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  • 12.10.2017, 12:22
    Hausmeister2000
    AJ-Horn und geschlossenes Gehäuse
    Moin!
    Ich probiere gerade mit der Demovon AJ-Horn, ein geschlossenes Gehäuse zu simulieren. Eine Anleitung dazu habe ich im Handbuch gefunden.
    Leider komme ich nicht auf das Ergebnis, welches mir mein Taschenrechner, WinISD oder BassCAD ausgibt.

    Der Beispiel-Treiber soll der Monacor SPH-60X sein.
    Mein Taschenrechner, WinISD und BassCAD empfehlen 4.9-5.1L bei einem Qtc=0.7. Die -3dB-Frequenz liegt dann bei 100Hz.

    Mit AJ-Horn bekomme ich überhaupt keinen flachen Frequenzgang hin. Und wo könnte ich Qtc einsehen? Vermutlich gar nicht?
    Mein Ergebnis für 5L und Halbraum ergibt zwar 95Hz als fc, aber es gibt eine Überhöhung im Frequenzgang von ca. 2dB im Bereich von 140-190Hz.

    http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/p...ictureid=31935

    Grüße
    Heiko
  • 12.10.2017, 13:31
    Olaf_HH
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    Hallo Heiko, hast Du denn auch den Vorwiderstand mit einbezogen, den Du ja auch bei Basscad nimmst ?
    Habe mal eine 5 Liter Simu mit 1R in Reihe gemacht. Optimalerweise würde man dann ca 7 Liter nehmen, laut Basscad

    Ich finde das sieht doch ganz gut aus. AJ Horn ist nicht wie das Visation Programm zu verstehen.
    Es wird auch die Schallwandgeometrie nicht verwendet, der Anstieg vom Baffelstep ist zB. nicht berücksichtigt.
    Der Abfallende Frequenzgang resultiert aus der ansteigenden Impedanz die Du ja für 2 Werte eingeben musst.

    Ich hab jetzt einfach mal die Daten aus Basscad genommen und die Impedanzen bei Monacor abgelesen
    Zeigt die 5 Liter Simu an.
    Hast Du eventuell Parameter falsch eingegeben? Zeig doch mal den Reiter mit den Treiberdaten den Du in AJ Horn verwendest
    Eventuell irgendwo Komma und Punkt verwechselt
  • 12.10.2017, 20:42
    Hausmeister2000
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    Zitat:

    Zitat von Olaf_HH Beitrag anzeigen
    Der Abfallende Frequenzgang resultiert aus der ansteigenden Impedanz die Du ja für 2 Werte eingeben musst.

    Danke!
    Das war es. Der erste Wert war ok. Allein der zweite Wert hat schon die ganze kurve verändert. Trotzdem fällt es mir relativ schwer, das Volumen mit AJ-Horn zu ermitteln. Woran kann man es relativ einfach erkennen, ob man eine Überhöhung hat (in Richtung Qtc=1.0) oder eben eine zu niedrige Abstimmung bezogen auf Qtc=0.7 (also eher Qtc=0.5)?

    Meine Auswertung anbei.

    Grüße
    Heiko
  • 13.10.2017, 07:31
    Olaf_HH
    Hi,
    AJ Horn kann Dir die Gegebenheiten anhand deiner Daten optisch anzeigen. Das Volumen ermitteltn musst Du entweder per ausprobieren in AJ oder eben mit anderen Programmen.
    Ich nehme BassCad dazu. :)
  • 24.12.2017, 08:53
    DemonCleaner
    hallo Heiko,

    wieso simuliest du eigentlich im halbraum? das entspricht einem wandeinbau. frei stehend sollte dein ergebnis eher den der anderen simulationsprogramme entsprechen. ajh hat im gegensatz zu denen eine krude aproximation des bafflesteps und bezieht den impedanzanstieg des chassis mit ein, sofern die daten z(1khz) und z(10khz) richtig eingegeben wurden. es entspricht damit bis ca. 500Hz eher der realität als die simplistischen programme.
  • 24.12.2017, 09:48
    holly65_MKII
    Moin,

    Zitat:

    Zitat von DemonCleaner Beitrag anzeigen
    wieso simuliest du eigentlich im halbraum? das entspricht einem wandeinbau.

