gruß,
    Christoph
    Der Link führt in's Hifi-Forum. Das DIY-Hifi-Forum ist dieses hier .

    LG Olli

    Scheiss' auf Eitelkeiten. Einfach nur Spaß am Hobby .

  13. #13
    Nachwuchs Benutzerbild von Spatz
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    Zitat Zitat von Lauscher Beitrag anzeigen
    Ich würde Dein Angebot gerne annehmen
    Unipol für Lauscher.BPJ

    Hier mal schnell zusammengeklöppelt, da ich gleich zur Arbeit muss.

    Es funktionieren auch noch andere Gehäusevolumina, z. B. 8 und 10 Liter, oder 20 und 25. Das wirkt sich entsprechend auf den Pegel im Tiefbass aus. Durch die leicht abfallende Flanke ist die Box geeignet für wandnahe Aufstellung.
    Wichtig ist, dass der Weg zwischen vorderem und hinterem Chassis möglichst kurz ist, d. h. schmale Schallwand, geringe Gehäusetiefe.
    Vermutlich lässt sich für das hintere Chassis auch noch ein günstigerer Ersatz finden.

    Grüße, Spatz

  14. #14
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Lauscher
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    Hallo Spatz,

    perfekt - das schau ich mir gleich mal an

    Vielen Dank.

    Viele Grüße
    Jens

  15. #15
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von Lauscher
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    Hallo Spatz

    Oh - Du arbeitest mit der neue Version.

    Danke für deine schnelle Reaktion.

    Wie ich gerade sehe: Mein genanntes Chassis eignet sich nicht so gut für den Bassbereich.

    Geht das nach Deinem Verfahren auch in der Anordnung wie bei der KII ?

    ich spiele gerade mit Deiner Simu etwas rum und sehe das geschlossen nicht so gut geht wie BR.

    Kannst Du erklären auf was Du achtest - wie Du das machst bei der Einstellung \ Optimierung?

    Fragen über Fragen

    Viele Grüße
    Jens

  16. #16
    Chef Benutzer Benutzerbild von Gaga
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    Moin Olli,

    Der Link führt in's Hifi-Forum. Das DIY-Hifi-Forum ist dieses hier .
    Merci für die Richtigstellung, habe ich doch glatt verdödelt...

    LG,
    Christoph

  17. #17
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    Zitat Zitat von Spatz Beitrag anzeigen
    Ich habe auch noch eine Methode gefunden, kardioide Abstrahlung im kompletten Bassbereich ohne Fließwiderstand mit zwei quasi baugleichen TMT auf Front und Rückwand zu realisieren, simpel, reproduzierbar und ohne aufwändige passive Beschaltung. Leider habe ich langsam das Gefühl, dass das Thema ein "Threadkiller" ist. Sobald ich was davon schreibe, ist der jeweilige Thread tot. Letztes Beispiel hier: https://www.diy-hifi-forum.eu/forum/...s-SB17NBAC35-8
    Ah, den Thread hatte ich zwar gesehen, aber nicht echt bemerkt, dass das ja super spannend ist. Finde ich klasse deine Idee und den Input dort und hier!

    Ich hab' die Boxsim-Datei für Lauscher auch schon herunterladen, aber leider bekomme ich mit Boxsim 1.20 (deutsch) eine Fehlermeldung, dass die Projektdatei nicht für die Boxsim-Version geeignet ist. Welche Boxsim-Version wäre die passende?

    @alle: etliche haben interessante Links gepostet.

    Wie ist eure Einschätzung. Ist ein Herz-LS _die_ Zukunft oder zumindest ein relevanter Teil der Zukunft?

    Ich versuche auch noch zu verstehen, wo der Unterschied bzw. die Gemeinsamkeiten von Wandeinbau zu Kardioid liegt.

  18. #18
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    Ich habe auch den Eindruck: das Thema ist reif. Und spannend!

    Die mir bekannten Inspirationsquellen sind ja schon genannt worden.

