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Alt 19.03.2016, 10:21   #1
Saarmichel
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.12.2011
Beiträge: 842
Standard Gremlin- kleiner Class-T Amp- ganz groß.

Hallo.


Vorstellung des kleinen Sure-Electronics Class-T Verstärker, Artikel-Nr: AA-AB32512

Zur Beachtung: Wenn ich hier "Anfänger-freundlich" schreibe, bedeutet das nicht, dass man(n) sich gar keine Gedanken mehr über Sicherheits-Aspekte zu machen braucht.

Auch ein Anfänger sollte gewisse Grundkenntnisse mitbringen. Sind die nicht- oder nur unzureichend vorhanden, dann sollte man(n) der eigenen- und der Sicherheit der Mitmenschen wegen, sich besser ein Fertig-Produkt kaufen.










Vorgeschichte

Alles begann HIERMIT

Mein Frust war nach der Verwandelung des Nob-Sounds TDA-7498E in einen ab-rauchenden No-Sound Verstärker ziemlich groß, vor allem weil dieses Drecks-Ding beim Ableben fast noch meine LS (mit)gekillt hatte.

2x 160 Watt ???, das waren höchsten 2x 50-80 Watt. Ich hatte die Schnauze voll und wollte endlich mal einen Klein-Amp mit richtig Rumms + Wumms unterm Deckel. Das No(b)-Sound Gehäuse war ja vorhanden, eine andere Platine wäre schnell eingebaut.

Also mache ich mich auf die Internet-Recherche, was es da so denn noch gibt und evtl. die großspurigen Werbeversprechen wenigstens halbwegs halten kann. Klar war, ein TDA-7498E wird und kann es nicht mehr sein. Dieser Chip konnte mich bisher weder klanglich- noch von der Leistungsfähigkeit her so richtig überzeugen.

Ein möglicher Kandidat war der TI TAS-5630-Chip, soll 2x 300 Watt liefern. Ein Fertig-Verstärker war schnell gefunden und wurde bei Ibäh sogleich bestellt. http://www.ebay.de/itm/261993273070 . Die Platine alleine ( gibt es auch auf Ibäh ) wäre nur unwesentlich günstig gewesen.

Bei der Suche stolperte ich auch über div. Verstärker von Sure-Electronics. Mit Sure-Electronics hatte ich aber bisher aber ausnahmslos nur negative Erfahrungen gemacht. Allerdings, die beworbenen 2x 500 Watt weckten dann doch meine Neugierde. Lachhaft bei diesen kleinen Induktoren- so vermutete ich zumindest.

Diesen kleinen Amp gab es auch im Hobbyhifi-Laden aus Deutschland zu kaufen. Der geringe Aufpreis- in Deutschland zu bestellen, war es mir wert. Bei Nicht-gefallen hatte ich ja ein Rückgaberecht. In China bestellt, wäre es bei Nicht-gefallen, dann dagegen ein Total-Verlust. Also flugs bestellt- zusätzlich habe ich auch gleich noch für 10 €uro den Pegelsteller geordert.

Als das Ding dann binnen 2 Tage Lieferzeit kam, hatte ich nicht allzu große Hoffnung, dass das Ding mich klanglich überzeugen würde. Die Induktoren waren noch winziger als vermutet und SMD-Bauteile so weit das Auge reicht.





Also mal das SMSL-SA98E SMPS angestöpselt. Rauschen + zirpen klang aus dem HT und bei hohen Lautstärke verzerrte der Klang doch deutlich. Allerdings, dass Ding hatte bei zivilen Lautstärken klanglich durchaus was, dass sich durchaus hören lassen konnte. Deshalb beschloss ich dem Amp noch eine Chance zu geben, zumal ich den Amp auch nur mit 32 Volt / 4,5 Ampere betrieb- mehr gibt das SMSL-SMPS nicht her. Ich beschloss mir dann gleich ein klassisches NT mit fettem 500 Watt RKT und reichlich Sieb-Kapazität ( 10x 10.000 µF + jeweils 1µF Folie gebrückt ) aufzubauen.



Das NT gab wieder Erwarten leider nur 43 Volt DC ( 48 Volt geplant ) her, sollte aber reichlich Stromreserven haben. Angeschlossen- und BINGO, der Verstärker war tatsächlich nun absolut still. Kein rauschen, brummen, spratzel, zirpen- rein gar nichts, als absolute Ruhe. Na also geht doch !!!. Nun war ich gespannt ob sich klanglich auch was geändert hatte.

