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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verzögerung mit passiver Weicher realisierbar?


Darakon
14.03.2017, 14:16
Hallo zusammen,

bisher bastle ich nur mit aktiven/digitalen Weichen.
Ich überlege jetzt auch mal was mit einer passiven Weiche zu bauen.

Ist es möglich eine Verzögerung von ca. 0,2 ms mit einer passiven Weiche für einen Zweig (Tiefmitteltöner) zu realisieren?


Danke und Gruß,
Matthias

a.j.h.
14.03.2017, 14:58
Nein................... Abgesehen davon, dass du eigentlich den Hochtöner zum Tiefmitteltöner verzögern müsstest.

pcmurx
14.03.2017, 15:24
Moin Matthias,

ich muss Andreas zustimmen, allerdings gibt's noch einen Trick:

Du kannst mit einem passiven Allpass die Phase drehen und so zumindest dahin kommen, dass trotz des Zeitversatzes zumindest die Addition passt.

Das ist aber durchaus nicht trivial, ich fummel da auch gerade erst mit rum....

Dafür musst du sowohl akustisch als auch elektrisch umfassend Messen können, um das Filter z.B. in Vituix Cad zu simulieren. Dann gibt es da die Chance, die Sache ohne ein riesigen Fundus an Bauteilen hinzubekommen.

Viele Grüße,
Stefan

wgh52
14.03.2017, 16:02
Hallo Matthias,

0,2ms entsprechen 6,9 mm Versatzänderung. Das mechanisch/handwerklich zu realisieren dürfte um Einiges einfacher werden und schneller gehen als es passiv-elektronisch hinzukriegen.

my 2 cents worth :D

Darakon
14.03.2017, 18:05
Hallo,

danke für eure Antworten.
Hab befürchtet, dass es nicht ohne weiteres funktioniert.

Bei meinem Projekt geht es darum, einen vor dem Mitteltöner "abgehangenen" Hochtöner zeitlich zu korrigieren. Also eine koaxiale Anordnung ähnlich wie bei den Geithain-Lautsprechern.

Aktiv funktioniert das auch sehr gut über DSP.
Die Klang-Unterschiede sind übrigens riesig wenn man die zeitliche Verzögerung an und aus schaltet.

wgh52
14.03.2017, 18:25
Jawollja Matthias!

Aktive Lautsprecher haben also doch 'was :joke:

Merovinger Audio macht sowas auch aktiv mit DSP und das geht auch wirklich gut!

Kompakt mit Kalotte (http://www.merovinger-audio.de/wordpress/?page_id=1086)
Fast kompakt mit AMT (http://www.merovinger-audio.de/wordpress/?page_id=151)

Ohne Verzögerung auf gleichen Schallentstehungsort ist die Schalladdition natürlich nicht OK. Das gilt zwar auch für nicht koaxialen Einbau, aber das ist wieder ein anderes, weites Feld... ;)

littlejoe
14.03.2017, 18:49
John "Zaph" Krutke hat das auch in einem seiner DIY-Projekte umgesetzt http://www.zaphaudio.com/ZD5.html

http://1.1.1.2/bmi/www.zaphaudio.com/ZD5-crossover.gif

Voodoo
20.07.2017, 18:37
Hallo beisammen,

Dynaudio hatte doch so etwas damals in ihren letzten DIY-Bausätzen, wo der Hochton zeitlich gebremst wurde!?
Die Modelle waren Xenon, Gemini und evtl. weitere.

Zermatt
20.07.2017, 19:42
Hallo,
Hallo beisammen,

Dynaudio hatte doch so etwas damals in ihren letzten DIY-Bausätzen, wo der Hochton zeitlich gebremst wurde!?
Die Modelle waren Xenon, Gemini und evtl. weitere.

Das war doch wohl eher der schon angesprochene Allpass?

Der ermöglichte, z.B. beim MT eingesetzt, 6 dB Filter bei scheinbar gleicher Polung aller Chassis, d.h. ab einer bestimmten Frequenz wird das Chassis umgepolt betrieben. Ähnliche Allpässe hatte ich z.B. auch beim Dynaudio D54 eingesetzt, der ohne nach oben mit 6 dB Filtern bei MT und HT oft ein wenig kratzig klang. Beim ScanSpeak 13M hatte ich es dann auch mal so ausprobiert.


Eine merkliche Verzögerung a la "Eimerketten" gibt es dabei als Nebeneffekt vmtl. nicht?


Aktiv funktioniert das auch sehr gut über DSP.
Die Klang-Unterschiede sind übrigens riesig wenn man die zeitliche Verzögerung an und aus schaltet.

Wie macht sich das bemerkbar? Wirkt es sich irgendwie auf einen Eindruck von Tempo (also hektisch vs. eingeschlafen) aus, oder Räumlichkeit? Oder waren es eher "neutrale" Klang- Unterschiede?


LG

newmir
20.07.2017, 20:50
Die Klang-Unterschiede sind übrigens riesig wenn man die zeitliche Verzögerung an und aus schaltet.
Wgh52 hast zwar schon drauf hingewiesen, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass wurde ignoriert. Einfaches abschalten der zeitlichen Verzögerung sagt nichts aus über den tatsächlichen klanglichen Einfluss der Verzögerung!

Voodoo
21.07.2017, 18:48
Das war doch wohl eher der schon angesprochene Allpass?
LG

Sorry, habe es übersehen daß es sich um einen "Tiefmitteltöner" handelt.
Die Xenon und Gemini von Dynaudio sind 2-Weger :rolleyes:

Zermatt
22.07.2017, 19:12
Sorry, habe es übersehen daß es sich um einen "Tiefmitteltöner" handelt.
Die Xenon und Gemini von Dynaudio sind 2-Weger :rolleyes:
Die Xennon 3 hat beispielsweise drei Wege.

Dabei geht es wohl darum, das Chassis (MT oder HT) nach "unten" umzupolen bzw. die Phase zu drehen, die entsprechende Verzögerung ist frequenzabhängig.

Für die geforderte Verzögerung von 0,2 ms sind die 180°, wenn ich das auf die Schnelle richtig abschätze, vielleicht nach dem Dynaudio Beispiel schon zuviel, aber die Frequenz des Allpasses liesse sich wohl noch anpassen.

Voodoo
23.07.2017, 11:24
Ja genau! Die Xenon 3 hat diese Kondensatoren-/Spulenkombi im Mittelton. Das Bild des Weichenplanes sagt mehr, als ich es erklären kann.