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Alt 13.07.2013, 23:39   #1
Gaga
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Standard Simulation Mitteltonhorn Directivity

Moin,

angeregt vom Thread 'Simulation von Hörnern und Waveguides' habe ich ein paar Simulationen mit Hilfe von AxiDriver versucht.

Es geht um die Simulation eines Mitteltonhorns mit besonderem Interesse (i) an der Kontrolle des Abstrahlverhaltens und (ii) ggf. der Simulation eines Phaseplugs, um den nutzbaren Frequenzbereich nach oben hin zu erweitern..

Für die Simulationen habe ich die Daten des PHL1320 gewählt.

Zunächst die in AxiDriver eingegebenen Chassis-Daten:


Die Daten für die Treibermembran (nur abgeschätzt, da ich das Chassis im Moment nicht ausmessen kann):


...und die Daten für das Horn:


Die Horn-Koordinaten habe ich zunächst mit Excel berechnet, dann die Zahlenwerte in ein Text-Programm exportiert und von dort in AxiDriver kopiert. Das ist zwar umständlich, erleichtert trotzdem erheblich die Eingabe....

Die Simulation des Abstrahlverhaltens bei 394 Hz sieht dann so aus:



...und bei 1400 Hz so:


Nach Datenexport in VACS lässt sich der spl in 1m Entfernung darstellen:


..und die Directivity:


So weit so gut. Abgesehen davon, daß das Horn jetzt (noch) nicht ideal ist, habe ich versucht, einen Phaseplug und dessen Auswirkung auf die Abstrahlung der höheren Frequenzen zu simulieren.

Kommt gleich im nächsten Beitrag, damit's hier nicht zu lang wird....
Könnt ihr bis dahin bitte mal kontrollieren, ob die in AxiDriver eingetragenen Daten so prinzipiell passen, oder ob das was verkehrt ist?

Gruß,
Christoph
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Alt 13.07.2013, 23:59   #2
Gaga
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Also nun der Phaseplug.

Es wurden alle Daten aus der vorherigen Simulation übernommen, es wurde lediglich der Phaseplug simuliert (obacht - wieder zunächst nur, um das Prinzip zu lernen):


Das Abstrahlverhalten mit Phaseplug bei 1928 Hz:


In VACS dargestellt der spl in 1m Entfernung (mit Phaseplug):


Zum Vergleich, der spl in 1m ohne Phase-Plug:


..und schliesslich die Darstellung der Directivity in VACS:



Ein bischen was hat's gebracht, jedenfalls scheint die Simu im Prinzip zu funktionieren.

Meine Fragen an euch, bevor ich munter weiter Simuliere: Welche Eigenschaften des Horns bestimmen wesentlich die Directivity? Um ein Abstrahlverhalten von z.B. 60° horizontal und 30° vertikal zu erreichen, in welche Richtiung muß ich bei der Gestaltung des Horns gehen?

Warum ich das Frage? Interessant wäre es für mich das Mitteltonhorn mit dem Ziel eines (vom Hochtonhorn) definierten Abstrahlverhaltens im Übernahmebereich (z.B. 1500 Hz) zu simulieren...

Gruß,
Christoph
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Alt 14.07.2013, 01:47   #3
3eepoint
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Hi Christoph,

zum Plug, der sollte sich möglichst um die Dustcap schmiegen und dabei genug Freiraum für den Maximalen Treiberhub lassen, dann sieht das auch noch besser aus

Nach meinen Simus mit Axidriver erreicht man das beste Ergebnis, was die Höhen angeht, wenn der Plug so weit ausgebeugt ist, dass der Treiber die Hornöffnung nicht mehr direkt sehen kann, dan müssen die Höhen nemlich durch das Horn und der Treiber kann endgültig nicht mehr Bündeln. Ist bei dieser Art der Montage (Hornhals=Sd) ein wenig schwieriger, bzw der Plug wird recht groß, als z.B der Membrane auch von außen eine Druckkammer zu verpassen, was ich auch empfehlen würde, so hat der Schall nemlich von fast allen Punkten der Membrane die Selbe Laufzeit und dein Einbruch da sollte weniger werden

Das kann wenns richtig sitzt schonmal 10dB bringen, allerdings hab ich auch mit einem CD Horn gearbeitet, bei deiner Kontur könnte es anders aussehen.