Und die Klangqualität hatte sich tatsächlich enorm verbessert. Da fehlte absolut nichts, dass war sogar richtig gut- was ich da zu hören bekam. Also lauter- die Klangqualität veränderte sich nichts zum schlechten hin- ganz im Gegenteil. Also noch ein Rechtsdreh und noch einen, und noch einen. Mir klappte irgendwann regelrecht die Kinnlade runter. WOW, wo nimmt dieser kleine Krüppel nur diese unglaubliche Power her. Ich konnte es einfach nicht glauben mit welcher Wucht und Präzision dieser Winzling meine LS antreiben kann. Selbst bei höchster- schon unerträglicher Lautstärke, war der Klang immer noch glasklar und hatte sogar immer noch beachtliche Dynamik-Reserven. Wahnsinn- einfach nur Wahnsinn. Das die winzigen Induktoren und SMD-Bauteile in irgend einer Weise die Leistung- oder den Klang limitieren, erwies sich damit als absolut gegenstandslos.

Mit dem einfachen Versuchsaufbau hörte ich dann ein paar Tage. Mir fehlte es klanglich- in Vergleich zu den ganz-großen Class-D Amps wirklich an nichts- aber rein gar nichts. Vielmehr traten die klanglichen Vorzüge des kleinen Verstärkers immer mehr zu Tage. Leistungs-Limits stellten sich auch nicht ein. Auffällig war der tiefe- druckvolle Bassbereich, der zudem auch noch extremst präzise ist. Diese Qualität hatte ich so noch nie zuvor von irgend einem anderen Verstärker gehört. Der Verstärker setzt in dieser Beziehung absolut Maßstäbe. Auch die Höhen sind sehr-sehr fein aufgelöst. Diese Qualität an Auslösung kannte ich bisher auch nur von meinen Hypex UcD2K. Die Mitten klangen auch genau so seidig- und Klangfarben-froh, wie ich sie von meinen UcD2K kannte. Die UcD2K waren deshalb bisher immer im MHT-Bereich meine Referenz. Allerdings klingen die Bässe bei den UcD2K-Monos zu weich und zu unpräzise. Der Zwerg brachte es tatsächlich fertig, in den Mitten + Höhen, dass hohe klangliche Niveau der UcD2K zu erreichen- bringt aber auch zusätzlich den deutlich bessern Bass zu Gehör. Auch am Dynamik-Verhalten gibt es keinerlei Kritikpunkte. Fein- wie Grobdynamisch ist alles im Lot- ohne das sich das mit der Lautstärke ändert. Das macht das Klangbild lautstärkeunabhängig extrem transparent, griffig und sehr gut durch-hörbar. Dadurch wird dieser Verstärker selbst bei hohen Lautstärken nicht nervig(er). Lauthören macht deswegen wirklich ungemein Spaß- ja geradezu süchtig. Da gibt man gerne immer mehr Gas

Zudem stimmt das Timing. Der Verstärker spielt quasi immer direkt auf den Punkt. Das dürfte auch der Grund für den extrem präzisen und durchhörbaren Bassbereich sein. Hier passt das berühmte Zitat: Wie aus einem Guss- mal wirklich.

Ich habe dann den kleinen Verstärker die letzten Wochen gegen alle Verstärker gehört, die ich die letzten Jahre aufgebaut habe. Keiner kann da in der Summe aller Eigenschaften mithalten.

Kein L-15D, kein Connex-Amp, keine anderer IRS-2092S Amp, kein Abletec / Anaview, kein Hypex. Der L-15D klingt zu mager-analytisch und hat bei weiten nicht diesen gnadenlosen Output + Durchschlagskraft. Denn Connex-Amps fehlt es meist an Tiefstbass und an differenzierten Höhen, die Abletec / Anaview klingen zu synthetisch- unnatürlich, die Hypex-Amps vergleichsweise langweilig, teilweise zu fett und der NC400 zu nüchtern. Der Winzling vereint aber alle Stärker dieser Amps in sich- ohne jeweils deren Schwächen zu haben.

