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  1. #1
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    Standard IMD-Messungen - Einfacher "Standard" fürs Forum?

    Hallo,

    vor einiger Zeit kam in Christophs Thread "PC-Lautsprecher mit AMT- und Balanced Drive-Technologie" die Frage auf, ob es nicht Sinn machen würde hier im Forum eine Art Standard für IMD-Messungen festzulegen.
    Diese könnten dann bei den Eigenentwicklungen mit angefügt oder/und in einem eigenen Thread gesammelt werden, um dem Betrachter ein "Gespür" für IMD-Messungen zu vermitteln und verschiedene LS-Konzepte unter dem Gesichtspunkt der IMD vergleichen zu können.
    Daher das Fragezeichen hinter dem Thread-Titel bitte eher "sozial-kosmetisch" betrachten, hier soll es nicht um das "ob", sondern um das "wie" gehen

    Ab Post#60 haben Christoph und später auch Theo IMD-Messungen präsentiert. Besonders krass der Vergleich des PC-Lautsprechers (und auch eines TML-Breitbänder) mit einem 3-Wege LS.
    Danach startet die Diskussion darüber was IMD-Messungen überhaupt sind, ob dazu noch Multiton-Verzerrungen unterschieden werden müssen und was die gängige Mess-Software an Möglichkeiten bietet. Dazu noch viele Links um das Thema IMD.

    Die Links zum Thema IMD, aus dem erwähnten Thread, werden hier nochmal aufgeführt um den Einstieg etwas zu erleichtern:

    PS: Hier sieht man auch schön, wie jeder weitere Zweig die Intermodulation senkt.
    Dabei sollten IMD-Messung und Verzerrungsmessung mit Multiton-Anregung nicht in einen Topf geworden werden. Für IMD-Messungen werden zwei Sinustöne mit definiertem Abstand und Pegel eingesetzt, von denen dann noch - je nach Zweck - der höhere oder tiefere gesweept werden kann.
    http://www.klippel.de/know-how/measu...istortion.html

    Die Anregung mit dem Multiton-Signal liefert ein Abbild aller harmonischen wie auch nichtharmonischen Verzerrungen, die verschiedenste Ursachen wie Nichtlinearitäten des Antriebs, Dopplereffekt und Membranresonanzen haben können. Um das Eine von dem Anderen unterscheiden zu können, also aus dem Gemessenen auch etwas deuten zu können, werden bei Klippel gleichzeitig Schalldruck, Strom und Membranauslenkung gemessen und verglichen.
    http://www.klippel.de/know-how/measu...istortion.html
    Hier noch ein Link auf den Aufsatz von Steve Temme und Pascal Brunet, der tiefer ins Detail geht (falls das jemand wissen will):
    A New Method for Measuring Distortion using a Multitone Stimulus and Non-Coherence
    Doch, doch, es gibt Standards! Einige davon sind auch in ARTA und CLIO implementiert. Diese wären nach DIN, SMPTE und CCIF (siehe die Handbücher zu STEPS und CLIO 11). Hierzu können STEPS und CLIO gestufte Messungen (also bei schrittweise sich erhöhender Spannung) machen und darstellen.
    Das Klippel-System macht die IMD-Messung noch ausführlicher: Eine der beiden Frequenzen bleibt konstant, während die andere schrittweise verändert wird. Für jede Frequenzkombination werden dann noch verschiedene Pegel gefahren, so dass eine Auswertung über Frequenz und Spannung bzw. Leistung möglich wird. Abhängig vom Zweck der Messung wird dazu entweder die tiefere Frequenz verändert (bass sweep) oder die höhere (voice sweep).

    https://klippel.de/know-how/measurem...istortion.html
    ganz viele gute und wichtige Aussagen! Leider aber auch ein paar falsche, denn zum Beispiel sind Verzerrungsmessungen mit Multiton-Signalen auch IMD-Messungen - nur halt mit einer anderen Anregung. Sogar noch besser: Mit Multitone Signalen kann man HD und IMD gleichzeitig und getrennt (!) voneinander messen und auswerten. Dazu dürfen nur die Anregungssignale nicht mit den harmonischen zusammenfallen. Siehe dazu auch hier:

    http://www.ifaa-akustik.de/files/tmt-2012-ag-2s.pdf
    (ab Seite 7)

    oder auch hier:

    https://www.irt.de/IRT/FuE/ak/pdf/Go...%20TMT2006.pdf
    Gruß Armin

  2. #2
    Chef Benutzer Benutzerbild von fosti
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    Sehr gute Idee, Armin!
    Vielleicht wäre es sinnvoll, das Thema gleich in das Messtechnik-Unterforum zu verschieben?

