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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von dy1026u
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    Standard negative gittervorspannung/bias ?

    Hallo,

    meine Kt 88 lief die letzten 6 Jahre immer mit falscher Einstellung...

    Hatte mir darüber wenig Gedanken gemacht. Lief und das gut.

    Jetzt hat eine endröhre keine Lust mehr und ich habe den 2. Satz, den ich beim Kauf mitbekommen, hatte reingesteckt, alle spannungen überprüft und auf 0,75 Volt an T1/T2 eingestellt.

    alles super soweit.

    nun meine Frage,

    Was passiert bei 0,3 Volt? Ist das schädlich? Verschleiß?. Immerhin lief die Kleine ja einige Jahre. Oder war das schleichend tötlich?

    bild schaltplan kommt gleich...

    Grüße, Hartmut

  2. #2
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    Standard schaltplanauszug kt 88

    Fliege immer raus, wenn ich dem ersten Eintrag noch das Bild nachtragen möchte...
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  3. #3
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von dy1026u
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    Standard die Bedienungsanleitung...

    ...ist demzufolge falsch, denn so war er eingestellt.

    siehe Bild

    mit der im Schaltplan eingetragenen Spannung 0,7-0,8 Volt ist die Anzeige genau 12 Uhr, bei 0,75 Volt.

    Gruß, Hartmut
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  4. #4
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    Also:

    Dein "Katodenwiderstand" - eigentlich nur ein Messwiderstand - hat 10 Ohm.
    Ein Spannungsabfall von 0,7 Volt bedeutet, dass die KT88 auf Ik = 0,7/10= 0,07A also 70 mA läuft.
    Zusammen mit der Anodenspannung (Ua = ?) ergibt das eine Anodenverlustleistung von P = U * I = Ua * 0,07 = ? W(att).

    Die Verlustleistung Pa der KT88 ist mit maximal 42 Watt angegeben.
    Außerdem läuft unten an der Katode noch der Strom des Schirmgitters rüber. Pg2 <= 8 Watt.
    Zusammen dürfen Anode und Schirmgitter 46 Watt haben.

    Also: P = Ua * Ik <= 46W

    Wenn du da unten am Messwiderstand 0,3 Volt misst, sind das 30 mA. Das ist sehr kalt und dein Amp wird damit nie seine mögliche Leistung abgeben können.

    - Miss die Anodenspannung,
    - ermittle nach der Formel oben den maximalen Strom an der Kathode und
    - stell den Bias dann auf ca. 90% von dem ein
    Beste Grüße,
    Andreas

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  5. #5
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    Nachtrag:

    Am gefährlichsten bei dieser Biasregelung ist die Anordnung des Trimmers: Wenn der Trimmer den Mittelkontakt verliert (Alterung, Verschmutzung etc.), dann bekommt das Steuergitter keine Spannung.
    Dann läuft die Röhre voll durch und macht "rote Bäckchen", also die Anodenbleche glühen.
    Da gibt es deutlich cleverere Anordnungen der Trimmer, wo der Mittelabriff gegen Masse läuft und über Festwiderstände bei Defekt eine immer zu hohe Steuerspannung abgegeben und die Röhre "kaltstellen".

    Wenn du die Möglichkeit hast, da was umzulöten,...

    Auch diese Einweggleichrichtung der Steuerspannung?! Ich verstehe nicht, warum die Hersteller da nicht eine Brücke reinsetzen und dann vernünftig sieben. Der Ripple dieser Versorgung moduliert direkt auf die Sprechwechselspannung am Steuergitter und erzeugt damit Brumm. Die Biasgleichspannung kann an dieser Stelle nie sauber genug sein. Nur, weil man das klassisch immer so gemacht hat?
    Und dann wundert man sich, warum eine Autobiasschaltung (Kathodenbias) besser klingt... Obwohl Fixed-Bias theoretisch Vorteile bietet...
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    Beste Grüße,
    Andreas

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  6. #6
    Erfahrener Benutzer Benutzerbild von dy1026u
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    Hallo Andreas,

    vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

    Anodenspannung ist 390 Volt, Spannungsabfall am Kathodenwiderstand 0,75 Volt. Enspricht 0,075 Ampere

    Das heisst 390 Volt x 0,075 Ampere = 29,25 Watt

    bei 0,03 Ampere hatte der Kleine auch schon mehr als genug Leistung. Das wäre nicht aussschlaggebend. Wichtig ist mir dass er sauber und möglichst lange sicher läuft!

    Schirmgitterverlustleistung schau ich mir mal an wenn er mal wieder offen ist. mit dem Spannungsabfall am Schirmgitterwiderstand kann ich das dann ja auch berechnen.

    Jetzt läuft er ja wieder.

    Danke für den Tip mit den Trimmern. Ich vertraue den Verbauten (gekapselten) noch. im Bild unten links, das blaue runde Bauteil.

    Brummen ist mit meinen 89dB Schallwandlern (dy1026u in 90 Liter Kugel BR) nicht hörbar. Sollte ich mit empfindlicheren Schallwandlern mal ein Brummen vernehmen, weiß ich nun wo ich ansetzten kann. Deine Erklärung klingt plausibel, Danke!

    oh ich muss schnell leiser machen... die Kodotrommler reissen das Haus ein...

    schönes Wochenende, Hartmut
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  7. #7
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    Das Ding läuft sehr kalt.

    Allerdings kann es auch sein, dass deine Ausgangsübertrager nicht soooo viel Strom vertragen. Ist das ein Chinese, dein Amp?

    Stell den ruhig so ein, wie der Hersteller das vorgibt. Hoffentlich wusste der, was er tut.
    Beste Grüße,
    Andreas

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  8. #8
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    Komisch, ich hatte doch noch mal geantwortet...

    es ist ein Meiler PE (aus 2006) von einem deutschen Kleinserienhersteller, den es nicht mehr gibt. ES-Audio in 56412 Welschneudorf

    Wo er im Endeffekt zusammengebaut wurde weiß ich nicht.

    Gruß, Hartmut
    Geändert von dy1026u (27.09.2017 um 17:40 Uhr) Grund: Gramatik

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