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  1. #141
    Chef Benutzer Benutzerbild von Gaga
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    Moin zusammen,

    Hallo Christoph,
    wenn die wirklich gegenphasig schwingen, wär das dann eine Möglichkeit, eine Nierenabstrahlcharakteristik zu erzeugen? Da gibts doch was mit verzögert hinten montiertem Treiber à la MEGeithain?!
    Oder irre ich da komplett?
    Hallo kboe, ich nehme an, Du meinst mich mit Christoph hier. Ja, Geithein erzeugt ein (über einen begrenzten Frequenzbereich) kardioides Abstrahlverhalten durch 'Öffnungen' auf der Gehäuse-Rückseite. Der Trick ist hier allerdings die Verwendung von 'Dämpfungesmaterial', welches möglichst wenig dämpft, dafür aber ein Delay erzeugt. Das Problem ist, dies über einen größeren Frequenzbereich hinzubekommen. Spätestens hier wird's mit der Passivmembran schwierig, die - ja einen recht begrenzen Übertagungesbereich hat. Womöglich funktioniert das in einem ganz begrenzten Frequenzbereich, aber das habe ich auch noch nicht genauer angeschaut....

    @Gaga: Schöne Simu, die das Verständnis von Bassreflex/Passivmembran begreiflich macht - Danke!
    Hallo, Danke für Deine Simu, sie hat mir sehr geholfen, und ich habe wieder ordentlich etwas gelernt!
    @Chlang und Wilbur: Vielen Dnak, gerne...

    @Christoph: Vielen Dank für den anschaulichen link und Deine anschauliche Erklärung.

    Für die Diskussion zum Montageort der Passivmemebran wäre es m.E. sinnvoll, den möglichen Einsatz eines Subsonic-Filters (auch wenn's dann nicht mehr so schön hüpft ) und den Energieeintrag auf das Gehäuse in den Bereichen unter und über der Abstimmungsfrequenz zu betrachten. Diese wird mit steigender Frequenz sicher niedriger, was (ohne Filter) eher für die Montage auf der Front sprechen würde - aber wo nun letztlich mehr passiert....?

    Grüße,
    Christoph

  2. #142
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    Ich meinte den Treadstarter, aber es kommt auf dasselbe raus . Es hätte eventuell einen gewissen Sex, wenn man mit einer Passivmembran auch noch das Abstrahlverhalten günstig beeinflussen könnte. Wobei da natürlich der Wunsch der Vater des Gedanken ist....

    Gruß
    kboe

  3. #143
    Nachwuchs Benutzerbild von Spatz
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    Mit einer zweiten angetriebenen Membran geht das zumindest ziemlich einfach, reproduzierbar und ohne aktive Schaltungen...

  4. #144
    Chef Benutzer Benutzerbild von Christoph Gebhard
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    Hier geht`s auch mal ein bisschen weiter. Ich bin gerade dabei den vierten Weg zu bauen....

    Mit dem in der Kellerbox verbauten Scan Speak 26W/4867T00 war ich eigentlich sehr zufrieden, aber bei 4 Wegen wollte ich im Bass auch noch eine Nummer größer werden. Es ging mir da gar nicht so sehr um mehr Maximalpegel, sondern eher um größerer Souveränität, ergo weniger Hub bei gleichem Pegel und gleicher Grenzfrequenz. Das geht bei gleichem Verdrängungsvolumen nur mit mehr Membranfläche. Ursprünglich wollte ich sogar einen 38cm-Bass mit relativ geringer Mms verwenden, aber das Gehäusevolumen und der damit verbundene Aufwand stieg dann doch in Regionen, die mir nicht gefielen.

    Also habe ich mich bei den 30cm-Chassis mit etwas größerer Mms umgeschaut und habe einen Wavecor SW312WA03 gebraucht erstanden. Der Wavecor braucht weniger Volumen als der Scan, erreicht vergleichbare Grenzfrequenzen, macht bei gleichen Pegel etwa den halben Hub und hat ca. 5dB mehr Maximalschalldruck. Nachteil ist die höhere Membranmasse, die zu größeren Verlusten führt und zwingend eine Passivmembran statt ein Rohr benötigt. Da der Antrieb auch demoduliert ist, wird er vorraussichtlich genauso klirrarm wir der Scan Speak sein.

