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Alt 08.11.2017, 12:06   #1
Swansteini
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Beiträge: 434
Standard Wer ist dieser Herr Klirr und wo kommt er her?

Halli hallö...in den letzten KuT wurden ja die neuen Sb Acoustic Chassis vorgestellt, die mit dem Plastikkorb die preisleistungmäßig sehr fein gemacht sind.
Jetzt fiel mir aber in dem Zusammenhang auf das sie beim Test der 16 ner, davon abraten sie als Zweiweger ein zu setzen da sie ich zitiere mal : "Bei beiden Chassivarianten gibt es schon bei 85 Dezibel Nennpegel erhöhten Klirr ab 1 Kilohertz, der bei 95 dB definitiv hör- bar in Erscheinung tritt. "

Und desweiteren heisst es dann...: "Sollte man die Chassis tatsächlich als Tiefmitteltöner einsetzen wollen, muss man tief und steil trennen, dann könnte das gerade so funktionieren. "

Dazu hätte ich dann doch einmal ein paar Fragen, vielleicht sogar einmal grundsätzlich zum Verständnis: Wer ist dieser "Klirr" und wo kommt er her, respektive was kann ich dagegen machen?

Zunächst einmal ist zu klären welche Arten von Klirrentstehung es an einem Chassis gibt, denn ich denke von Membranresonanzen über nicht sauber zentrierte Schwingspulen, Sickenresonanzen oder komplett verhunzter Aufbau sind der Möglichkeiten vieler wieso ein Chassis in bestimmten Bereichen oder Lautstärken anfängt Dinge zu produzieren die für eine geeignete Musikwiedergabe nicht unbedingt von Vorteil sind.

Nun erschließt sich mir als "Laie" , so rein theoretisch (ich sage bewusst theoretisch, vielleicht ist das auch alles nur Grütze was ich mir ausdenke?!),
warum ein Sub oder dergleichen als Treiber eingesetzt im unteren Frequenzbereich solche Störungen möchte ich sie mal nennen, mehr produziert als sagen wir mal ein Mitteltöner oder Hochtöner...wohl bedacht sie in ihrem natürlichen Nutzspektrum zu betreiben.

Und zwar denke ich liegt dies bei dem gewählten Beispiel eines Subs, daran das die Physik hier vollends zuschlägt und sagt: Du willst tiefe Töne produzieren? Dann mach mal auch eine schöne Auslenkung mit deinem Motosystem. Daraus folgt für mich das erhöhter Klirr im Tiefton unweigerlich eine Folge der Mechanik geschuldet ist die ein Tieftöner unterliegt möchte er bestimmte Frequenzen wiedergeben.

(man möge mich bitte verbessern falls das hier zu gaga erscheint!)

Nun denke ich also mit dieser Überlegung vorangehend das dadurch wie Schall von einem Motorbetriebenen System wie einem Elektromagnetischem Lautsprecher produziert wird unweigerlich durch die Physik auch Dinge produziert die man als Bauer oder Hörer nicht haben möchte. So weit so gut...

Wo kommt er jetzt aber genau her der liebe Herr Klirr? Die Frage treibt mich wie gesagt schon ein wenig länger um. Denn aus dem Anspruch heraus hier in diesem Forum mit all Euch anderen beknackten unterwegs zu sein, ist alleine schon Anlass genug das ich mir einmal die Frage gestellt habe: Was kann ich denn als Diy'ler dagegen tun wenn irgendetwas klirrt?!?

Also zurück zu meinem gewählten Beispiel des Sb 16 Pfc von Sb Acoustic, der produziert laut KuT im Mittelton und auch dem Wasserfalldiagramm zu entnehmen, Klirr...ok. Also was an diesem Tiefmitteltöner, mit einem Plastikkorb produziert bei einer Frequenz in einem Bereich von 900 bis 2000 hz Klirr und das so viel das er für Holger und Co. als Zweiweger ungeeignet erscheint?

Falls hier schon einer sofort Einspringen kann, so möge er es tun!