    Aus meiner Sicht besteht der Reiz darin, die Directivity im Grundton zu erhöhen - den Mittelton möglichst gut fortsetzend. Was die Rauminteraktion verbessert und auch eine angenehmere Tonalität verspricht. Und das ganze ohne 60cm-Schallwand und, wie mir scheint, mit noch größerem Effekt.

    Den Vorteil gegenüber einer onwall-Lösung sehe ich in einer günstigeren Modenanregung in normalen Wohnräumen.

  19. #19
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    Hallo rpnfan,

    die Version 1.98 glaube ich - habe ich auch erst seit heute um eben diese Datei aufzumachen.

    Die neue Version ist gut- läuft aber nur bis zum 17.07.

    Das Ergebnis von Spatz ist gut - Klasse.
    Den Ansatzpunkt um es nach zu machen habe ich noch nicht gefunden.

    Den Bündlungsgrad weiter zu führen halte ich für eine ziemliche Herausforderung.

    Ich warte noch auf die Auflösung - nun nicht mehr

    viele Grüße
    Jens

    Lesen heißt Lösen : https://www.diy-hifi-forum.eu/forum/...s-SB17NBAC35-8
    manchmal hilft es
    Geändert von Lauscher (09.07.2018 um 22:07 Uhr)

  20. #20
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    Zitat Zitat von Lauscher Beitrag anzeigen
    Wie ich gerade sehe: Mein genanntes Chassis eignet sich nicht so gut für den Bassbereich.
    Inwiefern?

    Geht das nach Deinem Verfahren auch in der Anordnung wie bei der KII ?
    Habs gerade mal nachsimuliert, mit Wavecor 16cm-Subwoofern: Leider nein.

    ich spiele gerade mit Deiner Simu etwas rum und sehe das geschlossen nicht so gut geht wie BR.
    Naja, geschlossen funktioniert auch im Nutzbereich... würde ich aber insgesamt nicht empfehlen, da der Tiefbass doch sehr leidet, und die Güte bei der unteren Grenzfrequenz (und damit die GLZ) auch bei BR nach meiner Bauform relativ gutmütig ist.

    Kannst Du erklären auf was Du achtest - wie Du das machst bei der Einstellung \ Optimierung?
    Darauf gehe ich weiter unten nochmal ein, erstmal noch ein paar Gedanken zu den anderen Punkten bzw. zu Kardioiden im Allgemeinen:

    Wie ist eure Einschätzung. Ist ein Herz-LS _die_ Zukunft oder zumindest ein relevanter Teil der Zukunft?
    Ich denke: Ja. Warum? Viele der Technologien, die im professionellen (Beschallung und Studio) Bereich schon seit langem eingesetzt werden, kommen auch langsam im (DIY-)Hifi-Bereich an. Spontan fallen mir da ein: Aktivlautsprecher mit getrennten Verstärkerkanälen, DSPs (zuerst IIR, dann FIR), Waveguides (oder allgemein Maßnahmen, die für eine bessere Bündelung sorgen). Früher alles Methoden, die aufgrund von Aufwand oder Kosten vom Heimanwender nicht genutzt wurden, obwohl ihre akustischen Vorteile theoretisch und praktisch vorhanden sind.
    Auch Basskardioide werden schon lange im Beschallungsbereich und im Studiobereich eingesetzt (MEG ist afaik Standard bei den Öffentlich Rechtlichen).
    Nachdem digitale Aktivboxen mit ihren Vorteilen inzwischen keine Exoten mehr sind, und auch Waveguides immer besser verfügbar sind, wird sich der Fokus langfristig auf ein weiteres Verstetigen des Abstrahlverhaltens konzentrieren, um das Mantra des gleichmäßigen Energiefrequenzganges auch bei tieferen Frequenzen verfolgen zu können. Erste Vorboten sind dabei eben Kii, Grimm oder Dutch&Dutch...