    Ich zitiere mal von hier (Akustischer Raum):
    http://www.neumann-kh-line.com/neuma...sary_technical
    Zitat:

    Ein Lautsprecher befindet sich im “Freifeld”, wenn er in einem Raum ohne Reflexionen oder Begrenzungen aufgestellt ist, die die Schallabstrahlung einschränken. Diese Bedingungen findet man hoch oben am Himmel (zum Hören und Messen ungeeignet) und in reflexionsarmen Räumen. In der Praxis kann man einen Lautsprecher, der weit entfernt von den Raumwänden auf einem Ständer aufgestellt ist, als im Freifeld stehend betrachten.

    Ein Lautsprecher befindet sich im “Halbraum”, wenn er in der Nähe einer großen, schallharten Oberfläche, z. B. einer Wand oder dem Fußboden, aufgestellt ist. Die Oberfläche (akustische Begrenzung) beschränkt die Schallabstrahlung auf die Hälfte der im Freifeld möglichen Abstrahlung. Dadurch werden Frequenzen verstärkt, die sich omnidirektional ausbreiten (d. h. tiefe Frequenzen). Die Höhe der Verstärkung richtet sich nach der Festigkeit der Oberfläche (theoretisch 6 dB, in der Praxis etwa 4 dB), der Frequenzbereich richtet sich nach der Größe des Lautsprechers. Dies lässt sich mit dem entsprechenden Filter, bei Klein + Hummel Lautsprechern heißt er “Bass”, korrigieren. In der Praxis ist der Halbraum anzutreffen, wenn ein Lautsprecher in der Nähe einer Wand aufgestellt oder in die Wand eingebaut ist.

    Entsprechend befindet sich ein Lautsprecher im “Viertelraum”, wenn er in der Nähe von zwei großen Oberflächen, z. B. Wand und Fußboden oder Vorderwand und Seitenwand, aufgestellt ist. Die Oberflächen beschränken die Schallabstrahlung auf ein Viertel der im Freifeld möglichen Abstrahlung. Dadurch ist die Verstärkung der tiefen Frequenzen doppelt so hoch wie im Halbraum. Dies lässt sich mit dem entsprechenden Filter (“Bass” und eventuell auch etwas “Mid”) oder bei Subwoofern durch Verringern des Ausgangspegel korrigieren.

    Der “Achtelraum” ist in den Ecken von Räumen anzutreffen. Er bewirkt eine sehr hohe Verstärkung der tiefen Frequenzen. Dies ist eine gute Position für Subwoofer, da das gesamte Durchlassband verstärkt wird. Dies kann man einfach durch Verringern der Ausgangsleistung korrigieren. Aus dem gleichen Grund klingen in Ecken aufgestellte Lautsprecher generell sehr basslastig. Diese Platzierung ist daher für neutrales und kritisches Abhören nicht empfehlenswert.
    LG

    Karsten
  • 24.12.2017, 09:57
    Franky
    Sehr gute Erklärung. Fragwürdig wird dann umso mehr das viele den Bass nach Freifeldbedingungen abstimmen und dem Lautsprecher dann auch noch Wirkungsgrad wegkastrieren.
  • 24.12.2017, 10:08
    sonicfury
    Toll zusammengefasst.

    Das erklärt auch schön warum die bassreflex-EBS Abstimmungen im echten Raum so viel besser klingen als br im freifeld abgestimmt....
  • 24.12.2017, 10:25
    DemonCleaner
    also sorry leute, aber die realistische aufstellsituation für einen lautsprecher ist näher am freifeld als am halbraum (=unendliche schallwand). [was anderes steht da übrigens auch nicht in der erklärung von neumann]