Wenn ich mich logisch mit dem begrenzten Halbwissen das mir zu Verfügung steht an die Problematik herantaste komme ich erst einmal zur Überlegung das ich mir anschaue in welcher Wellenlänge diese Störungen auftreten...: 900 hz sind rund 38 cm, 2000 hz rund 17 cm ok. Der Korb besser gesagt die Membran hat laut KuT in ihrer schallabstrahlenden Fläche einen umfang von ungefär 40 cm, Aha... hätten wir also rein logisch betrachtet, einmal Klirr bei der Hälfte des Membran Umfanges und einmal genau fast in der Länge des Membran Umfanges. Soll es das gewesen sein?
Ok nehmen wir einmal mal an das, es das gewesen sein sollte...(solllllllte...?!) dann ergibt sich ja als Resultat das wenn man nach klassischer Berechnung der gesamt Schall abstrahlenden Fläche SD die Hälfte der Sicke noch mit ein bezieht, das die Störung die im Mittelton Klirr produziert von der Sicke herrühren könnte?!

Wie gesagt alles theoretisch!

Aber nun gut nehmen wir einmal theoretisch an dem wäre so, was kann ich als Diy'ler gegen eine Sickenstörung tun, damit ich dieses preislich äußerst attraktive Chassis dennoch als Zweiweger betreiben könnte?
Vom Gefühl her erstmal würde ich sagen, goar...nüscht, da ich mir irgendwie nicht vorstellen kann wie ich ohne das Schwingsystem in seiner Gesamtheit ein zu schränken,die Sicke bedämpfen könnte.

Aber und nun kommt der Punkt den ich auch ansprechen muss: warum nimmt dann so jemand wie Udo, der nun wahrlich nicht wenig Lautsprecher gebaut und gesehen hat, solch ein Chassis genau für die laut KuT nicht nutzbare Verwendung und packt es in einen Zweiweger?

https://acoustic-design-online.de/de...3_u-do-11.html

Denn nach steiler Trennung sieht der 12 db Pass jetzt nun auch nicht wirklich aus.

Ist also Klirr bis zu einem gewissen Grad auch subjektiv, selbst wenn er messbar ist? Oder vernachlässigbar, jedoch ab wann wird er dann relevant? Oder hat Udo doch keine Ahnung und hat sich gedacht: Hey man nettes Chassis, ach das Klirren hört eh keiner der sich für das Geld den Bausatz bestellt?

Kein Plan!

Ich fänd es gut wenn vielleicht noch einer erstens hier zu etwas beitragen könnte und andererseits man sich hier ein wenig auch erschließen kann welche Teile an einem Treiber warum, was machen wenn es um Klirr geht und vor allen Dingen für einen der gerne bastelt wie mich und ich denke dazu zählen auch viele andere hier, die sich nicht nur mit den Gegebenheiten abfinden wollen, was kann man dagegen tun, das der Herr Klirr sich bitte mal in Grenzen halten tut und nicht so rumnervt!



Gruß Swany.
Swansteini ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 12:33   #2
mtthsmyr
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.03.2016
Ort: Güstrow
Beiträge: 260
Standard

Was ich kenne:
  1. Den Korb mit einer Moosgummiplatte von der Schallwand trennen. Bei meinem Accuton-Austauschexemplar wurde soetwas werksseitig vorgesehen. Beim älteren habe ich das dann nachgepflegt - und das hilft hörbar bei bestimmten Problemstellen.
  2. Weiteres korbbedingtes Scheppern läßt sich reduzieren, indem man den Motor rückseitig über Bitumen/Moosgummi/Sorbothan im Gehäuse abstützt. Wurde hier im Forum vorgeschlagen, habe ich auch schon in einem Avalon-Testbericht gesehen.
  3. Auf diyaudio.com "enabled" der User Planet10 jeden Breitbänder, der ihm in die Finger kommt. Das scheint Probleme mit Reflektionen an der Sicke zu verringern, fügt aber auch zusätzliche mechanische Verluste hinzu. Für die SBA-Koaxe könnte man das Experiment vielleicht mal riskieren.
Ansonsten bin ich von SBAs Plastikkörben recht angetan. Der kleine SB12PAC hat so einen und der scheint mir sehr gutmütig. Es kann sein, dass über den Korb wenig herauszuholen ist.

VG, Matthias
mtthsmyr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 12:50   #3
Franky
gewerblicher Teilnehmer
 
Registriert seit: 01.12.2008
Beiträge: 3.621
Standard

Hier bei HiFi-Selbstbau gefunden

https://www.hifi-selbstbau.de/grundl...el-ist-zu-viel
Franky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 13:03   #4
nähmaschine
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Registriert seit: 18.03.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 13
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Hallo Swany,
schönes Thema!

Auch wenn ich aufgrund eigener Ahnungslosigkeit gespannt auf die Antworten bestimmter Forumsmitglieder bin vielleicht ein paar kurze Gedanken von mir.

