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  1. #1
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    Standard gepolsterte Schallwand

    Hallo an alle,
    seit vielen Jahren beschäftige ich mich jetzt erstmals wieder bit dem Selbstbau von Lautsprechern. Zur Auslegung von Weichen hat sich da ja seither vieles getan, insbesondere die Berechnung des Einflusses der Schallwand setzte mich in Erstaunen. Allerdings gibt es in den entsprechenden Programmen keine Ansätze für freie Schallwandformen oder gar für weiche Schallwände.

    Meine Idee ist abgeleitet von Apodisationsfiltern für fotografische Objektive, mit denen Beugung vollkommen vermieden werden kann.

    Übertragen heisst das, ich belege eine Schallwand ganzflächig bis über die seitliche Begrenzung mit einem weichen Material und beziehe das dann mit einem schalldurchlässigen Stoff, um überall schöne Abrundungen zu bekommen. Der Lautsprecher wird ebenfalls direkt in dieses weiche, komprimierbare Material hineinmontiert.

    Hat schon einmal jemand so etwas gemacht? Haltet ihr das für wirksam?

    Bin auf eure Antworten gespannt.

    Bernhard

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von jhohm
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    Moin,

    Imho sind die Wellenlängen im Einflussbereich der Schall Wand im Dezimeter Bereich.
    Von daher nicht machbar.
    Die samtartigen Beschichtungen, die es ab und an gibt, sind nur für die Optik.

    Gruß Jörn
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    guggst Du hier : http://www.joern-hohmann.de

  3. #3
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    Guten Morgen bastler3,

    Allerdings gibt es in den entsprechenden Programmen keine Ansätze für freie Schallwandformen oder gar für weiche Schallwände.
    zur Form:


    Diffraction simulator calculates cabinet impact response of driver(s) in a baffle. Simulation is based on simple ray theory: each driver is a point source sending 72 rays towards baffle edges with fixed 5 deg steps. Path lengths of shortest 1st order diffractions are calculated and summed with delay i.e. phase information in a listening point. Magnitude of diffracted rays is frequency dependent. Weighting factors are calculated by piston radius and edge radius.

    Baffle can contain 3...36 corners. Number of corners is initialized by entering value, and adjustable via pop-up menu. Location of corners is initiated from main dimensions, and individually movable by mouse or keyboard.
    Baffle can contain up to 12 drivers. Number of drivers is initialized by entering value, and adjustable via pop-up menu. Location of drivers is initiated from main dimensions, and individually movable by mouse or keyboard.
    Drivers can be circular or rectangular.
    Movable microphone at axis distance for simulation of multi-driver configuration.
    Simultaneous axis rotation in horizontal and vertical planes. Rotation origin is perpendicular point of microphone on (unrotated) baffle.
    Pan and Zoom Out, 1, In and Fit for baffle image. Fit centers the baffle within drawing area.
    Optional crosshair cursor.
    Optional snap function with adjustable increment 1...50 mm.
    Orthogonal object moving by pressing Shift key while dragging.
    Adjustable splitter between baffle image and response graph.
    Optional Full space view and export, combining diffraction simulation and loaded half space response.
    Max. 10 frequency response overlays.
    Floor and side wall reflections included in frequency response. Adjustable absorption.
    Baffle project is possible to save and reopen. Format is human-readable xml file.
    Export of simulated Cabinet impact response in txt or frd format. Export of horizontal & vertical polar responses -170...+180 deg, step 10 deg.
    Exported responses can be loaded to current driver of the speaker.
    Support for open baffle.

    Das kann das VtuixCad, es ist Freeware.
    https://kimmosaunisto.net/Software/Software.html



    Die gepolsterte Schallwand sehe ich auch wie jhohm. Im Bereich des Hochtöners könnten dein Vorhaben nützlich sein, vor allem an den Gehäusekanten.
    Selber habe ich es einmal so gemacht. Als Material diente Bofoam, ein Schwerschaum von ACR etwa 15 mm stark.
    Vollflächig verklebt. Die hineinmontierten Chassis sahen richtig gut aus. Über den akustischen Nutzen kann ich keine Aussage machen, da es keine Vergleichsmessungen zwischen hart und weich mehr gibt.
    Wenn es dich interessiert , krame ich mal in den alten Polaroids nach dem guten Stück.