    Als Passivmembran habe ich mich für ein Dayton RSS315-PR12 entschieden, die in etwas das gleiche kann wie die Passivmembran, die Wavecor zum SW312 anbietet. Sie kostet aber nur die Hälfte.

    Die Dayton soll +/- 26mm auslenken können, während der (aktive) Wavecor +/-11,5mm linear macht. Ich hoffe, dass das bei identischer Sd als Reserve ausreichen sollte, wobei ich ja sowieo selten bei Maximalpegel hören werde. Die Dayton ist über Gewichte abstimmbar und diese Messungen wollte ich euch in diesem Post zeigen.

    Erstmal aber ein paar Handy-Schnappschüsse vom Bau, wobei die Kiste grundsätzlich einfach gehalten wurde. Sechs Bretter, eine Ringversteifung und ein Brett zum Abstützen des Magnetes - fertig. Die Außenwände sind alle aufgedoppelt, also 38mm dick, so dass ein amtliche Gewicht zustande kommt. Aber - so viel kann ich jetzt schon sagen - die Kiste ist für die bewegten Membranmassen trotzdem zu leicht. Wenn man Sinustöne im tiefsten Subbereich drauf gibt, fängt sie lustig an zu tanzen wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Selbst wenn ich mit draufsetzen, wird`s nur geringfügig besser. Zugegeben, Sinustöne sind keine Musik, aber wenn das in der Praxis auch ein Problem werden sollte, überlege ich ernsthaft, dass Gehäuse mit den Hauswänden zu verbinden.





    Das Stück Schiene diente nur dazu, das Versteifungsbrett beim Abbinden auf dem Magneten zu fixieren.







    Ob die Kiste noch ein paar Fasen zum optischen Entschlacken bekommt und wie das Finish aussehen wird, steht noch nicht fest. Der modulare Aufbau gibt mir aber die Chance auch andere Mittelhochtonabteile zu probieren. Das Subgehäuse ist mit 70cm Höhe extra so dimensioniert, dass es quais als "Ständer" universell einsetzbar ist.


    Nun aber zu den Messungen:

    Hier mit 375g Passivmembranmasse (300g Membran plus eine 75g Scheibe), Gehäuse komplett unbedämpft:


    Der Output der Passivmembran ist geringer als es die Simulation versprach. Eigentlich sollte der Frequenzgangabfall etwas später und die untere Grenzfrequenz etwas tiefer liegen. Da der Sub mit DSP im Raum abgestimmt wird, ist das natürlich alles halb so wild. Zudem passt der flache Abfall vermutlich gut zum Druckkammereffekt meines Raumes, der unter 50Hz einsetzt.
    Bei 260Hz und 420Hz sind die Stehwellen im Gehäuse erkennbar.

    Wenn man die Masse der Passivmembran ändert erzielt man folgende Frequenzgänge (Masse 300g, 375g (1 Scheibe), 450g (2 Scheiben), 600g (4 Scheiben)):

    Einzeln:


    Summe:


    Wenn man den unteren Hälfte des Gehäuses dicht mit Dämpfungsmaterial füllt, ergeben sich folgende Änderungen:



    Gerade die Stehwelle bei 260Hz, die längs durch das Gehäuses geht und auch nah am angedachten Übertragungsbereich liegt (bis ca. 150Hz), wird dadurch entschärft. Aber man verliert 1dB Wirkungsgrad, wenn auch die untere Grenzfrequenz etwas nach unten rutscht. Etwas Dämpfungsmaterial werde ich dem Gehäuse trotzdem gönnen, damit etwaige Oberwellen nicht zu lange im Gehäuse herum vagabundieren.