    Viele Grüße,
    Christoph

  3. #3
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    Standard

    Hallo Christoph,

    Zitat Zitat von fosti Beitrag anzeigen
    Sehr gute Idee, Armin!
    Vielleicht wäre es sinnvoll, das Thema gleich in das Messtechnik-Unterforum zu verschieben?
    Bin mir da nicht sicher, da hier ja die Diskussion um ein möglichst einfaches Verfahren für vergleichbare IMD-Messungen stattfinden soll, es geht also weniger uns messen, mehr darum wie kommen wir auf möglichst einfaches Verfahren diese Messungen zu realisieren. Sicherlich auch mit etwas off-topic wie z.B. Erzeugung von Multiton-Signalen,...
    Andererseits kann man das auch als Korinthenkackerei meinerseits bezeichnen ;-)
    Also falls ein MOD der Meinung ist, dass das Thema hier falsch ist, bitte einfach verschieben.

    Für mich als Amateur wäre es wichtig die Sache möglichst einfach zu halten ohne dass dabei die Qualität der Messung und Vergleichbarkeit völlig auf der Strecke bleibt.

    Um mal zu beginnen, damit wir alle über dasselbe reden:

    D1: Foren-Definition von IMD-Messungen?
    Doppel Sinus und Multiton-Sinus Messungen, auch mit gleitendem Sinus.

    D2: Bei welchem Schalldruck soll die IMD-Messung erfolgen?
    Würde mir wünschen dies möglichst einfach zu gestalten, z.B. normale FG-Messung auf 90dB in 1m Entfernung einstellen, dann IMD-Messung durchführen. Das gibt dann zwar, wenn ich es richtig verstanden habe (S.10), unterschiedliche Anregungspegel beim Multitonsignal (je weniger Sinustöne desto geringer nachher der "mean signal level"), aber wenn sich alle daran halten sollte die Vergleichbarkeit gegeben sein - macht das Sinn?

    Gruß Armin

  4. #4
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    Hallo
    Ich glaube, es hilft der Übersichtlichkeit, wenn ich den Thread hierhin verschiebe!
    Herzlichen Gruß Gabriel

  5. #5
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    Hallo Armin,
    gute Initiative....

    Im Visaton-Forum thematisiert man das gerade auch....:
    http://www.visaton.de/vb/showthread.php?t=28880

    Ab Beitrag # 27....
    Gruß
    Peter Krips

  6. #6
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    Hui, Nailhead, da hast aber auch ganz viele Aussagen gemacht, denen ich nicht uneingeschränkt zustimmen möchte.

    Zitat Zitat von nailhead Beitrag anzeigen
    Hi,
    Mit Multitone Signalen kann man HD und IMD gleichzeitig und getrennt (!) voneinander messen und auswerten. Dazu dürfen nur die Anregungssignale nicht mit den harmonischen zusammenfallen. Siehe dazu auch hier:

    http://www.ifaa-akustik.de/files/tmt-2012-ag-2s.pdf
    (ab Seite 7)

    oder auch hier:

    https://www.irt.de/IRT/FuE/ak/pdf/Go...%20TMT2006.pdf
    Schön und gut, die Messungen wurden mit Monkey Forest gemacht, das mit externen Signalen betrieben wurde. Wo sehe ich in diesen Multiton-Messungen IMD getrennt von den Gesamtverzerrungen? Bin schon sehr neugierig, wie Du das mit dem Klippel DA bzw. dBLab machen willst. Show me, please!

    Des weiteren braucht man keinen Laser zur Identifizierungen der Nichtlinearitäten - ein weit verbreiteter Irrglaube.
    Das hatte auch niemand - zumindest ich nicht - so behauptet.