    Falsch kann es ja nicht sein. Aber inzwischen gibt es auch Diskussionen wie Chassis an die Frontplatte angekoppelt werden sollten.
    Entweder hart, oder weich mit elastischem Dichtband, O-Ringen, Gummilagern?
    Da hat das komprimierte Bofoam einen starken Einfluss.
    Gruß
    Thomas

  4. #4
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    Zitat Zitat von naumi Beitrag anzeigen
    Die gepolsterte Schallwand sehe ich auch wie jhohm.
    Danke Naumi, für den Link. Werde mir das Programm mal ansehen.

    Was die weiche Schallwand angeht, sehe ich das etwas anders. Ich hätte da aber wohl mehr in die Tiefe gehen sollen.

    Es geht nicht um "weich" an sich, die Härte einer Kante ist der Beugung ziemlich wurscht. Es geht eigentlich um Absorbtion vor der eigentlichen Kante.

    Ein optisches Apodisationsfilter funktioniert ja so, dass das Licht ausserhalb des zentralen Strahls immer mehr ausgeblendet wird (die Filterstärke nimmt nach aussen in Form einer Gauss´schen Glockenkurve zu) und das Filter vor der Blendenkante optisch dicht ist. Resultat ist ein deutlich gesteigerter Kontrast und keine Überstrahlungen an Motivkanten bei Gegenlicht.

    Im Fall der Lautsprecher sehe ich die Kanten des Holzgehäuses äquivalent zur fotografischen Blende, Die weiche Verkleidung als den entsprechenden Filter. Ok, die Gauss-Glocke als Absorbtionsverhalten wird man nicht wirklich erreichen. Aber die Frequenzgangkurve im Hochtonbereich könnte glatter werden.

  5. #5
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    Guten Morgen Bernhard,

    Den Einfluß der Position der Chassis auf der Schallwand und der Fasen der Schallwand simuliert Boxsim schon sehr gut. Für den Anfang reicht das voll und ganz.

    Viele Grüsse

    Thomas

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von xajas
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    Standard gepolsterte Schallwand

    Zitat Zitat von jhohm Beitrag anzeigen

    Die samtartigen Beschichtungen, die es ab und an gibt, sind nur für die Optik.


    Wilson Audio hat schon seit einer Ewigkeit die Fronten der TMT/HT Einheit mit Schaumstoff (unter dem Schaumstoffgitter) ausgekleidet. Es wird schon einen Grund haben (bestimmt nicht die Optik).

    Siehe z.B. die WATT/PUPY

    IMG_6475.JPG

    IMG_6476.JPG

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von jhohm
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    Zitat Zitat von xajas Beitrag anzeigen
    Wilson Audio hat schon seit einer Ewigkeit die Fronten der TMT/HT Einheit mit Schaumstoff (unter dem Schaumstoffgitter) ausgekleidet. Es wird schon einen Grund haben (bestimmt nicht die Optik).

    Siehe z.B. die WATT/PUPY

    IMG_6475.JPG

    IMG_6476.JPG
    Ich meine diese 1mm dicke Folie, nicht mehrere Millimeter Schaumstoff.
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  8. #8
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    Und ich meine mehre cm Wollfilz.

  9. #9
    Loud`n`crazy Benutzerbild von Kaspie
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    Hi Bastler,
    rechne mal nach bei wie viel cm du welche Frequenz beeinflussen kannst. 1Hz hat ca. 34000cm Wellenlänge .
    LG
    Kay

    Am Ende hört man eben doch mit den Ohren und dem dazwischen und nicht mit dem Simulator oder Messrechner.(Zitat A.J.H)

  10. #10
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    http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...65&postcount=5

    Die letzten beiden Bilder des Posts sind der vorher/nachher-Vergleich. War kein Wollfilz, sondern 5+5mm Weichfaserplatte. Wollfilz hätte ich gerne gehabt. Der Effekt war alles andere als homöopathisch.
    Problem bei Wollfilz: eine sinnvolle Materialqualität fängt bei 80% Anteil echter Wolle an. Und das Zeuch ist auch online nicht einfach zu finden und teuer. Der Sattler bei mir um die Ecke hatte reinen Wollfilz (10mm) vorrätig: 134,-/m². Yes!