Es fällt auf, dass in den einschlägigen Magazinen meist Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad einen geringeren Klirr aufweisen als "leise" Hifichassis. Logisch, ist ja auch ein prozentualer Wert.
Gleichzeitig haben die wirkungsgradstarken Breitbänder, Koaxe etc. aber oft einen grottenschlechten Frequenzgang verglichen mit den klirrfreudigeren Hifi-Chassis.
Krasses Beispiel damals in KuT der Monacor SP-30PAX (12 Zoll Koax). Hoher Wirkungsgrad, extrem niedriger Klirr, Frequenzgang mies.
Da die Klirrmessungen in den Magazinen ja keine Intermodulationsmessungen sind "bewegen" sich die Chassis (bei gleicher SD) im Mittelton bei z. B. 1kHz und gegebener Lautstärke ja um den gleichen Betrag, egal welcher Wirkungsgrad vorliegt.
Also wie du schon sagtest, eine unterschiedliche Auslenkung kann wohl kaum der Grund für die Unterschiede sein.
Aber ist die eingebaute FÄHIGKEIT des Hifi-Chassis besonders leicht und viel auszulenken die Klippe die man nicht umschiffen kann? Und die die Kompromisse im Aufbau bedingt, die zu erhöhtem Klirr führen?
Grüße
Steffen
nähmaschine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 13:04   #5
3eepoint
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Ob ein Chassis von der Trennung her in Abhängigkeit vom Klirr für z.B zwei Wege tauglich ist, hängt davon ab, was man als hörbar tolleriert. Ich hab da mal aus technischer Sicht was vorbereitet:


Pegel in dB und Frequenz in Hz....

Das ist das Ergebnis eines Matlab scriptes, welches die Hörbarkeit von K2 und K3 berechnet. Hier bei einer Anregung mit 100dB, man gönnt sich ja sonst nichts Das ganze ist noch nicht final, die Werte stimmen noch nicht ganz zu anderen Referenzen*, sollte aber eine Abwägung bzw. eine Tendenz zeigen. Liegt der Wert unter der jeweiligen Kurve für K2/K3 ist es wahrscheinlich nicht wahrnehmbar.

Das Script kann übrigens auch gemessene Daten einlesen und auswerten, so das die pegelabhängige Wahrnehmung für jeden Lautsprecher individuell berücksichtigt werden kann, das fehlte mir bei der Hifi Selbstbau Sache irgendwie

*https://www.hifi-selbstbau.de/grundl...el-ist-zu-viel
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Meine Nachbarn hören auch Metal, ob sie wollen, oder nicht \m/
3eepoint ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 13:37   #6
sonicfury
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Beiträge: 928
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Herr Klirr?

Aus Moskau. Kalter Krieger. Sibirien vermutlich. Nicht sicher!
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Es groovt
sonicfury ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 15:24   #7
holly65_MKII
Erfahrener Benutzer
 
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Moin,

ich hatte beim letzten K+T Hörtest meine SB Coaxe dabei.
http://www.diy-hifi-forum.eu/forum/s...hlight=sb13pfc
Ich habe vor Ort, vom Publikum, sehr positive Resonanz zu den Böxlein bekommen
obwohl der TMT ganz kräftig mit K3 klirrt......

LG

Karsten
__________________
Die einfachste Art glücklich durchs Leben zu gehen ist die eigenen Erwartungen möglichst niedrig zu halten.
holly65_MKII ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 15:33   #8
FoLLgoTT
Und so beginnt es...
 
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Standard

Zitat:
Zitat von Swansteini Beitrag anzeigen
Wer ist dieser "Klirr" und wo kommt er her,... ?
Das kannst du alles bei Klippel nachlesen.
__________________
Gruß
Nils

Dokumentationen und Wissenswertes
FoLLgoTT ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2017, 18:09   #9
fosti
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Registriert seit: 01.11.2010
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Hallo Nils,

besten Dank für den Link. Kannte bisher nur die Poster von Klippel, welcher aber auch und in Verbindung mit dem Paper super sind.

Für mich immer wieder überraschend, dass es HDs gibt, die man anscheinend wegfiltern kann und welche, bei denen das nicht geht. Ohne das Paper jetzt komplett durchgelesen zu haben, kann man sagen, dass
HDs welche z.B. aus Membranesos resultieren, durch eine entsprechend tiefe Trennfrequenz ausgeblendet werden können, wogegen das bei einem nichtlinearen Motor nicht geht?