    Bisher gab es aber nur drei Methoden, eine Bassniere zu erzeugen:
    1. Durch den Einsatz von DSP und mehrerer Verstärkerkanäle: Dies ist zwar die einfachste Methode, aber auch mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Außerdem schreckt der typische Hifi-User doch vor Digitaltechnik und eingebauten Verstärkern zurück. Das passt beides einfach nicht zum sündteuren Plattenspieler und dem Röhrenverstärker, den man eh schon hat.
    2. Durch den Einsatz von Fließwiderständen wie bei MEG: Im kommerziellen Bereich dürften hier Patente von MEG im Wege stehen (zumindest vermute ich das, recherchiert habe ich dazu aktuell nicht), und im DIY-Bereich ist das Wissen über die genaue Bauweise sehr beschränkt. Wie genau die Kanäle geformt sind, und was für ein Material da drinnen ist (und woher man das bekommt) weiß man nicht. Und verständlicherweise möchte auch niemand seine MEG-Monitore schlachten. Auch wäre die Nachbausicherheit vermutlich eher gering, und Neuentwicklungen wären immer mit einem erheblichen Aufwand mit vielen Prototypen verbunden.
    3. Durch passive Allpassfilter: Diese brauchen im Bassbereich große Bauteilwerte (Kosten) und wirken meist relativ unpräzise und schmalbandig, sind also eher eine teure, schlecht funktionierende Notlösung.

    Die von mir entwickelte Methode hat alle oben genannten Nachteile NICHT: Beide Chassis hängen an einem Verstärkerkanal und sind passiv beschaltbar, das System verzichtet auf patentierte und unbekannte Werkstoffe wie Fließwiderstände, und hat als einziges passives Bauteil eine Spule.
    Nachteil ist natürlich der größere Gehäusebedarf aufgrund der zwei Chassis bei gleichem Maximalpegel trotz der zwei Chassis (was aber eben an der Auslöschung liegt). Auch sind die Kosten höher als bei normaler Bassreflexbauweise, dürften aber je nach Chassiswahl noch deutlich unter den Kosten für DSP und zusätzliche Verstärkerkanäle oder den Kosten für ein passives Allpassfilter liegen. Nur die Variante mit Fließwiderstand dürfte günstiger sein, hat aber eben auch die oben genannten Nachteile, nämlich Nachbausicherheit im DIY, und Patente im kommerziellen Bereich.

    Apropos Patente: Ich habe lange überlegt, ob ich meine Entdeckung einfach so im Internet rausposaunen soll, oder Patentschutz anmelden und die Idee kommerzialisieren. Letztendlich habe ich mich gegen eine Patentanmeldung entschieden. Ich glaube nicht, dass der Hifi-Markt ein Markt ist, in dem ich mitmischen möchte. (Tatsächlich ist das ganze Hobby DIY Hifi bei mir inzwischen sehr stark eingeschlafen, in Foren poste ich eigentlich nur noch, wenn ich schnell und einfach etwas zum Thema beitragen kann, oder eben beim Thema Kardioide.)
    Stattdessen finde ich es besser, wenn alle von diesem neuen Gehäuseprinzip profitieren können. Mit meinen Ausführungen zum Thema ist nun auch die Option für andere auf den Patentschutz erloschen, da ein Patent nur angemeldet werden kann, wenn die Idee noch nicht allgemein bekannt ist, und da sie schon etwas länger im Internet steht, ist sie wohl allgemein bekannt.
    Deswegen steht es jedem frei, einen Lautsprecher nach meinem Prinzip zu bauen und zu verkaufen. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn dabei das Gehäuseprinzip als "Unipol/Kardioide nach Spatz" oder "Unipol/Kardioide nach Mohing" benannt wird, und ich bei kommerziellem Erfolg ein Paar des jeweiligen Lautsprechers zugesendet bekomme.