    Nochwas zum Thema:
    http://www.speakerdesign.net/audioXp...ffraction.html

    VG, Matthias

  11. #11
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    Zitat Zitat von Kaspie Beitrag anzeigen
    Hi Bastler,
    rechne mal nach bei wie viel cm du welche Frequenz beeinflussen kannst. 1Hz hat ca. 34000cm Wellenlänge .
    Und nochmal: Es geht darum, Beugung zu vermeiden oder mindestens zu vermindern. Beugung tritt dann auf, wenn das Hindernis grösser ist als die Wellenlänge. Bei einer 20cm breiten Schallwand sind das 1700Hz. Und jetzt sieh mal nach, ab wann die Frequenzgänge wellig werden.

  12. #12
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    nicht nur Wilson



    auch Avalon



    oder Duntech



    sowie viele DIYs





    Denke dass es selten weil hässlich ist
    Nur Wilson & Avalon macht es einigermaßen Salonfähig durch gutes Material und sauber präzisen Zuschnitt, wahrscheinlich Laser (?)
    Nur wie effizient die sind darf man in Frage stellen...

    Gruß
    Josh

  13. #13
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    Bzgl. der Frage nach der Effizienz... siehe die Links in meinem letzten Post.

    Wie das in Kombination mit großzügigen Verrundungen wirkt, würde ich nicht prognostizieren wollen. Aber interessant, finde ich, und einen Versuch wert.

    VG, Matthias

  14. #14
    HSG Franken Benutzerbild von Bizarre
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    Hmm,
    sowas könnte doch evtl. auch mit Basotect funktionieren.. ( wurds schon getestet? anscheinend nicht... ) Besser aussehen wirds sicher.

  15. #15
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    Keine schlechte Idee
    Habe schon Matten und einen heißen Draht.
    Das in weiß oder grau (gibts in allen Farben und ggf mit farbigen Stoff oder Filz überziehen)... schöner Dekorschnitt sauber am Lineal gezogen...
    Soll auf die Schallwand die noch gebaut werden muss.
    Bzw um die Hörner die sich gegenseitig anstrahlen.

    Gruß
    Josh

  16. #16
    Benutzer Benutzerbild von Trigi
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    Hier auch eine Variante mit Velour Auslegware kombiniert mit abgerundeter Küchenarbeitsplatte.
    Erzeugt auch eine gute Schallwanddämmung.

    Ob es akustisch einen wirklichen Vorteil bringt kann ich nicht beurteilen da es keinen Vergleich ohne gibt.

    Gruß Daniel

  17. #17
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    So, habe meine Vorstellung mal realisiert. Die "weiche" Schallwand wird einfach vor die eigentliche Box gesetzt. Damit kann ich jetzt auf einfache Weise noch einen Bespannstoff zur Dekoration anbringen.

    Der absorbierende Belag besteht aus zwei lagen 7mm Wollfilz.

    Messen kann ich leider nicht (kommt vielleicht noch, aber nicht in den nächsten 6 Wochen), aber rechnerisch (Boxsim) habe ich ohne Berücksichtigung der Absorbtion bis 5kHz einen linearen Frequenzgang innerhalb +/- 1dB.

    Die Absorbtion führt zu einem sehr klaren, völlig unaufgeregtem Klangbild, im Vergleich zur harten Schallwand erscheint es allerdings etwas "unterbelichtet". Mit einem gerade vorhandenen Kondensator habe ich heute die Höhen ab 1,5kHz um etwa 1dB anheben können, was deutlich transparenter klingt.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

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