    Wirklich interessant war aber der Einfluß der Passivmembranmasse auf den Frequenzgang im Raum. Während es bei der Nahfeldmessungen eigentlich nur kleine Unterschiede gibt, sind die Auswirkungen im Raum gravierender. Das hängt zum einen mit dem Druckkammereffekt meines Raumes zusammen und zum anderen mit der Nullstelle, die jede Passivmembran unterhalb des Übertragungsbereichs hat. Diese Nullstelle liegt eigentlich unterhalb des Übertragungsbereichs und macht die abfallende Flanke steiler. Sie ist abhängig von der Resonanzfrequenz der Passivmembran, die durch Aufhängung und Membranmasse bestimmt wird.

    Bei den Nahfeldmessungen oben kann man sie schwach um 20Hz und darunter erkennen. Sie ist eigentlich nicht von großem Belang, wenn der Raum nicht mit reinspielen würde. Der Druckkammereffekt sorgt nämlich dafür, dass Frequenzen unterhalb der tiefsten Stehwelle (bei mir knapp unter 50Hz) verstärkt werden. Der Scan Speak (im normalen Bassreflexgehäuse) ist bei mir im Raum so weit bis unter 20Hz linear am Ball geblieben.

    Beim neuen Sub mit Passivmembran sieht das am Hörplatz im Raum so so aus (einmal mit 300g Masse und einmal mit 750g Masse, Skalierung beachten! ):


    Die Nullstelle der Passivmembran ist im Raum klar zu erkennen und wandert mit steigender Masse von 19Hz auf 13Hz (diese Werte decken sich auch mit dem Datenblatt). Viel wichtiger ist aber, dass die untere Grenzfrequenz von 25Hz auf 15Hz sinkt. Fest steht somit, dass ich die gewünschte untere Grenzfrequenz von 20Hz locker erreichen kann. Wieviel Masse ich am Ende auf die Passivmembran packe, wird der Hörtest zeigen....

    Schönen Gruß, Christoph
    Geändert von Christoph Gebhard (05.09.2019 um 16:57 Uhr)

  5. #145
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    Hi Christoph
    Toll wieder was von Dir zu lesen. Das ist ja 'ne ganz schön ernsthafte Kiste. Bei wie viel Wirkungsgrad kommt die raus?

    Gruß Olli

    Scheiss' auf Eitelkeiten. Einfach nur Spaß am Hobby .

  6. #146
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    Schade dass Du so weit weg von mir wohnst, ich würde mir das System (wenn es dann mal fertig abgestimmt ist) ja sehr gerne mal anhören. Bisher war ich immer enttäuscht von (Sub-)Woofern mit großen Massen, wobei ich jetzt noch nicht wahnsinnig viele gehört habe, vielleicht war "das richtige" einfach noch nicht dabei.

    Zitat Zitat von Christoph Gebhard Beitrag anzeigen
    Also habe ich mich bei den 30cm-Chassis mit etwas größerer Mms umgeschaut und habe einen Wavecor SW312WA03 gebraucht erstanden. Der Wavecor braucht weniger Volumen als der Scan, erreicht vergleichbare Grenzfrequenzen, macht bei gleichen Pegel etwa den halben Hub und hat ca. 5dB mehr Maximalschalldruck. Nachteil ist die höhere Membranmasse, die zu größeren Verlusten führt und zwingend eine Passivmembran statt ein Rohr benötigt. Da der Antrieb auch demoduliert ist, wird er voraussichtlich genauso klirrarm wir der Scan Speak sein.
    Höherer Maximalschalldruck ist für mich immer ein gutes Argument, scheint Dir aber ja nicht so wichtig zu sein. Ich glaube, mir wäre unter dieser Voraussetzung der Scan Speak lieber, weil er eben geringere Massen bewegen muss und so schneller sein kann. Mich würden mal die Gruppenlaufzeiten der beiden Woofer in ihren jeweiligen Gehäusen interessieren.