Mir ist desöfteren in den Magazinen aufgefallen, dass ein nackter Treiber Klirr zeigt und sich beschaltet "lammfromm" verhält.

Viele Grüße,
Christoph
fosti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2017, 08:57   #10
ctrl
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Hallo,

@3eepoint
Zitat:
Pegel in dB und Frequenz in Hz....
Sehr übersichtliche Darstellung gefällt mir gut.
Trotzdem habe ich wohl Probleme die Kurve richtig zu lesen
Vermute die orange Kurve stellt die Hörbarkeit von K2 dar. Das Minimum liegt bei -50dB@2500Hz.
Damit wären bei 2500Hz schon 0,3% K2 hörbar?

Das würde erheblich abweichen von der minimalen Hörbarkeit bei 100dB die in der hifi-selbstbau.de-Darstellung ausgewiesen werden - dort sind es rund 4,5% K2 @1,5kHz.

Wo liegt mein Fehler?

Gruß Armin
ctrl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2017, 12:17   #11
3eepoint
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Hast schon recht, es weicht erheblich ab, ich sagte ja das ich noch nicht auf die Referenzwerte komme. Ich weis auch ehrlichgesgat noch nicht wo der Fehler liegt, ich arbeite noch dran. Ein Großteil des Scriptes ist nicht von mir, ich hab nur ne Auswertung geschrieben...

Ne Legende wäre dennoch nicht verkehrt gewesen
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Alt 09.11.2017, 12:50   #12
ctrl
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Hallo,

Zitat:
Das ganze ist noch nicht final, die Werte stimmen noch nicht ganz zu anderen Referenzen

.... ich sagte ja das ich noch nicht auf die Referenzwerte komme
Alles klar, Danke. Nicht böse sein, hatte das "stimmen noch nicht ganz" etwas zu wörtlich genommen ;-)

Gruß Armin
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Alt 09.11.2017, 12:54   #13
3eepoint
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Kam auch nicht böse an =) Ich glaub ich schreib die Jungs einfach mal an wie sie zu dem Graphen gekommen sind. Meine Berechnungen basieren ebenfalls auf Zwicker und sollten eigentlich correct sein, ich glaube das Problem liegt in der ISO532 Kurve die ich (oder die?) verwendet habe. Wenn ich die anpasse stimmen die Werte, aber auch nur für bestimmte Pegel...
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Alt 09.11.2017, 14:52   #14
Bizarre
HSG Franken
 
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Jo,

mal vom Pegel abgesehen, die X-Achse verwirrt mich am meisten... Danach müsste ja K3 bei 10kHz noch deutlich stören, obwohl das kein Mensch mehr hört...

Plausibel wärs für mich, wenn der "Dip" bei K2 bei ca. 1,5 kHz und bei K3 bei ca. 1kHz läge....

LG, Manfred
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Alt 09.11.2017, 15:04   #15
3eepoint
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@Bizarre

das mit dem K3@10kHz liegt einfach an dem Modell, natürlich ist das da recht irrelevant, wenn ich danach gehen würde könnte ich alle Werte über 8kHz für K2 und alle werte über 4kHz für K3 weglassen, da ich selber z.B über 16kHz nichts mehr höre.... aber was wäre das dann für eine Betrachtung?

Zur Position des Dips, wie kommst du zu diesem Schluss?

Ich wollte auch nochmal erwähnen, dass die Klirr Komponenten zu ihrer Anregerfrequenz positioniert sind wie bei einer normalen Klirrmessung, da die dort überlagert werden sollen, oder hab ich mich da vertan

Im übrigen kommen die Pegeldifferenzen aus der verwendeten Funktion zur Erzeugung der ERB Filter, die Flanken derer fallen dort anders ab wie bei der HSB Betrachtung, daher die Unterschiede. Ob das nun ein Fehler ist oder nicht kann ich erst sagen wenn ich weis wie die HSB Kurven zustande gekommen sind...
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Alt 09.11.2017, 16:36   #16
ctrl
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Beiträge: 168
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Hallo,

Zitat:
wenn der "Dip" bei K2 bei ca. 1,5 kHz und bei K3 bei ca. 1kHz läge....
Das würde ich als Laie ähnlich sehen, da um 3kHz die Empfindlichkeit des Gehörs am größten ist (ISO 226) und die Maskierungseffekte bei 1,5kHz für K2 (3kHz) und bei 1kHz für K3 (3kHz) jeweils schon sehr gering sind.
Die Begründung kann aber auch totaler Quatsch sein - hab da nicht allzu viel Wissen ;-)