Grundsätzlich schaut das Horn aber ganz gut aus

Zum Ziel, du willst also das das MT Horn bei der Übernahmefrequenz das Selbe Winkelverhalten wie das HT Horn hat ? Welches Verhalten hat das HT Horn denn ?

Mfg 3ee

EDIT: Du kannst die Micposition in Axidriver übrigens verändern um z.B den Frequenzgang unter 30° zu bekommen.
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Alt 14.07.2013, 07:46   #4
nailhead
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Guten Morgen,

um Verwirrungen zu vermeiden empfehle ich dir noch die range in den directivity Diagrammen auf +/-90 Grad zu beschränken: Rechtsklick ins Diagramm ->Range -> Y-Axis
Damit blendest du den Schall hinter der Schallwand aus.

Auch ist es ratsam, die directivity Diagramme zu normalisieren: Processing -> Normalizing -> Reference Mode: to Curve in X-Graph -> 0° oder besser: to Y-Max normalisieren

Nach dem Normalisieren dann die Range der Z-Achse anpassen, gebräuchlich sind hier von +6dB bis -24dB bei 3dB Abstufung.

Du kannst auch in vacs einzelne Kurven kopieren/einfügen zur besseren Vergleichbarkeit: Unten in der Legende auf den Namen der Kurve und dann 'Copy' klicken. Dann ins gewünschte Diagramm und 'Paste here'. Da aber bitte aufpassen, in die linke Häflte zu klicken, sonst weist er dir die Kurve an die rechte y-Achse zu.

Die VACS-Demo kann übrigens schon abspeichern! Jedoch nur 'form's keine ganze Projekte. Das reicht aber, um gut damit arbeiten zu können.

Was den Phase plug betrifft: genaue Gemoetrien sind sehr wichtig, gerade am Hornhals. Ansonsten gilt beim Phase Plug: an 'bekannten' Designs orientieren und dann: probieren probieren probieren

Grüße


Grüße
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Alt 15.07.2013, 00:11   #5
Gaga
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Hallo 3ee und nailhead,

zunächst vielen Dank für euren guten Hinweise zum Umgang mit VACS und die Konstruktion des Phase-Plugs!

Die Tips zum besseren Umgang mit VACS finde ich durchgehend sehr hilfreich für mich, werde ich bei weiteren Darstellungen so machen.

Zitat:
Zum Ziel, du willst also das das MT Horn bei der Übernahmefrequenz das Selbe Winkelverhalten wie das HT Horn hat ? Welches Verhalten hat das HT Horn denn ?
Ja genau, ich möchte rausfinden, ob es möglich ist ein Miteltonhorn zu simulieren/konstruiren, das im Übergangsbereich annähernd dasselbe (horizontale) Abstrahlverhalten wie das HT-Horn hat.

Das HT-Horn ist das e-jmlc 1000. Die Übernahmefrequenz ist also >/= 1500 Hz. Das Abstrahlverhalten sieht so aus...
Horizontal:


Vertikal:


Zwei für mich im Moment sehr nützliche Artikel zum Thema sind 'Understanding Horn Directivity Control' und die beiden Artikel von Björn Kolbrek zu 'Horn Theory'.

Meine wage Idee im Moment ist es, zwei Konustreiber übereinender in einem rechteckigen Horn einzusetzen (lange Seite vertikal, kurze Seite horizontal) etwa mit der Breite des e.jmlc 1000, also ca 29 cm.

Zitat:
Was den Phase plug betrifft: genaue Gemoetrien sind sehr wichtig, gerade am Hornhals. Ansonsten gilt beim Phase Plug: an 'bekannten' Designs orientieren und dann: probieren probieren probieren
Da ich mich erst in AxiDriver einarbeite, dauern die Simulationen (vor allen Dingen die Konstruktion der Phaseplugs) im Moment immer ziemlich lange - es wird hier also eher langsam voran gehen.