    Zitat Zitat von Christoph Gebhard Beitrag anzeigen
    Wenn man Sinustöne im tiefsten Subbereich drauf gibt, fängt sie lustig an zu tanzen wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Selbst wenn ich mit draufsetzen, wird`s nur geringfügig besser. Zugegeben, Sinustöne sind keine Musik, aber wenn das in der Praxis auch ein Problem werden sollte, überlege ich ernsthaft, dass Gehäuse mit den Hauswänden zu verbinden.
    Das Problem kenne ich, deshalb sind meine beiden Subwoofer solide Rücken an Rücken miteinander verschraubt, so dass sich die Antriebsimpulse perfekt ausgleichen. Da rührt sich nichts, selbst bei extremen Pegeln nicht!
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  7. #147
    Chef Benutzer Benutzerbild von Christoph Gebhard
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    Hi Olli,

    Zitat Zitat von hoschibill Beitrag anzeigen
    Bei wie viel Wirkungsgrad kommt die raus?
    Gemessen habe ich noch nicht, laut AJ-Horn-Simu sollen es 85dB an 2,83V sein. Aber da das Ganze ja aktiv betrieben werden soll, dürfte das (für mich) von untergeordnetem Interesse sein.

    Ich habe übrigens gerade Klirr bei 105dB gemessen. Das hat mein Messverstärker (Myryad MI120) ohne nennenswerten Verzerrungsanstieg geschafft. Er soll irgendwas um 100 Watt liefern. Runtergerechnet müsste das also gut passen (10dB Pegelzuwachs - zehnfache Leistung).

    Hier mal das Ergebnis:



    Selbst bei höchsten Pegeln bleibt der Klirr im Bereich zwischen 40 und 200Hz im wohl unhörbaren Bereich. Mein "alter" Scan Speak war bei niedrigen Pegeln zwar noch etwas klirrärmer, aber bei hohen Pegeln schlägt das Pendel zugunsten des Wavecor aus.

    Bei den Klirrmessungen im spärlich bedämpften Gehäuse ist mir aber etwas anderes aufgefallen: Die Messsignale klangen teilweise minimal boxig, resonanzig und unsauber. Das betraf nicht nur die Frequenzen, auf denen die Stehwellen im Gehäuse liegen, sondern manchmal auch andere.

    Also habe ich Vergleichsmessungen (CSD, Klirr, IMD) mit und ohne Bedämpfung gemacht. Hier die Ergebnisse:

    Erstmal CSD ohne Bedämpfung:


    Zum Vergleich mit Bedämpfung:


    Nicht verwunderlich ist, dass die Stehwellen bei 260Hz und 420Hz verschwinden. Aber auch darunter scheint es leichte Änderungen zu geben. Deswegen dieser Bereich nochmal mit anderer Skalierung (um die Unterschiede besser zu erkennen):

    Ohne:


    Mit:



    Klirr bei 95dB ohne Bedämpfung:


    Klirr bei 95dB mit Bedämpfung:


    IMD ohne Bedämpfung:


    IMD mit Bedämpfung:


    Fazit: Die größten Unterschiede bei allen drei untersuchten Messwerten gibt es im Bereich der Gehäusestehwellen. Hier ist das bedämpfte Gehäuse in jeder Hinsicht klar besser. Aber auch im angestrebten Übertragungsbereich darunter zeigt das bedämpfte Gehäuse durchgängig bessere Ergebnisse. Es lohnt sich also auch immer Subwoofer zu bedämpfen, selbst wenn die tiefste Stehwelle außerhalb des Übertragungsbereich liegt.

    Zitat Zitat von wus Beitrag anzeigen
    Bisher war ich immer enttäuscht von (Sub-)Woofern mit großen Massen, wobei ich jetzt noch nicht wahnsinnig viele gehört habe, vielleicht war "das richtige" einfach noch nicht dabei.
    Wenn man die Masse isoliert für einen Klangunterschied verantwortlich machen möchte, muss man alle sonstigen Parameter gleich halten. Das dürfte schwer sein. Ich denke, viele "Schlammschieber" regen den Raum anders an und sorgen deswegen erstmal für ein abweichendes Klangempfinden. Falls der Wavecor auch im entzerrten Zustand in meinem Raum schlechter klingt als die Scans werde ich wieder tauschen.