Gruß Armin
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Alt 09.11.2017, 17:43   #17
3eepoint
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@ctrl

Die Argumentation macht grundsätzlich sinn, vorallem da die derzeitigen Kurven bedeuten würden, dass das Gehör für Oberwellen durch die Maskierung eine andere Empfindlichkeit hat, als für die Grundharmonische, da bei K3 bei 3khz ja die 3. Harm 9kHz wären die laut ISO dort ca.+10dB braucht um gleich laut zu sein, laut meiner Kurve aber empfindlicher wahrgenommen wird

Einen Fehler den ich gemacht habe, hab ich schonmal raus. Die ISO523 wurde reingerechnet nachdem ich die Verzerrungswerte rausgenommen habe. Jetzt stimmt es zumindest für 100dB@1.5kHz, nur der 70dB Wert ist nachwievor deutlich daneben und von der Senke wollen wir mal garnicht anfangen. Zudem passt der Verlauf im Grundton um 100Hz nichtmal annähernd... Ich muss rausfinden wie man diesen Graphen abliest
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Alt 10.11.2017, 19:10   #18
adicoustic
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@Swansteine: Du hast einen Haufen Fragen über Verzerrungen und andere Phänomene und deren Ursprung. Oben hatte Dir Follgott schon einen Artikel von Klippel verlinkt, der ans Eingemachte geht. Dazu möchte ich diese deutschsprachige Diplomarbeit zeigen, die schön verständlich erklärt, wie diese Verzerrungen entstehen und wie sie gemessen werden können.
https://www.spsc.tugraz.at/student_p...m-beispiel-des

Meiner Ansicht nach ist es etwas gewagt, von den Diagrammen der THD-Messungen direkt auf klangliche Eigenschaften eines Lautsprechers schließen zu wollen. Das Messen der harmonischen Verzerrungen ist zunächst mal eine Form der Qualitätssicherung. Zeigt die Messung bei bestimmten Frequenzen erhöhte Klirrwerte an, sieht der Entwickler, dass hier ggf. Nacharbeit nötig ist. Er kann sich um die Ursachen (Nichtlinearitäten des Antriebs und der Membranaufhängung) kümmern und diese korrigieren.

@3eepoint: Der Versuch von hifi-selbstbau, die Hörbarkeitsschwelle für harmonische Verzerrungen herauszufinden, ist nachvollziehbar. Diese Frage, ab welchem Grad der Klirr hörbar wird, ist ja auch interessant. Und das Messen der THD ist ja auch beliebt, zumal in den einschlägigen Selbstbaumagazinen wie K+T und HH die THD-Messung als Stand der Technik dargestellt wird.

Leider sind die von HSB zitierten Verfahren nach DIN 45631 und ISO 532 B die falschen (und heute veraltet), weil sie für stationäre Geräusche geschaffen wurden, also Geräusche, die sich über Zeit nicht ändern. Damit könntest zu Beispiel Lärm von Maschinen bewerten, aber nicht Musik.

Für transiente, also zeitlich veränderliche Geräusche gibt es deshalb neuere Spezifikationen wie die DIN 45631/A1 oder - ganz neu - die ISO 532-1.

Unser Lautheitsempfinden hängt nicht nur von der spektralen Zusammensetzung eines Geräuschs ab, sondern auch von dessen zeitlichen Verlauf, dessen spektraler Bandbreite. Dazu kommt noch der Effekt der temporalen und simultanen Verdeckung, den du zu berechnen versuchst. Nur hörst Du ja mit Deinen Lautsprechern Musik und keine Sinus-Dauertöne. Also passt die o. g. Methode nicht wirklich.

Was weiter dazukommt: Musik besteht aus Klängen, also viele, viele Frequenzen, die gleichzeitig wiedergegeben werden und Intermodulationen bilden, also Differenz- und Summenfrequenzen, die alles andere als harmonisch sind und weit mehr ins Gewicht fallen als die "albernen" THD. Dafür gibt es dann auch entsprechende Messverfahren wie IMD- und Multiton-Messung.