    Klemm einfach mal den Laser von deinem Klippel System ab
    Never! Nie ohne meinen Laser

    Klippel braucht den Laser nur, um absolute Werte zu bekommen....
    Nun ja, die Diskussion über den Sinn und Zweck von Messungen in der mechanischen Domäne mittels des Lasers dürfte wohl die meisten anderen Anwesenden nicht berühren.

    Trotzdem gut zu wissen, dass wir nicht allein sind.

    Auch schöne Grüße!

  7. #7
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    IMD mit Sweep halte ich für unseren Zweck für überflüssig. Das ist zur Systemidentifikation ganz nett, aber den DIYer interessiert doch nur das finale Ergebnis. Also: Breitband-Multiton mit einer angemessenen Zahl Stützstellen. Für die Evaluierung von Chassis kann man dann die Bandbreite noch begrenzen.

    Von Interesse sind dann der Verlauf der Gesamtverzerrungen über den Pegel und der Maximalpegel.

  8. #8
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    Hatte noch was auf der Platte liegen, ist aus dem gleichen Grund wie die Frequenzgangmessung aus dem Thread hier entstanden: http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...ad.php?t=14485

    Im Anhang die gleiche Geschichte für IMD-Messungen. Ihr braucht das FR.zip aus dem anderen Thread auch, einfach alles zusammen in einen Ordner entpacken. Die Tcl-Distribution nicht vergessen. Lauffähig z. Z. nur unter Windows

    Kurzanleitung:
    - Lautsprecher anschließen
    - Lautstärke nicht zu hoch
    - Programm starten
    - Taste "m" drücken

    Im Moment ist das Programm noch etwas schrappig, aber es war von mir ursprünglich mal geplant, das man auch Textdateien zur Definition des Multisinus laden kann (bzw. diese erzeugen und speichern). Im Moment geht nur Bandbreite, Stützstellen, Phase (Zufall oder Fix) und Verteilung (logarithmisch oder linear).

    Über eine Macro-Schnittstelle sollte es später recht einfach möglich sein, Pegel- und Frequenzsweeps durchzuführen. Das ist aber noch nicht drin.

    Das Messergebnis sind aktuell immer zwei Kurven, einmal der Frequenzgang, und die Verzerrungen (in dB, nicht %)

    Edit: im Anhang ein Screenshot. So könnte das aussehen, oben Frequenzgang, unten Verzerrungen. Der Pegel war recht ordentlich, die Zacken ab 4kHz sind erhöhte Verzerrungen, genauso wie der Buckel bei 90 Hz (verfluchter DC-Offset!).
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    • Dateityp: jpg imd.jpg (105,1 KB, 46x aufgerufen)
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien
    Geändert von JFA (15.12.2016 um 12:37 Uhr)

  9. #9
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    Danke Jürgen, das klingt sehr interessant! Werde es mir die nächsten Tage reinziehen!

    Ich hab euch heute auch etwas zum Spielen mitgebracht: Ein Multitonsignal - quasi amtlich, weil mit Klippel dBLab erzeugt - siehe ZIP im Anhang!

    Das Schöne ist, dass das jeder von Euch nach Bedarf und Belieben selbst generieren kann, weil dBLab Viewer auf der Klippel-Website kostenlos erhältlich ist.

    https://www.klippel.de/dm/?page=details&pid=673

    Dazu hab ich eine Projektdatenbank erstellt, die Ihr runterladen könnt. Siehe ebenfalls ZIP-File im Anhang!

    Im nachfolgenden Screenshot habe ich versucht, erkenntlich zu machen, was zu tun ist:

    1. Die Datenbank in dBLab laden
    2. In der linken Spalte (Ordneransicht) das Projekt wählen und expandieren.
    3. Das Objekt "LPM Multitone Distortion" mit der linken Maustaste markieren und im Kontextmenü "Properties" auswählen.
    4. Im sich öffnenden Eigenschaftenfenster den Reiter "Stimulus" wählen.
    5. Die Voreinstellungen in der Gruppe "Frequency" sollten für erste Versuche passen. Averaging habe ich mal auf 8 gesetzt. Das ergibt einen Stimulus mit ca. 5 Sekunden Dauer.
    6. Rechts unten im Eigenschaftenfenster auf "Export Stimulus" klicken.
    7. Im erscheindende Dialog auf "Save" klicken und als WAV speichern.


    Fertig!

