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Alt 20.11.2011, 21:08   #1
mussigg
headphone addict
 
Registriert seit: 20.11.2011
Ort: Erlangen
Beiträge: 420
Standard Dirac Live Raumkorrektur - erste Erfahrungen

Hallo Freunde der Musik,

wie auf der HMW versprochen, anbei meine ersten Erfahrungen mit der Dirac Live Software. Ich habe ja am Samstag gleich bestellt, und die netten Jungs von Dirac haben mir eine Vorabversion bereitgestellt. Danke an dieser Stelle an Mathias und Adrian, ich rechne mit regem Austausch von Mails in der nächsten Zeit.

Zur Funktionsweise der Software äußere ich mich weitgehend nicht, Fragen dazu stellt ihr besser an Adrian, er ist ja auch hier aktiv.

Mein Setup:
  • Kellerraum 6,5m x 3,2m x 2,3m, rundum Beton, in 2 Ecken dreieckige Schaumabsorber, ca. 50/50/70cm Schenkellänge, 2,1m hoch. Regale an beiden langen Enden, Sofa und Hörsessel mitten drin.
  • Lautsprecher Martin Logan Ascent, Elektrostaten mit dynamischem Bass. In diesem Raum und bei den kleinen Abständen kämpfen die mit frühen Reflektionen, das Klangbild ist vom Raum her ziemlich aufgeblasen, unscharf und zweidimensional-flach. Das können die Lautsprecher in einem günstigeren Raum wesentlich besser!
  • VTL-Röhrenverstärker 300 DeLuxe und Marantz SR14 als Altags- und Surroundverstärker.
  • USB-Interface Tascam US-144, analog zu den Verstärkern, USB vom Netbook.
  • Meßmikrophon von Behringer, unkalibriert.
  • Netbook mit AMD K345 Dual-Core 1,4GHz, Win7, Foobar und natürlich Dirac Live.
  • Im ersten Schritt habe ich ein einfaches Stereo-Setup aufgebaut.
Die Installation verlief problemlos, die eingebaute Hilfe und das Handbuch habe ich kaum benutzt. Probleme hatte ich erst nach der ersten Messung, als der Dirac Audio Prozessor die erstellten Filter nicht finden wollte. Und der vorgegebene Speicherort steht auch nicht in der Anleitung oder lässt sich im Audio Prozessor einstellen. Ich habe dann doch den Standard-Speicherort gefunden (C:/Benutzer/***/AppData/Roaming/Dirac/Filters) und konnte die erstellten Filter dort speichern und abrufen. Mit den nächsten Filtern hat dann alles ohne Probleme geklappt...
Bei der Messung hat mein USB-Interface Übersteuerung am Mikroeingang angezeigt, wenn ich die Lautstärken nach Dirac-Vorgabe einstelle. Das muß ich nochmal genauer untersuchen, ich vermute schon daß sich Übersteuerung auf die Qualität der Filter auswirkt. Ich habe dennoch schon mal weitergemacht.

Das erste Testhören/Vergleich mit und ohne Filter verlief erst mal ernüchternd. So kraß wie in Stuttgart war der Unterschied vorher/nachher nicht. Je nach Musikmaterial und Aufnahmequalität kamen dann aber schon Unterschiede zum Vorschein. Getestet habe ich mit allem was die Festplatte so hergibt, von Klassik bis Hardrock, von Anouar Brahem bis Yello. Jeweils FLAC, Auflösung von 16/44 bis 24/96, testweise auch MP3
  • Die Raumabbildung wurde deutlich kleiner, realistischer und vor allem schärfer. Stimmen sind nicht mehr so aufgeblasen, Gitarren haben eine realistischere Größe, Chöre lassen sich deutlicher in Einzelstimmen auflösen. Der Raum gewinnt klar in der Tiefe, besonders z.B. bei den Chesky-Aufnahmen in einer Kirche. Weiteres Musterbeispiel: "Jazz in the Pawnshop". Auf einmal ist die dritte Dimension da!
  • Die Raummoden sind deutlich reduziert. Ich versuche das noch mal über eine Messung zu verifizieren. Der Bass wirkt damit schwächer, weniger präsent, aber gleichzeitig präziser. Bassläufe bis in den Keller sind ohne größere Pegelunterschiede nachvollziehbar.
  • Die Tonalität hat sich nicht wesentlich geändert. Das wundert mich etwas, hat sich in Stuttgart doch bei geringeren Unterschieden zwischen der unkorrigierten und der korrigierten Frequenzgänge tonal doch viel getan. Bei mir sind Berge und Täler im akustisch wichtigen Bereich jetzt ausgeglichen, aber mit geringeren tonalen Änderungen...
  • Die Detailauflösung wird besser. Durch die schwächeren Moden und wohl auch weitere Effekte lassen sich feine Details oder auch Abklingvorgänge besser verfolgen. Beispiel: Patricia Barber: "Ode to Billy Joe". Hallig aufgenommen, die Stimme ist aber auf einmal nicht im Hallnebel versunken sondern steht klar ausgeleuchtet davor und klingt lange nach.
  • Die Zielkurve ist eine schöne Sache. Ich habe gleich mal verschiedene Filter berechnet, mit leichter Loudness-Charakteristik für's Leisehören und flach/leicht abfallend für höhere Lautstärken.
  • Die Korrektur wirkt sich je nach Hörplatz unterschiedlich aus. Ich habe mehrere Plätze ausprobiert und jeweils für diesen Platz gemessen und gefiltert. Eine gewisse Abweichung vom Stereodreieck läßt sich korrigieren, am saubersten klingt's aber in der klassischen Position.
Zusammenfassend scheint sich das System für mich zu lohnen, bisher bin ich mit der Kaufentscheidung zufrieden. Es gibt aber noch viel auszuprobieren:
  • Lautsprecheraufstellung und Hörposition optimieren. Das scheint unkritischer zu sein als ohne Dirac Live, aber warum Potential verschenken?
  • Einsatz eines kalibrierten Mikrophons/Verstärker.
  • Test anderer Lautsprecher.
Andere Setups werden andere Ergebnisse liefern, daher ist die obenstehende Beschreibung sicher nicht allgemeingültig.

Ich halte euch auf dem Laufenden was meine weiteren Tests ergeben. Ihr dürft natürlich auch Fragen stellen...

Musikalische Grüße von

Rolf
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