Nochmal zur Hörbarkeit der nichtlinearen Verzerrungen: Darüber hatte ein Hr. Henze mal mit Unterstützung der Professoren Weinzierl und Klippel seine Masterarbeit verfasst.
https://www2.ak.tu-berlin.de/~akgrou...Henze_MasA.pdf

Daraus ist dann der Hörtest auf der Klippel-Website entstanden - sicher etwas fortgeschrittener als der von HSB.
http://www.klippel.de/education/listening-test.html

Und zum Schluss, weil die Berechnung der zeitabhängigen Lautheit nicht trivial ist, hier ein kostenloses Tool von HEAD acoustics, das die Bewertung nach ISO 532-1 erlaubt.
https://www.head-acoustics.de/de/pre...ant_sounds.htm
__________________
LG
Adi
adicoustic ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2017, 20:52   #19
3eepoint
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Registriert seit: 07.12.2012
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@adicoustic

Erstmal danke für den Lesestoff! Ich verstehe den Einwand, es ging hierbei jedoch erstmal dadrum für den THD eine einfache Methode zu entwickeln, da es einfach DIE Verzerrungsmessung ist was die Häufigkeit angeht. Für den Bericht den ich derzeit schreibe, soll mir das auch reichen. Der Rest könnte für meine Bachelorarbeit sein, dass sprengt momentan aber noch den Rahmen...
__________________
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3eepoint ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.11.2017, 09:57   #20
JFA
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Zitat:
Zitat von adicoustic Beitrag anzeigen
@3eepoint: Der Versuch von hifi-selbstbau, die Hörbarkeitsschwelle für harmonische Verzerrungen herauszufinden, ist nachvollziehbar. Diese Frage, ab welchem Grad der Klirr hörbar wird, ist ja auch interessant. Und das Messen der THD ist ja auch beliebt, zumal in den einschlägigen Selbstbaumagazinen wie K+T und HH die THD-Messung als Stand der Technik dargestellt wird.

Leider sind die von HSB zitierten Verfahren nach DIN 45631 und ISO 532 B die falschen (und heute veraltet), weil sie für stationäre Geräusche geschaffen wurden, also Geräusche, die sich über Zeit nicht ändern. Damit könntest zu Beispiel Lärm von Maschinen bewerten, aber nicht Musik.
Bei denen ging es ja um stationäre Signale, also für die Anwendung schon richtig. Allerdings ist der Ansatz nicht unbedingt falsch, aber überdenkenswert. Wie Du richtig sagst ist Musik nicht stationär, also sollte man die Hörbarkeit von Klirr auch nicht mit stationären Signalen prüfen. Und dann wird die Geschichte deutlich komplizierter, weil:
- die Maskierung nicht nur pegel- sondern auch zeitabhängig ist
- sobald man einem transienten Klirr beimischt erhält man nicht nur Oberwellen, sondern auch IM-Produkte, weil das transiente Signal schon ein Tongemisch ist*

Für die reine Hörbarkeit von reinem Klirr ist das Verfahren von HSB gut. Es hat nur mit der Realität nichts zu tun.

Allgemein würde ich mir um den Klirr von Lautsprechern keine Sorgen machen. Die meisten produzieren nur K2 und K3 nennenswert, und die werden in der Realität maskiert**.

Allerdings kann man aus dem Klirr bestimmte Sachen ablesen. Z. B. ist ein gleichmäßig hoher K2 im Grund- und unteren Mittelton ein ziemlich sicheres Zeichen für ein nicht demoduliertes Magnetsystem (hoher K2 entsteht durch Flussmodulation, und die ist unabhängig von der Frequenz). So ein Magnetsystem wird immer hohe IMD erzeugen, und die sind wirklich furchtbar.

Defekte zeigen sich auch, zumindest einige, durch schmale Klirrspitzen mit Komponenten hoher Ordnung.

Man kann mit Klirrmessungen etwas anfangen, aber der Weisheit letzter Schluss sind sie sicherlich nicht.

*es kann allerdings lokal stationär sein, z. B. ein Sinusburst

**ich habe hier im Forum ein Messprogramm für Frequenzgänge und auch Klirr veröffentlicht. Der Klirr lässt sich auch bewertet darstellen, z. B. linear oder quadratisch mit der Frequenz. Das heißt, dass die Komponenten mit (n/2) bzw. (n/2)^2 multipliziert werden, n ist dabei die Ordnung. K2 wird dadurch nicht angetastet (2/2=1), aber K3 wird mit 3/2 bzw 9/4, K4 mit 2 bzw. 4, K5 mit 5/2 bzw. 25/4 usw. multipliziert. Dadurch wird die eventuelle Hörbarkeit besser dargestellt, vergl. die Verläufe der Maskierungskurven
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