    NACHTRAG: Hab eben bemerkt, dass die WAV-Datei im Format "32 bit float" war. Weil das evtl. nicht mit jedem Messsystem abspielbar ist (CLIO z. B.), hab ich sie nach "16 bit PCM" konvertiert und hochgeladen. Siehe unten!


    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien
    Geändert von adicoustic (15.12.2016 um 19:38 Uhr)

  10. #10
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    Hallo Zusammen,

    die Idee gefällt mir sehr gut, aber Arta kann doch auch IMD mit Multitone-anregung und das Proggi haben imO die meisten Mituser eh am Start...

    Nur wg. der Vergleichbarkeit der Messungen.

    Gruß
    Rainer

    Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche
    Gustav Mahler


    Die natürliche Gerechtigkeit ist eine Abmachung über das Zuträgliche, um einander gegenseitig weder zu schädigen noch sich schädigen zu lassen.
    Epikur

    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    Immanuel Kant


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  11. #11
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    Nochmal: mit Multitone werden Gesamtverzerrungen gemessen. Eine IMD-Messung ist etwas anders :-)

    ARTA kann nur maximal 3 Linien pro Oktave generieren - wie CLIO auch. Und das ist ein Bissl wenig. (Bei Klippel sind für den Anfang 10 oder auch mal weniger, und wenn es sein muss, auch mal 30 Linien pro Oktave.)

    Aber ARTA kann auch WAV abspielen. Deswegen mein Beitrag.

  12. #12
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    Hallo adicoustic,

    OK, Dein *.WAV Stimulus würde dann also abgespielt...

    Magst Du noch was zur korrekten IMD Messung schreiben und warum die von ARTA angebotenen Stimuli in Deinen Augen lediglich eine Gesamtverzerrungsmessung darstellen können?

    Wow, da haben so viele Leute Ivo's Proggi am Start und machen alles falsch.

    Würde mich freuen, wenn Du Deine Einschätzung ein wenig genauer und dabei verständlich für die Mituser beschreiben würdest.

    Vielen Dank und beste Grüße
    Rainer

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  13. #13
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    Hallo Rainer,

    ich würde nicht pauschal sagen, dass viele ARTA-Benutzer alles falsch machen. ARTA bietet zum einen Funktionen, um die IMD zu bestimmen, zum anderen bietet es die Multiton- bzw. Multisinus-Anregung, um Gesamtverzerrungen zu bestimmen.

    Wer IMD mit Multiton messen möchte, darf das gerne versuchen, sollte aber vorher das Handbuch lesen

    (Sollte es ihm/ihr gelingen, die IMD aus einer Messung mit Multiton-Anregung zu extrahieren, will ich das unbedingt wissen!)

    Ich hatte kürzlich dazu schon ein paar Ausführungen gemacht.
    http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...0&postcount=75

  14. #14
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    Ich sehe auch nicht wirklich den Bedarf, IMD und HD voneinander zu trennen. Was soll das bringen?

    Ich würde mir folgendes wünschen:
    - Unterscheidung zwischen ganzem Lautsprecher und einzelnem Chassis, also unterschiedliche Bandbreiten der Anregung (es macht keinen Sinn, einem Hochtöner 100 Hz zuzuführen)
    - spektrale Veränderung nicht nur der Anregung, sondern auch der Auswertung
    - Messung bei 85 dB(A); das ist schon ziemlich laut, das macht kaum einer lange mit
    - zusätzlich Pegelsweeps, weil man dann klar erkennt, wann ein Chassis/Lautsprecher nicht mehr kann, bzw. wie es sich über den Pegel verhält.

    @adicoustic: ich weiß, dass die eigentliche IMD-Messung im Zweiton gemessen wird. Keine Ahnung, warum man das so macht, denn es ist, egal ob Lautsprecher oder Verstärker, nicht der Realität angemessen. Ich vermute, dass es noch aus den Zeiten der Altvorderen stammt, als man keine FFT machen konnte und stattdessen mit Kerbfiltern und nachfolgem Effektivmesser gearbeitet hat.

  15. #15
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    Ich sehe auch nicht wirklich den Bedarf, IMD und HD voneinander zu trennen. Was soll das bringen?
    Na ja, zum einen sind einige in der irrümtlichen Meinung sie würden, mit Multiton eine IMD-Messung machen. Zum anderen hatte mir gestern einer behauptet, es wäre möglich, die mit Multiton gemessen Gesamtverzerrungen in HD und IMD zu zerlegen.

    Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, die korrekten Begriffe zu verwenden.

    Multiton-Anregung --> Gesamtverzerrungen bzw. MTND (Multiton Distortions)
    Zweiton-Anregung --> Intermodulationsverzerrungen bzw. IMD

    Der Grund, warum neben der Multiton-Anregung das Zweitonverfahren weiter existiert, ist dass die IMD-Messung detailierten Aufschluss über konstruktive Eigenschaften gibt (die zugegeben für die meisten Hobbyisten von eher geringem Interesse sind). Die IMD-Messung ist keineswegs veraltet.

    Ich hatte das schon mal verlinkt:
    http://www.klippel.de/know-how/measu...istortion.html

    Ich würde mir folgendes wünschen:
    - Unterscheidung zwischen ganzem Lautsprecher und einzelnem Chassis, also unterschiedliche Bandbreiten der Anregung (es macht keinen Sinn, einem Hochtöner 100 Hz zuzuführen)
    Die Signalerzeugung wäre mit o. g. dBLab Viewer problemlos und sehr flexibel möglich. Eine relativ hohe Liniendichte gegenüber dem von ARTA (und CLIO) eher rudimentär gebotenen Terzabstand verringert die Energieanhäufungen bei einzelnen Frequenzen und damit auch die Kaffeesatzleserei.

    - spektrale Veränderung nicht nur der Anregung, sondern auch der Auswertung
    Kann Dir nicht ganz folgen.

    - Messung bei 85 dB(A); das ist schon ziemlich laut, das macht kaum einer lange mit
    Ja, 85 dB bezogen auf 1m Abstand. Für den Heimgebrauch, wo in der Regel keine reflexionsarme Umgebung zur Verfügung steht, wäre die Nahfeldmessung vorzuziehen - ein geeignetes Mikrofon vorausgesetzt.

    - zusätzlich Pegelsweeps, weil man dann klar erkennt, wann ein Chassis/Lautsprecher nicht mehr kann, bzw. wie es sich über den Pegel verhält.
    Klar, eine zusätzliche Messung bei +10 dB ist sicher interessant.

  16. #16
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    Hallo zusammen,

    viele sehr gute Beträge

    Hatte mir gedacht für jeden hier erzielten Konsens mein Eingangs-Post zu bearbeiten um so nach und nach gemeinsam den "Foren-Standard" zu entwickeln - ja, ich weiß, das ist soo naiv ;-)

    Dazu wäre es hilfreich, wenn wir einen Sprachgebrauch ("Definition") von IMD/Multitonverzerrungen festlegen würden.
    Da in der Literatur, wie es scheint, zwischen Zweitton IMD Messungen und Multiton Gesamtverzerrungen unterschieden wird und hier auch weitestgehend Einigkeit besteht, macht es wohl Sinn das zu tun:

    1. Sprachgebrauch
    1.1 Intermodulationsverzerrungen IMD
    Messung mit fester oder gleitender Zweiton-Anregung (i.d.R Sinus).
    1.2 Gesamtverzerrungen
    Messung mit fester Multiton-Anregung (i.d.R Sinus). Die Gesamtverzerrungen bestehen aus nicht auftrennbaren IMD und HD (Harmonischen Verzerrungen).

    Etwas holprig. Kann man das so stehen lassen? Ergänzungen, Änderungen?

    Angesprochen wurde schon dass es Sinn macht zwischen LS und Chassis Messungen zu unterscheiden, einen Mess-Schalldruck festzulegen und unterschiedliche Anregungssignale zu verwenden, damit wäre dann

    2. Chassis Messungen
    2.1 Mess-Schalldruck
    2.2 Anregungssignal
    2.3 Durchführung Messung

    3. Lautsprecher Messungen
    3.1 Mess-Schalldruck
    3.2 Anregungssignal
    3.3 Durchführung Messung

    Es wird doch recht schnell kompliziert...