Zitat:
Das kann wenns richtig sitzt schonmal 10dB bringen, allerdings hab ich auch mit einem CD Horn gearbeitet, bei deiner Kontur könnte es anders aussehen.
Auf die Hornkontur habe ich mich noch in keiner Weise festgelegt. Die zunächst für die Simulation verwendete, habe ich nur als Übungsbeispiel benutzt.

Magst Du vieleicht was zu dem CD-Horn sagen, mit dem Du gearbeitet hast und deinen Erfahrungen damit?

Grüße,
Christoph
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Alt 15.07.2013, 00:58   #6
3eepoint
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Ich habe für die TAURUM ein Synergyhorn mit CD Characteristik gebaut und das im groben mit Axidriver durchgespielt. Dabei habe ich den Plug so ausgelegt, das beim "Knick" des Horns den Treiber die Sicht zum Hornmund nimmt, das hat mit am meisten gebracht.

Ein CD Horn hat über den gesamten Bereich ein konstantes Richtverhalten, also auch bei 1.5kHz, sofern der Plug es da noch lädt bzw. der MT Treiber mit Vorkammer soweit kommt. Allerdings hast du da kein CD Horn im Hochton, daher wäre es nicht soo schlau eine CD Charakteristik an zu wenden.
Das mit der Breite kann hinkommen, man muss halt nur die Hornkontur richtig "treffen".

Warum willst du denn 2 Treiber so einsetzen ? Denn Axidriver simuliert rotationssymmetrisch, man kann also nicht dafür garantieren das das mit 2 Treibern dann auch so klappt.

Gut zu wissen wäre auch, wie tief das Horn laufen soll, denn das bestimmt wie hoch das Horn sein soll, da der Hornumfang die untere Trennfrequenz mitbestimmt.

Um das Richtverhalten anzupassen wäre es sinnvoll 2 Simulationen zu fahren, einmal Vertikal und einmal horizontal. Wie gesagt, Axi läuft Symmetrisch, wenn wir also beides Horizontal und Vertikal, gleich haben wollen, müssen wir für die jeweilige Ebene eine Hornkontur festlegen. Oder wilst du nur Horizontal ? Wenn ja, warum ?

Alerdings kann man dann die untere Trennfrequenz schlechter abschätzen da sich die Mündungsflächen unterscheiden, sie wier dann wahrscheinlich zwischen Horizon. und Vertik. Version liegen.

Zusammengefasst:
-wenn möglich nur 1 Treiber
-Untere Grenzfrequenz angeben
-2. Simulationen für Kontur H/V
-Auf Aufwand einstellen


Welche Hornkontur geeignet ist, weiß ich momentan aber ehrlichgesagt auch nicht, CD fällt meiner Meinung nach aber raus. Tractrix, Kugelwelle, Hyperbolisch fallen mir jetzt so als Schlagworte ein, müsste man mal vergleichen und schaun welche Kontur bei der angegebenen Frequenz und den Mundmaßen den gewünschten Effeckt gibt.

Die frage ist auch wie wird das fertugungstechnisch machbar, rund wäre extrem schwer wegen den Übergängen. Also eher eckig.

Problematisch wird die Höhe des Hornmundes bei gegebener Breite da irgendwann der Abstand der Schallquelen zum Problem wird. Und zu klein kann man es von den Maßen her auch nicht machen weil es dann nciht mehr tiefgenug geht.

Von daher:
-rund oder eckig ?
-Muss es diese Breite sein ?

Ich finde das ausgewählte Horn eh ein wenig komisch, bei der angegebenen Frequenz hat es 60x90°, HxV, normal sind solche Werte eher umgekehrt ô.0 HAben die villeicht nen Dreher drin ?

Mfg 3ee
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Alt 15.07.2013, 13:32   #7
Gaga
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Hi 3ee,

ok, das sind einige wichtige Punkte, die ich später in Ruhe beantworten will.