    ich lass ja gerne mit mir disuktieren, dass man einen lautsprecher aufgrund der umliegenden begrenzungsflächen leicht fallend abstimmen muss, aber ein auf die unendliche schallwand abgestimmter (= 0db bafflestepkorrektur) lautsprecher klingt einfach nur falsch. so stimmt hier übrigens NIEMAND seine lautsprecher ab.
  • 24.12.2017, 11:05
    Franky
    Nö, da widerspreche ich und da vermischst Du jetzt einiges. Bafflestep und Raum hat erstmal wenig miteinander zu tun. Mir persönlich klingen auf Freifeld abgestimmte Lautsprecher deutlich zu fett im Bass wenn sie in Wandnähe aufgestellt sind -wie wahrscheinlich in 90% der Fälle. Hobby Hifi macht das z.B so und ich würde gerne mal wissen warum. Ich mache es nicht. Ich mag kein Bassgewumse. Zumal es oft auf die Quälität der eigentlich wichtigen Frequenzen geht.
  • 24.12.2017, 11:51
    holly65_MKII
    Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
    Moin Daniel,

    Zitat:

    Zitat von DemonCleaner Beitrag anzeigen
    also sorry leute, aber die realistische aufstellsituation für einen lautsprecher ist näher am freifeld als am halbraum (=unendliche schallwand). [was anderes steht da übrigens auch nicht in der erklärung von neumann]

    dann zitiere ich noch mal auszugsweise.....:)
    Zitat:

    Halbraum”... In der Praxis ist der Halbraum anzutreffen, wenn ein Lautsprecher in der Nähe einer Wand aufgestellt oder in die Wand eingebaut ist.
    WinISD z.B. simuliert mW. mit Halbraum, damit mache ich meine Simus und das passt dann bei LS die mit ihrer Rückwand ca. 20-50cm vor der Wand stehen sehr gut.

    Zur Erklärung mal Messungen, sind ungefenstert auf 1/1 geglättet da es hier nur um das Verhalten geht:
    http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/a...1&d=1514115377
    Ich habe mir angewöhnt den TMT bei frei auf dem Meßplatz stehenden LS auf ca. 200-300Hz zu entzerren.
    Mein 5x3,8x2,7 Meter Raum hat hier, trotz freier Aufstellung des LS, bereits Einfluß - Druckkammer Effekt / Roomgain etc.
    Man sieht sehr schön das der F-Gang ab ca. 200 Hz abwärts abfällt.......genau das wird bei mir dann durch die wandnahe Aufstellung sehr gut kompensiert.:)

    Das funktioniert für den Baß / Grundton so gut das der LS auch relativ freistehend in einem großen, gut bedämften, Raum sehr gut geht:
    http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...0&postcount=84

    LG

    Karsten
  • 24.12.2017, 12:14
    DemonCleaner
    ich wollt hier keine grundsatzdiskussion losbrechen. ich habe nur dem topicersteller auf seine frage geantwortet. seine simulation dickt unten auf, weil er unter halbraumbedingungen einen lautsprecher simuliert, der unter freifeldbedingungen qtc 0,7 übertragungsverhalten bildet.

    Zitat:

    Zitat von Franky Beitrag anzeigen
    da vermischst Du jetzt einiges. Bafflestep und Raum hat erstmal wenig miteinander zu tun.

    war ja klar, dass das jetzt kommt :) ich vermische da nix, wie du hoffentlich an der nachfolgenden darstellung erkennst.
    visaton AL170 in unendlicher schallwand (gepunktet) vs. 18cm breites gehäuse:

    https://abload.de/img/bafflestep01pt9.png

    sorry leute, aber der schalldruckverlust, den ihr zwischen halbraum- und vollraumbedingungen erfahrt ist genau das. 6db baffle step-kompensation ist eine freifeldentzerrung (in einem nach thiel&small idealen lautsprecher - membraneffekte & impedanzanstieg können das natürlich überlagern).

    @karsten: ich weiss nicht was winisd simuliert, aber genau so hätte ich den auch entzerrt :)

    so ich muss jetzt geschenke packen, schöne weihnachten euch.
  • 24.12.2017, 12:20
    Franky
    Ist es eben nicht. Der Bafflestep ist immer gegeben - egal wo die Schallwand steht.
    Mit dem Room Gain hat das nichts zu tun. Da gibt es halt Überlagerungen.
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