    Zitat Zitat von wus Beitrag anzeigen
    Mich würden mal die Gruppenlaufzeiten der beiden Woofer in ihren jeweiligen Gehäusen interessieren.
    Ich kann mich mal probieren.

    Zitat Zitat von wus Beitrag anzeigen
    Das Problem kenne ich, deshalb sind meine beiden Subwoofer solide Rücken an Rücken miteinander verschraubt, so dass sich die Antriebsimpulse perfekt ausgleichen. Da rührt sich nichts, selbst bei extremen Pegeln nicht!
    Deswegen habe ich ja einige Posts weiter oben die Position der Passivmembran hinterfragt. Ergebnis der Simulation von Gaga war, dass sie im Übertragungsbereich fast gleichphasig schwingen und erst unterhalb der Abstimmfrequenz langsam gegenphasig. Den Waschmaschineneffekt konnte ich auch nur bei allertiefsten Sinustönen feststellen. Dort arbeiten die Aktiv- und Passivmembran gegenphasig und ziehen beide in die gleiche Richtung am Gehäuse. Bei höheren Frequenzen im Übertragungsbereich steht das Gehäuse so gut wie still. Das ist übrigens auch ein Aspekt, der tendenziell eher für eine tiefere Abstimmfrequenz spricht.

    Schönen Gruß, Christoph

  8. #148
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    Zitat Zitat von Christoph Gebhard Beitrag anzeigen
    Wenn man die Masse isoliert für einen Klangunterschied verantwortlich machen möchte, muss man alle sonstigen Parameter gleich halten. Das dürfte schwer sein. Ich denke, viele "Schlammschieber" regen den Raum anders an und sorgen deswegen erstmal für ein abweichendes Klangempfinden.
    Da hast Du sicherlich recht. Wie gesagt, sehr viele "Hörproben" mit derartigen Tieftönern oder Subwoofern hatte ich ohnehin noch nicht, von direkten Vergleichen ganz zu schweigen. Theoretisch könnte mein Eindruck auch hauptsächlich von meinen eigenen Hörgewohnheiten verursacht sein, obwohl ich mir einbilde, genug Hörerfahrung zu haben um da einigermaßen drüber zu stehen.

    Die Gruppenlaufzeiten (Messung oder Simu?) würden mich in der Tat interessieren, würde mich sehr freuen wenn Du die hier auch zeigen könntest.

    Zitat Zitat von Christoph Gebhard Beitrag anzeigen
    Ergebnis der Simulation von Gaga war, dass sie im Übertragungsbereich fast gleichphasig schwingen und erst unterhalb der Abstimmfrequenz langsam gegenphasig. Den Waschmaschineneffekt konnte ich auch nur bei allertiefsten Sinustönen feststellen. Dort arbeiten die Aktiv- und Passivmembran gegenphasig und ziehen beide in die gleiche Richtung am Gehäuse.
    Das ist eben das Problem bei Systemen mit Passivmembran, speziell wenn die Passivmembran so schwer ist. Wobei mir natürlich klar ist, dass nicht viele den Platz haben, sich so einen fetten Subwoofer ins Zimmer zu stellen, und folglich da Kompromisse eingehen müssen.
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  9. #149
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    Zitat Zitat von wus Beitrag anzeigen
    Die Gruppenlaufzeiten (Messung oder Simu?) würden mich in der Tat interessieren, würde mich sehr freuen wenn Du die hier auch zeigen könntest.
    Here it is:

    Im Nahfeld gemessen und mit 1/12Okt gesmootht. Türkis/grün ist der Scan Speak. Violett/rot der Wavecor


    Ich habe die Abstimmfrequenz des Wavecor extra auf eine vergleichbare Frequenz gelegt, damit man dadurch keine falsche Rückschlüsse ziehen kann.
    Für mein Laienauge kann man die Abhängigkeit der Masse in den Messungen nicht wiederfinden. Eher scheint mir der Frequenzverlauf einen gewissen Einfluß auf die Gruppenlaufzeit zu haben, was auch logisch sein sollte, weil sie mathematisch wohl über eine Ableitung verknüft sind. Weitere Interpretationen überlasse ich den Experten. Für mich sagt der Messwert jetzt isoliert erstmal nicht sooo viel aus...

