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Alt 03.12.2017, 23:59   #41
adicoustic
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.09.2016
Beiträge: 259
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@Bizzare: Ja, da hast Du Recht!

1/4 Innentiefe entspricht λ/8 der 1. Mode (0-1-0 mit λ = 2*L) und λ/4 der 2. (0-2-0 mit λ = L).

Was ich noch nachtragen wollte: Die Volumen-"Ersparnis" für dieses Beispiel mit Absorberdicke = 1/4 Innentiefe, sprich einem Füllgrad von 25 % beträgt "gewaltige" 7 %.
__________________
LG
Adi
adicoustic ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2017, 23:21   #42
Gaga
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.02.2011
Beiträge: 1.348
Standard

Hallo Adi,

vielen Dank für Deine klare Darstellung der isothermen und adiabatischen Kompression. Vielen Dank auch für das Ersatzschaltbild und die spannenden links!

Zitat:
Heißt, im Idealfall wirkt das gefüllte Volumen isotherm wie das 1,4-fache des ungefüllten Volumens adiabat.
Eine Frage: Wie weit hat die Wärmeleitfähigkeit eines Dämpfungsmaterials einen Einfluss auf die mit diesem erzielbaren virtuellen Volumengewinn? Klar ist, dass ein nicht Wärme-leitendes Material hierfür nicht geeignet wäre.

Ich habe mal die Wärmeleitfähigkeit von
Polyester = 0.15 - 0.4 W/k m
Melamin/Phenolharz (MP183) = 0,45 W/k m
Glas = um 1.0 W/k m
recherchiert.

Spielen Unterschiede in diesem Bereich eine Rolle für die isotherme Komression?

Zitat:
Ok, wir reden/schreiben jetzt über Schallabsorption.
Lesetip: https://amcoustics.com/articles/thesis/5_2_1

Damit ein poröser Absorber optimal funktioniert, muss sein spezifischer Strömungswiderstand im Bereich des 2- bis 6-fachen der Schallkennimpedanz liegen, also in der Gegend von 800 bis 2400 Pa * s/m (bzw. Ns/m^4).

Der spezifische Strömungswiderstand ist das Produkt aus längenspezifischer Widerstand und Dicke des Absorbers.

Rs = Ξ * d [Pa *s/m oder Ns/m³]

Weil poröse Absorber nur dort wirken, wo Schallschnelle vorhanden ist, also vor einer reflektierenden Wand idealerweise im Abstand von λ/4 entsprechend 1/4 der Innentiefe des Gehäuses und unter der Annahme, die Innentiefe des Gehäuses sei 32 cm, wird der Absorber 8 cm dick. Der erforderliche längenspezifische Strömungswiderstand des Material muss also sein:

Ξ = Rs/d; also mindestens 800/0,08 Pa*s/m² bis 2400/0,08 [Pa * s/m²] = 10.000 bis 30.000 Pa * s/m² (Ns/m^4).

Das sind schon recht hohe Werte, die mit Basotect so gerade noch oder eher mit dichter Mineralwolle (z. B. Feuerschutzplatte Termarock 40 oder 50) zu erreichen sind.
...
Zitat:
1/4 Innentiefe entspricht λ/8 der 1. Mode (0-1-0 mit λ = 2*L) und λ/4 der 2. (0-2-0 mit λ = L).
D.h. bei einem größeren Wandabstand (>λ/4) wäre Material mit entsprechend niedrigeren längenspezifische Strömungswiderstand ebenfalls gut wirksam. In diesem Fall kommt man dann ganz gut in den Bereich von Basotect und anderen im LS-Bau eingesetzten Dämpfungsmaterialien.

Ein offener Punkt ist ja auch noch die Impedanzanpassung des Dämpfungsmaterials durch geschickte Schichtung oder Anordnung...

Zitat:
ziemlicher aufwand.
du scheinst den dingen gerne auf den grund zu gehen - respekt.
Vielen Dank Reinhard! Ich versuche halt wenigstens ungefähr zu verstehen, was ich da in meiner Freizeit so treibe...

Grüße,
Christoph
Gaga ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2017, 07:46   #43
JFA
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 10.12.2012
Ort: OWL
Beiträge: 1.240
Standard

Zitat:
Zitat von Gaga Beitrag anzeigen
Eine Frage: Wie weit hat die Wärmeleitfähigkeit eines Dämpfungsmaterials einen Einfluss auf die mit diesem erzielbaren virtuellen Volumengewinn? Klar ist, dass ein nicht Wärme-leitendes Material hierfür nicht geeignet wäre.

Ich habe mal die Wärmeleitfähigkeit von
Polyester = 0.15 - 0.4 W/k m
Melamin/Phenolharz (MP183) = 0,45 W/k m
Glas = um 1.0 W/k m
recherchiert.

Spielen Unterschiede in diesem Bereich eine Rolle für die isotherme Komression?
Natürlich. Es geht ja um die Abgabe der Kompressionswärme an die Umgebung. Die Umgebung ist in diesem Fall dass Dämpfungsmaterial selber. Heißt: wenn das Material keine Wärme leitet, kann auch nichts abgegeben werden.

Da das Dämpfungsmaterial wiederum keinen Austausch mit der Außenwelt hat (idealisierte Darstellung, schließlich ist es auch im LS-Gehäuse), muss der Wärmestrom irgendwo hin, und das ist seine eigene Wärmekapazität (einer der Gründe für die Frequenzabhängigkeit; das Rams ist bei Futtrup allerdings aus der Aufhängung entstanden, wenn ich mich richtig erinnere).

Zitat:
D.h. bei einem größeren Wandabstand (>λ/4) wäre Material mit entsprechend niedrigeren längenspezifische Strömungswiderstand ebenfalls gut wirksam. In diesem Fall kommt man dann ganz gut in den Bereich von Basotect und anderen im LS-Bau eingesetzten Dämpfungsmaterialien.
Ja und Nein. Das Problem siehst Du im Ersatzschaltbild: Wird Ram sehr groß, dann wird Cam unwirksam. Also vergeudetes Volumen, da nutzt Dir dann auch die Isothermie nichts mehr.
JFA ist offline   Mit Zitat antworten
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