Nur ganz kurz dazu:
Zitat:
Ich finde das ausgewählte Horn eh ein wenig komisch, bei der angegebenen Frequenz hat es 60x90°, HxV, normal sind solche Werte eher umgekehrt ô.0 HAben die villeicht nen Dreher drin ?
Das wird in dem oben angegebenen Link zu Horn Directivity ganz gut erklärt. Hier wird der Zusammenhang von ''...coverage angle of the horn, the low frequency loss of directivity control, and the horn mouth size...'' nach Don Keele so angegeben:


mit
Zitat:
d = the mouth dimension of the horn (either horizontal or vertical)
θ = the coverage angle of the horn (horizontal or vertical)
fo = the low frequency loss of directivity control, θ (horizontal or vertical)
and K is a constant with an empirically derived value of 1×106 in*deg*Hz or 2.54×104 m*deg*Hz
Das läuft darauf hinaus, daß der Hornmund-Durchmesser (horizontal oder vertikal) bestimmt, bis zu welcher unteren Grenzfrequenz die Directivity in dieser Dimension kontrolliert werden kann.

Bei breiten, flachen Hörnern führt das dazu, daß für hohe Frequenzen der Abstrahlwinkel vertikal klein ist, jedoch nach unten hin die Kontrolle des Abstrahlwinkels früher verloren geht, als für die horiontale Ebene, die den Abstrahlwinkel durch den größeren Horndurchmesser weiter nach unten kontrolliert. Es kommt zu einem sog. 'pattern flip', was für das e-JMLC-Horn gut zu sehen ist.

Für nicht axisymmetrische Hörner sollte zum Abstrahlwinkel horizontal x vertikal unbedingt die Frequenz dazu mit angegeben werden....

Alles Weitere später, Grüsse,
Christoph

PS: Habe den TAURUM-Thread noch einmal gelesen - hast Du noch Messungen der Taurum gemacht? Würde mich natürlich brennend interessieren....
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Alt 15.07.2013, 14:56   #8
3eepoint
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An den Messungen arbeite ich noch, das Equipment "steckt noch fest" , wird aber noch weiter verfolgt
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Alt 15.07.2013, 22:10   #9
Gaga
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Hallo 3ee,

Zitat:
Warum willst du denn 2 Treiber so einsetzen ? Denn Axidriver simuliert rotationssymmetrisch, man kann also nicht dafür garantieren das das mit 2 Treibern dann auch so klappt.
Zunächst sind das nur Gedankenspiele, die ich gerne mit Simulationen überprüfen möchte, bevor ich anfange q&d Versuchsaufbauten zu bauen und zu messen. Mag sein, daß die Ideen Käse sind, dann wird das in der Simulation hoffentlich deutlich....

Also, die Idee ist ein rechteckiges Horn zu bauen, das höher als breit ist. Zwe Gründe, (a) bessere Kontrolle des vertikalen Abtrahlverhaltens, um Bodenreflektionen zu minimieren, (b) um Bass, MT- Horn und HT-Horn ähnlich breit bauen zu können. Für ein rechteckiges Horn im Verhältnis ca 2:1 (Höhe:Breite) bietet sich der Einsatz von 2 Treibern übereinander an. Es kann aber gerne bei einem Treiber bleiben, falls sich das als geeigneter herausstellt....

Zitat:
Gut zu wissen wäre auch, wie tief das Horn laufen soll, denn das bestimmt wie hoch das Horn sein soll, da der Hornumfang die untere Trennfrequenz mitbestimmt.
Im Moment plane ich mit 400Hz (simuliere also ca 200 Hz-Hörner). Bass könnte ein 38er werden....

Zitat:
Um das Richtverhalten anzupassen wäre es sinnvoll 2 Simulationen zu fahren, einmal Vertikal und einmal horizontal.
Yep, wird so gemacht...

Zitat:
-Auf Aufwand einstellen
Öhh, ja. Bin ja dabei, meine letzten Lautsprecher zu bauen, es ist nicht eilig....