    Gruß Armin

  17. #17
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    Zitat Zitat von adicoustic Beitrag anzeigen
    Na ja, zum einen sind einige in der irrümtlichen Meinung sie würden, mit Multiton eine IMD-Messung machen.
    Das ist der Punkt, den ich oben ansprechen wollte. IMD wird im Zweitonverfahren gemessen, dabei taucht Intermodulation immer dann auf, wenn mehr als 1 Ton vorhanden ist. Die Beschränkung auf zwei Töne ist physikalisch nicht zu begründen, sondern wird allein durch Konvention so festgelegt.

    Zum anderen hatte mir gestern einer behauptet, es wäre möglich, die mit Multiton gemessen Gesamtverzerrungen in HD und IMD zu zerlegen.
    Ist es ja auch. Nur muss man sich dann ganz schön einen abbrechen, um die Anregung so zu legen, dass man nichts verdeckt (weder darf ein Ton auf einer Oberwelle eines anderen liegen, noch dürfen die Summen- und Differenzsignale dieses tun).

    Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, die korrekten Begriffe zu verwenden.
    Spricht nichts gegen.

    - spektrale Veränderung nicht nur der Anregung, sondern auch der Auswertung
    Kann Dir nicht ganz folgen.
    In der Anregung:
    normalerweise macht man ja irgendwas wie 10 Töne pro Oktave oder 100 pro Dekade. Durch die logarithmische Verteilung hat man schon eine rosa Leistungsverteilung (konstante Leistung pro relativer Bandbreite). Natürlich könnte man die auch weiß machen, oder man hängt sich an die IEC 60268 und benutzt das Spektrum des programmmaterial simulierenden Rauschens.

    In der Auswertung:
    z. B. A-Bewertung der Verzerrungen, oder ganz groß: Bewertung nach Zwicker (Überdeckungseffekte). Das ist dann allerdings schon heftig

    Klar, eine zusätzliche Messung bei +10 dB ist sicher interessant.
    Man muss doch sowieso auf 85 dB(A) einpegeln, also kann man auch gerade mal eben den Pegelsweep fahren. Entweder von Hand, oder eben automatisch.

  18. #18
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    Zitat Zitat von crtl
    Etwas holprig. Kann man das so stehen lassen? Ergänzungen, Änderungen?
    Hm, ja, schon etwas holprig. Der Punkt ist: Bevor gemessen wird, sollte man sich klar sein, nach was man mit der Messung sucht. Schöne Diagramme helfen nicht, wenn nicht klar ist, wie und warum sie entstanden sind. Nach dem Motto: Eine Antwort hätten wir schon, uns fehlt noch die passende Frage.

    Bevor über Messungen von THD, IMD oder MTND nachgedacht wird, sollte schon bekannt sein, was lineare und nichtlineare Verzerrungen sind.

    Zitat Zitat von JFA
    Das ist der Punkt, den ich oben ansprechen wollte. IMD wird im Zweitonverfahren gemessen, dabei taucht Intermodulation immer dann auf, wenn mehr als 1 Ton vorhanden ist. Die Beschränkung auf zwei Töne ist physikalisch nicht zu begründen, sondern wird allein durch Konvention so festgelegt.
    Ja, klar, mit nur einer Frequenz gibt es keine Modulation. Wie auch?
    Die Beschränkung auf zwei Töne ist nicht aus Jux festgelegt, sondern hat handfeste Gründe. Das ermöglicht es, die sog. Intermodulationsprodukte, die Frequenzen fm,n = m * f1 ± n * f2 zu identifzieren und die Differenztonfaktoren 2. und 3. Ordnung zu bestimmen, um eben ein Maß für den Grad der Modulation zu haben.
    (BTW: Ich seh gerade, es gibt dazu sogar 'nen Wikipedia-Artikel: Zweitonanregung)

    Außerdem werden mittels IMD im Zweitonverfahren Treiberparameter bestimmt (hatte ich oben doch schon geschrieben) --> wir drehen uns im Kreis.

    Zur Anregung: weißes Rauschen und ICE-60268-Irgendwas-Signal? Wozu? Die logarithmisch gespreizten Sinuse passen doch, aus genau dem von Dir beschriebenen Grund.

    Zur Auswertung:
    A-Bewertung der Verzerrungen: Na ja, wenn Du es schaffst, die Verzerrungen rauszurechnen (eigentlich kein Hexenwerk) und Spass daran hast...