In meiner persönlichen Rang-Liste rangiert dieser Verstärker deshalb nun ganz-ganz oben- da er klanglich in allen Bereichen den Maßstab setzt. Damit hätte ich im Vorfeld selbst nie + nimmer gerechnet. Alles was ich davor aufgebaut habe, wurde entzaubert und war eigentlich unnötig.

Wenn man mal bedenkt, was dieses kleine Ding dabei gerade mal kostet, ist das Ganze im Grunde schon regelrecht absurd, gerade auch- oder insbesondere, in finanzieller Hinsicht.

Ach ja, einen "griffigen-passenden Namen" habe ich dem kleinen Ding dann verdienter Maßen auch gegeben. "Gremlin" - kleines Monster, habe ich den Winzling getauft. Sieht vielleicht niedlich + unscheinbar aus, mutiert aber bei Stromzufuhr zu einem wahren Monster. Wehe wenn er losgelassen wird.

Das beste zum Schluss: Dieser Verstärker ist auch absolut Anfänger-freundlich. Wenn als NT zB. das Meanwell HLG-320-36A zum Einsatz kommt, habe ich auch keinerlei Sicherheitsbedenken. Den Netzstecker an diesen hermetisch geschlossenen SMPS kann wohl auch ein absoluter DAU montieren. Die Ausgangsspannung mit höchstens 39 Volt ist auch noch ungefährlich.



Bei meinem HLG-320-36A habe ich aber als Netzanschluss eine Neutrik-Powercon-Buchse montiert und mit Schrumpfschlauch isoliert. DC-Ausgangsseitig ist eine Neutrik-Speakon-Buchse verbaut ( + = 1+ / - = 2- ).

Klanglich ist das HLG-320-36A dem klassischen Trafo-NT absolut ebenbürtig. Ich konnte jedenfalls keine klanglichen Nach-oder Vorteile, für das eine- oder andere NT erkennen. Auch leistungsmäßig nicht, die 320 Watt des HLG-320-36A reichen vollkommen aus.

Eine kleine Einschränkung habe ich allerdings mit / an einem LS-Exoten erlebt. An einer Martin-Logan CLS hat der Verstärker leider klanglich total versagt. Die 1,6 Ohm im HT-Bereich der CLS und der erbärmliche Wirkungsgrad haben den Kleinen nämlich überhaupt nicht behagt. Die kleine rote Clipping-LED hat schon bei relativ geringer Lautstärke signalisiert, dass diese Kombi sowohl Impedanz- als auch Wirkungsgrad-mäßig überhaupt nicht zusammen passt. Das Klangbild war ziemlich matt + lustlos. Auch der Lüfter jaulte unablässig. Klanglich bester Verstärker an diesem extrem anspruchsvollen LS, waren noch vor den Hypex UcD2K-Monos, die Hypex NC400 Monos. Hier wurde der kleine Amp von den Hypex-Monos regelrecht deklassiert. Bei halbwegs "normalen" LS habe ich aber keine bedenken, dass es nicht passen wird.


Edit: Nachtrag: Thermo-Management.

Was mich allerdings enorm gestört hat, war, dass der kleine Lüfter ziemlich laut jault.

Der Umbau auf Passiv-Kühlung ( mit Verlust der Garantie verbunden ), ist aber relativ einfach.

Der kleine Lüfter ist genau so schnell demontiert wie das kleine Kühlkörperchen auch. Der Kühlkörper hat sogar schon zahlreiche Löcher gebohrt, die sich gut eignen um daran einen Aluwinkel zu montieren.

Der Kühlrippenabstand beträgt 2,5 mm. Folgendes Alu-Winkelprofil, erhältlich bei BAUHAUS eignet sich daher ideal.



Damit habe ich dann bei einem Aufbau über ein weiteres Alu-Winkelprofil eine Wärmebrücke zu den Gehäuse-Kühlkörper gebaut.



Funktioniert wirklich prächtig, der Verstärker erreicht gerade mal 40 Grad-Celsius Betriebstemperatur.

Bei dem zweiten Verstärker- den ich auch auf Passiv-Kühlung umgerüstet habe, habe ich einen Alu-Kühlkörper TOP-seitig auf die beiden Alu-Winkelprofile geschraubt.



Damit bleibt die Betriebs-Temperatur sogar unter 30 Grad-Celsius.


Gruß

Michael

Geändert von Saarmichel (17.04.2016 um 12:13 Uhr).
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