Zitat:
Von daher:
-rund oder eckig ?
-Muss es diese Breite sein ?
Hornkontur angepasst an das gewünschte Abtrahlverhalten und die untere/obere Übertragungsfrequenz (ca 400-1600 Hz, also 2 Oktaven).

Hornmund soll rechteckig sein, die Breite irgendwo zwischen dem (möglichen) 38er Baß und dem HT-Horn, also zwischen 30 und 40cm.

Zur Taurum:
Zitat:
An den Messungen arbeite ich noch, das Equipment "steckt noch fest" , wird aber noch weiter verfolgt
Klasse! Ich bin gespannt.....

Grüße,
Christoph
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Alt 15.07.2013, 22:33   #10
3eepoint
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So, da sind wa doch schonmal weiter^^

Also, 400 Hz sollte mit der Breite/Hohe machbar sein.

Zum Thema 2 Treiber:

Du spielst auf das Richtverhalten der Treiber an, wenn sie akustisch gekoppelt sind, die Sache hat leider n kleinen Harken

1. Die untere Grenzfrequenz bis zu der das funktioniert ist von der Länge der Array, also unserer Anordnung definiert, und zwar wirkt die Array ab dem Punkt wo die Anordnung der Treiber Größer/gleich der halben Welenlänge der abzustrahlenden Frequenz ist. Dadrunter wirkt sie nicht und dadrüber macht sie unschöne Dinge. Bei 2 Treibern wäre das in deinem Fall bei ca 16cm außendurchmesser (mit Korb), also 32cm:

500 bis 1000Hz (Übern Daumen)

Dadrüber bekommen wir Probleme da dort die Einzelbündelung des Schalls einsetzt und jeder Treiber da für sich arbeitet und mit eventuellen Nebenkeulen den anderen Stört. Zudem drückt der Plug den schall dann wieder durch das Horn, also würde der Effeckt wieder aufgehoben werden.

Ansonsten würde ich in der Breite eher die 40cm anpeilen damit wir die untere Grenzfrequenz auch packen.

Schonmal geschaut welche Hornkontur passen könnte?
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Alt 19.07.2013, 14:41   #11
Gaga
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Moin,

inzwischen habe ich versucht, mich in die Simulation mit Hornresp, AxiDriver und diverse Excel-Sheets einzuarbeiten. Vor allen Dingen der Umgang mit exportierten Horn-Daten aus Hornresp, um diese in AxiDriver für Simulationen zu verweden, hat mich sehr viel Zeit gekostet (d.h. die Daten in eine Form zu bringen, die von AxiDriver verstanden wird - Öffnen der csv-Datei in Excel, Export nach Word, Import nach AxiDriver).

Ich habe zunächst unterschiedliche Hornkonturen simuliert (konisch, exp., Le Cleach, Oblate Spheroid, sphärisch). Dann habe ich erfolgversprechende Ansätze exportiert und in AxiDriver weiter simuliert - da ich hier auch Phase-Plugs simulieren kann.

Hier also erste Schritte am Beispiel eines Le Cleach-Horns (Le Cleach T=0.7; Hornhals = Sd PHL 1320; untere Grenzfrequenz 223 Hz um ab 400-500 Hz trennen zu können).

Ohne Phase-Plug:


Ohne Phase-Plug, spl:


Ohne Phase-Plug, Directivity normalisiert:


Mit Phase-Plug 1:


Mit Phase-Plug 1, spl:


Mit Phase-Plug 1, directivity normalisiert:


Mit Phase-Plug 2:


Mit Phase-Plug 2, spl:


Mit Phase-Plug 2, directivity normalisiert:


Alles realiv zeitraubend, aber lehrreich um ein Gefühl zu bekommen, welchen Einfluss Hornhals, Hoerngeometrie, Übergange, Phaseplugs...

Gruß,
Christoph
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Alt 19.07.2013, 14:50   #12
Gaga
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Moin, Moin,

wie passt das bisher zum HT-Horn?