    Achja, kleiner Exkurs: Im Aktives Hören-Forum gab es einen langen Thread des Users Fortepianus (https://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=37&t=1492), in dem dieser auf die Vorteile eines Verstärkers eingeht, der anstatt über die Ausgangsspannung über den Ausgangsstrom gegengekoppelt ist. Leider sind in dem Thread alle Bilder weg, aber zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Stromgegenkopplung fast nur Vorteile hat, was diverse Verzerrungskomponenten bei der Wiedergabe angeht. Der Hauptgrund, warum dieses Prinzip nicht öfters eingesetzt wird, ist die Tatsache, dass um die Resonanzfrequenz einer Lautsprechers ein extremer Peak auftreten würde, der durch die Impedanzspitze verursacht werden würde, da der Amp hier die elektrische Eigendämpfung des Chassis komplett umgehen würde. Dieser Peak ließe sich auch nicht per EQ regeln, da sich die Resonanzfrequenz im Betrieb verändert.
    Beim Unipol nach Spatz ist der Peak deutlich gemildert, und liegt praktischerweise auch noch in einem Bereich, in dem die Basswiedergabe von sich aus abfällt, es ergäbe also automatisch ein passendes Equalizing.

    Man könnte den Unipol nach Spatz also perfekt mit einem Verstärker mit Stromgegenkopplung verbinden, und hätte dann sowohl beim Aspekt "Energiefrequenzgang" als auch beim Aspekt "Verstärker" einen großen Sprung nach vorne gemacht.

    Leider gibt es afaik keine stromgegengekoppelten Verstärker käuflich zu erwerben.
    Aber wie gesagt: Wer will, kann ja was entwickeln...
    Ich denke, mit folgendem Lautsprecher wäre man schon sehr sehr sehr nah am Optimum: Zwei Wege, Unipol nach Spatz im Tiefton, AMT im Waveguide im Hochton, und beides über eine FIR-Entzerrung an stromgekoppelten Verstärkern...

    So, nun aber zur Vorgehensweise:


    1. Chassis aussuchen
    2. Boxsim starten, neues Projekt, 1 Verstärker, 2 Chassis
    3. TSP des Chassis in Chassis 1 einhacken
    4. Gehäuseparameter auswählen (Bassreflex, Volumen und Tuningfrequenz schätze ich immer nur sehr grob, kann man ja später noch ändern), restliche Reiter checken, ob alles stimmt
    5. Chassis 1 zu Chassis 2 kopieren
    6. bei Chassis 2 die Membranmasse verdoppeln (in der Simulation ist das fs/1,4141, Qes*1,4142, Qms/1,4142)
    7. Außengehäuse definieren (Schallwandbreite und Tiefe möglichst gering, Chassis 1 nach vorne, Chassis 2 nach hinten, BR-Kanäle auf den gleichen Seiten wie die Chassis)
    8. Im Weicheneditor beide Chassis parallel an den Verstärker hängen, das hintere Chassis verpolen und davor eine Spule setzen (1 Ohm, 3,3 mH)
    9. Induktivität der Spule schrittweise erhöhen, dabei die Winkelfrequenzgänge beobachten, bis man den sweet spot gefunden hat.
    10. Um die Rückwärtsdämpfung noch zu erhöhen, kann man das vordere Gehäuse noch ein bisschen verkleinern, es scheint, als wären hier ca. 80% des hinteren Gehäuses gut. (Diesen Kniff habe ich erst vor kurzem entdeckt...) Wichtig: Die BR-Abstimmungen müssen immer gleich bleiben!

    Und mit diesen 10 Schritten, die in 5 Minuten erledigt sind, hat man einen funktionierenden, nachbausicheren passiven Unipol. Das ganze funktioniert man allen Chassis mit nicht allzu extremen Parametern.
    Der Trick dabei ist es eben, die erforderliche Phasenverschiebung zwischen Chassis 1 und 2 durch die unterschiedlichen Einbauresonanzen zu erreichen. Tatsächlich könnte man den gewünschten Effekt auch durch baugleiche Chassis und verschiedene Gehäusevolumina oder vermutlich auch durch verschiedene Chassis bei ähnlichen Gehäusen erreichen (das letztere habe ich aber noch nicht ausprobiert).
    Das System scheint übrigens deutlich toleranter zu sein, was Gehäusevolumina und Abstimmfrquenzen angeht. Hier kann man also auch noch viel optimieren...

    Grüße,

    Spatz

    PS: Korrekturlesen spare ich mir jetzt, es ist viel Text und schon spät)

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