    By the way: Hier habe ich Unterschiede in der Gruppenlaufzeit mal nachvollziehbar aufgezeigt.

    Gruß, Christoph

    P.S. Im Fernfeld mit BR-Anteil zu messen macht keinen Sinn, da der Raum und die Aufstellung viel zu stark mit reinspielt. Da sind die Unterschiede in der Messposition größer als zwischen den Lautsprechern.

  10. #150
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    Vielen Dank für Deine Messung!

    Leider verstehe ich die Kurven noch viel weniger. Wieso sind da 4 Kurven? Und, gibt es tatsächlich negative Gruppenlaufzeiten, oder ist das nur ein leichter Versatz nach unten, von den roten und grünen Kurven?
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  11. #151
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    Hallo Wolfgang,

    die oberen zwei Kurven sind die Frequenzgänge. Die Gruppenlaufzeit ist grün (Scan Speak) bzw. rot (Wavecor) dargestellt.

    Gruß, Christoph

  12. #152
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    Zitat Zitat von wus Beitrag anzeigen
    Leider verstehe ich die Kurven noch viel weniger. Wieso sind da 4 Kurven?
    Zweimal Amplitudenfrequenzgänge und zweimal Gruppenlaufzeit macht 4 Kurven.

    Siehe hierzu auch:

    Zitat Zitat von Christoph Gebhard Beitrag anzeigen
    Eher scheint mir der Frequenzverlauf einen gewissen Einfluß auf die Gruppenlaufzeit zu haben, was auch logisch sein sollte, weil sie mathematisch wohl über eine Ableitung verknüft sind.
    Viele Grüße,
    Michael

    *edit*
    Zu spät.

    Das kommt davon, wenn man 20 Tabs gleichzeitig offen hat und nacheinander darin schmökert.....

  13. #153
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    Hallo Christoph,

    lese, wie immer, interessiert mit.
    Habe selbst noch nicht ein so mächtiges BR-System gebaut, daher interessiert mich der Gruppenlaufzeit Aspekt sehr.

    Habe eine Frage zur dargestellten Gruppenlaufzeit und dem Vergleich Wavecor/ScanSpeak.
    Hat Clio auch die Möglichkeit die Gruppenlaufzeit des gesamten System darzustellen (sprich NF Chassis + NF Port/Passiv Membran)?
    Kannst du auch noch die Gruppenlaufzeit der Passivmembran zeigen? Um die Abstimmfrequenz herum ist deren Laufzeit doch praktisch identisch mit dem des Gesamtsystems.

    Gruß Armin

  14. #154
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    Hallo Armin,

    Zitat Zitat von ctrl Beitrag anzeigen
    Hat Clio auch die Möglichkeit die Gruppenlaufzeit des gesamten System darzustellen (sprich NF Chassis + NF Port/Passiv Membran)?
    Gute Idee. Hätte ich auch selbst darauf kommen. Aber ich war eher Dienstleister als selbst interessiert.

    Gut, ich bin auch gerne nochmal Dienstleister....


    Hier sieht man tatsächliche eine Steigerung der Gruppenlaufzeit im Bereich der Abstimmfrequenz.
    Man sieht aber auch wieder die Korrelation zum Frequenzgang und der wird ja schließlich später im Raum ganz anders aussehen.
    Ich habe keine Vorstellung davon, was davon dann nachher am Ende am Ohr an Laufzeitverzögerung wirklich ankommt und worauf das zurückzuführen ist. Skepsis ist aber sicher angebracht.