Das Abstrahlverhalten des Le Cleach MT-Horns mit dem des HT-Horns bei 1500Hz zusammengebappt sieht so aus:


Die Y- und Z-Skalierungen wurden der des HT-Horns angeglichen. Das reicht noch nicht, um ein halbwegs gleichmässiges, horizontales Abstrahlverhalten zu erreichen, aber ich bleibe am Ball....

Grüße,
Christoph
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Alt 19.07.2013, 15:10   #13
3eepoint
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Das sieht an sich doch schonmal sehr gut aus, das bischen was da noch fehlt kann man mit angleichen der Hornkontur/ über den Plug sicher noch rausholen.

Zum Phaseplug:

1. Versuch:

-Schon wesentlich angeglichener an die Membrane, sehr gut !

2. Versuch:

-Die Einbrüche kommen weil die Laufzeiten zu den Öffnungen des Plugs unterschiedlich sind, bei so einer Konstruktion sollte die Distanz von der , ich nenne es jetzt mal Mitte des 2. Plugteil`s , gleich sein wie die Distanz vom 1. Plugteil von Mittedustcap zum Rand des 1. Plugteil`s

Damit sind die Laufzeiten gleich und die Einbrüche werden weniger.

Selbiges gilt natürlich auch für die Distanz Mitte 2. Plugteil zum Rand der Membrane.

So, nun zu dem Part de ich bei mir mit Axidriver rausgefunden hatte.

Anstatt den Plug nun so kurz und spitz zulaufend zu machen, machen wir ihn jetzt mal relativ lang und ausladend, also praktisch Diamantenförmig. Und die Breite Stelle des Diamanten versuchen wir so in den Hornverlauf zu setzen, das der Treiber den Hornmund nicht mehr sieht.

In diesem Fall wäre das , wenn der Plug grade Wände hat, in etwa bei 0.2 von der Startposition entfernt.

Es wäre wohl auch nicht schlecht, wenn der Plug den selber Verlauf wie das Horn hat, aber sich ein klein wenig öffnet, also nicht parallel verläuft, ich hab nemlich das Gefühl dass wenn man da mit einer einfachen , geraden Kontur der Plugs rangeht, man sich Resonanzen einfängt. Könntest du das austesten ? Ein grader Plug ist ja schnell gemacht.

Dann sollten wir die Sache langsam im Sack haben.
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Alt 21.07.2013, 00:42   #14
Gaga
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Moin,

Zitat:
Die Einbrüche kommen weil die Laufzeiten zu den Öffnungen des Plugs unterschiedlich sind, bei so einer Konstruktion sollte die Distanz von der , ich nenne es jetzt mal Mitte des 2. Plugteil`s , gleich sein wie die Distanz vom 1. Plugteil von Mittedustcap zum Rand des 1. Plugteil`s
OK, das ist klar. Genauere Simulationen mache ich, wenn ich die Treiber-Geometrie genau nachgemessen und in das Modell eingegeben habe.

Zitat:
Anstatt den Plug nun so kurz und spitz zulaufend zu machen, machen wir ihn jetzt mal relativ lang und ausladend, also praktisch Diamantenförmig. Und die Breite Stelle des Diamanten versuchen wir so in den Hornverlauf zu setzen, das der Treiber den Hornmund nicht mehr sieht.

In diesem Fall wäre das , wenn der Plug grade Wände hat, in etwa bei 0.2 von der Startposition entfernt.
Bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstehe..? Meinst Du so einen großen Phase-Plug (Variante 1):


Oder in etwa so (Variante 2)?


Ich wundere mich, weil dadurch ja die Horngeometrie ziemlich stark verändert wird.