    Lautheit nach Zwicker (DIN 45631/A1): Schaffst Du das? Ich doch etwas tricky, meine ich. Aber das wäre mal innovativ, wenn es im Hobbybereich eine Software gäbe, die korrekt die Lautheit berechnen kann.

    Und die Pegelsweep (eigentlich Pegelstufen): Ich meine, mit Deiner makrofähigen Software wäre das umzusetzen, sicher ein Klacks für Dich.
    Geändert von adicoustic (16.12.2016 um 18:09 Uhr)

  19. #19
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    Zitat Zitat von adicoustic Beitrag anzeigen
    Die Beschränkung auf zwei Töne ist nicht aus Jux festgelegt, sondern hat handfeste Gründe. Das ermöglicht es, die sog. Intermodulationsprodukte, die Frequenzen fm,n = m * f1 ± n * f2 zu identifzieren und die Differenztonfaktoren 2. und 3. Ordnung zu bestimmen, um eben ein Maß für den Grad der Modulation zu haben.
    Ne, aus Jux nicht, sondern aus Zwang. Es gibt durchaus Anwendungen, wo die Messung sinnvoll ist (HF-Übertragung mit AM-Modulation), aber im Audio-Bereich ist sie sinnlos (außer zur Systemidentifikation, wie ich weiter oben schrieb).

    Mir geht es aber eher um die Nomenklatur: für mich ist alles, was mehr als einen Töne gleichzeitig hat, IMD. Wenn manch einer meint, er müsste alles, was mehr als zwei Töne gleichzeitig hat, MTND nennen, bitte schön, habe ich kein Problem mit. Zur Unterscheidung vielleicht auch sinnvoll.

    Zur Anregung: weißes Rauschen
    Nicht Rauschen, sondern Leistungsverteilung. Ein linear gespreizter Multiton hätte das.

    und ICE-60268-Irgendwas-Signal? Wozu? Die logarithmisch gespreizten Sinuse passen doch, aus genau dem von Dir beschriebenen Grund.
    Das Normsignal wurde zu dem Zweck entworfen, normales Musikmaterial abzubilden. Dessen Spektrum ist nicht zwangsweise rosa.

    A-Bewertung der Verzerrungen: Na ja, wenn Du es schaffst, die Verzerrungen rauszurechnen (eigentlich kein Hexenwerk) und Spass daran hast...
    Mein Programm macht genau das. Die im Screenshot unten abgebildete Kurve sind alle Verzerrungen, gemittelt über eine relative Bandbreite.

    Lautheit nach Zwicker (DIN 45631/A1): Schaffst Du das? Ich doch etwas tricky, meine ich.
    Das habe ich sogar schon für die ordinäre Frequenzgangmessungssoftware geplant (die kann auch harmonische Verzerrungen). Allerdings war der Leidensdruck nie hoch genug.

    Und die Pegelsweep (eigentlich Pegelstufen): Ich meine, mit Deiner makrofähigen Software wäre das umzusetzen, sicher ein Klacks für Dich.
    In der Tat, das ist einfach erledigt.

  20. #20
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    Ein Lautsprecher kann im Kleinsignalbereich näherungsweise als lineares System betrachtet werden, im Großsignalbetrieb ist er ein nichtlineares.

    Im Kleinsignalbetrieb zeigt ein Lautsprecher das Verhalten eines Bandpasses mit linearen Verzerrungen:
    1. im Frequenzbereich (Schalldruck-Frequenzgang) und
    2. im Zeitbereich (Phasengang)

    Im Großsignalbetrieb enthält der abgestrahlte Schall Signalanteile, die nicht im Anregungssignal enthalten waren, die sog. nichtlinearen Verzerrungen:
    3. harmonische Verzerrungen (THD, verursacht durch den Motor)
    4. nichtharmonische Verzerrungen (IMD, verursacht durch den Motor)
    5. Dopplerverzerrungen (verursacht durch die Membranschnelle)
    6. Verzerrungen durch Membraneigenschwingungen

    Was mit dem Multiton-Signal gemessen wird, ist das aller Gesamt dieser Verzerrungen.



    Zitat Zitat von JFA
    für mich ist alles, was mehr als einen Töne gleichzeitig hat, IMD. Wenn einer meint...
    

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