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Alt 14.11.2017, 16:18   #181
ctrl
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.07.2011
Beiträge: 208
Standard

Hallo,

es ist immer erfreulich wenn theoretische Überlegungen und Simulationen sich in der Realität widerspiegeln - zumindest werden natürliche Ressourcen (Holz-Schallwände) und persönliche Nerven geschont, wenn die x-te Schallwand nicht wieder für die Tonne ist.

Wie in vorherigen Posts schon angedeutet, soll die Schallwand des Stand-LS noch optimiert werden. In Post#169 wurde die finale Weiche für die gerade Schallwand mit Fase vorgestellt. Dort ist die Kantendiffraktion im Bereich 3-6kHz relativ ausgeprägt.

Weiter sollte der LS im Präsenzbereich auf keinen Fall eine Aufweitung in der Abstrahlung zeigen, sondern durchgehend konstant abstrahlen. Das ist in der Version aus Post#169 schon gut gelungen.

Als weiteres (persönliches) Ziel, abseits der reinen Lehre, war noch vorgesehen, dass der LS unter Winkel in der Abstrahlung nicht nur nicht aufweitet, sondern eine leichte Zunahme der Bündelung unter großen Winkeln aufzeigt. Im Laufe des Threads wurde dazu immer wieder mal auf die Abstrahlung von Studiomonitoren verwiesen, die diese Eigenschaft (unterschiedlich stark) aufweisen (auch in Teil 1 wurde darüber diskutiert).
Dies konnte mit der klassischen Schallwand aus Post#169 nicht erreicht werden.

Für die optimierte Schallwand wurde die Kantendiffraktion mit den üblichen Tools grob simuliert.
Eine detaillierte Optimierung der Abstrahlung durch die Schallwand kann nur durch aufwändige Simulationen erreicht werden. Daher wurde (aus Zeitmangel und Faulheit) auf theoretische Überlegungen und das Glück des Tüchtigen/Dummen gesetzt.

Die Idee war, ähnlich wie bei den schrägen Fasen für typische 2-Weger (siehe z.B. hier im Thread unter Post#1 für den 2-Weger), dem MT und dem HT unterschiedlich dimensionierte Schallwände (in horizontaler Richtung) "zu zeigen", was zwangsläufig zu einer leicht unterschiedlichen Abstrahlung für HT und MT (bei gemeinsam abgestrahlten Frequenzen) durch die Schallwand führen muss.
Die Schallwandbreite wurde auf Höhe des HT reduziert, damit sich die Aufweitung der Abstrahlung durch die Schallwand für den HT zu höheren Frequenzen verschiebt und bestenfalls etwas abschwächt.
Dadurch sollte sich der Bündelungseffekt des bei etwa 2,7kHz hoch getrennten 6,5'' Mitteltöner im Bereich der Trennfrequenz mehr bemerkbar machen und so zu einer stärkeren Bündelung im Präsenzbereich des LS führen.

Soweit die Theorie, bzw. was sich der Schreiber so zusammenreimt. Vergleichen wir einmal die FG von 0-90° des HT vor und nach der Optimierung:
__vorher: 851100.Ch-1_FG_hor_deg0-90.jpg
optimiert: 851100.Ch-1.opt_FG_hor_deg0-90.jpg
Der FG auf Achse ist ruhiger und die Abstrahlung hat sich verbessert. Kann man schön daran sehen, dass sich nun keine FG-Kurven mehr kreuzen (höchstens noch berühren).

Abstrahl-Sonogramm HT normalisiert, 1/12oct Glättung, vor und nach der Optimierung
__vorher: 851100_DirectivityPattern_30dB_normalized.jpg
optimiert: 851100.Ch-1_Abstrahl-Sonogramm_opt_hor_deg0-90_normalisiert.jpg
Das entspricht genau dem erwarteten Verhalten. Abstrahlung ist etwas stetiger und die Aufweitung der Abstrahlung wandert nach oben. Zwar vergrößert sich bei 1,5kHz die Aufweitung, aber diese liegt weit unterhalb der Trennfrequenz.

Beim MT hat sich erwartungsgemäß nicht viel getan
Abstrahl-Sonogramm MT normalisiert, 1/12oct Glättung, vor und nach der Optimierung
__vorher: HDS-830990_DirectivityPattern_30dB_normalized.jpg
optimiert: HDS-830990.Ch-1_opt_Abstrahl-Sonogramm_hor_deg0-90_normalisiert.jpg
Eine leichte Verstetigung der Abstrahlung im Bereich 1-2kHz kann man feststellen.

Fortsetzung folgt...

Gruß Armin

Geändert von ctrl (14.11.2017 um 19:29 Uhr). Grund: Konzentrationsfehler bereinigt
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