    Gruß, Christoph

  15. #155
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    Hallo Christoph,

    vielen Dank für den Service

    Hier sieht man tatsächliche eine Steigerung der Gruppenlaufzeit im Bereich der Abstimmfrequenz.
    Man sieht aber auch wieder die Korrelation zum Frequenzgang und der wird ja schließlich später im Raum ganz anders aussehen. Ich habe keine Vorstellung davon, was davon dann nachher am Ende am Ohr an Laufzeitverzögerung wirklich ankommt und worauf das zurückzuführen ist. Skepsis ist aber sicher angebracht.
    Irgendwo muss der Preis für den erweiterten Tiefgang mittels eines weiteren Masse-Feder-System (Luftmasse BR-Port/Passivmembran + Federsteife Luft im Gehäuse) bezahlt werden. Da um die Abstimmfrequenz das Chassis kaum auslenkt, fällt praktisch der gesamte Schallanteil auf BR-Port/Passivmembran, also damit auch der Anteil der Gruppenlaufzeit.
    Sehr interessant ist die deutliche Steigerung der Gruppenlaufzeit beim Einsatz der Passivmembran gegenüber dem BR-System, welche sich um die Abstimmfrequenz von rund 25ms auf 50ms verdoppelt. Durch die zusätzliche "Mechanik und Masse" der Passivmembran, gegenüber einem System das "nur" Luftmasse verschiebt, scheint dies einleuchtend - aber trotzdem krass.


    Wird dies hörbar sein?
    Denke bei einem so tief abgestimmten System wie dem deinen, wird es wohl keine Rolle spielen. Die Situationen, wo ich der Meinung war GD hören zu können, war beim Anschlag einer Bass Drum - Fell Anschlag war vor dem eigentlichen Bass "Ereignis" hörbar.
    Da Bass Drums in Aufnahmen bei meist 40-60Hz abgemischt sind, bis auf wenige Ausnahmen wo es auch bis nahe 30Hz gehen kann, spielt dies in deinem Fall keine Rolle, da das GD in beiden Varianten bei dir bis 40Hz unter 12ms liegt.

    Problematischer wäre ein deutlich höher abgestimmtes System. Als Beispiel hier ein BR-Regal-LS mit einer Abstimmfrequenz um 45Hz. Erst FG des Chassis, des BR-Port und des Gesamt-LS, dann das Gleiche für die Gruppenlaufzeit:
    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	E-43-LS-1_FG-NF.jpg
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Name:	E-43-LS-1_GroupDelay.jpg
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ID:	50729
    Dort liegt das GD des BR-System bei rund 15ms@40Hz, würde sich der Einsatz einer Passivmembran mit einer Verdoppelung des GD äußern, wäre das mit 30ms@40Hz sicher bedenklich.

    Als weiteren Vergleich noch mein geschlossenes Troll-CB Bass-Abteil, welches ein f3 von 31Hz aufweist. Da kann man schön erkennen, dass dein System trotz erheblich mehr Tiefgang, erst unter 30-35Hz mit deutlich zunehmendem GD zu kämpfen hat - was wohl, wie schon gesagt, eher nicht wahrnehmbar sein dürfte:
    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

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Name:	RSS390HF4_BaseA_GroupDelay.jpg
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ID:	50731

    Gruß Armin

  16. #156
    Chef Benutzer Benutzerbild von Azrael
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    Standard

    Bei einem hoch abgestimmten BR-System kommt noch hinzu, dass die sinnvollerweise unterhalb von fb hochpassgefiltert werden sollten, weil nennenswerte Signale den Hub unterhalb von fb noch eskalieren lassen können. Bei tief abgestimmten Systemen ist das unwahrscheinlicher.

    Ein den Hub unterhalb von fb wirkungsvoll reduzierender Hochpassfilter, der auch noch genug Nutzbass übrig lässt, ist schon recht steil und addiert sich auf die ursprüngliche durch das BR-System definierte Filterflanke noch drauf, was die Gruppenlaufzeit noch mal zusätzlich beträchtlich ansteigen lassen wird, weil:

    Zitat Zitat von Christoph Gebhard Beitrag anzeigen
    Eher scheint mir der Frequenzverlauf einen gewissen Einfluß auf die Gruppenlaufzeit zu haben, was auch logisch sein sollte, weil sie mathematisch wohl über eine Ableitung verknüft sind.
    Viele Grüße,
    Michael

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