Wie auch immer, die Simulation von spl und directivity für Variante 1:




...und Variante 2:




Gruß,
Christoph
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Alt 21.07.2013, 21:54   #15
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Hi, na da warst du ja fleißig ^^

Also, du hast den Phaseplug am Anfang so aufgepumpt, dass eine ausgewachsene Druckkammer daraus geworden ist, war wohl auch blöd erklärt, da mein PC grade streikt musst du mal eben mit einer Handskitze auskommen:



Ich hoffe es ist zu erkennen. DIE ZEICHNUNG IST NICHT MASSTABSGETREU!!. Also, der Plug ist in etwa nur so groß wie die Dustcap, villeicht minimal größer. Die Seiten des Plug haben den Selben Verlauf wie das Horn selber, aber ab dem Punkt, wo der Plug dem Treiber die Sicht nimmt (senkrechte gestrichelte Linie) geht er wieder in die andere Richtung, wieder mit dem Hornverlauf bis sich die beiden Seiten schneiden. Ob das wie in meiner Zeichnung auch bis zum Ende des Horns geht, weiß ich nicht. Auf jeden Fall haben wir dann einen Plug der:

->Die Höhen durch das Horn "zwingt"
->Am Hornmund wieder die Hornkontur hat.

Das sollte sauberer laden und den gewünschten anstieg bringen. Und ich denke zudem das man über die Breite des Punktes wo wir von Links/Rechts gekrümmt auf Rechts/Links gekrümmt übergehen, das Abstrahlverhalten weiter beeinflussen können.

Ein erster grober Entwurf sollte eigentlich recht einfach sein, du musst denke ich ja nur die bereits bestehende Hornkontur gekürtzt in den Plug übernehmen und etwas verschieben.

Die von dir gezeigten Plug sind aber schon in etwa das was ich meinte, du hast halt nur die Basis etwas zu breit gemacht. Die Interferenzen der 1. Variante kommen durch Kantendiffraktionenen an dem Übergang zu der Ebene am Ende des Plugs, quasi umgekehrt wie bei einem CD Horn.

Soweit verständlich ?
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Alt 21.07.2013, 22:12   #16
Gaga
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Hi,

absolut verständlich - vielen Dank!!

Ich melde mich mit weiteren Simulationen wieder.

Bis dahin ein Tip - ein ganz gutes Patent zum Thema.

Zeigt ganz gut, daß ich für das Konzept eines Phaseplugs aus 2 Teilen/Ringen eine Kammer vor der Schallwand brauche, bzw. bei AxiDriver als Teil des Horns simulieren sollte....

Gruß,
Christoph
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Alt 21.07.2013, 23:02   #17
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Nice, werde es mir die Tage in Ruhe ansehen, ich bin ab morgen für eine Woche anner See, also nicht wundern wenns etwas dauert.....
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Alt 21.07.2013, 23:04   #18
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Mal kurz drübergesehen, das ist ein "klassischer" Plug um eine Koheränte Wellenfront in das Horn zu schicken, quasi um aus dem Konus eine Akustische Flachmembrane macht.
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Alt 21.07.2013, 23:30   #19
Gaga
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Na denn schönen Urlaub!

Bei mir wird's demnächst zeitlich auch etwas enger, also keine Eile...

Gruß,
Christoph
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Alt 27.07.2013, 01:17   #20
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Moin, Moin,

kurzes Update zur Simulation des Mitteltonhorns mit AxiDriver

Nachdem ich die bis dahin aus dem Datenblatt entnommenen und grob abgeschätzten Maße zur Geometrie der Membran des PHL1320 durch am Chassis ausgemessene Daten ersetzt habe, war ich erstaunt, wie groß die Auswirkung dieser Änderungen auf die Simulationsergebnisse war. Klare Erfahrung und Empfehlung, diese Daten sorgfältig zu erheben und einzutragen. Die Geometrie der Membran werde ich nochmals mit einer Schiebelehre ausmessen, überprüfen und ggf. korrigieren...

Wie auch immer. Anbei die (grobe) Simulation des großen Phaseplug aus Beitrag #15. Noch nicht mit der dem Hornverlauf angeglichener Geometrie, sondern der Einfachheit halber zunächst mit geraden Seiten:

Der Phaseplug:


Der spl-Verlauf auf Achse, 1m:


Die auf y-max normierte Directivity:


.... leider mit einer Aufweitung des Abstrahlverhaltens knapp über 1 kHz, wo im spl-Verlauf auf Achse der kleine Enbruch zu sehen ist.

Gruß,
Christoph
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